24. Juli 2007

Mehr GVO-Mais angebaut – Anbau konzentriert sich auf neue Bundesländer

Themen: Anbauflächen,Gentechnik,Statistik — info @ 12:07

Berlin (agrar.de) – Der Anbau von gentechnisch verändertem (GV-)Mais in Deutschland ist nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gegenüber den Vorjahren deutlich gestiegen.

Laut Erhebungen wurde auf einer Fläche von 2.685 Hektar (ha) GV-Mais angebaut, laut BVL-Statistik waren ursprünglich 3.623 ha Anbaufläche geplant. Bezogen auf die vom Deutschen Maiskomitee (DMK) ermittelten Maisanbaufläche von insgesamt 1,83 Millionen ha beträgt der Anteil 0,07 Prozent. Im letzten Jahr wurde GV-Mais auf 947 ha, im Jahr 2005 auf 342 ha angebaut.

Die meisten GV-Maisflächen befinden sich in den Bundesländern Brandenburg (61 Standorte, 50 Prozent der Gesamtfläche), Mecklenburg-Vorpommern (25 Standorte, 24 Prozent), Sachsen (34 Standorte, 21 Prozent) und Sachsen-Anhalt (15 Standorte, 4 Prozent).

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„ohne Gentechnik“-Kennzeichnung: Nüssel lehnt Irreführung der Verbraucher ab

Themen: Gentechnik,Verbände — info @ 11:07

Berlin (agrar.de) – In der SPD-Bundestagsfraktion und auf Leitungsebene des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird eine Aufweichung der Regelung zur ‚ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung von Lebensmitteln diskutiert. In Abkehr der bestehenden Regelung soll zukünftig allein die Abwesenheit gentechnisch veränderter Futtermittel im Herstellungsprozess eines Lebensmittels dessen Auslobung mit dem Hinweis ‚ohne Gentechnik‘ ermöglichen. ‚Derartige Pläne lehne ich ab. Eine ‚ohne Gentechnik‘- Kennzeichnung allein auf Basis der Abwesenheit gentechnisch veränderter Futtermittel wäre eine Irreführung des Verbrauchers‘, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).

Der DRV-Präsident verweist auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid1, die der DRV im Januar 2005 in Auftrag gegeben hatte. Befragt, welche Eigenschaften ein als ‚gentechnikfrei‘ deklariertes Lebensmittel haben muss, gaben 59 Prozent der Konsumenten an, dass ein solches Lebensmittel auf allen Ebenen seines Produktionsprozesses frei von Gentechnik geblieben sein muss. Dies schließt nicht nur gentechnisch veränderte Futtermittel, sondern auch die Verwendung gentechnisch hergestellter Zutaten, Zusatzstoffe, Enzyme und Tierarzneimittel ein.

‚Eine Aufweichung der bestehenden Kennzeichnungs-Verordnung steht der allseits immer wieder geforderten Transparenz beim Einsatz von Gentechnik entgegen und findet aufgrund der damit verbundenen Irreführung des Verbrauchers keine Unterstützung durch den DRV‘, so Nüssel. ‚Ich kritisiere, dass die Befürworter einer solchen Regelung den Anspruch des Verbrauchers auf vollständige Information zugunsten einer Regelung opfern wollen, die über die tatsächliche Präsenz gentechnischer Anwendungen in der Land- und Ernährungswirtschaft hinwegtäuscht. Offensichtlich soll die Technologie entgegen den Marktrealitäten einseitig mit dem Futtermittelsektor in Verbindung gebracht werden. Gentechnikfreiheit nur auf dem Papier, das darf nicht das Ziel politischer Bemühungen sein‘, so Nüssel.

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Neue Viehverkehrsverordnung

Themen: EU,GAP,Tiere — info @ 10:07

Hannover (agrar.de) – Am 14. Juli 2007 ist die Ablöseverordnung der Viehverkehrsverordnung in Kraft getreten. Damit werden verschiedene Vorgaben der EU in nationales Recht umgesetzt. Die Viehverkehrsverordnung enthält Regelungen rund um den Handel mit landwirtschaftlichen Nutztieren: von der Kennzeichnung über Aufzeichnungen und Bestandsregister bis hin zu Anforderungen für Viehhandelsunternehmen, Viehmärkte etc.

Neue Regelungen waren auf Grund längst überfälligen EU-Rechtes für die Kennzeichnung von Schafen und Ziegen erforderlich. So sind differenziertere Angaben auf den Ohrmarken erforderlich, mit denen eine Einzeltieridentifikation möglich ist. In Niedersachsen werden diese neue Ohrmarken nach Information des dortigen Landwirtschaftsministeriums bereits seit Ende 2005 ausgeliefert.

Neu ist die Vorgabe beim Verbringen von Schafen und Ziegen ein Begleitpapier mitzugeben, in dem Angaben zum abgebenden und aufnehmenden Betrieb, sowie zu den verbrachten Tieren zu machen sind. Dadurch wird der Handel mit Schafen und Ziegen transparenter. Für Rinder und Schweine werden diese Angaben bereits in einer Datenbank erfasst.

Da die Datenbank für Rinder bereits im Jahr 2002 als voll betriebsfähig anerkannt wurde, bestand die Möglichkeit im innerstaatlichen Handel auf den bislang zwingend mitzuführenden Rinderpass zu verzichten, da die Angaben über den Lebenslauf des Tieres vollständig in der Rinderdatenbank abgebildet werden. Im innergemeinschaftlichen Handel und für den Export in Drittländer ist der Rinderpass allerdings nach wie vor zwingend mitzuführen.

Um dem Rinderhalter weiterhin eine Bestätigung seiner in die Datenbank aufgenommenen Daten zu geben und eine aufwändige Einzelfallanforderung im Falle des innergemeinschaftlichen Handels oder des Exports, die erheblich höhere Kosten verursachen würde, zu ersparen, wird am bisherigen Verfahren festgehalten und jedem Rinderhalter mit der Geburtsmeldung ein Pass ausgestellt, auf dem die Stammdaten des Tieres vermerkt sind. Dieses von den Regionalstellen amtlich ausgestellte Dokument hat ab Mitte Juli die Bezeichnung Rinderpass/Stammdatenblatt. Eine Mitführungspflicht und eine Verpflichtung, den Lebensweg des Rindes auf der Rückseite zu vermerken, besteht nicht mehr. Damit fällt der Rinderpass aus den Kontrollvorgaben zur Prämienvergabe heraus.

Es ist jedoch zu empfehlen, sich als Halter auf der Rückseite einzutragen und den Rinderpass bei der Verbringung weiterhin mitzugeben, damit er im Falle des innergemeinschaftlichen Verbringens oder Exports auch dem letzten Halter vollständig ausgefüllt zur Verfügung steht. Ein mitgeführter Pass stellt zudem für alle Käufer eines Rindes sicher, dass dieses ordnungsgemäß in HIT gemeldet ist. Auch nutzen Handelsunternehmen und Schlachtbetriebe die maschinenlesbaren Strichcodes auf dem Begleitdokument zur Vereinfachung ihrer Meldeverpflichtungen.

Keine Änderung hat sich an der Verpflichtung zur Meldung an die HIT-Datenbank ergeben. Damit sind wie bisher Geburt, EU-Einfuhr, Drittlandimport, Zu- und Abgang sowie Tod, Schlachtung und Ausfuhr zu melden. Hier ist es wichtig, dass alle Angaben zu Verbringungen innerhalb der 7-tägigen Meldefrist eingegeben werden, denn nur so kann die Anerkennung als ‚funktionsfähig‘ erhalten bleiben.

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Sachsen-Anhalt: Anbau von Energiepflanzen gewinnt immer mehr an Bedeutung

Themen: Anbauflächen,Energie,Sachsen-Anhalt,Statistik — info @ 10:07

Halle (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2007 stehen auf einer Mill. Hektar Ackerfläche in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr 56 Prozent Getreide einschl. Körnermais (561.200 Hektar). Die wichtigste Getreideart, der Winterweizen, beansprucht 317.700 Hektar. Handelsgewächse wie zum Beispiel Ölfrüchte nehmen mit 190.700 Hektar 19 Prozent des Ackerlandes ein und Futterpflanzen wachsen auf einer Fläche von 101.500 Hektar (10 Prozent).

Flächenausdehnungen sind bei den Fruchtarten zu verzeichnen, die als nachwachsende Rohstoffe u.a. für die Biokraftstoff- und Biograsproduktion eingesetzt werden, wie z.B. Winterraps, Silomais, Roggen und Zuckerrüben. Die Zuwachsraten bei Ölfrüchten und Futterpflanzen betragen 11 bzw. 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anbaufläche von Winterraps ist um 14 Prozent auf 181.900 Hektar angewachsen und hat damit einen Höchststand erreicht. Bei Silomais ist ein Flächenzuwachs um 17 Prozent auf 73.200 Hektar zu beobachten.

Demgegenüber wurden im Vergleich zu 2006 der Anbau von Getreide um 19.400 Hektar (- 3 Prozent) und von Hülsenfrüchten um 9.600 Hektar (- 38 Prozent) und die Brachflächen um 11.400 Hektar (- 15 Prozent) reduziert.

Mit Ausnahme von Roggen ist bei allen übrigen Getreidearten ein Rückgang der Flächen zu verzeichnen. Die Anbaufläche von Winterweizen verringerte sich im gleichen Umfang wie schon 2006 um fast 13.000 Hektar (- 4 Prozent). Der Anbau von Roggen wurde um 30 Prozent auf 82.600 Hektar ausgedehnt, was neben dem verstärkten Anbau als Energiepflanze auch auf seine steigende Verwendung als Futtermittel zurückzuführen sein dürfte.

Auf 62.000 Hektar stehen in diesem Jahr Hackfrüchte. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 8.900 Hektar bzw. 17 Prozent. Mit 49.000 Hektar Zuckerrüben im Anbau (+ 9.300 Hektar gegenüber 2006) ist nach einer starken Flächenreduzierung im Vorjahr wieder das Niveau des Jahres 2005 erreicht. Kartoffeln wurden auf 12.300 Hektar angebaut, damit setzte sich der seit Jahren zu verzeichnende Rückgang der Kartoffelfläche um weitere 700 Hektar fort. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

23. Juli 2007

Nordrhein-Westfalen: Nachwachsende Rohstoffe gewinnen weiter an Bedeutung

Düsseldorf (agrar.de) – Die steigende Bedeutung von nachwachsenden Rohstoffen und Biogas führt auch in Nordrhein-Westfalen zu strukturellen Veränderungen beim Anbau auf dem Ackerland: Während die landwirtschaftlich genutzte Fläche mit gut 1,5 Millionen Hektar insgesamt etwa konstant blieb, ging die Getreideanbaufläche in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf 642.000 Hektar zurück.

Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anhand erster vorläufiger Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung mitteilt, wurden dagegen verstärkt Zuckerrüben angebaut, die in zunehmendem Maße der Erzeugung von Bioethanol dienen (+7,9 Prozent auf 61.000 Hektar) und Winterraps (+15,4 Prozent auf 75.000 Hektar). Als Reaktionen auf die steigende Nachfrage nach Mais als Rohstoff für die Produktion von Biogas stiegen die Anbauflächen für Silomais auf über 145.000 Hektar (+7,2 Prozent).

Die von den Statistikern vorgestellten Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Auswertung der Fragebögen von etwa einem Fünftel der im Mai 2007 im Rahmen der Agrarstrukturerhebung befragten rund 54.000 nordrhein-westfälischen Betriebe im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Ergebnisse für Gemeinden, Städte und Kreise können erst nach Auswertung des gesamten Erhebungsmaterials vorgelegt werden; dies wird erst 2008 der Fall sein.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

DBV fordert verlässliche Entwicklung bei Biokraftstoffen

Themen: Energie,Kraftstoffe,Verbände — info @ 14:07

Argumentationspapier zur Situation bei Biokraftstoffen vorgelegt

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein Argumentationspapier zur Situation bei Biokraftstoffen vorgelegt, in dem aus Sicht des Berufsstandes der politische Handlungsbedarf aufgezeigt wird sowie Forderungen zur Verstetigung der Entwicklung der Biokraftstoffe aufgestellt werden. So fordert der DBV in diesem Argumentationspapier die deutsche Regierung auf, die bisher verfolgte Zwei-Wege-Strategie bei der Förderung von Biokraftstoffen fortzusetzen und den Marktbedingungen anzupassen. Es müsse sowohl der Weg der Beimischung von Biokraftstoffen zu fossilen Treibstoffen weiter verfolgt werden als auch der Reinkraftstoffmarkt gestärkt werden.

Nach Ansicht des DBV kann nur auf diese Weise das ambitionierte Ziel von 10 Prozent Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch erreicht werden. Ansonsten würden die in Deutschland aufgebauten Kapazitäten für die Biokraftstoffproduktion teilweise ungenutzt bleiben, betonte der DBV. In seinem Argumentationspapier fordert der DBV, die Biokraftstoffquoten schon 2008 für Diesel und Benzin auf jeweils 7 Prozent festzusetzen und sukzessive weiter auszubauen. Weiterhin müsse der Reinkraftstoffmarkt zwingend von der Benachteiligung einer unflexiblen Besteuerung befreit werden und die für 2008 geplante Steuererhöhung verhindert werden. Diese Maßnahmen seien unerlässlich, um den hauptsächlich mittelständisch geprägten Betreibern von dezentralen Anlagen zur Produktion von Biodiesel und Pflanzenöl eine Perspektive zu geben.

Links zum Thema Verbände.

Schleswig-Holstein: Amtliche Futtermittelüberwachung fast ohne Beanstandungen

Themen: Dioxin,Futtermittel — info @ 13:07

Kiel (agrar.de) – Die amtliche Futtermittelüberwachung in Schleswig-Holstein hat im Jahr 2006 ein erfreuliches Ergebnis erbracht: Sowohl die Betriebs- und Buchführungskontrollen als auch die Untersuchung entnommener Futtermittelproben verliefen ohne besondere Auffälligkeiten. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit.

Schwerpunkt der Tätigkeit der amtlichen Futtermittelüberwachung sind die Betriebs- und Buchprüfung mit umfänglichen Prüfungen unter anderem der Systeme der Rückverfolgbarkeit von Futtermitteln und der Qualitätsmanagementsysteme. Insgesamt wurden in Schleswig-Holstein in diesem Rahmen 431 Betriebs- und Buchführungsprüfungen bei den Futtermittelunternehmern, beim Handel und landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Das ist zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 237 Kontrollen oder ca. 120 Prozent, nachdem die Zahl der im Land tätigen amtlichen Kontrolleure auf inzwischen fünf aufgestockt worden war. Im Ergebnis gab es hier keine Auffälligkeiten.

Zudem wurden insgesamt 738 Futtermittel beprobt und analysiert. Beanstandungen gab es dabei nur wegen einigen Fällen der nicht korrekten Angabe der im Futter enthaltenen Vitamine und Spurenelemente, wo die tatsächlichen Gehalte außerhalb des zulässigen Toleranzbereiches lagen.

Ebenfalls positiv: Von den 738 Proben wurden 431 auf tierisches Protein untersucht; in keiner dieser Proben war solches jedoch enthalten. Auch gab es keine Überschreitungen der festgesetzten Höchstgehalte bei den so genannten unerwünschten Stoffen wie etwa Dioxin oder Schwermetalle. Auch Pflanzenschutzmittelrückstände wurden nicht nachgewiesen.

Das Ministerium zieht daher das Fazit, dass durchaus das Bemühen der Futtermittelunternehmer zu erkennen ist, ihrer Verantwortung für sichere Futtermittel nachzukommen. Links zum Thema Tierernährung, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Thüringen: Getreidefläche 2007 um rund 8 Prozent kleiner als im Spitzenjahr 2000

Themen: Anbauflächen,Getreide,Raps,Statistik,Thüringen — info @ 13:07

Flächen mit Winterraps weiter ausgedehnt

Erfurt (agrar.de) – Die Thüringer Landwirte bestellten nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2007 auf knapp 60 Prozent der Ackerfläche Getreide. Insgesamt stehen zur diesjährigen Ernte 367.000 Hektar Getreide (einschließlich Körnermais und Corn-Cob-Mix) im Feld. Das sind 7.100 Hektar (- 1,9 Prozent) weniger als im Jahr 2006. Die diesjährige Getreideanbaufläche liegt um ca. 29 600 Hektar oder 7,5 Prozent unter dem bisherigen Spitzenniveau des Jahres 2000 (396.600 ha) und ist zugleich die niedrigste Anbaufläche seit 1996.

Auf 214.300 Hektar steht die anbaustärkste Getreideart – der Winterweizen. Die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr um weitere 3.300 Hektar oder 1,3 Prozent reduziert. Auch bei Sommergerste, die in diesem Jahr auf 45.300 Hektar steht, ist nach 2006 ein weiterer Flächenrückgang um 5.500 Hektar (- 10,7 Prozent) zu verzeichnen.

Der Anbau der Wintergerste wurde weiter auf 67.700 Hektar ausgedehnt. Die Fläche ist somit um 1.500 Hektar bzw. 2,2 Prozent größer als im Jahr 2006. Gleichfalls haben die Thüringer Landwirte wieder mehr Roggen angebaut. Nach dem verhaltenen Anbau in den Jahren 2005 und 2006 ist bei Roggen mit einer Flächenausdehnung zum Vorjahr um 37,3 Prozent auf 11.600 Hektar der höchste relative Zuwachs zu verzeichnen (2005: 9.200 ha; 2006: 8.400 ha).

Der Anbau von Triticale, einer Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, hat bei einer Fläche von 13.800 Hektar gemessen am Vorjahresniveau wieder leicht zugenommen (+ 700 ha oder 5,3 Prozent).

Für die weniger angebauten Getreidearten Sommerweizen (einschließlich Hartweizen) und Hafer wurden 4.000 Hektar (- 2.600 ha oder – 39,4 Prozent) und 5.500 Hektar (- 100 ha oder- 2,4 Prozent) ermittelt.

Der Anbau von Ölfrüchten lag mit 126.900 Hektar um 6.700 Hektar oder 5,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Maßgebend dafür ist die weitere Zunahme der mit Winterraps bestellten Flächen.

Der Anbau von Winterraps, als Rohstoff für die Nahrungsmittelindustrie, als hochwertiges Tierfutter sowie als nachwachsender Rohstoff u. a. zur Herstellung von Biodiesel, der in den letzten Jahren zu einem Wachstumsmarkt der Landwirte geworden ist, wurde binnen eines Jahres nochmals um 10.300 Hektar (+ 9,0 Prozent) auf 124.800 Hektar erweitert und erreichte den 2,5fachen Anbau der Fläche von 1991 (49.200 ha).

Eine Flächenausdehnung um mehr als 10.000 Hektar zwischen zwei Anbaujahren war letztmalig in den Jahren zwischen 2001 und 2002 (von 100.300 auf 112.200 Hektar) zu beobachten.

Auf 13.500 Hektar stehen Hackfrüchte. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme um 1.700 Hektar oder 14,6 Prozent. Zuckerrüben stehen dabei auf 10.600 Hektar (2006: 9.000 ha).

Der Rohstoff für Thüringer Klöße – die Kartoffel – wächst auf 2.500 Hektar. Die Entwicklung in den vorangegangen zwei Jahren (Abnahme gegenüber dem jeweiligen Vorjahr: 2005: – 350 ha; 2006: – 130 ha) hat mit einem Plus von knapp 200 Hektar erstmals wieder ein positives Vorzeichen.

Auf 13.300 Hektar reifen Hülsenfrüchte, darunter 11.500 Hektar Futtererbsen, 1.500 Hektar Ackerbohnen und 300 Hektar Lupinen. Infolge des erneuten Rückgangs des Anbaus von Futtererbsen (Flächenreduzierung gegenüber 2006 um 2.900 ha) und der sich fortsetzenden rückläufigen Entwicklung bei Ackerbohnen (- 700 ha) wurden in diesem Jahr mehr als ein Fünftel (3.600 Hektar oder 21,5 Prozent) weniger mit Hülsenfrüchten bestellt als vor einem Jahr.

Der Anbau von Ackerfutterpflanzen wurde um 5.000 Hektar oder 7,4 Prozent auf 72.500 Hektar ausgedehnt. Insbesondere zur Gewinnung von regenerativen Energien aus Biomasse wurde der Anbau von Grün- und Silomais auf 42.700 Hektar erweitert. Er hält damit einen Anteil an der gesamten Ackerfutterfläche von 59 Prozent (Vorjahr: 38.100 ha oder 56 Prozent). Ackergras steht auf 11.700 Hektar (- 700 ha oder – 5,7 Prozent) und Luzerne wurde auf 7.500 Hektar (+ ha oder 5,3 Prozent) angebaut. Der Anbau von Klee, Kleegras und Klee-Luzerne-Gemisch entsprach mit 5.700 Hektar annähernd dem Niveau des Vorjahres (5.600 ha).

16.400 Hektar (2006: 18.500 ha) sind Brache einschließlich zur Aktivierung von Zahlungsansprüchen (Betriebsprämien) stillgelegter Flächen bzw. freiwillig aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Flächen (ohne Anbau von nachwachsenden Rohstoffen).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Bodennutzung in Baden-Württemberg zunehmend im Zeichen erneuerbarer Energien

Winterraps und Silomais wichtigste Energiepflanzen

Stuttgart (agrar.de) – Die Förderung erneuerbarer Energie hinterlässt deutliche Spuren in der landwirtschaftlichen Bodennutzung in Baden-Württemberg. Nach den ersten vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2007 hat sowohl der Anbau von Silomais als auch der von Winterraps, die beide als Energiepflanze Verwendung finden können, deutlich zugelegt. Nach Feststellungen des Statistischen Landesamts hat der Anbau von Winterraps mit rund 72.000 Hektar (ha) einen historischen Höchststand in Baden-Württemberg erreicht. Aus Winterraps wird zum einen Speiseöl für die menschliche Ernährung gewonnen, zum anderen ist er Grundlage für den so genannten Biodiesel, der sowohl in Reinform als auch als Beimischung zu normalem Diesel abgesetzt wird. In die Biodieselgewinnung fließt auf jeden Fall jener Winterraps, der explizit als nachwachsender Rohstoff auf stillgelegten Flächen angebaut wird (rund 18.000 ha). Dazu dürften noch weitere Flächen aus dem übrigen Anbau von Winterraps kommen, da die Landwirte und Vermarktungsunternehmen hier frei in der Entscheidung über den Verwendungszweck als Konsumware oder Energiepflanze sind und diese im Wesentlichen von den aktuellen Preisrelationen bestimmt wird.

20.000 ha Silomais zur Biogaserzeugung

Ähnlich wie beim Winterraps stehen auch beim Silomais zwei Verwertungsrichtungen im Wettstreit. Silomais ist zum einen Futtergrundlage in der Rindviehhaltung, kann aber ebenso als energiereicher Rohstoff in Biogasanlagen Verwendung finden. Parallel zu den abnehmenden Rinderbeständen im Land hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Silomaisfläche überwiegend rückläufig entwickelt. Erst in den letzten Jahren zeichnet sich eine Trendwende ab, die im Jahr 2007 zu einer deutlichen Anbauzunahme um knapp 10 Prozent oder mehr als 8.000 ha auf nun über 88.000 ha führt.

Aufgrund ergänzender Angaben der Landwirte ist davon auszugehen, dass davon etwa 20.000 ha in die Biogaserzeugung fließen. Der Anbau von Silomais bleibt damit zwar noch hinter seinem Höhepunkt aus dem Jahr 1985 mit 100.000 ha zurück, die Anbaufläche von Mais insgesamt, zu der auch Körnermais und Corn-Cob-Mix zählen, erreicht jedoch mit 151.000 ha einen neuen Höchstwert in Baden-Württemberg. Der Anteil von Mais am Ackerland insgesamt (833.000 ha) beziffert sich nun auf 18,1 Prozent.

Weizen nach wie vor wichtigste Feldfrucht

Die wichtigste Fruchtart im Land ist und bleibt jedoch der Weizen, der in seinen verschiedenen Formen auf insgesamt 224.000 ha angebaut wird. Es dominiert ganz eindeutig der Winterweizen, der überwiegend als Backweizen für die menschliche Ernährung Verwendung findet. Die Winterweizenfläche umfasst nahezu 209.000 ha, was einem Anteil von fast genau einem Viertel (25,1 Prozent) des gesamten Ackerlands entspricht. Hinzu kommen rund 11.000 ha des im Schwabenland so geschätzten Dinkels. Sommerweizen kommt auf annähernd 4.000 ha, während der für die Nudelherstellung begehrte, im Anbau aber anspruchsvolle Durum- oder Hartweizen auf weniger als 1.000 ha kommt. Weitere wichtige Getreidearten sind Winter- und Sommergerste, deren Anbaufläche zusammen rund 190.000 ha beträgt. Die Verwendungsrichtungen der beiden Varietäten sind allerdings unterschiedlich. Flächenmäßig bedeutender ist die als Futtergetreide angebaute Wintergerste mit 106.000 ha, die gegenüber 2006 um über 5 Prozent zulegen konnte.

Bei Sommergerste, die vielfach als Braugerste Verwendung findet, haben sich die Erwartungen aufgrund der attraktiven Preise im Vorjahr nicht erfüllt. Mit 84.000 ha liegt die Anbaufläche nur wenig über dem Vorjahresniveau (+1,9 Prozent). Deutlich vergrößert wurden die Anbauflächen von Roggen (+24 Prozent auf 9.500 ha) und Triticale (+7,1 Prozent auf 19.600 ha). Während Roggen als Brotgetreide begehrt ist, ist der Zuwachs bei Triticale möglicherweise auch auf die Verwendung als Rohstoff in Biogasanlagen zurückzuführen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Wieder sehr gute Spargel- und Erdbeerernte 2007 zu erwarten

Themen: Erntebericht,Gemüse,Obst,Statistik — info @ 09:07

Wiesbaden (agrar.de) – Die Spargelernte 2007 hat nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes mit bundesweit durchschnittlich 50 Dezitonnen je Hektar (1 Dezitonne = 100 Kilogramm) wieder ein sehr gutes Ernteergebnis erbracht. Der Ernteertrag von Spargel liegt damit um 16 Prozent über dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre.

Zurückzuführen ist dies überwiegend auf die warme Witterung im April, den daraus folgenden frühen Vegetationsbeginn und einen um circa zwei Wochen vorgezogenen Beginn der Ernte. Auf Basis der Ernteschätzungen von Ende Juni sind auch bei Erdbeeren mit rund 116 Dezitonnen je Hektar sehr hohe Ernteerträge zu erwarten. Hier zeigen die ersten Schätzungen eine durchschnittliche Steigerung des Hektarertrages von etwa 8% gegenüber dem sechsjährigen Mittel von 2001 bis 2006. Nur in den Jahren 1999 und 2006 wurden bei Erdbeeren ähnlich hohe Hektarerträge erzielt.

Die Anbauflächen beider Kulturen sind in den letzten 15 Jahren in Deutschland kontinuierlich gestiegen und haben im Jahr 2006 mit 18.400 Hektar ertragsfähiger Spargelfläche und 14.100 Hektar Erdbeeren ihre vorläufig größte Flächenausdehnung erreicht.

Die bedeutendsten Spargelanbauländer sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die 2006 zusammen über mehr als die Hälfte der ertragsfähigen Spargelanbauflächen verfügten. Besonders hohe Ernteerträge wurden mit über 55 Dezitonnen je Hektar in Thüringen, Niedersachsen und Hessen ermittelt. Auch beim Erdbeeranbau waren Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen neben Baden-Württemberg und Bayern mit gemeinsam 71 Prozent der Anbaufläche im Jahr 2006 die bedeutendsten Länder.

Die höchsten voraussichtlichen Ernteerträge bei Erdbeeren wurden mit über 140 Dezitonnen je Hektar in Hessen, Niedersachsen und Bayern geschätzt. Regional ist aber durch Frosteinbrüche, Trockenheit und den Mangel an Erntehelfern mit letztendlich geringeren Ernten zu rechnen.

Ausführliche Ergebnisse stehen im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes als Fachserie 3, Reihe 3.2.1 ‚Wachstum und Ernte – Gemüse‘ zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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