23. Oktober 2007

IVA: EU-Parlament verfehlt praktikable Zulassungspolitik für Pflanzenschutzmittel

Themen: EU,GAP,Pflanzenschutz,Verbände — info @ 16:10

Frankfurt (agrar.de) – Gemischt fällt das Urteil des Industrieverbands Agrar zu den heutigen Entscheidungen des Europaparlaments über die künftige Pflanzenschutzpolitik aus.

‚Mit Bestürzung und Bedauern müssen wir feststellen, dass sich die Vorschläge des Umweltausschusses zur Pflanzenschutzverordnung weit gehend durchgesetzt haben‘, so Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler. Die Pflanzenschutz-Industrie forsche seit Jahrzehnten dafür, den Pflanzenschutz sicher für Umwelt und Verbraucher zu machen, erklärte der Verbandschef. Dabei habe sie große Fortschritte erzielt. ‚Die jetzt im Plenum beschlossenen Änderungen werfen uns in diesem Bemühen zurück. Sie erschweren die Forschung für bessere Pflanzenschutzmittel und -Verfahren und sind eine Steilvorlage zur Verhinderung von Innovationen‘, so Koch-Achelpöhler. ‚Das geht zu Lasten der Landwirte. 90 Prozent der Insektizide und mehr als zwei Drittel der insgesamt am häufigsten verwendeten Pflanzenschutzmittel werden vom Markt verschwinden. Das wird auch für den Verbraucher nicht ohne Folgen bleiben.‘

Die Industrie begrüßt andererseits, dass bei der Pflanzenschutzrichtlinie europaweite Reduktionsziele für Pflanzenschutzmittel abgelehnt wurden. ‚Pflanzenschutzmittel sind Medizin für unsere Kulturpflanzen, wenn Schädlinge oder Krankheiten auftreten‘, erklärte der Verbandschef. ‚Unterbleiben notwendige Behandlungen, gibt es nichts – oder nichts Ordentliches – zu ernten. Das kann niemand wollen.‘ Die Zustimmung des Verbands findet, dass der Vorschlag verworfen wurde, zu Gewässern in jedem Fall zehn Meter Abstand zu halten. ‚Eine traditionsreiche Obstbauregion wie das Alte Land bei Hamburg mit ihren vielen Entwässerungsgräben hätte mit einer solchen Regelung vor dem Aus gestanden‘, sagte Koch-Achelpöhler.

Positiv bewertet er zudem, dass es kein generelles Anwendungsverbot für Pflanzenschutzmittel in öffentlichen Räumen wie Flug- und Sportplätzen oder Bahnanlagen wird. ‚Unkraut im Gleisbett setzt die Sicherheit und Pünktlichkeit der Züge aufs Spiel. Mit Herbiziden kann man es effektiv und preisgünstig unter Kontrolle halten‘, so Koch-Achelpöhler.

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Mecklenburg-Vorpommern: Hohe Erträge bei Kartoffeln und Zuckerrüben im Vergleich zum Vorjahr

Schwerin (agrar.de) – Kurz vor Abschluss der diesjährigen Kartoffelernte in Mecklenburg-Vorpommern beläuft sich nach vorläufigen Angaben des Statistischen Amtes die durchschnittliche Ertragsleistung auf 380 Dezitonnen pro Hektar. Bezogen auf die Anbaufläche von 14.800 Hektar ergibt sich eine Erntemenge von 560.000 Tonnen, die über dem Mittel der vergangenen Jahre liegt.

Die Rodung der Zuckerrüben, die derzeit in vollem Gang ist, bringt nach vorläufigen Angaben einen Ertrag von 525 Dezitonnen pro Hektar im Durchschnitt des Landes. Die Erntemenge von der insgesamt 24.200 Hektar umfassenden Anbaufläche wird rund 1,3 Millionen Tonnen betragen.

Die Anbaufläche von Kartoffeln zur Ernte in diesem Jahr wurde auf 14.800 Hektar reduziert. Sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt ging damit die Kartoffelfläche um rund ein Zehntel zurück. Auf mehr als 85 Prozent der Fläche erfolgte der Anbau zur Ernte als Industrie- bzw. Pflanzkartoffeln. Rund 2.000 Hektar dienten der Erzeugung mittelfrüher und später Speisekartoffeln; die Fläche für frühe Speisekartoffeln ist in den vergangenen Jahren fast bedeutungslos geworden (2000: 92 Hektar; 2007: weniger als 30 Hektar landesweit).

Mit vorläufig ermittelten 380 Dezitonnen pro Hektar liegt die durchschnittliche Ertragsleistung des gesamten Kartoffelanbaus zwar nur geringfügig über dem Mittel der vergangenen Jahre, aber beträchtlich über dem Ergebnis des Vorjahres (309 Dezitonnen pro Hektar). Damit wird trotz verringerter Fläche mit voraussichtlich 560.000 Tonnen die Erntemenge von 2006 um fast ein Zehntel übertroffen, der Durchschnitt der letzten sechs Jahre (588.650 Tonnen) aber nicht erreicht.

Bei den Zuckerrüben kam es nach anhaltender Vorsommer- und Sommertrockenheit durch spät einsetzende und nachhaltige Niederschläge und das Wärmeangebot im September zu einem spürbaren Massezuwachs. Zudem konnte der sonnenscheinreiche Spätsommer die Einbußen beim Zuckergehalt relativ gut ausgleichen, sodass die Landwirte mit einem vorläufigen Hektarertrag von durchschnittlich 525 Dezitonnen rechnen. Damit wird der bisherige Spitzenwert (541 Dezitonnen im Jahr 2004) zwar voraussichtlich nicht erreicht, aber der mehrjährige Durchschnitt von 503 Dezitonnen und die Leistung des Vorjahres (505 Dezitonnen) werden überboten.

Die Ausdehnung der Zuckerrübenfläche um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 24.200 Hektar, auch zur Ethanolgewinnung, lässt eine Erntemenge von 1,27 Millionen Tonnen erwarten, die um fast ein Fünftel höher ist als im Vorjahr und dem mehrjährigen Durchschnitt entspricht.

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Health-Check: Abschläge für große Förderbeträge geplant

Themen: Agrarstruktur,EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 13:10

Hauptsächlich Großbetriebe in Deutschland, Frankreich und Großbritannien betroffen

Brüssel (agrar.de) – Die EU-Kommission will die Agrarförderung bei der Überarbeitung der EU-Agrarpolitik („Health Check“) einschränken. künftig kürzen. Wie der Sprecher von Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel nach Zeitungsberichten sagte, plant sie einen progressiven Abschlag auf Subventionen ab einer bestimmten Höhe. Beispielsweise könnten Förderungen ab 100.000 Euro um zehn Prozent gekürzt werden, ab 200.000 Euro um 20 und ab 300.000 Euro um 30 Prozent. Frei werdende Gelder könnten in andere Bereiche wie die Strukturpolitik umgeleitet oder unter den Bauern neu aufgeteilt werden. Konkrete Vorschläge dazu will Fischer Boel im November machen.

Eine derartige Kürzung würde vor allem große Agrarbetriebe in Ostdeutschland, Großbritannien und Frankreich betreffen. In Großbritannien erhielten im Jahr 2005 ca. 6.100 landwirtschaftliche Betriebe EU-Direktzahlungen von mehr als 100.000 Euro jährlich, in Deutschland sind es ca. 5.300 Betriebe und in Frankreich ca. 3.600. Während in Großbritannien über elf Prozent der direkten EU-Agrarförderungen an Großbetriebe fließen sind es im EU-Durchschnitt nur 0,32 Prozent.

Fischer Boel muss allerdings mit heftigem Widerstand der Regierungen und der Bauern rechnen. In Deutschland haben sich sowohl das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz wie auch der Deutsche Bauernverband gegen die Kommissionspläne ausgesprochen. Sie lehnen eine Kappung oder Deckelung der Ausgleichszahlungen, wie bereits 2003 vom damaligen EU-Agrarkommissar Franz Fischler vorgeschlagen, ab. Auch die britische National Farmers Union (NFU) lehnt laut einem Bericht des österreichischen Pressedienstes AIZ ab, Großbetriebe im Rahmen des Health Checks stärker zu belasten. Unterstützung könnten die Gegner der Deckelung auch aus der Tschechischen und der Slowakischen Republik erhalten. Dort wirtschaften Agrargenossenschaften mit 1.000 und mehr Hektar. Die dortigen Agrarverbände haben sich nach Medienberichten bereits eindeutig gegen eine Kürzung positioniert.

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Transparenzinitiative fordert aussagekräftige Veröffentlichung der EU-Agrarsubventionen auf Bundesebene

Themen: EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 13:10

Berlin (agrar.de) – Die europäischen Agrarminister haben gestern den Vorschlag der EU-Kommission für die Offenlegung von EU-Agrarsubventionen abgesegnet. Die Mitgliedsstaaten müssen jetzt veröffentlichen, wer wie viel Agrarsubventionen erhält. Die ‚Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen‘ fordert die Bundesregierung auf, darüber hinaus auszuweisen, wofür im Einzelnen das Geld verwendet wird.

‚Die Bürger sollten wissen, ob ihre Gelder für Massentierhaltung, ökologischen Landbau oder Exportsubventionen ausgegeben werden‘, begründet Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland die Forderung der Transparenzinitiative an die Bundesregierung. Der Vorschlag der Kommission sehe als Mindestvorgabe nur die Veröffentlichung von Gesamtbeträgen vor. Dies reiche jedoch nicht aus, um volle Transparenz zu gewährleisten.

‚Gegen den Widerstand der Agrarindustrie und einiger Agrarminister verpflichtet die EU nun die Mitgliedstaaten, Licht ins Dunkel zu bringen. Das ist ein großer Erfolg der gesellschaftlichen Bündnisse und Ausdruck eines berechtigten Interesses aller Steuerzahler. Die Bundesregierung ist nun in der Verantwortung , die Zahlen in Deutschland offen zulegen, damit sich die wahren Profiteure der Brüsseler Agrargelder nicht mehr hinter irgendwelchen Durchschnittswerten und hinter bäuerlichen Betrieben verstecken können‘, fordert Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemein­schaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Damit ändere sich noch nicht gleich die Agrarpolitik, aber die jeweiligen Interessenlagen der Akteure und Lobbyisten würden deutlicher.

‚Jetzt ist die Bundesregierung in der Pflicht, die Offenlegung schnellstmöglich auch zu vollziehen. Es wird jetzt über die Reform der Europäischen Agrarpolitik diskutiert und nicht erst ab 2009‘, bekräftigt Reinhild Benning, Agrarexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Forderung der Transparenzinitiative an die Bundesregierung, alle Zahlungen bereits im Jahr 2008 zu veröffentlichen. Der Bund müsse eine bundesweite, bedienerfreundliche Datenbank aufbauen, in der die Empfänger, der Ort, die Fördersumme und der Förderzweck aufgeführt werden. Es gebe keinen Grund, noch länger zu warten. Die Angaben seien vorhanden, die Empfänger wären informiert, dass die Transparenz komme, nun sei die Bundesregierung am Zug.

22. Oktober 2007

Reform der landwirtschaftlichen Sozialversicherung umstritten

Themen: Agrarrecht,Förderung,Verbände,Wirtschaft — info @ 15:10

Berlin (agrar.de) – Zentrale Bereiche der von der Bundesregierung geplanten Reform der landwirtschaftlichen Sozialversicherung stoßen bei Experten auf Ablehnung. Das berichtet des Pressedienst des Bundestages.

Der Hauptgeschäftsführer der Spitzenverbände der landwirtschaftlichen Sozialversicherung, Dr. Harald Deisler, sagte am Montag in einer öffentlichen Anhörung zum Gesetzentwurf der Regierung, es bestehe die Gefahr, dass es von 2010 an zu Beitragssatzsteigerungen komme.

Der Bundeszuschuss für die Unfallversicherung soll laut Entwurf im Jahr 2010 von 200 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro reduziert werden. Die Einsparungen sollen demnach unter anderem dadurch erreicht werden, dass Beziehern kleinerer Renten aus der Unfallversicherung von 2008 an eine Abfindung angeboten wird. Der stellvertretende Leiter des Instituts für ländliche Räume bei der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Dr. Peter Mehl, sagte in der Anhörung, er rechne nur mit einem ‚maximalen Abfindungsbetrag von 78 Millionen Euro‘. Die Vorgaben des Gesetzentwurfs in Höhe von 100 Millionen Euro seien nicht zu erreichen. Letztlich könne aber im Vorfeld nicht abgeschätzt werden, welchen Erfolg die Abfindungsaktion haben werde.

Für den Deutschen Bauernverband (DBV) forderte der Referatsleiter Sozialpolitik des Deutschen Bauernverbandes, Burkhard Möller, angesichts dieser Unsicherheit müsse abgewartet werden, wie die Abfindungsaktion bis Ende 2009 laufe. Erst wenn diese erfolgreich sei, könne eine Absenkung der Bundesmittel auf 100 Millionen Euro geprüft werden. Er betonte zugleich: ‚Wir wollen die Abfindungsaktion haben.‘

Der DBV begrüße ausdrücklich, dass der Bund mindestens 400 Millionen Euro in den Jahren 2008 und 2009 zusätzlich zur Verfügung stellen will, um das Umlagesoll der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften dauerhaft durch die Abfindung von Renten zu reduzieren. In anderen Punkten geht dem Bauernverband der Gesetzentwurf nicht weit genug. So müsse die Wartezeit auf eine Unfallrente nach einem Arbeitsunfall nicht nur auf 26 Wochen, sondern auf 52 Wochen erhöht werden. Zudem müsse dann eine Erwerbsminderung von 30 Prozent vorliegen. Im Gesetzentwurf sind 20 Prozent vorgesehen. Der Verband plädiert zudem dafür, dass neue Unfallrenten im Rentenalter wegfallen müssten.

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Ein Schweineleben in Bildern

Themen: Medien,Schweine — info @ 13:10

Hamburg (agrar.de) – Unter dem Titel ‚Ein Schweineleben in Bildern: Wie Ferkel 0146 zum Kotelett wird‚ hat die Illustrierte ‚Stern‘ eine Bilderserie veröffentlicht, die alle Stationen eines ‚typischen‘ Schweinelebens vorstellt und kurz kommentiert.

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DLG: Ausstellungskatalog zu Agritechnica 2007 liegt vor

Themen: Bildung,Landtechnik,Medien,Wirtschaft — info @ 13:10

Frankfurt/Hannover (agrar.de) – Der Besuch einer Ausstellung ist zeitaufwendig und verursacht Kosten. Gute Vorinformationen können daher helfen, den Ausstellungsbesuch zu optimieren.

Der offizielle Ausstellungskatalog der vom 13. bis 17. November 2007 (Exklusivtage am 11. und 12. November) in Hannover stattfindenden Landtechnik-Ausstellung Agritechnica 2007 liegt jetzt vor. Er gibt einen Überblick über alle ausstellenden Unternehmen und deren Produkte. Ferner enthält er die Hallenpläne mit den jeweils ausstellenden Unternehmen und informiert mit einem Stichwortverzeichnis über die einzelnen Produktgruppen.

Der Katalog kostet 6 Euro (zzgl. Versandkosten) und kann ab sofort beim DLG-Verlag, Eschborner Landstr. 122, 60489 Frankfurt am Main, Tel. 069/24788-451 oder -466, Fax: 069/24788-480, E-Mail: DLG-Verlag@DLG.org oder im Internet bestellt werden.

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Discounter treiben Umsatzwachstum bei Bioprodukten

Themen: Biolandbau,Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 11:10

Nielsen TrendNavigator Bioprodukte: Besonders ältere Verbraucher sind bereit, für Bioprodukte mehr Geld auszugeben

Frankfurt (agrar.de) – In den letzten Jahren konnte der Lebensmitteleinzelhandel seinen Umsatzanteil im Gesamtmarkt der Bioprodukte deutliche ausweiten: Fast jeder zweite Euro für Bioprodukte wird im LEH ausgegeben. Dabei erhielten die Discounter inkl. Aldi mit 38,5 Prozent im ersten Halbjahr 2007 das größte Stück vom Umsatzkuchen im LEH. Angesichts einer Wachstumsrate von rund 70 Prozent ist damit zu rechnen, dass die Discounter ihren Umsatzanteil auch noch weiter ausbauen werden. Insgesamt legten die Umsätze mit Bioprodukten in den vom Marketing-Informationsunternehmen ACNielsen beobachteten Warengruppen (ohne Babynahrung) um mehr rund 41 Prozent zu. Entsprechend stiegen auch die Anteile der Bioprodukte in zahlreichen Warengruppen – vom Quark über Teigwaren und Tiefkühlgemüse bis hin zu pflanzlichen Brotaufstrichen und Gemüsesäften. ‚Wachstumsgrenzen scheinen sich derzeit vor allem aus der Verfügbarkeit von Rohstoffen in Bioqualität zu ergeben‘, so Brigitte Arndt-Rausch, Nielsen-Expertin für Bioprodukte.

Verbraucherinteresse an Bioprodukten ist konstant

Das Interesse der Konsumenten an Bioprodukten ist jedenfalls ungebrochen: Die Einstellung der Verbraucher zu naturreinen Produkten und ihr Interesse am Öko-Siegel ist in den letzten Jahren konstant. Die aktuelle Einstellungsbefragung der Konsumenten im Nielsen Haushaltspanel Homescan zeigt zudem, dass besonders ältere Verbraucher auf Öko-Siegel und naturreine Produkte achten und bereit sind, dafür auch mehr Geld auszugeben.

Insgesamt ist die Gesundheit – sowohl die eigene als auch die der Kinder – Hauptgrund für den Kauf von Bioprodukten. Mehr als 60 Prozent der Deutschen gaben diese Gründe in einer weltweiten Nielsen Online Studie an. Neben der Gesundheit ist den Deutschen auch der Tierschutzaspekt wichtig: 15 Prozent kaufen Bioprodukte, weil das besser sei für die Tiere (globaler Schnitt: 3 Prozent).

Preis bleibt wichtige Kaufbarriere

Auch wenn Bioprodukte mittlerweile beim Discounter zu haben sind: Für viele Verbraucher bleibt der Preis ein wichtiges Kriterium. Mehr als die Hälfte der Kaufverweigerer in Deutschland gibt an, Bioprodukte wegen des höheren Preises nicht zu kaufen. Die Preisabstände können in der Tat erheblich sein: Je nach Warengruppe ermittelt Nielsen Preisaufschläge für Bioqualität zwischen 14 Prozent (Biojoghurt) und 175 Prozent (Pflanzliche Brotaufstriche).

Der TrendNavigator Bioprodukte kann per Telefon/Fax bei ACNielsen in Frankfurt
(Tel.-Nr. 069/7938-532, Fax 069/7938-8532, Brigitte Arndt-Rausch) bestellt werden. Eine kostenfreie Kurzfassung steht im Internet zur Verfügung.

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19. Oktober 2007

AgrarBündnis: Perspektiven für eine neue Agrarpolitik

Themen: Biolandbau,EU,GAP,Umwelt,Verbände — info @ 20:10

Kassel (agrar.de) – ‚Bauern und Verbraucher für eine neue Agrarpolitik.‘ Unter diesem Motto haben vor 20 Jahren vier Verbände aus Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz, Entwicklungspolitik und Verbraucherschutz die Aachener Erklärung veröffentlicht. Aus dieser gemeinsamen Aktion von Verbänden mit thematisch unterschiedlicher Ausrichtung ist das AgrarBündnis entstanden, dem heute 25 Organisationen angehören.

Die Notwendigkeit einer neuen Agrarpolitik ist heute so aktuell wie damals. Die Organisationen des AgrarBündnisses nahmen das Jubiläum zum Anlass, um anlässlich ihrer Mitgliederversammlung zurückzuschauen, Bilanz zu ziehen und um gemeinsame Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.

Bernd Voß von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft lobte die gemeinsame Arbeit im Bündnis: ‚Das AgrarBündnis steht für eine inten­sive Auseinandersetzung und Diskussion zwischen bäuerlicher Land­wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Interessensgruppen. Durch diese Bündnisarbeit ist es den beteiligten Bauern und Bäuerinnen gelungen, die Landwirtschaft aus dem gesellschaftlichen Abseits aktiv herauszuholen. Dabei hat sich gezeigt, dass es sehr viel mehr gemeinsame Interessen gibt, als uns von bestimmten Seiten immer eingeredet wurde.‘

Heidrun Betz vom Deutschen Tierschutzbund zog ebenfalls eine positive Bilanz. Das Bündnis habe sich auf verschiedene Weise bewährt: einerseits um auf politischem Wege bessere gesetzliche Bestimmungen zu erreichen, andererseits um die Bürger und Verbraucher über Missstände zu informieren und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Hubert Weiger vom BUND würdigte das AgrarBündnis als ersten Zusammenschluss von Naturschutz und Landwirtschaft. Dadurch sei nicht nur viel zum gegenseitigen Verständnis bewirkt worden. Zahlreiche gemeinsame Projekte und Aktionen wurden möglich, vom Projekt ‚Neuland‘ (Fleisch aus tiergerechter und umweltschonender Tierhaltung) über den Aufbau der ‚Upländer Bauernmolkerei‘ bis hin zum jährlich erscheinenden ‚Kritischen Agrarbericht‘.

Als wichtige Themen für die künftige Arbeit des Bündnisses wurden unter anderem die Agrogentechnik, der ‚health check‘ (die Überprüfung) der EU-Agrarpolitik, das Thema Biomasseproduktion, der Tierschutz und die WTO-Verhandlungen diskutiert.

Bei der Agrogentechnik werden derzeit auf Bundesebene mit der Novellierung des Gentechnikgesetzes zentrale Weichen gestellt. Jetzt werde darüber entschieden, ob in Deutschland der gentechnikfreie Anbau weiterhin möglich bleibe oder nicht. Für Hubert Weiger vom BUND sei es daher notwendig ‚alle Kräfte zu mobilisieren. So müssen wir über zahlreiche Basisinitiativen die örtlichen Bundestagsabgeordneten dafür gewinnen, sich klar für eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu positionieren.‘

Tobias Reichert von Germanwatch geht davon aus, dass die Doha-Runde der Welt­handels­organisation WTO auf absehbare Zeit nicht abgeschlossen werden könne. Daher gebe es weniger äußeren Druck auf die Europäische Union, die entwicklungspolitisch besonders schädlichen Aspekte der gemeinsamen Agrarpolitik weiter zu abzubauen. Es sei daher besonders wichtig, dass Zivilgesellschaft und Politik darauf drängen, dass die im Rahmen der WTO-Verhandlungen zugesagte Abschaffung aller Exportsubventionen unabhängig vom Ausgang der Runde umgesetzt wird. Der für 2008 geplante „health check“ der EU-Agrarpolitik müsse daher für entsprechende Weichenstellungen genutzt werden.

Dieser ‚health check‘ ist auch für andere Teilnehmer ein entscheidendes Thema: Für Bernd Voss darf es nicht beim angekündigten ‚check‘ bleiben. Gefundene Fehler müssten auch wirklich kuriert werden. Das, was sich derzeit an positiver Preisentwicklung für die Bauern abzeichne, müsse nun abgesichert werden. Dabei sei es durchaus erfreulich, dass die EU Kürzungen der Direktzahlungen bei großen Agrarbetrieben in die Diskussion gebracht habe. Leider sei der Vorschlag zu undifferenziert. Verbände des AgrarBündnisses hätten schon lange konkrete Vorschläge gemacht, wie eine sozial gerechte Verteilung durch die Anbindung der Direktzahlungen an die Arbeitskraft aussehen könne. Hubert Weiger forderte, dass mit dem eingesparten Mitteln eine umwelt- und verbrauchergerechte Landwirtschaft sowie regionale Verarbeitungs- und Vermarktungskonzepte stärker gefördert werden sollten.

Beim Thema Tierschutz sieht Heidrun Betz das Bündnis aktuell in der Pflicht, bei der Broilerhaltung politisch aktiv zu werden: ‚Die unzureichenden Mindestanforderungen der EU für die Masthühnerhaltung dürfen nicht eins zu eins in deutsches Recht umgesetzt werden,‘ Bei der Legehennenhaltung habe die Bundesregierung leider entschieden, dass die Käfighaltung fortgesetzt werde; über die Aufklärung der Verbraucher und des Handels sei jedoch einiges zu erreichen. ‚Seit die Bürger erkennen, woher die Eier stammen, ist der Verkauf von Käfigeiern rückläufig. Firmen wie Dr. Oetker und Griesson-de Beukelaer sind bereits auf Bodenhaltung umgestiegen.‘ Die Forderung, Fertigprodukte entsprechend ihrer Eier-Herkunft zu kennzeichnen, damit die Verbraucher eine Wahlmöglichkeit haben, sei daher der nächste Schritt. Erfolgreich sei auch der Protest gegen den Bau riesiger Tierhaltungsanlagen. Die massiven Proteste der Bevölkerung und über 1.000 Einwendungen, darunter auch die der AgrarBündnis-Verbände BUND, Deutscher Tierschutzbund und ProVieh, haben bereits dazu geführt, dass sich ein Genehmigungsverfahren für eine Zucht- und Mastanlage für 85.000 Schweine im brandenburgischen Haßleben erheblich in die Länge zieht. Andernorts haben Investoren ihre gigantischen Pläne bereits wieder zurückgezogen.

Bei allen Aufgaben, die noch warten, sind sich die Verbände jedoch einig: Die gemeinsamen Anliegen und das gemeinsame Auftreten des AgrarBündnisses haben nicht nur ein anderes Verständnis von Agrarpolitik und Interessensvertretung geprägt; sie haben sich auch im Markt durchgesetzt. Regional, ökologisch, tiergerecht, gentechnikfrei und fair sind zu zentralen Leitmotiven in der Landwirtschaft, in der Lebensmittelwirtschaft und im Handel geworden. Hier sind die wesentlichen Innovationen der Branche der letzten Jahrzehnte beheimatet. Darauf können alle Beteiligten dieser gesellschaftlichen Bündnisarbeit selbstbewusst zurückblicken und ihre weitere Arbeit aufbauen.

Links zum Thema Verbände

2007 gute Hopfenernte in Bayern

Vorjahresergebnis um rund 10 Prozent übertroffen

München (agrar.de) – Aktuellen Schätzungen zufolge hat es dieses Jahr in Bayern eine gute Hopfenernte von rund 27.300 Tonnen (t) gegeben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, sind dies rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr (24.803 t). Der mehrjährige Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2006 (26.866 t) wurde um fast 2 Prozent übertroffen. Ausschlaggebend für diese gute Ernte war eine Zunahme der Anbaubaufläche binnen Jahresfrist um 3,2 Prozent auf rund 15.100 Hektar (ha) sowie insbesondere eine Steigerung des durchschnittlichen Hektarertrags um rund 7 Prozent auf 18,1 Dezitonnen (dt). Der im Mittel je Hektar erzielte Ertrag lag damit um knapp 2 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt (17,8 dt/ha).

Dieses Jahr haben die Hopfenbauern eine gute Ernte mit guter Qualität eingefahren. Die warme Witterung im Frühjahr und die Niederschläge während wichtiger Wachstumsphasen im Sommer wirkten sich auf die Entwicklung des Hopfens positiv aus. Örtliche Unwetter mit Sturm- und Hagelschäden verhinderten allerdings ein noch besseres Ergebnis. Die Hopfenernte begann zwar etwas früher als im Vorjahr, durch die häufigen Niederschläge im August und in der ersten Septemberhälfte konnte sie jedoch erst gegen Ende September abgeschlossen werden.

Gemäß Schätzung der Ernteberichterstatter wurde 2007 ein durchschnittlicher Hektarertrag von 18,1 dt erzielt, gegenüber dem Vorjahr (16,9 dt/ha) ein Plus von rund 7 Prozent. Der Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2006 (17,8 dt/ha) wurde um fast 2 Prozent übertroffen. Da sich auch die Anbaufläche binnen Jahresfrist um 3,2 Prozent auf 15.143 ha erhöhte, wird die diesjährige Hopfenernte auf rund 27.300 t geschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr (24.803 t) bedeutet das eine Steigerung um gut 2.500 t bzw. rund 10 Prozent. Die diesjährige Ernte wird auch um knapp 2 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt der vorangegangenen sechs Jahre (26.866 t) liegen.

Rund 60 Prozent der geschätzten Erntemenge entfallen auf Aromahopfen (16.400 t), 40 Prozent auf Bitterhopfen (10.700 t). Die später reifenden Bitterhopfensorten wiesen 2007 mit 19,3 dt/ha im Schnitt einen etwas höheren Ertrag auf als der Aromahopfen mit 18,7 dt/ha. Gut sechs Zehntel der Hopfenernte entfielen auf die Sorten Hallertauer Magnum (rd. 6.300 t), Perle (rd. 6.000 t) und Hallertauer Tradition (rd. 4.700 t). Fast 86 Prozent der Hopfenanbauflächen Deutschlands liegen in Bayern. Mit 14.754 ha entfallen gut 97 Prozent der bayerischen Anbaufläche auf die Hallertau, die damit zugleich das größte geschlossene Hopfenanbaugebiet der Welt ist. Für 100 Liter Bier werden im Durchschnitt etwa 120 g Hopfen benötigt.

Links zum Thema Hopen und Malz,
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