29. August 2007

Schleswig-Holstein: Getreideernte 2007

Erträge bleiben hinter Erwartungen zurück

Kiel (agrar.de) – Nach der zweiten, noch vorläufigen Ernteberechnung des Statistikamtes Nord ergibt sich für Schleswig-Holstein eine Getreideernte von 2,15 Mio. Tonnen (t). Dies wäre die niedrigste Ernte seit 13 Jahren. Bei einer gegenüber dem Vorjahr um knapp 18.000 ha oder sechs Prozent eingeschränkten Getreidefläche von 299.000 ha, wird damit die Erntemenge um 15 Prozent unter der des Vorjahres liegen. Diese zweite Ernteberechnung weist aufgrund der nicht vorhersehbaren, zum Teil extremen Witterungsverhältnisse im Juli eine um rund sieben Prozent niedrigere Getreideernte als zum Stand der ersten Ernteschätzung von Ende Juni aus.

Mit allein 1,5 Mio. Tonnen entfallen zwei Drittel der Getreideernte auf den Weizen. Die Bestände präsentierten sich nach dem Winter zunächst in einem guten Zustand. Ein Niederschlagsdefizit im Frühjahr führte auf leichten Böden zu Trockenschäden. Durch Starkwinde und große Regenmengen wurden im Juli vielerorts die Getreidebestände zu Boden gedrückt, was ebenso zu Ernteverlusten führte wie die fehlende Sonneneinstrahlung und Schäden durch das Gelbverzwergungsvirus. Im Ernteverlauf gab es immer wieder Unterbrechungen durch Regenfälle, die Befahrbarkeit auf schweren Böden war schlecht und die Feuchtigkeitsgehalte des Getreides waren entsprechend hoch. Für Weizen und auch Roggen werden dennoch überwiegend ausreichende Qualitäten für die Verarbeitung als Brotgetreide erwartet.

Nach den Berechnungen des Statistikamtes liegt das Ertragsniveau bei fast allen Getreidearten sowohl unter dem Vorjahresergebnis als auch unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Im Landesmittel wird mit einem Getreideertrag von 72 dt/ha (Vorjahr 80 dt/ha) gerechnet. Ertragsstärkste Getreideart ist mit 79 dt/ha der Winterweizen gefolgt von Wintergerste (67 dt/ha), Triticale (55 dt/ha), Sommergerste (51 dt/ha), Roggen (50 dt/ha) und Hafer (50 dt/ha).

Bei einer gegenüber 2006 um 8.000 ha oder sieben Prozent auf 121.000 ha ausgeweiteten Anbaufläche und einem Ertrag von 39 dt/ha, der damit auf dem Niveau des Vorjahrs liegt, wird die Rapsernte rund 472.000 t betragen. Damit wird eine um ebenfalls sieben Prozent höhere Erntemenge als im Vorjahr erwartet.

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