13. August 2007

Thüringen: Mehr Schlachtungen – Auszahlungspreise unter Vorjahresniveau

Themen: Fleisch,Statistik,Thüringen — info @ 09:08

Erfurt (agrar.de) – Im ersten Halbjahr 2007 wurden in Thüringen 917.604 als tauglich beurteilte Tiere, darunter 34.228 Rinder, 877 Kälber, 878.429 Schweine und 3.468 Schafe geschlachtet. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik stieg die Zahl der Schlachtungen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 122.642 Tiere bzw. 15,4 Prozent.

Die Schweineschlachtungen stiegen dabei um 120.248 Tiere bzw. 15,9 Prozent und an Rindern wurden 2.595 bzw. 8,2 Prozent mehr geschlachtet. Dagegen kamen weniger Kälber (- 66 Tiere bzw. – 7,0 Prozent) und auch weniger Schafe (- 45 Tiere bzw. – 1,3 Prozent) auf die Schlachtbank.

Aus den geschlachteten Tieren wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 92.033 Tonnen Fleisch erzeugt. Die Schlachtmenge lag um 12.241 Tonnen bzw. 15,3 Prozent über dem Niveau der ersten Jahreshälfte 2006. Auf die einzelnen Fleischarten entfielen:

– 10.496 Tonnen Rindfleisch (Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum: + 904 Tonnen bzw. + 9,4 Prozent), – 60 Tonnen Kalbfleisch (- 7 Tonnen bzw. – 10,1 Prozent), – 81.364 Tonnen Schweinefleisch (+ 11.344 Tonnen bzw. + 16,2 Prozent), – 76 Tonnen Schaffleisch (- 1 Tonne bzw. – 1,3 Prozent) und – 36 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch (+ 1 Tonne bzw. + 3,8 Prozent).

Die Auszahlungspreise lagen unter dem Niveau von 2006. Je Kilogramm Schlachtgewicht erlösten die Landwirte bei Rindern 8 Cent und bei Schweinen 16 Cent weniger als vor einem Jahr.

Im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2007 brachten die Auszahlungspreise für Schlachtrinder (Meldungen der Freistaaten Thüringen und Sachsen) 2,24 Euro/kg Schlachtgewicht (I. Quartal 2007: 2,30 Euro/kg SG; II. Quartal 2007: 2,17 Euro/kg SG). Vergleichsweise waren es im Vorjahresberichtszeitraum 2,32 Euro.

Im II. Quartal haben die Erzeugerpreise besonders bei Ochsen-, Bullen- und Kuhschlachtungen nachgegeben. Im Einzelnen wurden je Kilogramm Schlachtgewicht für Ochsen im Durchschnitt Januar bis Juni 2,29 Euro/kg SG (I.2007: 2,36 Euro; II.2007: 2,21 Euro), für Bullen 2,75 Euro (I.2007: 2,89 Euro; II.2007: 2,61 Euro) und für Kühe 1,97 Euro (I.2007: 1,99 Euro; II.2007: 1,95 Euro) erzielt. Bei Färsen waren die Erzeugerpreise mit 2,07 Euro/kg im Durchschnitt des Berichtszeitraumes am stabilsten. Für Kälber wurden im Halbjahresdurchschnitt 2,68 Euro/kg SG erlöst (1. Hj. 2006: 3,44 Euro/kg SG). Hier war eine erhebliche Preisbewegung zwischen den Monaten zu verzeichnen, dennoch lagen die durchschnittlichen Erzeugerpreise im II. Quartal 2007 (2,68 Euro/kg SG) auf dem Niveau des Vorquartals (2,69 Euro/kg SG).

Für Schweine bekamen die Landwirte im Durchschnitt aller Handelsklassen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007 für ein Kilogramm Schlachtgewicht 1,28 Euro, gegenüber 1,44 Euro im ersten Halbjahr 2006. Im aktuellen Jahr war gegenüber den Preisen des I. Quartals ab April ein monatlicher Anstieg eingetreten, in dessen Ergebnis mit 1,31 Euro im II. Quartal 6 Cent/kg SG mehr erlöst wurden als im Vorquartal (1,25 Euro).

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10. August 2007

DBV: Keine Irreführung durch Aufweichung der Gentechnik-Kennzeichnungsvorschriften

Themen: EU,Gentechnik,Verbände — info @ 16:08

Verband: EU-einheitliche Regelung notwendig

Berlin (agrar.de) – Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) und die SPD-Bundestagsfraktion wollen durch eine Änderung der ‚Neuartige Lebensmittel- und Lebensmittelzutaten-Verordnung‘ die nationalen Anforderungen für eine Kennzeichnung von Lebensmittel ‚ohne Gentechnik‘ im Vergleich zur bestehenden Regelung aufweichen. Das Ziel bestehe darin, eine Kennzeichnung ‚ohne Gentechnik‘ bei tierischen Produkten bereits dann zuzulassen, wenn keine kennzeichnungspflichtigen GVO-Futtermittel für die Tierfütterung verwendet werden. Hingegen soll die bewusste Verwendung von gentechnisch produzierten Verarbei­tungshilfsstoffen, Enzymen oder Futtermittelzusatzstoffen künftig einer Kennzeichnung ‚ohne Gentechnik‘ nicht mehr entgegenstehen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) lehnt diese Bestrebungen zur Aufweichung der nationalen Kennzeichnungsvorschriften entschieden ab. Damit werde der Wettbewerb in der Land- und Ernährungswirtschaft verfälscht und der Verbraucher über die tatsächliche Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen im Produktionsprozess in die Irre geführt. Es muss klar sein, dass bei der prozessbezogenen Kennzeichnung ‚ohne Gentechnik‘ im Produktionsverfahren keine bewusste Berührung mit der Gentechnik bzw. gentechnische Verfahren erfolgt. Dies sei jedoch mit der angekündigten Aufweichung der nationalen Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel ‚ohne Gentechnik‘ nicht mehr garantiert, da diese Kennzeichnung auch dann erfolgen könnte, wenn gezielt gentechnisch veränderte Verarbeitungshilfsstoffe, Enzyme oder Futtermittelzusatzstoffe eingesetzt wurden. Nach früheren Umfragen hatte die Mehrheit der befragten Konsumenten angegeben, dass man unter der Eigenschaft als ‚gentechnikfrei‘ ein solches Lebensmittel verstehe, das auf allen Ebenen seines Produktionsprozesses frei von Gentechnik geblieben sein müsse. Der DBV weist zudem darauf hin, dass mit der angestrebten Aufweichung der Kennzeichnungsvorschriften ‚ohne Gentechnik‘ dem Verbraucher suggeriert werde, dass die tierischen Lebensmittel, die unter Verwendung von gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellt werden, gentechnikbehaftet seien. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wie die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit jüngst in einer Stellungnahme auf eine Anfrage der EU-Kommission erneut erklärte, sind in Fleisch, Milch und Eiern keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten. Auch bei Einsatz von GVO-Futtermitteln sind tierische Produkte nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen gentechnikfrei. Bei einer produktbezogenen Kennzeichnung können sie auch so bezeichnet werden. Der DBV bekräftigt deshalb seine ablehnende Position zu nationalen Alleingängen, mit denen Verunsicherungen bei Landwirten und Verbrauchern sowie ungerechtfertigte Wettbewerbsverzerrungen verbunden wären. Zumindest für den europäischen Binnenmarkt bedarf es vielmehr einer EU-einheitlichen Gentechnik-Kennzeichnung für den gesamten Herstellungsprozess von Lebensmitteln.

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Bauern fordern Anteil an gestiegenen Lebensmittelpreisen

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 15:08

Münster (agrar.de) – Angesichts weiter steigender Verbraucherpreise für viele Lebensmittel verlangen die Landwirte in Westfalen-Lippe eine deutlich höhere Beteiligung an den Erlösen. Dies ist, so WLV-Präsident Franz-Josef Möllers gegenüber der Presse, zwingend erforderlich, um angesichts massiv steigender Produktionskosten die gesellschaftlich gewünschten bäuerlichen Strukturen erhalten zu können. Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel steht dabei zunehmend in der Kritik.

Möllers: ‚Die sich abzeichnende allgemeine Erhöhung des Preisniveaus für Lebensmittel ist überfällig und die Reaktion des Großteils der Verbraucher zeigt, dass dies auch von den Menschen verstanden wird. Allerdings wird dieses Verständnis sehr schnell schwinden, wenn sich der Eindruck verfestigen sollte, dass sich einzelne Lebensmittelhändler die Taschen vollstopfen. Von den Mehrerlösen muss deutlich mehr bei den Bauern ankommen.‘

Der WLV verweist darauf, dass sich insbesondere auf den internationalen Märkten für Milchprodukte weiter steigende Preise abzeichnen. Sowohl die EU-Kommission als auch die OECD und die Welternährungsorganisation FAO hatten in jüngster Zeit sehr optimistische Prognosen für die nächsten Jahre veröffentlicht. So sollen die Preise für Milcherzeugnisse in der EU weiter über dem Weltmarktniveau bleiben, was weiterhin steigende Exporterlöse für den Lebensmitteleinzelhandel und die Molkereien erwarten lässt.

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09. August 2007

Viehbestand in Schleswig-Holstein

Entgegen dem mehrjährigen Trend mehr Milchkühe, weniger Schweine und Schafe

Kiel (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Erhebung über die Viehbestände am 3. Mai 2007 wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben Schleswig-Holsteins 1,14 Mio. Rinder, 1,48 Mio. Schweine und 341.000 Schafe gehalten.

Der Rinderbestand insgesamt war um 9.000 Tiere (ein Prozent) kleiner als im Mai 2006, damit setzte sich der langjährige Rückgang gebremst fort. Wie das Statistikamt Nord mitteilt, zeigte sich erstmals seit vier Jahren bei der Zahl der Milchkühe wieder ein Zuwachs – ihr Bestand erhöhte sich in Jahresfrist um 9.000 Tiere (drei Prozent) auf jetzt 337.000. Dieser Anstieg entgegen dem langjährigen Trend ist im Zusammenhang mit Informationen über noch nicht ausgeschöpfte Milchgarantiemengen zum Ende des letzen Milchwirtschaftsjahres zu sehen. Die Zahl der Ammen- und Mutterkühe lag mit knapp 44.000 Tieren leicht über dem Wert vom Mai 2006 (zwei Prozent). Der Bestand der für die Reproduktion wichtigen Zucht- und Nutzfärsen (ab ein Jahr alt) verringerte sich in Jahresfrist um ein Prozent; die Zahl der Kälber und Jungrinder bis zu einem Jahr ging um fast 9.000 Tiere oder zwei Prozent zurück.

Bei den Schlachtrindern (über ein Jahr) fiel der Bestandsabbau recht deutlich aus. Ihre Zahl lag zum Zählungsstichtag um sechs Prozent unter dem Vorjahresbestand.

Der Gesamtbestand an Schweinen war erstmals seit zehn Jahren wieder rückläufig und nahm gegenüber dem Mai 2006 um 23.000 Tiere (zwei Prozent) ab. Sowohl der Bestand an Jungschweinen wie auch an Ferkeln ging in Jahresfrist um vier Prozent zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die Gesamtzahl der Mastschweine leicht um ein Prozent, der Sauenbestand insgesamt blieb nahezu unverändert. Dabei wurde die Zunahme bei den Jungsauen um 5.000 Tiere durch den Rückgang bei den Altsauen ausgeglichen.

Der Bestand an Schafen zeigte erstmals seit zehn Jahren einen deutlichen Rückgang. In Jahresfrist verringerte sich ihre Zahl um sieben Prozent oder 27.000 Tiere. Eine Ausnahme war nur bei den Hammeln zu verzeichnen.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine — info @ 12:08

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 640 angebotenen Schweinen alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,48 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,47 Euro bis 1,49 Euro verkauft.

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08. August 2007

Bioland fordert Nachbesserungen beim Gentechnikgesetz

Themen: Biolandbau,Gentechnik,Haftung,Umwelt,Verbände — info @ 15:08

Genmais muss 800 Meter Abstand halten

Mainz (agrar.de) – Das Bundeskabinett befasst sich heute mit dem Entwurf eines neuen Gentechnikgesetzes. ‚Dieser Gesetzentwurf liest sich noch immer wie ein Freibrief für gentechnische Verunreinigungen‘, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland. „Eine schleichende Verunreinigung der gesamten Nahrungskette mit gentechnisch veränderten Organismen darf nicht legitimiert werden.‘ Bioland fordert daher zum Schutz der Wahlfreiheit von Landwirten und Verbrauchern erhebliche Nachbesserungen. Eine zentrale Forderung ist dabei, dass die Anbauer von Genmais mindestens 800 Meter Abstand zu Nachbarkulturen einhalten.

Zudem fordert Bioland die vollständige Streichung eines neuen Passus im Gesetzesentwurf, wonach über privatrechtliche Verträge zwischen dem GVO-Anbauer und seinem Nachbarn die gesetzlichen Sorgfaltspflichten für den GVO-Anbauer vollständig außer Kraft gesetzt werden können. ‚Da Schadensfälle somit nicht transparent werden und das Risiko eines GVO-Eintrags nicht deutlich wird, stellt dies eine Gefahr für alle anderen Nachbarn dar. Der im Gentechnikgesetz verankerte Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft würde über Privatvereinbarungen einfach ausgehebelt werden können‘, so Dosch.

Auch bei der Haftungsregelung müssen Nachbesserungen vorgenommen werden. Ohne einen Haftungsanspruch bei gentechnisch verunreinigten Ernten unterhalb einer Schwelle von 0,9 Prozent kann die Wahlfreiheit für Landwirte und Verbraucher nicht gesichert werden.

Bioland ist mit über 4.500 Erzeugern und knapp 700 Vertragspartnern in der Herstellung der größte Verband im ökologischen Landbau in Deutschland.

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Weniger aber größere Traktoren auf den Höfen

Themen: Agrarstruktur,Landtechnik,Statistik — info @ 14:08

Bonn (agrar.de) – Hat ein Auto seinen Dienst getan und kaum noch Chancen über den nächsten TÜV zu kommen, dann führt sein Weg unweigerlich zum Schrottplatz. In aller Regel wird das Altauto durch ein neues ersetzt. Das dürfte eigentlich auch für alte Traktoren gelten. Auf deutschen Bauernhöfen werden jedoch nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) in Bonn längst nicht mehr alle alten Traktoren nach ihrer Verschrottung durch neue ersetzt. Der Höhepunkt der Motorisierungswelle wurde 1985 mit 1,48 Mio. Traktoren erreicht. Seither geht jedoch die Zahl dieser landwirtschaftlichen Zugmaschinen wieder zurück. So betrug der gesamte Traktorenbestand in der Landwirtschaft 2005 rund 833.200 Stück.

Die Entwicklung des Traktorenbestandes ist nach Aussagen des RLV insbesondere ein Spiegelbild des Strukturwandels in der Landwirtschaft: weniger Bauernhöfe brauchen auch weniger Traktoren. Allerdings werden nach wie vor durchschnittlich zwei Traktoren pro Betrieb eingesetzt. Und im Gegensatz zur Entwicklung der Stückzahl werden die Traktoren immer größer, da die wachsenden Betriebe auch höhere Ansprüche an die Leistungsfähigkeit und Schlagkraft der Maschine stellen. Betrug die durchschnittliche Motorleistung bei Schleppern 1985 noch 31,3 kW erhöhte sie sich bis 2005 auf 44,2 kW.

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Erdbeer- und Spargelernte in Schleswig-Holstein

Frühe und hohe Erträge

Kiel (agrar.de) – Aufgrund der Ertragsschätzungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter erwartet das Statistikamt Nord in diesem Jahr mit gut 38 dt/ha eine höhere Spargelernte als im mehrjährigen Durchschnitt, der bei rund 37 dt/ha liegt. Durch die im April vorherrschende warme Wetterphase begann die Saison beim Spargel bereits Mitte April, also rund zwei Wochen früher als in den Vorjahren. Allerdings verhinderte ab Ende April geringer Niederschlag und ab Mitte Mai fehlende Wärme eine noch deutlichere Ertragssteigerung.

Die günstige Wetterlage im April sorgte auch für einen frühzeitigen Saisonstart bei den Erdbeeren. Das Statistikamt Nord rechnet auf der Grundlage der Einschätzungen der Ernteberichterstatter in Schleswig-Holstein mit einer überdurchschnittlichen Erdbeerernte von rund 116 dt/ha, die damit gut zehn Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt liegt. Der Fruchtansatz war in diesem Jahr überwiegend gut. Leider fehlten zum Reifezeitpunkt vielerorts die „Selbstpflücker“, wodurch nicht alle Früchte abgeerntet werden konnten. Starke Niederschläge im Juni führten regional zu Ernteverlusten bei reifen Früchten. In Schleswig-Holstein war die Erdbeerernte Ende Juni noch nicht abgeschlossen, obwohl auch die späten Sorten in diesem Jahr früher ausreiften.

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Österreich: Preisentwicklung von Nahrungsmitteln

Wien (agrar.de) – Die gegenwärtige Preisentwicklung für ‚Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke‘ war im Juni 2007 für rund ein Viertel der Inflationsrate verantwortlich. Betrachtet man allerdings die Entwicklung seit dem EU-Beitritt bis zum ersten Halbjahr 2007, ist das allgemeine Preisniveau um durchschnittlich 24,8 Prozent gestiegen, jenes für die Ausgabengruppe ‚Ernährung und Alkoholfreie Getränke‘ aber nur um 18,4 Prozent, also um ein Viertel weniger als die durchschnittliche Inflation. Die Statistik Austria stellt die aktuelle Situation den Zeiträumen vor und nach der Euro-Einführung gegenüber.

Preissteigerungen seit Juni 2006

Innerhalb der Ausgabengruppe ‚Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke‘ hat mit rund einem Viertel die Ausgabengruppe ‚Fleisch und Fleischwaren‘ (+3,7 Prozent) den größten Anteil an den durchschnittlichen Preissteigerungen im Jahresabstand. Hier haben vor allem die Preise für Rindfleisch stark angezogen. Kalbschnitzelfleisch, Rindfleisch-Lungenbraten und Rindschnitzelfleisch sind durchschnittlich um jeweils +8 Prozent gestiegen.

Für ein weiteres Fünftel der Preissteigerungen zeichnen mit einem Plus von 4,6 Prozent die Ausgaben für ‚Milch, Käse und Eier‘ verantwortlich. Beispielsweise verteuerten sich Gouda und Eier jeweils um 7,0 Prozent. Aber auch bei den Milchprodukten gab es einen Preisschub: Joghurt wurde um 7 Prozent und Topfen um 6 Prozent teurer. Die Vollmilch, die den größten Ausgabenanteil innerhalb dieser Warengruppe ausmacht, stieg seit Juni 2006 um durchschnittlich 4,7 Prozent.

Auch Brot und Getreideprodukte haben im Jahresabstand um 3,7 Prozent angezogen und sind für ein weiteres Fünftel verantwortlich. Neben Weizenmehl (+6 Prozent) wurden Gebäck und Semmeln um jeweils 5 Prozent teurer, aber auch Spezialbrot zog um +4 Prozent und Weißbrot um +6 Prozent deutlich an.

Preisentwicklung von Nahrungsmitteln seit dem EU-Beitritt

Seit dem EU-Beitritt bis zum ersten Halbjahr 2007 ist das allgemeine Preisniveau um durchschnittlich 24,8 Prozent gestiegen, jenes für die Ausgabengruppe ‚Ernährung und Alkoholfreie Getränke‘ aber nur um 18,4 Prozent, also um ein Viertel weniger als die durchschnittliche Inflation. In der Periode vor der Euro-Einführung (1994 bis 2001) stieg das allgemeine Preisniveau um 12,5 Prozent (VPI 1994 bis 2001), die Preise für ‚Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke‘ jedoch nur um 5,9 Prozent. Somit war die Inflation in dieser Periode doppelt so hoch wie die durchschnittlichen Preissteigerungen der Ausgabengruppe ‚Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke‘. Bei ‚Milch, Käse und Eiern‘ gab es in dieser Periode sogar Preisrückgänge um durchschnittlich -2,8 Prozent. Obwohl sich die Preise für ‚Brot und Getreideprodukte‘ um 4,3 Prozent steigerten, wiesen die Preise für Weizenmehl durchschnittliche Preisrückgänge um -22,3 Prozent aus. Die größten Preisrückgänge waren im Jahr des EU-Beitritts (1995) zu beobachten. Die Vollmilch wurde um 10 Prozent, Weizenmehl um 29 Prozent, Mischbrot um 3,8 Prozent und Eier um 1,2 Prozent billiger. Derart ausgeprägte Verbilligungen bei Lebensmitteln waren seither nicht mehr zu beobachten.

Im Gegensatz dazu zeigt sich seit der Euro-Einführung ein anderes Bild. Die Inflation von 2001 bis zum ersten Halbjahr 2007 beträgt 10,9 Prozent, die Preise für ‚Ernährung und Alkoholfreie Getränke‘ sind durchschnittlich um 11,7 Prozent gestiegen, also etwas mehr als der durchschnittliche Anstieg aller Waren und Dienstleistungen im Warenkorb. Den größten prozentuellen Anstieg findet man bei ‚Brot und Getreideprodukten‘. Seit der Euro-Einführung sind die Preise in dieser Ausgabengruppe um 14,9 Prozent angestiegen, also deutlich über dem Durchschnitt von 10,9 Prozent. Mischbrot ist sogar um 22 Prozent teurer als 2001. Das Weizenmehl, das in der Periode vor der Euro-Einführung starke Preisrückgänge aufwies (-22 Prozent) entwickelte sich seit der Euro-Einführung mit 12 Prozent nur leicht über dem Durchschnitt. Bei ‚Milch, Käse und Eier‘ zogen die Preise mit 11,9 Prozent um einen Prozentpunkt mehr an als die Inflation (10,9 Prozent) in dieser Periode. Eier wurden sogar um 21 Prozent und Vollmilch um 17 Prozent teurer. Trotz des derzeitigen inflationstreibenden Effekts der ‚Fleisch und Fleischwaren‘ ist die Preisentwicklung mit 9,8 Prozent seit der Euro-Einführung leicht unterdurchschnittlich. Jedoch sind die Preissteigerungen bei Rindfleisch mit 24 Prozent seit der Euro-Einführung vier Mal so hoch wie in der Periode davor und mehr als doppelt so hoch wie der allgemeine Preistrend. Auch die Preise von Schweinefleisch steigen seit der Euro-Einführung rascher als vor der Einführung, aber mit 8 Prozent liegen sie deutlich unter der Inflationsrate in dieser Periode.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

Schleswig-Holstein: Getreideernte kommt bei freundlichem Wetter gut voran

Themen: Anbauflächen,Schleswig-Holstein,Statistik — info @ 09:08

Kiel (agrar.de) – Nach den schwierigen Wetterverhältnissen der vergangenen Wochen kommt die Getreideernte in Schleswig-Holstein dank des seit einigen Tagen freundlicheren Wetters jetzt gut voran. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit.

Winterraps und Wintergerste seien auf ca. 120.000 Hektar bzw. ca. 61.000 Hektar bereits zu 100 Prozent geerntet. Auch der Winterweizen, der in diesem Jahr auf ca. 187.000 Hektar angebaut wurde und so gemessen an der Anbaufläche das mit Abstand wichtigste Getreide in Schleswig-Holstein ist, werde jetzt zügig eingebracht; je nach Region liege der Erntefortschritt zwischen 40 und 60 Prozent. Das Landwirtschaftsministerium rechnet damit, dass bei anhaltend freundlichem Wetter die Weizenernte bis zum kommenden Wochenende zu bis zu 90 Prozent abgeschlossen werden könnte. Die in diesem Jahr ca. 22.000 Hektar Roggen seien zu etwa 30 Prozent geerntet, ähnlich sei der aktuelle Stand bei Sommergerste (ca. 10.700 Hektar) und Triticale (ca. 9.000 Hektar). Dagegen habe die Haferernte (ca. 7.300 Hektar) ebenso noch nicht begonnen wie das Einbringen des Sommerweizens (ca. 1.200 Hektar).

Während beim Roggen offenbar mit einer guten Qualität zu rechnen ist, zeichnet sich ab, dass das Weizenergebnis zumindest quantitativ unterdurchschnittlich sein wird. Insgesamt wird von zwischen 70 und 75 Dezitonnen je Hektar ausgegangen, während das langjährige Mittel sonst bei 90 Dezitonnen liegt (1 Dezitonne = 100 Kilogramm). Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

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