07. November 2007

NRW: Mehr Schweine und Rinder geschlachtet

Themen: Fleisch,Nordrhein-Westfalen,Statistik — info @ 15:11

Düsseldorf (agrar.de). Von Juli bis September 2007 wurden in den nordrhein-westfälischen Schlachthöfen insgesamt über 4,6 Millionen Tiere geschlachtet, darunter 4,4 Millionen Schweine, 131.000 Rinder und 33.200 Kälber.

Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, war dabei die Zahl der geschlachteten Schweine um 9,3 Prozent und diejenige der Rinder um 11,3 Prozent höher als im dritten Quartal 2006. Dagegen ist die Zahl der geschlachteten Kälber um 16,3 Prozent zurückgegangen.

Bei den gewerblichen Schlachtungen von Tieren aus dem Ausland konnte gegenüber dem dritten Vierteljahr 2006 lediglich die Zahl der geschlachteten Schweine gesteigert werden: Von Juli bis September 2007 wurden in den nordrhein-westfälischen Schlachtbetrieben mit 634.100 Tieren 1,1 Prozent mehr Schweine ausländischer Herkunft geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Schlachtungen von Rinden und Kälbern aus dem Ausland ist dagegen zurückgegangen: Im dritten Quartal 2007 wurden 348 Rinder und 304 Kälber geschlachtet. Von Juli bis September 2006 waren es noch 1.679 Rinder und 3.484 Kälber gewesen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Martinstag ist Zahltag

Bonn (agrar.de) – Am Fest des heiligen St. Martin, am 11. November, zahlen die Landwirte, die nicht nur auf Eigentumsflächen, sondern auch auf Pachtflächen wirtschaften, traditionell den Pachtzins an die Grundstückseigentümer. War in früheren Zeiten an diesem Tag der Zehnte fällig, der in Form von Naturalien an den Grundherrn entrichtet werden musste, werden landwirtschaftliche Grundstücke heute fast ausschließlich gegen einen jährlich zu zahlenden Geldbetrag verpachtet. Dabei gewinnt die Zupachtung von Agrarflächen in der deutschen Landwirtschaft weiter an Bedeutung.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, ist der Anteil der Pachtflächen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche im früheren Bundesgebiet von 42,5 Prozent im Jahre 1998 auf 59,3 Prozent im Jahre 2005 angestiegen.

Im Durchschnitt des früheren Bundesgebietes sind die Pachten im letzten Jahrzehnt leicht teurer geworden. Von einem niedrigen Niveau ausgehend fiel der Anstieg der Pachtpreise in Ostdeutschland wesentlich stärker aus. Die für Neupachten gezahlten Preise in den neuen Ländern lagen 2005 mit 125 Euro je ha bei etwa der Hälfte des Pachtpreisniveaus in Westdeutschland (252 Euro je ha).

Die Höchstpachtpreise werden nach Angaben des RLV in Nordrhein-Westfalen gezahlt. Mit 394 Euro je ha Ackerland und 182 Euro je ha Grünland lag der Pachtpreis im Durchschnitt mehr als viermal so hoch wie in Brandenburg, wo mit 86 Euro/ha Ackerland und 64 Euro/ha Grünland die niedrigsten Pachten gezahlt werden mussten.

Links zum Thema Boden.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Verbände: Gentechnikgesetz gefährdet Wahlfreiheit und Lebensmittelqualität

Umweltverbände und Lebensmittelwirtschaft fordern Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Ökologische Ärztebund, der Verband Privater Brauereien Deutschland und UnternehmensGrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft, fordern entscheidende Nachbesserungen am neuen Gentechnikgesetz. Es wird dem Parlament am kommenden Freitag zur ersten Lesung vorgelegt.

In einem von 36 Verbänden unterzeichneten Offenen Brief an die Abgeordneten des Bundestages und in einem Manifest, das von zahlreichen Unternehmen unterzeichnet wurde, verlangen sie die Sicherung der gentechnikfreien Lebensmittelwirtschaft. Die gentechnikfreie Saatgutgewinnung und Landwirtschaft müssten geschützt, die Artenvielfalt dürfe nicht beeinträchtigt werden und die Verbraucherbraucherpreise dürften durch die Gentechnik nicht steigen. Das Manifest wird mitgetragen von Peter Kowalsky („Bionade“), Alfred Ritter („Ritter-Sport“), Joseph Wilhelm („Rapunzel“) und den Gebrüdern Ehrnsperger („Neumarkter Lammsbräu“).

Erforderlich seien eine Strategie, die Kontaminationen durch Gentechnik verhindere sowie eine Haftung, die alle Schadensfälle abdecke. Der Anbau nicht koexistenzfähiger gentechnisch veränderter Organismen (GVO) müsse verboten werden.

‚Wir appellieren an die Abgeordneten, die Gewinninteressen eines marginalen Wirtschaftsbereichs nicht über die Interessen der Landwirte und der Verbraucher zu stellen‘, sagte Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND. ‚Agrarminister Horst Seehofer ignoriert, welch große Bedrohung die Gentechnik für die Artenvielfalt darstellt. Herbizidresistente Pflanzen führen zu einem dramatischen Anstieg beim Spritzmitteleinsatz. Große Mengen an Giften gelangen so in den Boden, die Gewässer und die Nahrungskette.‘

Für rund 800 deutsche Brauereien, die sich gegen Gentechnik ausgesprochen haben, sagte Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbands Private Brauereien Deutschland: ‚Gentechnik ist ein Angebot ohne Nachfrage. Für unsere Brauer schließen sich das seit 1516 geltende Reinheitsgebot für Bier und der Einsatz gentechnisch modifizierter Braurohstoffe eindeutig aus. Unsere Kunden wollen Qualitätsprodukte ohne Gentechnik.‘

Angela von Beesten, Vorsitzende des Ökologischen Ärztebundes: ‚Es gibt keine belastbaren Studien über Wirkungen von GVO auf den Menschen. Fütterungsstudien mit Bt-Mais bei Ratten haben Änderungen im Blutbild und Störungen der Leber- und Nierenfunktion gezeigt. Bei derart die Gesundheit des Menschen tangierenden Fragen gibt es nur eine Antwort: die Anwendung des Vorsorgeprinzips in Gestalt eines Verbots gentechnisch veränderter Lebensmittel.‘

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Vorstands des BÖLW: ‚Die Politik muss dafür sorgen, dass die Verursacher die GVO-Analysekosten tragen. Es kann nicht sein, dass wegen einiger Weniger, die sich einen Gewinn aus der Gentechnik versprechen, herkömmliche Lebensmittel teurer werden. Nachbarschaftliche Absprachen zur Aussetzung von Schutzmaßnahmen vor gentechnischer Verunreinigung lehnen wir ab, da GVO sonst bald in der gesamten Nahrungskette auftauchen.‘

Gottfried Härle, Vorstand von UnternehmensGrün, wies darauf hin, dass ein Haftungsschwellenwert von 0,9 Prozent zur Sicherung der gentechnikfreien Produktion und der Wahlfreiheit nicht ausreiche. Ziel müsse es sein, sowohl bei Saatgut als auch für die Haftung einen Grenzwert von 0,1 Prozent festzulegen. Dies sei die Nachweisgrenze, ab der Gentech-Anwender für Schäden zahlen müssten. Anderenfalls seien tausende von landwirtschaftlichen Arbeitsplätzen in Gefahr. Härle: ‚Ein Haftungsschwellenwert von 0,9 Prozent hat mit der wirtschaftlichen Realität nichts zu tun. Kein Abnehmer in Deutschland akzeptiert derartig hoch verunreinigte Ware. Der Landwirt bleibt auf seinem Schaden sitzen. Das ist weder gerecht noch mit dem Verursacherprinzip zu vereinbaren.‘

Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace: ‚Frankreich bewertet den Anbau von GVO-Mais als so riskant, dass er gestoppt wurde. Auch die EU-Kommission erkennt mehr und mehr die Gefahren und Risiken der genmanipulierten Organismen. Der Bundestag steht jetzt in der Verantwortung, die Gentechniknovelle zu verschärfen.‘

Links zum Thema Biotechnologie.

Wald- und Tierschutzberichte nur noch alle vier Jahre

Berlin (agrar.de) – Agrar-, Wald- und Tierschutzberichte der Bundesregierung soll es zukünftig nur noch alle vier Jahre geben. Der Agrarausschuss hat am Mittwochvormittag einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung der gesetzlichen Berichtspflichten im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen zugestimmt.

Bisher musste jährlich ein Agrarbericht, der den Waldbericht einschloss, sowie alle zwei Jahre ein Tierschutzbericht vorgelegt werden. Vor dem Ausschuss bezeichnete die Vertreterin der Bundesregierung die Neuregelung als ‚vernünftiges Vorhaben‘, welches zum Abbau von Bürokratie beitrage. Sie machte deutlich, dass alle relevanten Daten nach wie vor regelmäßig veröffentlicht werden sollen. Die Unions-Fraktion begrüßte den neuen Berichtszeitraum. So könne man längerfristige Entwicklungen besser erfassen. Allerdings müssten Informationen und Statistiken „allzeit“ zur Verfügung stehen, so die Union.

Mit ‚Abscheu und Empörung‘ lehnte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Neuregelung ab. Wenn man den Waldzustandsbericht und den Verbraucherschutzbericht nur noch alle vier Jahre einfordere, nehme man damit einen ‚Bedeutungsverlust der Branche‘ in Kauf. Durch die bisherige jährliche Berichtspflicht hätten Probleme und Entwicklungen in diesen Bereichen wenigsten einmal im Jahr im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden, so die Grünen, die eine Berichtspflicht in einem Zweijahresintervall forderten, was auch von der FDP-Fraktion als ‚guter Kompromiss‘ bezeichnet wurde. Die Linke kritisierte die Verlängerung der Intervalle ebenfalls und nannte sie ‚kontraproduktiv‘. Die angekündigte Bereitstellung der Daten allein reiche nicht aus, so Die Linke. Wichtig seien die Interpretationen und Analysen des Berichtes.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

06. November 2007

DBV: Erbschaftsteuerreform nimmt Gestalt an

Themen: Agrarrecht,Pacht&Besitz,Verbände — info @ 20:11

Verband: Eckpunkte lassen Richtung erkennen – viele Details noch unklar

Berlin (agrar.de) – Die vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück geleitete Arbeitsgruppe hat nun die Eckpunkte für die Erbschaftsteuerreform verkündet. Demnach sollen Freibeträge für nahe Verwandte erhöht und Erben betrieblicher Vermögen entlastet werden. Zur Entlastung der Erben gewerblicher und
land- und forstwirtschaftlicher Unternehmen soll ein ‚modifiziertes Abschmelzmodell‘ eingeführt werden, bei dem bei Fortführung des Unternehmens 85 Prozent der Steuer schrittweise über 10 Jahre erlassen wird.

Mit dieser Entscheidung erhalten die Betriebe nun endlich nach über einem halben Jahr intensiver Diskussion wieder ansatzweise Planungssicherheit in der Generationenfolge, kommentierte der Deutsche Bauernverband (DBV). Mit den jetzt verkündeten Eckpunkten scheine zumindest die Einführung des seit über zwei Jahren versprochenen und vom DBV nachdrücklich geforderten Abschmelzmodells gesichert, wenn auch nicht in der ursprünglich vorgesehenen Variante der völligen Abschmelzung. Zwischenzeitlich seien gerade für den Bereich der Land- und Forstwirtschaft Existenz bedrohende Szenarien diskutiert worden, die das Abschmelzmodell in Frage stellten und besonders in der Frage der Bewertung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe völlig unrealistische Ansätze hatten. Hier hatte sich der DBV von Beginn der Diskussion an für ein ertragswertorientiertes Bewertungsverfahren ausgesprochen und konstruktive und verfassungsfeste Vorschläge eingebracht.

Der DBV ist zuversichtlich, dass anhand dieser Eckpunkte ein praktikabler Gesetzesentwurf erarbeitet werden kann, der die Generationenfolge in der Land- und Forstwirtschaft weiterhin zu vernünftigen Bedingungen ermöglicht. Die Erarbeitung eines Gesetzentwurfes, in dem strittige Details noch zu klären sein werden, wird der DBV weiterhin kritisch begleiten. Vor allem die Ankündigung, dass die Reform zwar rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten soll, aber noch bis zum Inkrafttreten im Jahr 2008 noch nach dem alten Erbschaftsteuerrecht veranlagt werden kann, wird der DBV sorgfältig beobachten. Wichtig sei, dass sich keine rückwirkenden Verschärfungen für die Land- und Forstwirtschaft ergeben, erklärte der DBV.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen,
Links zum Thema Verbände.

Zahl der Wildunfälle unverändert

Themen: Statistik,Tiere — info @ 18:11

Berlin (agrar.de) – Im vergangenen Jahr wurden rund 2.700 Verkehrsunfälle mit Wildtieren registriert. Das entspricht rund 0,6 Prozent aller Unfälle. Mehr als ein Drittel dieser Unfälle ereigne sich auf Landstraßen. Insgesamt habe sich ihre Zahl seit 1995 aber nicht erhöht.

Diese Angaben gehen aus einer Antwort der Bundesregierung (16/6842) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion über die Situation der Wildtiere in Deutschland hervor. Als Grund für immer weniger Arten und Populationen weist die Regierung auf die stärkere Nutzung von Flächen und die Zerschneidung von Biotopen und Landschaften hin. Gerade auch für den Erhalt größerer Wildtierpopulationen bedürfe es eines ‚modernen Wildmanagements‘, um sowohl land- und forstwirtschaftliche Schäden als auch die Zahl von Wildunfällen zu verringern. Isolierte Lebensräume und Schutzgebiete seien, heißt es in der Antwort, ’nur eingeschränkt wirksam, um stabile Wildtierpopulationen mittelfristig zu erhalten‘.

Der Bestand von Wildkatze, Luchs und Wolf ist in Deutschland ansteigend, auch wenn es, insbesondere bei der Wildkatze, besonders durch den Straßenverkehr zu Verlusten gekommen sei. Auch bei Elchen sei durch verstärkte Populationen in Polen und Tschechien eine größere Einwanderung möglich, was wiederum zu Problemen im Straßenverkehr führen könne. Keine Hinweise gibt es hingegen nach Angaben der Bundesregierung auf Bären in Deutschland. Zuwanderungen einzelner Tiere seien jedoch jederzeit möglich.

Links zum Thema Jagd und Wild

Gentechnikgesetz: Bioland fordert Nachbesserung

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt,Verbände — info @ 17:11

Bio-Verband fordert Nachbesserung und umfassenden Haftungsanspruch für Landwirtschaft ohne Gentechnik – Gensoja schädigt bereits heute die Biobranche

Mainz (agrar.de) – Der Anbauverband Bioland fordert Nachbesserungen am Gentechnikgesetz, das am kommenden Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten wird.

‚Eine schleichende Verunreinigung der gesamten Nahrungskette mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) darf nicht legitimiert werden. Damit würde das langsame Aus für die Wahlfreiheit von Landwirten und Verbrauchern eingeleitet‘, kritisiert Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die Gesetzesvorlage. Bioland fordert einen umfassenden Haftungsanspruch aller Unternehmen, die ohne Gentechnik arbeiten, wenn sie durch Verunreinigungen mit GVO geschädigt werden.

‚Eine Entschädigung der Unternehmen muss unbedingt auch für Verunreinigungen unterhalb des Kennzeichnungsschwellenwertes von 0,9 Prozent gelten. Ansonsten werden Unternehmen unmittelbar in ihrer Existenz gefährdet‘, stellt Dosch klar.

Heute muss die Biobranche – die Gentechnik nicht einsetzen will und darf – die gesamten Kosten zum Schutz gegen GVO-Verunreinigungen selbst tragen, Beispiel Soja. Biobetriebe müssen ihre Warenflüsse mit hohem Aufwand absichern. Die dazu notwendigen Qualitätssicherungsmaßnahmen verteuern Biosoja um 70 bis 80 Euro pro Tonne. Allein für diese Futtermittelkomponente entstehen der Biobranche heute bereits jährliche Mehrkosten in Millionenhöhe.

Werden zukünftig weitere GV-Pflanzen in der EU zum Import oder Anbau zugelassen, kommen auf die Biobranche immense Mehrkosten zur Absicherung der gentechnikfreien Produktion zu.

Neben wirtschaftlichen Schäden droht im Einzelfall zudem ein drastischer Imageverlust. So wurde einem niedersächsischen Biobauern der Biostatus für seine Schweine aberkannt, weil das Futter mit Gensoja verunreinigt war. Dessen Schaden betrug weit über 100.000 Euro.

Links zum Thema Biotechnologie,
Links zum Thema Bio-Landbau.

LBV Sachsen: Ein Hektar ist ein Hektar

Themen: Agrarstruktur,EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 10:11

Präsidium des Landesbauernverbandes gegen Ober- und Untergrenzen bei EU-Zahlungen

Dresden (agrar.de) – Das Präsidium des Sächsischen Landesbauernverbandes – die Vorsitzenden der Regional- und Kreisbauernverbände sowie Fachverbände und der Landesvorstand – hat sich gegen die neuesten EU-Pläne zur Kürzung von zugesicherten Direktzahlungen an Landwirte ausgesprochen. Eine solche Kürzung, in erster Linie für landwirtschaftliche Großbetriebe, hat EU-Agrarkommissarin Fischer-Boel im Rahmen des sog. ‚Health-Check‘ der EU-Agrarpolitik für 2008 angekündigt. (unsere Meldung)

Bauernverbandspräsident Wolfgang Vogel erklärte zu den EU-Vorhaben: ‚Uns Bauern sollen über eine degressive Staffelung die jährlichen Direktzahlungen letztlich halbiert werden. Zudem soll die Modulation auf 13 Prozent angehoben werden.

Für Sachsen stünden dann 56 Mio. Euro Direktzahlungen und Betriebsexistenzen zur Disposition. Hiervon betroffen wären 660 Betriebe. In diesen Betrieben arbeiten mehr als 60 Prozent aller Arbeitskräfte, werden 72 Prozent der LF bewirtschaftet und 80 Prozent der Milchkühe gehalten. Zudem soll eine Untergrenze bei niedrigen Direktzahlungen eingeführt werden. Beides lehnen wir kategorisch ab. Wir sind gegen Ober- und Untergrenzen! Sei es bei den Direktzahlungen oder der Ausgleichszulage! Ein Hektar ist ein Hektar!‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft,
Links zum Thema Verbände.

DBV: WWF lenkt von Leistungen der Landwirtschaft zum Klimaschutz ab

Themen: Umwelt,Verbände — info @ 08:11

Bauernverband zum Vergleich der Emissionen von Milchkühen und Autos

Berlin (agrar.de) – Angesichts der regelmäßig wiederkehrenden Vergleiche der Treibhausgasemissionen von Kühen und Autos kritisierte der Deutsche Bauernverband (DBV) die verquere Diskussion des Beitrags der Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Bleibt man bei den Tatsachen, dann hat die Landwirtschaft eine positive Bilanz im Klimaschutz. Den Emissionen in der Landwirtschaft in Höhe von 133 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten (einschließlich N-Düngerherstellung) stehen Kohlendioxid-Exporte in andere Sektoren von über 168 Mio. Tonnen gegenüber, erläuterte der DBV. Diese positive Netto-Klimabilanz kann bei stärkerer Verwendung von Bioenergie und damit dem Ersatz von fossilen Rohstoffen noch erheblich verbessert werden, indem der zusätzliche Ausstoß von Kohlendioxid vermieden wird. Bei einem vergleichsweise geringen Anteil an der Gesamtemission von Treibhausgasen konnte die Landwirtschaft dennoch ihre Emissionen seit 1990 um insgesamt 24 Prozent senken. ‚Es ist allzu durchsichtig, unter dem Deckmantel des Klimawandels einen schon verwelkten Blumenstrauß an Forderungen an die Landwirtschaft auffrischen zu wollen‘, kommentierte der DBV die jüngsten WWF-Forderungen nach einem Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz.

Der DBV kritisierte zudem den Vergleich der Emissionen der Tierhaltung in der Landwirtschaft mit denen von Autos. Das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, der der Wahrheitsfindung und Problemlösung nicht dient, erklärte der DBV. Es sei absurd, die Milchkuh im Vergleich mit Automobilen als ‚Klima-Killer‘ darzustellen, denn der Ausstoß von Methan aufgrund der natürlichen Verdauungsprozesse der Wiederkäuer trage nur zu rund 2 Prozent zu dem Gesamt-Treibhausgaseffekt in Deutschland bei. Mit der Forderung, angesichts der Emissionen von Milchkühen auf den Konsum von Fleisch zu verzichten, mache sich der Umweltverband völlig unglaubwürdig und verulke die Öffentlichkeit. Denn dies bedeute, auf den Verzehr von gesunder Milch zu verzichten, da Milchkühe vornehmlich der Erzeugung von Milch und Milchprodukten dienen. Tatsache sei zudem, dass nur durch die Haltung von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen, Ziegen ein großer Teil des Grünlandes, allein in Deutschland rund 7 Millionen Hektar, überhaupt nutzbar würden. Angesichts einer steigenden weltweiten Nachfrage nach Nahrungsmitteln und einer rückläufigen landwirtschaftlichen Nutzfläche sei es im Sinne der Nachhaltigkeit unverantwortlich, auf Grünlandstandorten unproduktiv zu wirtschaften oder gar die Tierhaltung insgesamt einzuschränken.

Insgesamt hat die Landwirtschaft in Deutschland einen Anteil von unter 10 Prozent an der Emission aller Treibhausgase, gerechnet in Kohlendioxidäquivalenten. Die landwirtschaftlichen Emissionen etwa von Methan (CH4) und Lachgas (N2O) konnten seit 1990 um über 18 Prozent reduziert werden. Lediglich ein Anteil von 0,9 Prozent trage die Landwirtschaft an den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland bei.

Links zum Thema Verbände.

05. November 2007

Klimaschutz im Rinderstall

Themen: Rinder,Umwelt,Verbände — info @ 12:11

WWF fordert Klimaschutzkonzepte für die Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Treibhausgase werden nicht nur durch Fabrikschlote und die Auspuffrohre der Automobilflotte in die Luft geblasen, sondern auch durch rülpsende Rinder und überdüngte Felder. In Deutschland gehen bis zu elf Prozent des vom Menschen verursachten Klimawandels auf das Konto der Landwirtschaft. Weltweit ist der Anteil mit 14 Prozent sogar noch höher. Rechnet man die Umwandlung von Wäldern in landwirtschaftliche Nutzflächen dazu, steigt der Anteil sogar auf über 30 Prozent.

‚Die Agrarindustrie heizt das Klima in etwa der gleichen Größenordnung an wie der Transportsektor‘, erläutert Tanja Dräger de Teran, Agrarreferentin beim WWF Deutschland. Deshalb sei es längst überfällig, den Klimaschutz in die Landwirtschaftspolitik zu integrieren.

Der WWF hat in einem jetzt vorgelegten Report (Kurzversion, PDF) den politischen Handlungsrahmen abgesteckt. Die Autoren von der Berliner Humboldt Universität und dem Beratungsbüro agripol GbR empfehlen marktwirtschaftliche Instrumente. Wenn Emissionen einen Preis haben, besteht ein ökonomischer Anreiz, diese zu verringern. Neben der Aufklärung der Verbraucher müsse vor allem verstärkt über Emissionssteuern nachgedacht werden.

‚Methan und Lachgas aus der Landwirtschaft sind weitgehend vernachlässigte Treibhausgase‘, erläutert Dr. Harald von Witzke, Professor für internationalen Agrarhandel an der Berliner Humboldt Universität. Obwohl man längst wisse, dass Methan 21mal und Lachgas sogar 310 mal so klimawirksam wie Kohlendioxid ist, gebe es nach wie vor keine klimapolitischen Vorgaben für die Landwirtschaft. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.

‚Bislang trägt die Allgemeinheit die Kosten, die durch die Klima belastende Produktion in der Landwirtschaft entstehen. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild‘, kritisiert der WWF. Ziel müsse es sein, dass der Preis die ökologische Wahrheit sage. ‚Das Verursacherprinzip muss auch für die Landwirtschaft gelten‘, betont Tanja Dräger de Teran. Eine Internalisierung der Klimaschutzkosten führe zu einer geringeren Umweltbelastung. Überdies erwarten die Autoren des WWF Reports einen Innovationsschub durch agrarpolitische Klimaschutzvorgaben. Bereits existierende emissionsärmere Technologien werden lohnenswer-ter und lösen die traditionellen Produktionstechniken ab. Langfristig entstehe zudem ein Anreiz für die Forschung zur Entwicklung neuer, emissionsärmerer Technologien.

Ein weiteres wichtiges Element sei mehr Transparenz. Klimaschutz spiele für die Kaufentscheidungen eine immer wichtigere Rolle. Allerdings seien die Verbraucher bisher kaum über die Klimawirkungen der Agrarproduktion informiert. Hier müsse mehr Transparenz her. Ein Kilo Käse belaste die Atmosphäre z.B. ungefähr so stark wie eine Autofahrt von 70 Kilometern.

Links zum Thema Verbände.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 >>



   (c)1997-2017 @grar.de