27. Dezember 2007

Baden-Württembergs Landwirte erwirtschafteten 2006 knapp 3,8 Milliarden Euro

Südwesten ist viertgrößter Agrarproduzent unter den Bundesländern – Milch, Schweine, Wein und Getreide wichtigste Erzeugnisse

Stuttgart (agrar.de) – Gemessen am Produktionswert der landwirtschaftlichen Erzeugung zählt Baden-Württemberg mit zu den größten Agrarproduzenten in Deutschland. Die hiesigen Landwirte erwirtschafteten nach der vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg vorgelegten regionalen Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (R-LGR) 2006 mit pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen sowie landwirtschaftlichen Dienstleistungen knapp 3,8 Milliarden Euro. Dies entspricht annähernd einem Zehntel des Werts der gesamtdeutschen Agrarproduktion.

Der Südwesten liegt damit nach Niedersachsen und Bayern, die 2006 mit jeweils rund 8,1 Mrd. Euro etwa ein Fünftel zum Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung Deutschlands beitrugen, sowie nach Nordrhein-Westfalen (5,5 Mrd. Euro) auf Platz vier unter den Bundesländern. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz an fünfter und sechster Stelle stellten diese sechs Flächenländer 2006 gut drei Viertel des Produktionswerts der deutschen Landwirtschaft.

Die heimische Landwirtschaft ist vielseitig differenziert. In Abhängigkeit von vorherrschenden Standortfaktoren bzw. Vermarktungsbedingungen wird sie geprägt von Rebland und Obstflächen, intensivem Ackerbau oder auch der Weidewirtschaft sowie der mittlerweile regional stark konzentrierten Mastschweine- und Zuchtsauenhaltung.

Im tierischen Produktionsbereich stellen die Rinderhaltung in Verbindung mit der Kälberzucht (285 Millionen Euro) und Milcherzeugung (633 Mill. Euro) gemessen am Produktionswert zu Erzeugerpreisen die wichtigsten Produktionszweige für die baden-württembergischen Landwirte dar. Im Jahr 2006 entfiel knapp ein Viertel des Gesamtwerts der Agrarerzeugung allein auf diese Produkte. Weitere gut 13 Prozent Anteil am Produktionswert erwirtschafteten die Agrarbetriebe mit der Mastschweinehaltung und Ferkelerzeugung (497 Mill. Euro).

Die pflanzliche Erzeugung trägt mehr als die Hälfte (52 Prozent) zum Gesamtproduktionswert der Landwirtschaft Baden-Württembergs bei. Jeweils rund ein Fünftel des Werts der pflanzlichen Erzeugung entfielen 2006 auf Wein- (353 Mill. Euro) und Getreidebau (415 Mill. Euro) und ein weiteres Fünftel auf Obst und Gemüse. Damit haben vor allem die sogenannten Sonderkulturen Obst, Gemüse und Champignons, Wein, Blumen- und Zierpflanzen, Baumschulgewächse sowie Hopfen und Tabak mit einem Anteil von gut 28 Prozent am Gesamtproduktionswert hier zu Lande in der Agrarwirtschaft eine vergleichsweise große Bedeutung. Im Bundesdurchschnitt erreichten die Sonderkulturen demgegenüber lediglich etwa 17 Prozent.

Regierungsbezirke Stuttgart und Freiburg sind Hochburgen im Weinbau und der Gemüseproduktion

Regional ist die Landwirtschaft in Baden-Württemberg entsprechend den klimatischen Bedingungen und sonstigen Standortfaktoren sehr heterogen geprägt. Im Regierungsbezirk Stuttgart liegt der Schwerpunkt der ackerbaulichen Erzeugung. Nach den Ergebnissen der regionalen Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung entfallen z.B. drei Viertel der Zuckerrübenerzeugung auf den Regierungsbezirk Stuttgart, Kartoffeln kommen auf 51 Prozent, Ölsaaten auf 45 und der Getreidebau nimmt gut 40 Prozent Landesanteil am jeweiligen Gesamtproduktionswert dieser Erzeugnisse ein.

Bei der Gemüseerzeugung stellen Stuttgart knapp vor Freiburg zusammen drei Viertel des Produktionswerts. Im Obstbau liegen die Regierungsbezirke Tübingen und Freiburg mit jeweils fast 40 Prozent Landesanteil am Produktionswert nahezu gleich auf. Im Weinbau dominieren klar Stuttgart und Freiburg mit zusammen annähernd 90 Prozent Produktionswertanteil an der Weinerzeugung im Land insgesamt.

Im tierischen Bereich liegt die Hochburg der Schweine- und Geflügelhaltung sowie der Eiererzeugung im Regierungsbezirk Stuttgart. So stellen die nordwürttembergischen Landwirte bei Schweinen und Eiern knapp die Hälfte (46 Prozent) des Produktionswertes und bei Geflügel knapp zwei Drittel (62 Prozent). Die Rinderhaltung und Milcherzeugung prägen mit einem Landesanteil am Produktionswert von gut einem Drittel bzw. knapp der Hälfte die Landwirtschaft im Regierungsbezirk Tübingen.

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Lebensmittel sind erschwinglicher als früher

DBV: Für den Einkauf muss ein Arbeitnehmer heute weniger arbeiten

Berlin (agrar.de) – Trotz der Preiserhöhungen bei Lebensmitteln in diesem Jahr können die Verbraucher heute günstiger schlemmen als noch vor einigen Jahrzehnten. Denn Lebensmittel sind in Deutschland erschwinglicher als in den siebziger oder achtziger Jahren, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte.

So erhält ein Arbeiter für seinen Stundenlohn heute mehr Fleisch, Brot oder Butter als vor 25 Jahren. Musste ein Arbeitnehmer für den Kauf von einem Kilo Schweinekotelett 1970 noch 96 Minuten arbeiten, hat er dies heute in etwa 23 Minuten verdient. Für eine 250-Gramm-Butterpackung war ein Arbeitslohn von 21 Minuten notwendig, heute dagegen nur noch ein Fünftel dieser Zeit (4 Minuten).

In den vergangenen fünfzig Jahren hat sich der Nettostundenverdienst eines Industrie­arbeiters fast verzwanzigfacht. Der Brotpreis ist dagegen rund um das Neunfache gestiegen, so dass er sich für seinen Stundenlohn heute mehr als doppelt so viel Brot kaufen könnte. Für die Bauern sieht die Rechnung anders aus: Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die Inflationsrate, hätten die Bauern für einen Doppelzentner Weizen heute rund 77 Euro je Doppelzentner erlösen können. Doch tatsächlich erhält er trotz besserer Agrarpreise heute noch nicht einmal ein Drittel (Marktpreis Mitte Dezember für Brotweizen ca. 22,90 Euro je Dezitonne).

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Sächsische Weinkeller sind gefüllt

Themen: Erntebericht,International,Sachsen,Statistik,Wein — info @ 10:12

Dresden (agrar.de) – Am 31. Juli 2007 lagerten bei den Sächsischen Erzeugern und Großhändlern nach Angaben des Statistischen Landesamtes 96.900 Hektoliter (hl) Wein, die noch vor Beginn der diesjährigen Weinlese in den Weinkellern vorrätig waren. Damit ließen sich rund 12,9 Millionen 0,75-Liter-Flaschen, abfüllen.

Rund 88 Prozent des Weinbestandes wurde in den Lagern des Weingroßhandels bevorratet. Vor allem Rotwein wurde fast ausschließlich (95 Prozent) beim Großhändler gelagert, bei weißen Weinen betrug der Anteil etwa drei Viertel des Gesamtbestandes. In den Weinkellern der Erzeuger lagerten nur etwa 12 Prozent des Weinbestandes und zwar ausschließlich Weine deutscher Herkunft.

Fast 64 Prozent des gesamten Weinbestandes waren Rotwein. Damit kommen die Weinhändler und -erzeuger dem Wunsch der Konsumenten nach einem reichhaltigen Angebot an roten Rebensäften nach. Drei Viertel der in Sachsen bevorrateten roten Weine stammen aus Drittländern (z. B. Chile, Australien, Südafrika), 17 Prozent aus anderen EU-Ländern und nur acht Prozent aus deutschen Landen.

Bei den Weißweinen hingegen erfreuen sich Weine deutscher Herkunft weiterhin großer Beliebtheit. Wie schon in den letzten Jahren stammten mehr als die Hälfte der in den sächsischen Weinkellern bevorrateten Weißweine aus deutschen Anbaugebieten. Der Anteil der aus Drittländern importierten Weißweine machte 30 Prozent am Gesamtbestand aus, während der Anteil weißer Weine aus anderen EU-Ländern bei knapp zwanzig Prozent lag.

Insgesamt waren zwei Drittel des Weinbestandes aus deutschen Anbaugebieten Qualitätsweine. Knapp 15 Prozent erreichten die höchste Qualitätsstufe „Prädikatswein“. Der Bestand an sonstigen Qualitätsweinen lag mit gut 50 Prozent etwa auf Vorjahresniveau. Knapp fünf Prozent der bevorrateten deutschen Weine waren Tafelweine, über ein Viertel Schaumweine, das ist der höchste Anteil seit Beginn der Durchführung dieser Zählung.

Bei den Weinen aus anderen EU-Ländern überwogen Qualitätsweine mit 50 Prozent, Tafelweine und „sonstige Weine“ hielten sich mit 23 bzw. 22 Prozent fast die Waage während der Schaumweinbestand bei fünf Prozent lag. Eine Einordnung der Weine in die Kategorie Prädikatswein wird hier nicht vorgenommen.

Weine aus Drittländern werden nur in die Qualitäten Trinkwein, sonstiger Wein und Schaumwein eingestuft, jedoch wurde nahezu der gesamte Weinbestand aus diesen Ländern als Trinkwein klassifiziert. Die anderen zwei Qualitäten machten nur einen Anteil von zusammen nicht einmal einem Prozent aus. Die Erhebung über Weinbestände wird jährlich in allen Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft durchgeführt.

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DBV: Agrarmärkte im Aufwind

Aussichten für den Getreide-, Milch-, Schweine- und Rindfleischmarkt, für Eier- und Geflügelfleisch, Obst und Gemüse sowie den Ökomarkt im Jahre 2008

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht für das laufende Wirtschaftsjahr 2007/08 davon aus, dass die Ackerbauern vor allem bei Getreide preisbedingt mit einer Verbesse­rung ihrer Erlöse rechnen können, jedoch bei Zuckerrüben und Kartoffeln werden die Erzeugerpreise zurückgehen. In der Tierhaltung ist bei Schweinen mit deutlich rückläufigen, bei Rindern mit etwa gleichbleibenden Erlösen zu rechnen. In der Milchviehhaltung werden die Erlöse deutlich anwachsen, wobei große regionale Unterschiede vorhanden sind. Weiter steigende Kosten auf der Aufwandsseite – vor allem bei Futter- und Düngemittel, Pflanzen­schutz und Energie – werden die Verbesserungen der Unternehmensergebnisse in Grenzen halten. Insgesamt rechnet der DBV für 2008 jedoch mit einer weiteren Verbesserung der durchschnittlichen Unternehmensergebnisse. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2006/2007 erhöhte sich das Unternehmensergebnis von 31.500 Euro auf 35.400 Euro. Die Landwirte haben damit im Durchschnitt ein Bruttomonatseinkommen von etwa 2.100 Euro erzielt.
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21. Dezember 2007

Rheinland-Pfalz: Querschnittsveröffentlichung zur Situation der Landwirtschaft

Bad Ems (agrar.de) – Die Land- und Forstwirtschaft wird schon sehr lange statistisch erfasst, sodass der Wandel des Agrarsektors über einen ausgedehnten Zeitraum dokumentiert werden kann. Interessante Ergebnisse hierzu enthält der Band ‚Die Landwirtschaft 2006‘ des Statistischen Landesamtes. Er gibt auf rund 250 Seiten einen umfassenden Einblick in die Struktur und die Produktion der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft. Mithilfe von Zeitreihen wird die Entwicklung seit den 1950er Jahren aufgezeigt.

Wussten Sie zum Beispiel, dass in Rheinland-Pfalz

  • im Jahr 1949 noch 211.000 landwirtschaftliche Betriebe existierten und deren Zahl 2006 nur noch bei 25.900 lag?
  • die durchschnittliche Betriebsgröße von 4,2 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche in diesem Zeitraum um das Sechseinhalbfache auf 27,4 Hektar anstieg?
  • rund 710.000 Hektar oder 36 Prozent der Landesfläche für die landwirtschaftliche Produktion genutzt werden?
  • knapp 42 Prozent der Landesfläche bewaldet sind und dieser Wert von keinem anderen Bundesland übertroffen wird?
  • inzwischen 14 Prozent der Landesfläche als Siedlungs- und Verkehrsflächen genutzt werden?
  • im Jahr 2006 die Siedlungs- und Verkehrsfläche jeden Tag um rund 54.000 Quadratmeter zugenommen hat?
  • im Jahr 1950 die wichtigste Anbaufrucht auf dem Ackerland der Hafer mit knapp 100.000 Hektar war, während 2006 diese Position mit 102.000 Hektar der Winterweizen einnahm?
  • Anfang der 1950er-Jahre im Durchschnitt 2,7 Tonnen Getreide von einem Hektar geerntet wurden? Heute ist es mit 5,8 Tonnen mehr als das Doppelte.
  • knapp zwei Drittel der deutschen Rebfläche liegen?
  • im Jahr 2006 auf 16.700 Hektar Freilandfläche 470.000 Tonnen Gemüse geerntet wurden?
  • die Viehhaltung immer mehr auf dem Rückzug ist?
  • im Jahr 2006 nur noch 384.000 Rinder gehalten wurden, etwa halb so viele wie im Jahr 1950 (678.000 Tiere)?
  • der Bestand an Schweinen mit 827.000 Tieren im Jahr 1970 seinen Höchststand erreichte und seither auf 301.000 Tiere zurückgegangen ist?

Die agrarstatistischen Ergebnisse werden, soweit sie nicht aus Stichprobenerhebungen stammen, zumeist auch für die kreisfreien Städte und die Landkreise, beim Weinbau für die Anbaugebiete und die Bereiche nachgewiesen. Die Veröffentlichung wird durch methodische Erläuterungen und Begriffsbestimmungen abgerundet. Sie kann als Printausgabe (11 Euro) oder auch als CD-Version im Excel-Format (15,30 Euro) erworben werden. Bestelladresse: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Vertrieb, 56128 Bad Ems, Telefon: 02603 71-2450, E-Mail: vertrieb@statistik.rlp.de. Darüber hinaus steht eine PDF-Datei (5.682 kB) zum kostenlosen Download im Internetangebot des Statistischen Landesamtes zur Verfügung.

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Impfstoff gegen Blauzungenkrankheit frühestens im Frühsommer 2008

Berlin (agrar.de) – Frühestens im Frühsommer 2008 wird ein inaktivierter, EU-zugelassener Impfstoff gegen das Virus der Blauzungenkrankheit verfügbar sein. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Um eine rechtzeitige Bereitstellung einer ausreichenden Menge an Impfstoffdosen zum Schutz der Wiederkäuer zu gewährleisten, stehe das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in enger Abstimmung mit den Dienststellen der EU-Kommission, den Mitgliedstaaten und den für das Veterinärwesen zuständigen obersten Landesbehörden, heißt es weiter. Dabei habe die EU-Kommission vorgeschlagen, alle empfänglichen domestizierten Wiederkäuer gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Auf nationaler Ebene würden derzeit die rechtlichen Voraussetzungen für eine Impfung für empfängliche Tiere geschaffen.

Die dabei entstehenden Kosten pro Tier seien nicht bezifferbar, so die Regierung. Ob Schafe, die besonders stark von der Erkrankung betroffen sind, erstrangig geimpft werden sollen, solle in die Entscheidung der zuständigen Behörden gelegt werden.

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Agrarstrukturerhebung 2007 in Schleswig-Holstein und Hamburg

Deutlicher Trend zu weniger und größeren Betrieben in Schleswig-Holstein; auch in Hamburg Abnahme der Betriebszahlen

Kiel (agrar.de) – Der Strukturwandel in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft setzt sich weiter fort. Nach Ergebnissen der im Mai 2007 durchgeführten umfassenden Agrarstrukturerhebung hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit einer Größe über zwei ha im nördlichsten Bundesland in den letzten zwei Jahren um 1.194 Betriebe oder 6,8 Prozent auf aktuell 16.470 Betriebe verringert. Diese bewirtschafteten insgesamt eine Nettofläche (LF) von 990.037 ha. Rein rechnerisch kommt dies einer durchschnittlichen Betriebsgröße von rund 60 ha pro Betrieb gleich.

Wie das Statistikamt Nord mitteilt, ist der Rückgang bei den Betrieben jedoch ungleich verteilt. Während in fast allen Größenbereichen zwischen zwei und 100 ha zum Teil deutliche Verringerungen der Betriebszahlen festzustellen sind, wuchs die Zahl der Betriebe, die mehr als 100 ha bewirtschaften, auf inzwischen 3.057 Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 533.684 ha an. Dies sind im Durchschnitt rund 175 ha pro Betrieb. Somit bewirtschaften 18 Prozent der Betriebe über die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

57 Prozent der erfassten schleswig-holsteinischen Betriebe der Rechtsform Einzelunternehmen wirtschafteten als Haupterwerbsbetriebe mit einer durchschnittlichen Flächenausstattung von 86 ha pro Betrieb, während die 43 Prozent Nebenerwerbsbetriebe durchschnittlich 17 ha bewirtschaften.

In Hamburg hat die Agrarstrukturerhebung 2007 insgesamt 982 Betriebe erfasst, die 14.049 ha LF bewirtschafteten. In dieser Betriebszahl sind wegen des starken gartenbaulichen Schwerpunktes in Hamburg auch Betriebe mit weniger als zwei ha LF erfasst, diese stellten mit 472 Betrieben 48 Prozent aller Betriebe. Der Anteil der von ihnen bewirtschafteten Fläche liegt mit 395 ha lediglich bei knapp drei Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Der Rückgang der Betriebszahlen von knapp sechs Prozent bzw. 58 Betrieben betraf wie in Schleswig-Holstein alle Größenbereiche unterhalb der 100-ha-Größe. Die Zahl der Betriebe über 100 ha und deren Flächen blieb unterdessen in den letzten Jahren relativ konstant (derzeit 26 Betriebe mit 4.707 ha). Die durchschnittliche Betriebsgröße hat sich im Vergleich zu den letzten Strukturerhebungen aus den Jahren 2003 und 2005 nur leicht erhöht, sie lag 2007 bei rund 14 ha.

Der Anteil der Haupterwerbsbetriebe an den landwirtschaftlichen Einzelunternehmen in der Hansestadt betrug zwei Drittel der Betriebe, ihre durchschnittliche Flächenausstattung lag bei 15 ha pro Betrieb. Dementsprechend bewirtschaftete ein Drittel der Betriebe durchschnittlich acht ha im Nebenerwerb.

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20. Dezember 2007

Mais 2007: Erntemengen und Erträge deutlich gestiegen

Bonn (agrar.de) – Die Erträge für Körner- und Silomais lagen im Jahr 2007 erwartungsgemäß deutlich über dem Mittelwert der vergangenen Jahre. Deutschlandweit erreichte Silomais aufgrund der günstigen Witterungsverhältnisse und des enormen Aufwuchses einen Durchschnittsertrag von 464,4 dt/ha (Mittelwert 2001/06: 426,3 dt/ha). Bei Körnermais wurden 92,9 dt/ha (Mittelwert 2001/06: 86,9 dt/ha) geerntet. In Bayern wurden mit 98,5 dt/ha die höchsten Erträge erzielt. Das berichtet das Deutsche Maiskomitee (DMK) unter Berufung auf vorläufige Schätzungen des Statistischen Bundesamtes. Im erheblich schwierigeren Maisjahr 2006 lag der Wert für Silomais bei 394 dt/ha und für Körnermais bei 80,7 dt/ha.

Eigentlich hatten die Marktexperten insbesondere bei Körnermais mit noch höheren Ergebnissen gerechnet. Schließlich wurden aus manchen Regionen Erträge von bis zu 140 dt/ha gemeldet. Etliche Landwirte hatten sogar ihren Silomais stehen lassen, um die hohen Marktpreise für Körnermais betriebswirtschaftlich für sich zu nutzen.

Den vorläufigen Werten entsprechend lag die gesamte Erntemenge bei Körnermais inklusive Corn-Cob-Mix bei 3.557.600 t und damit nur 137.000 t unter dem Durchschnitt (2001/06: 3.694.600 t). Allerdings muss dabei auch die deutlich rückläufige Anbaufläche berücksichtigt werden. 2007 wurde Körnermais auf 383.100 ha angebaut. In den Jahren 2001 bis 2006 lag die Fläche gemittelt bei 427.400 ha. Die Anbaufläche für Silomais wurde aufgrund des schwächeren Vorjahres und der geringeren Futtervorräte sowie der steigenden Nachfrage nach Mais zur Energieerzeugung auf 1.475.300 ha ausgeweitet. Da auch die Ernte sehr gut ausfiel, verzeichnete Deutschland für 2007 eine um fast 30 Prozent gestiegene Erntemenge (2007: 68.512.700 t; 2006: 53.112.100 t)

Die höchsten Erträge wurden in Bayern mit 522,9 dt/ha geerntet. Die niedrigsten Erträge fuhren die Landwirte in Schleswig-Holstein mit 382 dt/ha und in Brandenburg mit 385,8 dt/ha ein.

Maiserträge nach Bundesländern
Bundesland; Silomais 2006; 2007 (einschl. Lieschkolbenschrot);
Körnermais 2006; 2007 (einschl. Corn-Cob-Mix) in dt/ha

Baden-Württemberg; 439,4; 472,4; 81,4; 93,8
Bayern; 483,2; 522,9; 88,1; 98,5
Brandenburg; 237,4; 385,8; 58,5; 81,1
Hessen; 489,0; 497,6; 89,8; 89,5
Mecklenburg-Vorpommern; 307,2; 407,4; 65,1; 81,3
Niedersachsen; 400,1; 484,2; 73,7; 89,2
Nordrhein-Westfalen; 416,2; 474,8; 87,0; 94,2
Rheinland-Pfalz; 417,3; 479,7; 77,4; 89,1
Saarland; 382,5; 430,2; 67,3; 78,7
Sachsen; 347,2; 442,8; 71,7; 90,8
Sachsen-Anhalt; 286,9; 436,5; 65,1; 85,8
Schleswig-Holstein; 337,5; 382,0 . .
Thüringen; 400,8; 453,2; 73,5; 86,3
Deutschland; 394,0; 464,4; 80,7; 92,9

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Österreich: Landwirtschaftliche Einkommen 2007 weiter gestiegen

Wien (agrar.de) – Das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft ist laut ersten vorläufigen Berechnungen der Statistik Austria im Jahr 2007 in Österreich real um 4,9 Prozent gestiegen. Beachtliche wertmäßige Zuwächse waren in der pflanzlichen Produktion zu verzeichnen: Die Getreidepreise stiegen enorm an und erreichten Höchststände, die in Österreich zuletzt vor dem EU-Beitritt erzielt wurden. Auch die Erzeugerpreise für Ölsaaten, Eiweißpflanzen und Milch fielen erheblich höher aus als in den letzten Jahren.

Gleichzeitig nahmen jedoch auch die Produktionskosten weiter zu. Verstärkt betroffen davon waren die viehhaltenden Betriebe, die in der zweiten Jahreshälfte mit massiv gestiegenen Futtermittelpreisen konfrontierten wurden. Zu den Verlierern zählte dabei insbesondere die Schweinehaltung, wo die höheren Futterkosten mit rückläufigen Erlösen einhergingen. Die bei der Ermittlung des Einkommens berücksichtigten Förderungszahlungen lagen unter dem Vorjahresniveau. Der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz war weiter rückläufig.

Im Detail ergibt sich die im Rahmen der ersten Vorausschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) ermittelte Zunahme des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens je Arbeitskraft aus folgenden Entwicklungen:
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Studie zu Biogasanlagen sieht keine Konkurrenz zur Viehhaltung

Düsseldorf (agrar.de) – Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen haben sich in den letzten Jahren für die CO2-neutrale Energieerzeugung aus Biogas entschieden und in eigene Anlagen oder Gemeinschaftsanlagen investiert. Dies hat in Landkreisen mit ausgeprägter tierischer Veredelungswirtschaft zu Diskussionen um steigende Pachtpreise und Konkurrenzwirkungen von Biogasanlagen auf die traditionelle Viehwirtschaft geführt.

Im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums hat der Fachbereich Agrarwirtschaft Soest der Fachhochschule Südwestfalen daher eine Studie zu regionalen Struktur- und Einkommenswirkungen der Biogasproduktion durchgeführt.

‚Die Studie stellt eine fundierte Grundlage für eine vorurteilsfreie Diskussion der Wettbewerbssituation dar‘, so Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg. ‚Danach gibt es derzeit keine wettbewerbsverzerrende Förderung von Biogasanlagen. Die Anlagen stellen auch keine Bedrohung für Vieh haltende Betriebe dar, sondern können – insbesondere als Gemeinschaftsanlagen – ein zusätzliches Standbein für die Betriebe sein.‘ Die Studie macht aber auch deutlich, dass es unter den aktuellen Marktbedingungen erforderlich ist, gezielte Anreize für eine verstärkte Vergärung von Gülle und Reststoffen zu geben. Hier existiert ein hohes Potenzial zur Vermeidung von Treibhausgasen und zur regenerativen Energieerzeugung, ohne dass es zu Konkurrenz mit der Erzeugung von Nahrungsmitteln kommt.

Die Studie vergleicht in Modellrechnungen die Wettbewerbsfähigkeit von Biogasanlagen unter verschiedenen Rahmenbedingungen. Die Autoren stellen darin unter anderem fest, dass derzeit die Anreize zum Bau von Biogasanlagen angesichts der hohen Getreidepreise zu gering sind, um noch einen nennenswerten Zubau von Anlagen zu bewirken. Sie empfehlen deshalb eine Verstärkung und Erweiterung der Anreize zur Wärmenutzung sowie eine Erhöhung der Förderung für kleine, dezentrale Anlagen. Dagegen warnen sie davor, die Anreize für den Anbau von Energiepflanzen wesentlich zu verstärken oder gar an die Getreidepreise zu koppeln.

Die Ergebnisse der Studie dienen auch als Diskussionsbeitrag für die anstehende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, mit dem die Vergütung für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien geregelt wird. Die Novelle ist Teil des von der Bundesregierung vorgelegten „Integrierten Klima- und Energiepaketes“ im Rahmen des Meseberger Programms und wird in Kürze im Bundesrat beraten.

Die vorläufigen Ergebnisse des ersten Teils der Studie beziehen sich auf die Struktur- und Einkommenswirkungen in Veredelungsregionen (am Beispiel der Kreise Borken und Steinfurt). Derzeit wird die Studie um den Bereich Grünlandregionen ergänzt, im kommenden Jahr soll sich eine Bewertung der Situation in Ackerbauregionen anschließen.

Vorläufiger Bericht zum Projekt ‚Regionale Struktur- und Einkommenswirkungen der Biogasproduktion in NRW‘ (PDF, 909 KB)

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