12. Dezember 2007

Baden-Württemberg: Strukturwandel setzt sich weiter fort

Brenner: Aber Tempo des Wandels wird moderater – Immer weniger Betriebe werden immer größer – Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2007

Stuttgart (agrar.de) – Die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe in Baden-Württemberg geht weiter zurück. Im Jahr 2007 gibt es noch 57.049 Betriebe im Land. Dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse im Rahmen der Vorstellung der Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2007.

Über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe im Land, die sich 1987 noch auf gut 112.000 Betriebe belief, damit nahezu halbiert. Im Jahr 1949 wurden – bei allerdings anderer Zählweise – auf dem Gebiet von Baden-Württemberg noch erheblich mehr, nämlich fast 400.000 Betriebe ermittelt.

In den letzten zwei Jahrzehnten verlief der Strukturwandel überwiegend mit hoher Geschwindigkeit. Die jährlichen Abnahmeraten lagen für die Betriebe mit mehr als 2 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (ha LF) meist zwischen 3 und 4 Prozent, in der Spitze bei über 4 Prozent. Für die letzten zwei Jahre errechnet sich für die Betriebe ab 2 ha LF jedoch eine Abnahmerate von nur noch 2,8 Prozent. Damit liegt der Rückgang der Betriebe ab 2 ha LF erstmals seit rund zwanzig Jahren wieder unter 3 Prozent.

Mittlere Betriebsgröße beläuft sich auf 25,2 ha LF

Im Zuge des Strukturwandels werden die Betriebe durch die Übernahme der Flächen von aufgebenden Betrieben immer größer. Im Durchschnitt der Betriebe im Land werden jetzt 25,2 ha LF bewirtschaftet. Das ist im bundesweiten Vergleich (aktuell sind nur die Angaben für 2005 verfügbar: 42,9 ha LF) eher wenig, doch muss die durchschnittliche Flächengröße auch vor dem Hintergrund der im Land vielfach vorhandenen Sonderkulturen wie Wein und Obst gesehen werden. Dort sind bei hoher Wertschöpfung pro Flächeneinheit vielfach kleinere Betriebe anzutreffen. Die Wachstumsschwelle liegt mittlerweile im Bereich zwischen 75 und 100 ha LF.

Die Wachstumsschwelle bezeichnet die Betriebsgröße, ab der im Zeitvergleich eine Zunahme der Betriebe festzustellen ist, d.h. nur die Zahl der Betriebe in diesem und den darüber liegenden Größenklassen nimmt noch zu, während in den darunter liegenden Größenklassen die Zahl der Betriebe abnimmt.

Pachtquote jetzt bei 61 Prozent – Pachtentgelt im Durchschnitt bei 190 Euro/ha

Das Flächenwachstum der Betriebe im Rahmen des Strukturwandels erfolgt in der Regel über die Pacht. Mittlerweile beziffert sich der Anteil der gepachteten Fläche an der Gesamtfläche (die Pachtquote) auf 61,2 Prozent, die erstmals im Jahr 1995 einen Anteil von 50 Prozent überschritten hatte. Die steigende Nachfrage führt im Landesmittel auch zu steigenden Preisen. Durchschnittlich 190 Euro zahlt ein Landwirt für die Nutzung von einem Hektar Pachtland und damit 7 Euro mehr als vor vier Jahren.

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