22. November 2007

Niedersachsen: Waldzustandbericht veröffentlicht

Themen: Niedersachsen,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:11

Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Ehlen: Forstliches Umweltmonitoring im Zeichen des Klimawandels unverzichtbar
Hannover (agrar.de) – Der Klimawandel ist auch in Niedersachsen angekommen. Seit Ende der Achtzigerjahre belegen umfangreiche Messreihen eine ganzjährige Erwärmungstendenz. Das ist eine Kernaussage im Waldzustandsbericht für das Jahr 2007, den Landwirtschaftsminister Ehlen kürzlich vorgelegt hat. Der vergleichsweise rasante Wandel der Umweltbedingungen erfordert langfristige Gegenstrategien. ‚Das forstliche Umweltmonitoring ist unverzichtbar. Wir müssen deshalb auch die Waldzustandserhebung fortsetzen‘, kündigte Minister Ehlen an.

Die Ergebnisse belegen: die Schwefeleinträge und Stickoxide im Boden und in der Luft müssen weiter reduziert werden. Die schädlichen Immissionen lassen Blätter und Nadeln vergilben und die Kronen verlichten. Darüber hinaus beeinträchtigt ein ganzes Heer von tierischen und pflanzlichen Schädlingen die Vitalität unserer Waldbäume. Das hat das für Umweltmonitoring zuständige Forschungsteam der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen festgestellt.

Überschattet wurde dieses Jahr durch den Sturm ‚Kyrill‘, der im Januar vielen Forstbetrieben einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. ‚Innerhalb weniger Stunden wurden rund 2,5 Millionen Kubikmeter Holz zu Boden geworfen oder gebrochen‘ zieht Landwirtschaftsminister Ehlen Bilanz. ‚Die geschädigten Waldbesitzer haben diese logistische Herausforderung gemeistert. Sie haben durch zügige Aufarbeitung und Abfuhr des Nadelholzes größere Folgeschäden durch Borkenkäferfraß verhindert‘. Bis die letzten Sturmschadensflächen wieder aufgeforstet sein werden, wird es jedoch noch einige Jahre dauern.

Der Waldzustandsbericht kann kostenlos im Internetauftritt des Ministeriums im Themenbereich ‚Wald, Holz und Jagd‚ heruntergeladen werden.

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Marktprognose für Schweinefleisch in der EU

Themen: EU,Handel,Schweine,Tiere,Verbände,Wirtschaft — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – Der Prognoseausschuss der EU für den Sektor Schweinefleisch hat seine Markteinschätzung für die Jahre 2007 und 2008 auf Basis der vorliegenden Daten für das Jahr 2007 aktualisiert. Das berichtet der Verband der Fleischwirtschaft.

Danach hat im Jahr 2007 die Erzeugung der EU-25 erneut zugelegt und zwar um 2,0 Prozent auf 21,786 Mio. t (EU 27: 22.326 Mio. t). Die größte Steigerung gegenüber dem Vorjahr fand im ersten Quartal (+ 6,6 Prozent) statt. In den Folgequartalen nahm der Vorsprung deutlich ab. Für das 4. Quartal wird sogar mit einem Minus gegenüber 2006 gerechnet (- 0,4 Prozent).

Für das erste Halbjahr 2008 rechnen die Experten mit einem Rückgang der Erzeugung gegenüber 2007 um 1,5-1,9 Prozent. Ab dem Sommer wird dann wieder eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.

Der Export wird 2007 nach einem Rekord im vorigen Jahr um gut 190.000 t auf insgesamt 1,802 Mio. t (Produktgewicht) zurückgehen. Der Hauptteil dieses Rückgangs ist aber durch den Beitritt Rumäniens und Bulgariens bedingt.

Exporte in Richtung Ostasien hingegen haben sich gegenüber 2006 wieder erholt. Gefahr für 2008 droht durch die mögliche Schutzklauselregelung Australiens. Hiervon wäre Dänemark betroffen, das ca. 30.000 t dorthin liefert.

Die Importe beliefen sich im Jahr 2006 auf vergleichsweise vernachlässigbare 32.161 t (Produktgewicht). Im Vergleich zum Jahr 2005 stiegen sie aber um knapp 10.000 t an. Im ersten Halbjahr 2007 wurden bereits 20.100 t registriert, eine weitere Steigerung auf 12 Monate hochgerechnet um ca. 8.000 t. Hauptlieferant der EU im Sektor Schweinefleisch sind die USA.

Die Preise fallen der vorläufigen Analyse zufolge über das ganze Jahr hinweg deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt beträgt der Rückgang rund 7 Prozent (von gut 145 auf 134 Euro/100 kg). 2006 wurden aber außerordentlich hohe Preise erzielt. Für die Periode bis September 2007 liegt das Preisniveau auf dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2006. Erst seit dem Herbst ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt festzustellen. Die Preisschwäche wird in erster Linie auf die Produktionssteigerung zurückgeführt. Für die Erzeuger besonders drückend ist die gleichzeitige erhebliche Kostensteigerung durch die Erhöhung der Futtermittelpreise.

Für 2008 sagt die Vorschätzung im ersten Quartal eine Konstanz der Preise voraus. Ab dem zweiten Quartal wird ein leichter Anstieg auf 142 Euro/100 kg vorausgesagt.

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21. November 2007

Aufs richtige Pferd gesetzt

Bonn (agrar.de) – Die Pferdeliebe der Deutschen ist ein Wirtschaftsfaktor, Pferde sind aus ökonomischer Sicht bedeutend. Darauf wies Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Frizen anlässlich des 3. Riswicker Pferdetages am Wochenende hin: ‚Auf dreieinhalb Pferde kommt ein Arbeitsplatz in der Branche.‘

Etwa 2,6 Milliarden Euro geben Reiter, Fahrer und Pferdezüchter jährlich für laufende Kosten in Pferdesport und -haltung aus. Der Gesamtumsatz liegt geschätzt bei mehr als fünf Milliarden Euro. Mehr als 10.000 Firmen, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen beschäftigen sich hauptsächlich mit Pferden.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Marktforschungsinstitutes Ipsos eine Million Pferde und Ponys und ebenso viele Reiter. Etwa elf Millionen Menschen bezeichnen sich selbst als Pferdeliebhaber. In Nordrhein-Westfalen gibt es knapp 11.000 landwirtschaftliche Betriebe mit Pferdehaltung, in deren Beständen etwa 100.000 Pferde stehen. Die Landwirtschaftskammer schätzt, dass es in NRW noch einmal 100.000 Pferde gibt, die von Privatleuten gehalten werden.

Eine wissenschaftliche Studie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ergab, dass mehr als 300.000 Deutsche direkt oder indirekt von Pferd und Pferdesport leben. Gestüte und Pferde-haltende Betriebe sind wichtige Wirtschaftsunternehmen und schaffen Arbeitsplätze. 60 Pferde versorgen beispielsweise neben einer Gestütsleiterin und dem Ausbilder auch noch zwei Auszubildende und einige Pferdepfleger mit Arbeit. Außerdem unterstützen sie die örtlichen Tierärzte, Hufschmiede und Sattler. Turnierveranstalter, Futtermittelproduzenten, Reithallenbauer und schließlich die Autoindustrie, die Allradfahrzeuge und die passenden Pferdeanhänger bereitstellt.

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20. November 2007

Health Check: DRV fordert zugesagte Planungssicherheit bis 2013

Themen: EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 17:11

Berlin (agrar.de) – Mit Blick auf die heute von der Europäischen Kommission verabschiedete Mitteilung ‚Vorbereitung auf den GAP-Gesundheitscheck‘ fordert Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), die politisch Verantwortlichen auf, die mit der einschneidenden EU-Agrarreform 2003 zugesagte Planungssicherheit hinsichtlich der Rahmenbedingungen bis 2013 zu garantieren. ‚Vor diesem Hintergrund muss sich der Health Check im Jahr 2008 auf moderate technische Anpassungen beschränken. Einige der Kommissions-Vorschläge gehen aber deutlich über diese Vorgabe hinaus‘, so Nüssel.

Mit Nachdruck lehnt Nüssel alle Überlegungen zur Einführung einer Obergrenze oder progressiven Kürzung der Direktzahlungen ab. Die in Ostdeutschland als Mehrfamilienbetriebe tätigen Agrargenossenschaften würden durch eine solche Regelung in ungerechtfertigter Weise wirtschaftlich erheblich und vor allem einseitig belastet. Die Auswirkungen für die ländlichen Regionen, in denen diese Betriebsform ein wichtiger ökonomischer Faktor ist, wären nicht zuletzt mit Blick auf die Beschäftigungssituation außerordentlich negativ.

Die Beratungen zur Ausgestaltung der Milchmarktordnung müssen sich angesichts des angestrebten Auslaufens der Quotenregelung im Jahr 2015 auf geeignete Übergangs- und Begleitmaßnahmen konzentrieren. Abrupte wirtschaftliche Einschnitte sind sowohl bei den Milcherzeugern als auch bei der Molkereiwirtschaft zu verhindern. Als Alternative zur von der EU-Kommission präferierten Erhöhung der Garantiemengen sollte aus Sicht des DRV-Präsidenten eine schrittweise Absenkung der Superabgabe erwogen werden.

Der DRV begrüßt den Vorschlag der Kommission, die Verpflichtung zur Flächenstilllegung endgültig aufzuheben. Überlegungen zu weiteren Einschnitten bei den Marktordnungsinstrumenten, z. B. der Getreideintervention, müssen im Einzelfall genau geprüft werden. ‚Die derzeit stabile Marktsituation bei Getreide und Milch sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass auch künftig Perioden ausgeprägter Marktschwäche auftreten können. Daher gilt es, ein angemessenes Sicherheitsnetz im Rahmen der EU-Marktordnungen zu erhalten‘, betont der DRV-Präsident.

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SPD: Vorschläge der Kommission intensiv diskutieren

Themen: EU,Förderung,GAP — info @ 17:11

Berlin (agrar.de) – Zu den heute von der Europäischen Kommission vorgelegten Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik erklärt die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Waltraud Wolff:

‚Wir begrüßen die Vorschläge der EU-Kommission. Sie bestätigen die Reformen der vergangenen Jahre in der Agrarpolitik und geben die richtigen Impulse für deren Weiterentwicklung: Der Abbau von unnötigen Markteingriffen, die weitere Entkopplung und effizientere Gestaltung der Direktzahlungen, stärkere Zielorientierung und Umschichtung der Mittel zugunsten der Entwicklung ländlicher Räume sind die richtigen Ansatzpunkte für eine verlässliche und zukunftsgerichtete Politik, die nicht nur die Interessen der Landwirte sondern auch die aller im ländlichen Raum lebenden und arbeitenden Bürger im Blick hat. Wir unterstreichen auch den Ansatz der Kommission, die neuen Herausforderungen wie Klimawandel, Bioenergie und Artenvielfalt in diese Strategie der Weiterentwicklung einzubeziehen.

Es ist gut, dass die Kommission die Diskussion darüber eröffnet hat, wie die Direktzahlungen von Landwirten zugunsten der wirtschaftlichen Entwicklung der ländlichen Räume umgeschichtet werden können. Der Vorschlag der Kommission ist eine Diskussionsgrundlage, über die Details müssen wir reden. Wir dürfen keine Debatte führen, die sich nur an Besitzständen orientiert. Das können wir uns nicht leisten. Es geht darum, die ländlichen Räume nachhaltig zu entwickeln, gesellschaftliche Leistungen wie zum Beispiel im Vertragsnaturschutz verlässlich zu entlohnen und Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.

Die SPD will mehr finanzielle Mittel für Infrastruktur im ländlichen Raum, darunter die Breitbandversorgung, die Förderung und Sicherung von Arbeitsplätzen, die Stärkung des ökologischen Landbaus und die gesicherte Finanzierung von gesellschaftlich gewünschten Leistungen durch die Landwirte. Dazu sind Umschichtungen innerhalb der Regionen notwendig.

Die gestiegenen Agrarpreise bieten den notwendigen Spielraum. Die Kommission belastet ihre guten Vorschläge leider mit alten Überlegungen, Höchst- und Mindestbeträge für die Direktzahlungen vorzuschlagen. Dies passt nicht zu den Zielen der Gemeinsamen Agrarpolitik. Es passt nicht zum Konzept, die Direktzahlungen abzubauen und in die ländliche Entwicklung umzuschichten. Es passt nicht dazu, dass die Zahlungen generell nur noch für Leistungen der Landwirtschaft im Umwelt-, Landschafts- und Tierschutz sowie für die Lebensmittelsicherheit gezahlt werden sollen. Größenabhängige Kappungsgrenzen lehnen wir ab. Diese würden im Übrigen auch der Landwirtschaft Nord- und Ostdeutschlands nicht gerecht. Statt die Zahlungen an die Landwirtschaft einseitig auf die Größe der Betriebe zu verengen, sollten die Leistungen im Vordergrund stehen und die Arbeitsplätze, die mit diesen Zahlungen verbunden sind.‘

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Bioland begrüßt Vorschlag zur Umschichtung von Agrarzahlungen

Themen: EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 17:11

Mainz (agrar.de) – Bioland begrüßt den heute veröffentlichten Vorschlag der Europäischen Kommission zur weiteren Umschichtung von Agrarzahlungen in die Förderung der ländlichen Entwicklung.

‚Die seit 2007 wirksamen Kürzungen der EU-Fördermittel für den ländlichen Raum (2. Säule der Agrarpolitik) waren sehr schmerzhaft. Eine Mittelumschichtung aus den allgemeinen flächengebundenen Prämien (Direktzahlungen, 1. Säule) ist überfällig, wie auch eine ausgewogenere Verteilung nach Betriebsgrößen‘, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland.

Bioland fordert Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer auf, sich einer weiteren Umverteilung der Agrargelder und damit Stärkung der Förderung des ländlichen Raums zu öffnen.

Die frei werdenden Mitteln aus Direktzahlungen sollten aus Sicht von Bioland gezielt in Programme für den Umwelt- und Artenschutz oder für artgerechte Tierhaltung umgeleitet werden. Grundsätzlich muss die EU-Agrarpolitik weg von der Gießkanne hin zur Honorierung gesellschaftlicher Leistungen. Und dabei sind der Schutz der Umwelt und die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum zentrale Herausforderungen. Die Kopplung der Zahlungen an gesellschaftliche Leistungen würde auch zu einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz von Agrarzahlungen in der Bevölkerung führen.

Bioland ist mit über 4.500 Erzeugern und knapp 700 Vertragspartnern in der Herstellung der größte Verband im ökologischen Landbau in Deutschland.

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Ehlen: Preissteigerung kein Grund für eine überzogene Agrarreform

Themen: EU,Förderung,GAP — info @ 16:11

Hannover (agrar.de) – Heute hat die Europäische Kommission Vorschläge für den so genannten ‚Gesundheitscheck‘ vorgelegt, der die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) erklärtermaßen vereinfachen soll.

‚Die Kommissionsvorschläge sind viel weiter reichend als angekündigt. Insbesondere für erneute Kürzungen der Direktzahlungen sehe ich keinen Spielraum. Die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung bringt die Agrarwirtschaft gerade auf normales Niveau und korrigiert die Fehlentwicklungen der letzten Jahre, mehr noch nicht‘, so Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen.

Auf die guten Erzeugerpreise würden wieder Preistäler folgen, weshalb eine begleitende Agrarpolitik sich keineswegs überlebt hätte. Deutschland hat den Spielraum der letzten Agrarreform voll ausgenutzt, fast alle Prämien von der Produktion vollständig entkoppelt und führt in den Jahren 2010-2013 regional einheitliche Zahlungen ein. ‚Im Gesundheitscheck sind nun die übrigen Mitgliedstaaten gefordert, ihre Agrarpolitik zukunftsfähig zu machen‘, so Minister Ehlen.

Entkoppelte Zahlungen sind WTO-konform und haben eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Bemessung an historischen Produktionsmengen, wie z. B. in Frankreich oder den Niederlanden, verliert im Zeitablauf an Überzeugungskraft.Positiv bewertet Ehlen das deutliche Bekenntnis der Kommission zum Auslaufen der Milchquotenregelung. Eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Milcherzeugung in Europa erfordert einen klaren Fahrplan zur Vorbereitung des Milchquotenendes 2015. Nur so können Fehlentwicklungen und Fehlinvestitionen wirksam vermieden werden.Die derzeit knappe Marktversorgung ist keine Garantie für eine dauerhaft positive Milchpreisentwicklung, wie sie für eine rentable Milchproduktion in Europa unerlässlich ist.

Die günstige aktuelle Marktentwicklung darf deshalb kein Anlass für übereilte marktpolitische Anpassungsmaßnahmen sein.Zunehmende Preisschwankungen auf den Weltagrarmärkten erfordern auch zukünftig die Aufrechterhaltung von Interventionsmaßnahmen als Sicherheitsnetz. Darauf aufbauend sind entkoppelte Direktzahlungen als stabile Einkommenskomponente in der Lage, Marktrisiken für die landwirtschaftlichen Erzeuger effektiv abzupuffern. ‚Beides zusammen erübrigt die Debatte über europäische Krisenmanagementmaßnahmen in Form von weit gefassten Versicherungslösungen‘, so Minister Ehlen.

Außerdem fordert Minister Ehlen Fairness gegenüber der Landwirtschaft im Rahmen der EU-Finanzdebatte ein. Die Landwirtschaft sei bisher der einzige Bereich innerhalb der EU, der nahezu vollständig über Brüssel abgewickelt würde. Daher rühre auch der hohe Anteil des Landwirtschaftsbudgets im EU-Haushalt. Gemessen an der Summe aller nationalen Budgets betragen die EU-Landwirtschaftsausgaben weniger als 1 Prozent. Die öffentlichen Ausgaben für Forschung, Gesundheit und den Sozialbereich seien selbstverständlich höher.

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BfN zum Agrar-Gesundheitscheck

Themen: EU,Förderung,GAP — info @ 15:11

Bonn (agrar.de) – Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professor Dr. Beate Jessel, unterstützt die heute vorgestellten Überlegungen der EU-Kommission, die sich auf die Vorbereitung der Legislativvorschläge für den ‚Health Check‘ der EU-Agrarreform beziehen. ‚Dies ist ein richtiger Schritt, aber Homöopathie allein führt nicht zu einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung. Vor wenigen Tagen hat das BfN eine Studie vorgestellt, die den  anhaltenden Rückgang von Arten, die auf Äckern und Wiesen am Boden brüten. – z.B. Feldlerche, Brachvogel und Kiebitz – aufzeigte.
Zentrale Ursache hierfür ist eine intensive Landwirtschaft, der Verlust von naturnahen Feuchtwiesen und die Umwandlung von Brachflächen in Energie-Äcker‘, erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel.
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Gabriel: EU-Kommission setzt Zeichen für naturverträglichere Agrarpolitik

Themen: Agrarstruktur,EU,Förderung,GAP — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Kommissions-Mitteilung zum ‚Gesundheits-Check‘ der EU-Agrarpolitik sprach sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel dafür aus, die Subventionierung der Landwirtschaft in eine Förderung des ländlichen Raumes umzugestalten.

Gabriel: ‚Die Unterstützung für erneuerbare Energien, Direktvermarktung ökologisch erzeugter Lebensmittel, Urlaub auf dem Bauernhof – das ist für mich die Zukunft der Agrarpolitik. Bei rapide steigenden Agrarpreisen lassen sich allgemeine Subventionen für die Landwirtschaft immer weniger rechtfertigen. Die EU-Kommission geht mit ihren Vorschlägen zur behutsamen Weiterentwicklung der Agrarpolitik in die richtige Richtung. Ich hätte mir aber eine noch stärkere Umschichtung von Subventionen in die integrierte Förderung ländlicher Räume gewünscht.‘

In der Mitteilung zum ‚Gesundheits-Check‘ schlägt die EU-Kommission unter anderem vor, die Entkoppelung der Agrar-Direktzahlungen von Produktionsanreizen fortzusetzen, die Um-schichtung der Agrarsubventionen in die ländliche Entwicklungspolitik von derzeit 5 Prozent bis 2013 auf 13 Prozent zu erhöhen und wegen der stark gestiegenen Nachfrage die ursprünglich zur Produktionsdämpfung eingeführte Flächenstilllegung abzuschaffen.

Gabriel: ‚Aus wirtschaftlichen Gründen brauchen wir die Flächenstilllegung heute nicht mehr. Aber wir müssen gerade angesichts des zunehmenden Drucks auf wertvolle Naturflächen unbedingt gewährleisten, dass die ökologischen Vorteile der Flächenstilllegung erhalten bleiben und zugleich optimiert werden.‘

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DBV zum Health Check: Vereinfachung und Verlässlichkeit müssen vorrangige Ziele sein

Themen: EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Eine erste Analyse des heute vorgelegten Gesundheits-Checks zeigt, dass die Europäische Kommission bei ihrer angekündigten politischen Linie geblieben ist und die 2003/2004 beschlossene grundlegende Reform der Europäischen Agrarpolitik auf ihre korrekte Umsetzung hin überprüfen will, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer ersten Stellungnahme. Auch die Diskussion notwendiger Anpassungen – etwa ausgelöst durch den Klimawandel – sei sinnvoll. Dieser strategische Ansatz sei richtig, insbesondere wenn er darauf abziele, die äußerst komplizierte und sehr bürokratische 2003 begonnene Reform der Agrarpolitik weiter zu vereinfachen und für die Landwirte erträglicher zu gestal­ten. Der EU-Kommission sei auch zuzustimmen in dem Bestreben, die Reformelemente stärker zu harmonisieren und nationale Handlungs­spielräume zurückzuführen, um Wett­bewerbsverzerrungen zwischen den Mitgliedsländern zu vermeiden.
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