29. November 2007

Niedersachsen: Rübenanbauer brachten Rekordernte ein

Zuckerertrag so hoch wie noch nie – Ernteprobleme durch nassen Herbst

Hannover (agrar.de) – Die letzten Rüben sind gerade gerodet, inzwischen steht nach Angaben des Landvolks Niedersachsen aber bereits fest, dass es eine Rekordernte war. Nach der schlechten Rübenernte im vergangenen Jahr übertrifft jetzt der Rübenertrag von durchschnittlich 61,1 Tonnen (t) je Hektar (ha) das langjährige Mittel von 55,7 t je ha deutlich.

Zwar fiel der Zuckergehalt der Rüben mit 17,2 Prozent etwas niedriger aus als im Durchschnitt der vergangenen Jahre mit 17,5 Prozent, dank des hohen Massenertrages der Rüben liegt der durchschnittliche Zuckerertrag mit 10,5 t pro ha aber so hoch wie noch nie. Insgesamt dürften im Gebiet der Nordzucker, das neben Niedersachsen auch noch Flächen in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern umfasst, nach Schätzungen des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) 8,6 Mio. t Rüben geerntet worden sein nach 6,3 Mio. t im vergangenen Jahr, die Zuckererzeugung stieg von 1,0 auf 1,3 Mio. t.

Die größere Erntemenge ist nicht nur auf den höheren Ertrag zurückzuführen, sondern auch auf die Ausweitung der Anbaufläche, die von 117.000 ha im vergangenen Jahr auf 141.000 ha vergrößert wurde. Mit gut 100.000 ha Rübenanbaufläche, die das niedersächsische Landesamt für Statistik für das Anbaujahr 2007 ermittelt hat, liegt der größte Teil in Niedersachsen. Insbesondere der erstmalige Anbau von 20.000 ha Rüben für die Bioethanolgewinnung hat zur Flächenausdehnung beigetragen. Die Ethanolrüben sollen im neu errichteten Bioethanolwerk in Klein Wanzleben sowie in der zum dänischen Danisco-Konzern gehörenden Fabrik in Anklam verarbeitet werden.

Höher als sonst ist indes auch der Schmutzanteil der Rüben. Mit ungefähr zehn Prozent Erdanhang ist die Verschmutzung deutlich höher als im vergangenen Jahr mit 7,5 Prozent. Der Grund: Im nassen Herbst hatten die Bauern große Probleme, die süßen Früchte aus der Erde zu bekommen, weil die Äcker nach starken Regenfällen häufig nicht befahrbar oder sogar vom Hochwasser überflutet waren. Deshalb konnten die Rodearbeiten erst zwei Wochen später als sonst beendet werden. Wegen der großen Erntemenge wird die Verarbeitungskampagne in den Zuckerfabriken erst Anfang Januar statt zu Weihnachten beendet sein. Zurzeit produziert die Nordzucker nach der Schließung des Werkes in Groß Munzel im vergangenen Jahr noch an sechs Standorten in Uelzen, Clauen, Schladen, Nordstemmen sowie in Klein Wanzleben (Sachsen-Anhalt) und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Die Zuckerfabrik in Güstrow soll nach dem Ende der jetzt laufenden Kampagne allerdings geschlossen werden.

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