22. August 2007

Mehr Raps und Silomais in Nordrhein-Westfalen

Bonn (agrar.de) – Die Bauern in Nordrhein-Westfalen haben in diesem Jahr deutlich mehr Winterraps, Silomais und Hackfrüchte angebaut als in 2006. Der Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten haben dagegen in 2007 deutlich abgenommen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommen – wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn berichtet – erste Auswertungen des Statistischen Landesamtes.

Insgesamt beackern Nordrhein-Westfalens Bauern etwa 1.072.700 ha Ackerland. Auf über der Hälfte, etwa 59 Prozent, wächst Getreide. Fruchtart Nummer Eins in Nordrhein-Westfalen bleibt mit rund 272.000 ha unverändert der Weizen. Während im Rheinland der Anbau leicht zurückging, wurde er in Westfalen-Lippe ausgedehnt. Insgesamt beansprucht der Winterweizen 25 Prozent des Ackerlandes in Nordrhein-Westfalen, im Rheinland beträgt sein Anteil 29 Prozent, in Westfalen 24 Prozent. An zweiter Stelle rangiert unverändert die Wintergerste, die jedoch gegenüber dem Vorjahr um etwa 4 Prozent auf 180.800 ha zurückging. Im Rheinland wurden unverändert rund 36.800 ha, in Westfalen-Lippe rund 144.000 ha ermittelt. Der Roggenanbau hat, wie im Vorjahr, wieder nur leicht zugelegt, jedoch spielt er mit insgesamt knapp 19.460 ha ebenso wie die Sommergerste und Hafer weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.

Erneut ausgedehnt wurde der Anbau von Winterraps, der in diesem Jahr auf 75.660 ha (+ 15 Prozent) geerntet wurde. Der kräftige Anstieg des Rapsanbaus ist vor allem auf die Zunahme der Produktion für Biodiesel zurückzuführen und liegt im bundesweiten Trend. Auch der Kartoffelanbau legte wieder leicht zu. Sowohl Frühkartoffeln, trotz der schwierigen Pflanzbedingungen, als auch speziell Industriekartoffeln wurden auf Grund des großen Bedarfs und guter Preise im Vorjahr zusammen auf rund 1.630 ha Anbaufläche erweitert. Das ist ein Plus von 8,5 Prozent. Der Anbau von Spätkartoffeln zu Speisezwecken sank dagegen um 5 Prozent beziehungsweise 650 ha auf 12.300 ha im Vergleich zu 2006.

Die Möglichkeit, Zuckerrüben zu industriellen Zwecken veräußern zu können, ließ hier den Anbau nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr wieder um beachtliche 7,9 Prozent auf fast 61.200 ha empor klettern. Unverändert blieb der Anbau von Körnermais und Corn-Cob-Mix, einer Maisspezialität für Vieh, mit 83.600 ha. Der Anbau von Silomais, mit dem eigentlich vor allem Rinder gefüttert werden, legte um 7,2 Prozent oder knapp 10.000 ha auf 195.329 ha zu, wobei dies überwiegend in Westfalen-Lippe erfolgte. Bei rückläufigen Viehzahlen kann nur der so genannte Biogas-Boom Ursache für eine erhebliche Ausdehnung des Maisanbaus in 2007 sein.

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