19. Oktober 2007

DBV lehnt Biopatente ab

Themen: Forschung,Pflanzen,Tiere,Verbände,Wirtschaft — info @ 15:10

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat sich strikt gegen Patente auf pflanzliches und tierisches Material ausgesprochen. Denn Patente verhindern den züchterischen Fortschritt.

Auf einer Fachtagung des DBV in Berlin erörterten Experten die Auswirkungen von Bio­patenten auf die Landwirtschaft. Nach Auffassung des DBV ist der bewährte Sortenschutz notwendiges, aber auch ausreichendes Instrument, um den züchterischen Fortschritt im Pflanzenbau in Zukunft zu gewährleisten. Auch in der Tierzucht darf es durch Patentierungen nicht zu einem Ausverkauf von jahrhundertealtem Erfahrungswissen kommen. Weil es für Tiere kein dem Sortenschutz vergleichbares System gibt, muss hier ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklungen gelegt werden.

‚Für die Landwirtschaft sind Biopatente eine gefährliche Entwicklung, da man in Abhän­gig­keiten von Großkonzernen gelangen kann‘, äußerte der Vorsitzende des DBV-Fachaus­schusses für Saatgutfragen, Joachim Rukwied. Für den Landwirt könne die Erteilung von Patenrechten beispielsweise an einer Kuh zur Folge haben, dass die Produktion und Verarbeitung von Milch nur unter Zahlung einer Lizenz möglich sei. Ähnliche Nachteile seien im pflanzlichen Bereich zu befürchten. Bei patentgeschützten Eigenschaften müsse der Züchter bei der Entwicklung neuer Sorten zunächst mit dem Inhaber des Patentes die Bedingungen für die spätere Vermarktung aushandeln. Es bestehe die Gefahr, dass sich einige wenige Unternehmen genetische Ressourcen sichern und dadurch Monopole schaffen.

Dr. Pierre Treichel vom Europäischen Patentamt analysierte im Rahmen der Fachtagung die gesetzlichen Vorgaben für die Erteilung von Biopatenten, stellte das Erteilungs­ver­fahren des Europäischen Patentamtes dar und gab einen Überblick über bestehende und angemeldete Patente. Dabei wurde deutlich, dass die Gesetzeslage teilweise noch sehr ’nebulös‘ ist und vor allem die Abgrenzung zwischen rein züchterischen Verfahren und patentierungsfähigen technischen Verfahren Probleme bereitet. Als Pflanzenzüchterin steht Stephanie Franck von der Pflanzenzucht Oberlimpurg den Biopatenten kritisch gegenüber. Sehr problematisch seien Patente vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, da die finanzielle Belastung durch Amtsgebühren und Anwaltskosten immens werden könnte. Besonders wichtig sei der Züchtervorbehalt, der Forschungs- und Züchtungsarbeiten auch mit patentiertem Material erlaube. Daran dürfe keinesfalls gerüttelt werden. Dr. Susanne Roosen, Förderverein Biotechnologie­forschung, riet dazu, keine Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben. Mit Patenten ließen sich Know-how schützen und Forschungsinvestitionen amortisieren. Die komplexe Materie bringe es jedoch mit sich, dass teilweise schon bekannte Verfahren patentiert würden, gegen die aufwändig Einspruch erhoben werde müsse. Kritisch beurteilte sie auch, dass Patente bis auf die Nachkommen durchschlagen können. Dr. Thomas Dörper, BASF, stellte in seinem Vortrag die Potentiale der Biotechnologie dar. Seiner Ansicht nach fördern Patente auf pflanz­liches und tierisches Material Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die Gefahr der Monopolisierung sah er nicht, da Patente vielfach gerade von kleinen ’start-up-Unter­nehmen‘ angemeldet würden.

In seinem Schlusswort machte Heinrich Kemper, MdL und Mitglied im Umweltausschuss des DBV deutlich, dass der landwirtschaftliche Berufsstand die künftigen Entwicklungen auf­merksam beobachten und die Diskussion weiter kritisch begleiten wird.

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Neue Kooperation zwischen ÖKOLOGIE & LANDBAU und Bio Austria

Themen: Biolandbau,Medien — info @ 15:10

Bad Dürkheim (agrar.de) – Die Fachzeitschrift ÖKOLOGIE & LANDBAU hat als neuen Kooperationspartner Bio Austria aus Österreich hinzugewonnen. Bio Austria ist die Organisation österreichischer Bio-Bauern mit rund 14.000 Mitgliedern. Mit dieser Kooperation ist ÖKOLOGIE & LANDBAU nun im gesamten deutschsprachigen Raum mit kompetenten Partnern vertreten.

Der verstärkte Blick auch über die Grenzen hinweg ermöglicht eine umfassende Darstellung aktueller Entwicklungen und neuer Erkenntnisse in der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft. ÖKOLOGIE & LANDBAU versteht sich dabei als unabhängiges Medium für eine kritische Diskussion auch unbequemer Themen.

Die Kooperation mit Bio Austria beginnt mit der aktuellen Ausgabe der ÖKOLOGIE & LANDBAU, in der mit dem Schwerpunktthema „Werte und Richtlinien im Öko-Landbau“ die unterschiedlichen Wertevorstellungen insbesondere auch in den drei Bio-Pionierländer Deutschland, Schweiz und Österreich beleuchtet werden.

Herausgeber der Fachzeitschrift ist die Stiftung Ökologie & Landbau in Bad Dürkheim/ Deutschland, langjähriger Partner ist das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick/Schweiz. ÖKOLOGIE & LANDBAU erscheint vierteljährlich im Münchener oekom verlag.

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Winzergenossenschaften: Hervorragende Weinernte dank langer Vegetationsperiode

Themen: Erntebericht,Wein — info @ 14:10

Bernkastel-Kues (agrar.de) – Die Winzergenossenschaften, die im Deutschen Raiffeisenverband (DRV) organisiert sind, ziehen eine sehr positive Bilanz der Weinlese 2007.

Bis auf wenige Spezialitäten sind die Trauben des Jahrgangs 2007 bei den 220 Winzergenossenschaften, darunter 134 mit eigener Kellerwirtschaft, gelesen. Der DRV rechnet mit einem Erntevolumen von rund 3,1 Mio. hl Weinmost. Die Weinmosternte in Deutschland wird insgesamt mit rund 10,5 Mio. hl etwa 13 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen und damit einige Prozentpunkte über dem Schnitt der vergangenen Jahre.

Das Weinjahr war von meteorologischen Besonderheiten geprägt, was zur frühesten Weinlese seit 60 Jahren führte. Durch die hohen Temperaturen im April kam es zu einem Vegetationsvorsprung von bis zu drei Wochen und somit im Mai zu einer sehr frühen Blüte der Reben. Nach warmen Tagen im Juli mit genügend Feuchtigkeit setzte sich im Spätsommer und Frühherbst das für den Wein günstige Wetter fort. Sonnige und warme Tage in Kombination mit kalten Nächten sorgten für eine hervorragende Aromenausbildung. Als Resultat konnten voll ausgereifte, mit feinen Aromen ausgebildete Trauben gelesen werden.

Eine weitere Herausforderung steht den Betrieben noch bevor. Es gilt nun, diese ‚Steilvorlage aus den Weinbergen‘ in die Absatzgebiete zu tragen. Zwar konnten in den letzten zwei Jahren
mengen- und wertmäßig wieder mehr deutsche Weine im Inland abgesetzt werden, dies auch aufgrund eines zunehmenden Qualitätsbewusstseins beim Ver-braucher. Dieser Trend muss sich jedoch noch in einer höheren Ausgabenbereitschaft der Konsumenten widerspiegeln. Gerade deshalb setzen die Winzergenossenschaften auf einen dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung und klare Signale von der Politik, dass der Aufschwung auch beim Bürger im Portemonnaie ankommt.

Auf der Kostenseite seien Preisanpassungen aufgrund gestiegener Beschaffungspreise für Betriebsmittel nicht zu umgehen, so der DRV. Insbesondere die extremen Kostensteigerungen bei Energie und Glas belasteten die Winzergenossenschaften.

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Saarland: Trotz größerer Anbaufläche geringere Erntemenge

Themen: Erntebericht,Saarland,Statistik — info @ 14:10

Saarbrücken (agrar.de) – Die saarländischen Landwirte haben in diesem Jahr rund 116.700 Tonnen Getreide geerntet (ohne Körnermais). Das ergibt sich aus der vorläufigen Ernteberichterstattung des Statistischen Amtes.

Trotz einer Ausweitung der Anbaufläche um 6,9 Prozent auf 23 337 Hektar blieb die Erntemenge um 6,6 Prozent unter derjenigen des Vorjahres.

Im Vergleich zur durchschnittlichen Ernte der Jahre 2001 bis 2006 entspricht dies einem Rückgang von 10,7 Prozent. Der durchschnittliche Hektarertrag lag mit 50,0 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) sogar um 12,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und um 9,6 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen sechs Jahre.

Das Ertragsniveau lag bei allen Getreidearten unter den jeweiligen Durchschnittswerten des Vorjahres. Beim Brotgetreide waren es 55,3 dt/ha (0,7 Prozent), darunter Winterweizen 59,1 dt/ha (11,7 Prozent), Sommerweizen 45,6 dt/ha (4,8 Prozent) und Roggen 46,3 dt/ha (9,3 Prozent). Beim Futtergetreide ergaben sich 43,5 dt/ha (15,9 Prozent), darunter Wintergerste 51,4 dt/ha (16,3 Prozent), Sommergerste 36,5 dt/ha (14,9 Prozent), Hafer 35,7 dt/ha (13,5 Prozent) und Triticale 52,6 dt/ha (8,1 Prozent).

Ursache für die geringere Erntemenge trotz größerer Anbaufläche war die Trockenheit im April, die die Getreidepflanzen in ihrer Entwicklung beeinträchtigte. Die nachfolgende Regenperiode konnte diesen Rückstand nicht mehr aufholen. Die Ernte begann schon Ende Juni und wurde immer wieder durch Niederschlagsperioden im Juli und August unterbrochen, was ebenfalls zu Ertrags- und Qualitätseinbußen führte.

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EU: Überschreitung der Milchquoten

Themen: EU,GAP,Milch,Statistik — info @ 13:10

Brüssel/Berlin (agrar.de) – Wegen Überschreitung der Milchquote müssen Deutschland und sechs weitere EU-Staaten insgesamt knapp 221 Millionen Euro an die EU zahlen. Fast 80 Prozent der zuviel produzierten Milch entfällt auf Italien, das seine Quote um sechs Prozent überschritten hat. Deutschland produzierte dagegen nur 0,6 Prozent mehr als per Referenzmenge festgelegt.

Für das Milchwirtschaftsjahr 2006/07 (April 2006 bis März 2007) lag die Gesamtreferenzmenge für Anlieferungen an Molkereien bei 137 Millionen Tonnen. Diese Quote wurde EU-weit unter 808.162 einzelnen Betrieben aufgeteilt. Daneben gibt es eine eigene Quote von 2 Millionen Tonnen für die Direktverkäufe an die Verbraucher.

Die Mehrzahl der EU-Staaten muss keine Abgabe für Lieferungen zahlen, weil sie die nationalen Höchstmengen nicht überschritten hat. Neun Länder (Griechenland, Schweden, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Ungarn) produzierten sogar erheblich weniger als ihnen die Quote erlaubt hätte. Großbritannien verzeichnet mit 479.000 Tonnen nicht genutzter Quote die deutlichste Unterlieferung. Insgesamt haben die Mitgliedstaaten, die ihre Referenzmenge nicht genutzt haben, 2,7 Millionen Tonnen weniger produziert als gestattet. Das bedeutet, dass in der EU-25 insgesamt trotz höherer Produktion in sieben Mitgliedstaaten 1,9 Millionen Tonnen weniger produziert wurden als verfügbar gewesen wären.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel betonte bei der Vorstellung der jüngsten Milchbilanz, dass sich die Quoten mehr und mehr zu einem Anachronismus entwickelten. Das Quotensystem solle 2015 ganz aufgehoben werden.

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Getreideernte 2007 in Baden-Württemberg bei 3 Millionen Tonnen

Knapp die Hälfte der Ernte im Südwesten aus Qualitätsanbau

Stuttgart (agrar.de) – Nach Angaben des Statistischen Landesamtes fällt die Getreideernte 2007 in Baden-Württemberg mit knapp 3 Millionen Tonnen durchschnittlich aus. Die Erntemenge liegt um rund 25.000 Tonnen unter dem langjährigen Mittel (2000/2006). Die Befürchtung zahlreicher Experten, dass die heiße Trockenperiode im April zu einem deutlich niedrigeren Ernteergebnis im Südwesten führe, ist damit nach Angaben des Statistischen Landesamtes nicht eingetreten.

Auch bei der Qualität dominiert nach den Untersuchungen im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) das Mittelmaß bei allerdings hohen Schwankungsbreiten. So liegt der durchschnittliche Rohproteingehalt der Winterweizenernte 2007 im Land mit 12,7 Prozent geringfügig unter dem langjährigen Mittel. Der durchschnittliche Sedimentationswert liegt mit 46 Einheiten geringfügig über dem Mittel.

Die Verhältnisse im Winterweizenanbau sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes seit einigen Jahren bemerkenswert stabil. Der Anbau von Qualitätsweizen und Eliteweizen hält dabei einen Anteil von knapp 50 Prozent. Die Ernte aller Getreidearten konnte 2007 zumeist sehr zügig eingebracht werden. Lediglich in den Spätdruschgebieten kam es infolge der Regenfälle von Anfang September zu einigen Verzögerungen. Betroffen waren hiervon insbesondere die Sommergerste mit einem durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von 14,3 Prozent und Winterweizen (13,9 Prozent). Wintergerste und Hafer waren bei deutlich niedrigeren Feuchtigkeitsgehalten von 12,9 und 11,9 Prozent gedroschen worden. Bei Sommergerste und Winterweizen kam es vereinzelt zu Auswuchs des Korns, das damit nicht mehr verarbeitet werden kann und zur Viehfütterung eingesetzt wird.

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18. Oktober 2007

Niedersachsen: Zuckerrüben mit überdurchschnittlichen Ertrag

Feuchte Äcker behindern Ernte

Hannover (agrar.de) – Die niedersächsischen Zuckerrübenanbauer haben ihre Ertragserwartungen nach den bisherigen Rodeergebnissen noch einmal nach oben korrigiert. Nach einer Umfrage des Landvolks Niedersachsen rechnen sie jetzt mit einem überdurchschnittlichen Rübenertrag von gut 60 Tonnen (t) pro Hektar (ha). Das ist deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als im Mittel 54 t je ha geerntet wurden. Zwar liegt der Zuckergehalt zurzeit mit 17,6 Prozent geringfügig niedriger als im Vorjahr, aufgrund des hohen Mengenertrages übersteigt aber auch der Zuckerertrag pro ha mit 10,6 t das Vorjahresergebnis von 9,6 t. Zusammen mit der nach der Kürzung im vergangenen Jahr wieder um ungefähr 15 Prozent vergrößerten Anbaufläche wird damit eine erheblich größere Rübenernte erwartet. Die Zuckerfabriken werden deshalb länger als früher ‚unter Dampf‘ stehen, zumal nach der Schließung des Standortes Groß Munzel eine Fabrik weniger arbeitet. War traditionell die Rübenkampagne bis Weihnachten beendet, so plant die Nordzucker jetzt das Kampagneende für den 6. Januar.

Nach der Unterbrechung durch starken Regen, der vor allem im Leinetal zur Überflutung auf zahlreichen Rübenäckern geführt hatte, sind nun die Rodearbeiten überall wieder angelaufen. Schätzungsweise ein gutes Drittel der Flächen ist bereits abgeerntet, nachdem die Äcker wieder befahrbar sind. Bei mildem Herbstwetter kommen die Arbeiten jetzt zügig voran. Zeitweise hatten einige Zuckerfabriken die Produktion drosseln müssen, weil die Rodungen ins Stocken geraten waren und der Nachschub an Rüben fehlte. Nach wie vor aber sind die Äcker recht feucht, so dass die Bauern mit den Rüben mehr Erdanhang in die Fabriken fahren. Der Schmutzanteil liegt mit zehn Prozent deutlich höher als im vergangenen Jahr.

Mit Erleichterung haben die Rübenanbauer die Entscheidung der EU-Kommission aufgenommen, im laufenden Zuckerwirtschaftsjahr keine weiteren Marktrücknahmen durchzuführen. ‚Damit werden die Erlöse aus dem Zuckerrübenanbau in der laufenden Rübenkampagne nicht weiter unnötig geschmälert‘, sagte der Vorsitzende des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), Gerhard Borchert. Bereits im Februar hatte die EU-Kommission die Zuckerquoten um 13,5 Prozent gesenkt. Damit war eine Anpassung der Anbaufläche noch rechtzeitig vor der Aussaat möglich. Auch die EU-weiten Restrukturierungsmaßnahmen sind angelaufen. Mittlerweile haben alle Rübenanbauer im Bereich der Nordzucker AG ein Angebot zur freiwilligen Rückgabe von Zuckerrübenlieferrecht erhal-ten. Bis zum 15. November haben die Landwirte nun Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

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Baden-Württemberg: Zufriedene Gesichter in den Weinbergen

Themen: Baden-Württemberg,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 13:10

Weinmosternte im Südwesten bei 2,6 Millionen Hektolitern – Kalte Nächte und sonnige Tage im September Voraussetzung für interessante Weine

Stuttgart (agrar.de) – Mitte Oktober ist die Weinlese bereits größtenteils gelaufen. Das warme Frühjahr mit sommerlichen Temperaturen im März und April brachte einen Vegetationsvorsprung von rund drei Wochen, der bis zur Weinlese gerettet wurde. Nach Einschätzung der Weinbausachverständigen des Statistischen Landesamtes können sich die Viertelesschlotzer damit auf einen herausragenden Jahrgang 2007 freuen. Zwar wird mancherorts über Schäden an den Beeren wegen Sonnenbrands geklagt. Es überwiegt aber die Freude über die Witterung im September. Die tiefen Nachtemperaturen bannten die sich im Juli und August abzeichnende Fäulnisgefahr weitgehend. Die sonnigen, warmen Tage hatten einen weiteren Anstieg der Mostgewichte zur Folge und waren zugleich der Aromenbildung sehr förderlich.

Zum Stand Ende September beziffert das Statistische Landesamt den Mostertrag für das Anbaugebiet Baden auf gut 91 Hektoliter je Hektar (hl/ha; 2006: 74,9 hl/ha). Für das Anbaugebiet Württemberg wird der Mostertrag auf 106 hl/ha (2006: 105,1 hl/ha) geschätzt bei wie üblich ausgeprägten regionalen und sortenspezifischen Unterschieden. Die langjährigen Durchschnittserträge 1997/2006 liegen in Baden mit 82,7 hl/ha deutlich unter und in Württemberg mit 110,4 hl/ha über den diesjährigen Erträgen.

Bei dem bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche entspräche dies einer voraussichtlichen Weinmosternte in ganz Baden-Württemberg von 2,6 Millionen (Mill.) hl (1,12 Mill. hl Weißmost und 1,48 Mill. hl Rotmost), wovon voraussichtlich knapp 1,4 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden (808.000 hl Weiß- und 602.000 hl Rotmost) sowie 1,2 Mill. hl auf das Anbaugebiet Württemberg (316.000 hl Weiß- und 879.000 hl Rotmost) entfallen würden.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik — info @ 11:10

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 667 angebotenen Schweinen 667 Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,33 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,32 Euro bis 1,33 Euro verkauft.

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17. Oktober 2007

Nordrhein-Westfalen: Ziegenzucht erlebt Aufschwung

Bonn/Bad Sassendorf (agrar.de) – Die Ziegenzucht in Nordrhein-Westfalen erfährt seit Mitte der 80er Jahre einen erneuten Aufschwung. Das liegt unter anderem an Züchtern, die mit viel Werbung und Engagement neue Züchter für die geselligen und intelligenten Tiere begeistern konnten. Darauf wies der Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Johannes Frizen, am vergangenen Samstag anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Landesverbandes der Ziegenzüchter Westfalen-Lippe im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse im Kreis Soest hin.

So gibt es im Landesteil Westfalen-Lippe laut Zählungen der Tierseuchenkasse inzwischen wieder etwa 8.500 Ziegen bei 2.000 Haltern. Die westfälische Herdbuchzucht wird von 90 Züchtern getragen, die mehr als 1.300 Ziegen nach den Richtlinien des Zuchtverbandes züchten. Insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen etwa 13.000 Ziegen von 16 verschiedenen Rassen. Davon sind knapp 2.000 in den Zuchtbüchern eingetragen.

Die Ziegenzucht in Westfalen-Lippe unterlag, wie in ganz Deutschland, einem starken Wandel. Gerade in Krisen- und Notzeiten hat die Ziege so mancher Familie über die Not hinweg geholfen und mit ihrer Ziegenmilch und anderen Produkten überlebenswichtige Nahrungsmittel geliefert. So skizzieren auch die hohen Bestandszahlen in den Jahren 1921 mit fast 280.000 Ziegen im Landesteil Westfalen-Lippe und noch immerhin 130.000 Ziegen im Jahre 1941 die lebensrettende Funktion der Bergmannskuh. In den Jahren 1920 bis 1950 wurden züchterisch herausragende Leistungen erbracht, die auf systematische Zuchtarbeit zurückzuführen sind.

Mit dem Beginn des Wohlstandes in den 60er Jahren nahmen die Ziegenzahlen rapide ab und so waren 1981 nur noch 1.300 Ziegen in Westfalen-Lippe vorhanden. Heute steht nicht mehr nur die Rasse Weiße Deutsche Edelziege in Vordergrund, sondern auch viele andere Rassen wie die Bunte Deutsche Edelziege, die Toggenburger Ziege, die Burenziege und etliche Spezialrassen. Die Ziegenzucht stellt hohe Anforderungen an das Wissen und Können der Züchter, lobte Präsident Frizen: ‚Diese Züchter tragen dazu bei, viele oftmals vom Aussterben bedrohte Rassen zu bewahren.‘

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