26. Oktober 2007

Rheinland-Pfalz: Sieben Millionen Hektoliter Weinmost geerntet

Früher Lesebeginn wegen sommerlicher Temperaturen im Frühjahr

Bad Ems (agrar.de) – Die rheinland-pfälzischen Winzer ernten in diesem Jahr voraussichtlich fast sieben Millionen Hektoliter Weinmost (ein Hektoliter entspricht 100 Liter). Diese Bilanz zieht das Statistische Landesamt kurz vor Abschluss der Lese aus den Meldungen der ehrenamtlichen Ernteberichterstatter. Die Erntemenge liegt damit um 18,2 Prozent über der des Vorjahres und um 8,8 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Auf Weißmost entfallen 4,6 Millionen, auf Rotmost 2,4 Millionen Hektoliter.

Während im vergangenen Jahr die Ernte innerhalb kürzester Zeit eingebracht werden musste, stand dieses Jahr ein langer Lesezeitraum zur Verfügung. So begann die Lese bereits Ende August und konnte dann entsprechend der Reifeentwicklung der Trauben fortgesetzt werden. Der Grund für den ungewöhnlich frühen Beginn waren die sommerlichen Temperaturen im März und April, die einen erheblichen Vegetationsvorsprung brachten. Wegen der aus Sicht der Winzer günstigen Septemberwitterung mit kühlen Nächten blieben die Trauben gesund und ermöglichten eine optimale Lese. Die Schäden aufgrund von Sonnenbrand im August haben sich offenbar nicht so stark auf den Ertrag ausgewirkt wie zunächst befürchtet; die Schätzungen der Weinbauexperten im August waren von lediglich 6,3 Millionen Hektolitern ausgegangen.

Die einzelnen Sorten haben sich mengenmäßig unterschiedlich entwickelt. Riesling, die Sorte mit der größten Anbaufläche, legt gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel auf 1,5 Millionen Hektoliter zu. Die Dornfelder-Menge steigt dagegen nur um 4,8 Prozent auf 995.000 Hektoliter. Die Erntemenge von Müller-Thurgau (eine Million Hektoliter) wird das Vorjahresniveau wegen der rückläufigen Anbaufläche wahrscheinlich nicht ganz erreichen.

Mit 2,9 Millionen Hektoliter entfällt die größte Erntemenge auf das Anbaugebiet Rheinhessen; gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 12,9 Prozent. Es folgt die Pfalz mit 2,6 Millionen Hektoliter (plus 25,9 Prozent). An der Mosel liegt die Erntemenge bei 925.000 Hektoliter (plus 10 Prozent). Eine größere Menge weist noch die Nahe mit 430.000 Hektoliter (plus 31 Prozent) auf. In den kleinsten Anbaugebieten im Land, Ahr und Mittelrhein, werden 54.000 bzw. 38.000 Hektoliter geerntet.

Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten über 300 ehrenamtliche Weinbauexperten regelmäßig über die Wachstumsstände der Reben und die Weinmosterträge.

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