26. Juli 2007

Geflügelhaltung in Thüringen

Themen: Geflügel,Statistik,Thüringen,Tierbestände — info @ 11:07

Erfurt (agrar.de) – Nach ersten Hochrechnungen der Viehbestandserhebung vom Mai 2007 beträgt der Nutzgeflügelbestand der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Thüringen über 3,8 Millionen Tiere.

Die Geflügelhaltung erfolgt in Thüringen sehr konzentriert. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Tiere werden in Beständen mit mehr als 100.000 Tieren gehalten.

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik gibt es rund 3,7 Millionen Hühner und 165.000 Gänse, Enten und Truthühner.

Gegenüber der letzten Erhebung im Mai 2005 ging der Hühnerbestand um 0,6 Millionen Tiere zurück. Dieser Rückgang ist zum größten Teil auf Betriebssitzverlagerung im Bereich Mast zurückzuführen.

Der Bestand an Schlacht- und Masthähnen und -hühnern ging um mehr als die Hälfte von 1,3 Millionen Tieren im Jahr 2005 auf 0,6 Millionen Tiere zurück.

Die Legehennenbestände liegen mit 1,9 Millionen Tieren auf dem Niveau der Vorerhebung. Um mehr als 10 Prozent stieg der Bestand an Junghennen. Es wurden im Mai 2007 1,1 Millionen Tiere festgestellt; 0,1 Millionen Junghennen mehr als zur Vorerhebung.

Die Bestände an sonstigem Geflügel gingen von 176.000 Tieren im Mai 2005 um 11.000 auf 165.000 Tiere im Mai 2007 zurück. Mit 7.300 Tieren wurden ein Fünftel weniger Gänse gehalten. Der Bestand an Truthühnern ging um knapp 12.000 Tiere zurück und liegt jetzt bei 146.000 Tieren. Der Entenbestand stieg um mehr als ein Viertel von 9.200 auf 11.600 Tiere.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Getreide und Futterpflanzen bestimmen den Anbau in Berlin

Themen: Anbauflächen,Berlin,Statistik — info @ 11:07

Potsdam (agrar.de) – Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2007 bewirtschaften die Berliner Landwirte ein Ackerland von 1.560 Hektar. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, wächst auf 48 Prozent des Ackerlandes Getreide. Die wichtigsten Getreidearten sind Roggen mit knapp 380 Hektar und Winterweizen mit mehr als 110 Hektar. Die Sommergetreidearten Hafer und Sommergerste stehen auf 120 Hektar.

Die Ernte der Ölfrüchte erfolgt 2007 auf über 90 Hektar. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Winterraps. Zwei Jahre zuvor waren es 70 Hektar. Futterpflanzen auf dem Ackerland wachsen in diesem Jahr auf 280 Hektar und nehmen damit 18 Prozent des Ackerlandes ein. Auf dem größten Teil dieser Fläche (250 Hektar) erfolgt Grasanbau.

Auf 10 Prozent des Ackerlandes werden Gemüse und Blumen erzeugt. Mit rund 130 Hektar spielt Gemüse im Freiland die größte Rolle. Mit 260 Hektar sind 17 Prozent des Ackerlandes stillgelegt oder aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Berlin.

Bundesbürger kaufen Nahrungsmittel günstig ein

Themen: International,Lebensmittel,Statistik — info @ 10:07

Anteil von 11,3 Prozent an Konsumausgaben – Preisindex am EU-Mittel

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Verbraucher müssen nur einen geringen Teil ihres Gesamtbudgets für Lebensmittel reservieren. Nur 11,3 Prozent der monatlichen Konsumausgaben wendeten die Bundesbürger in 2004 für den Kauf von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken auf, zitiert der Landvolk-Pressedienst Zahlen der Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) und von Eurostat. Noch weniger gaben nur die Iren mit einem Ausgabenanteil von 6,4 Prozent und die Briten mit 8,9 Prozent für Lebensmittel aus, in Österreich erreichten die Nahrungsmittelkäufe 10,8 Prozent und in den Niederlanden 11,0 Prozent. Schweden und Finnen ließen sich das Essen und Trinken mit einem Anteil von 12, 3 Prozent beziehungsweise 12,5 Prozent schon etwas mehr kosten. Einen noch größeren Anteil reservierten die Franzosen mit 14,1 Prozent und die Italiener mit 14,8 Prozent ihren Lebensmitteleinkäufen. Deutlich mehr mussten die privaten Haushalte in den osteuropäischen EU-Staaten aufwenden. So erreichten die Ausgaben für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in Tschechien 17 Prozent, in Ungarn 17,4 Prozent und in Polen sogar 19,3 Prozent der gesamten Ausgaben.

Insgesamt gaben die Bundesbürger in 2004 rund 19,1 Prozent ihres monatlichen Budgets für Nahrungs- und Genussmittel aus, nur in den Niederlanden wurde dafür noch weniger aufgewendet. Neben den 11,3 Prozent für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke schlugen in Deutschland die Ausgaben für alkoholische Getränke und Tabakwaren mit 3,4 Prozent und für Versorgungsdienstleistungen – dazu zählen Besuche von Kantinen, Mensen und Restaurants – mit weiteren 4,4 Prozent zu Buche. Die Statistik zeigt dabei auch unterschiedliche Konsumgewohnheiten in den einzelnen Ländern auf: Während die Einwohner in Irland, Großbritannien und Österreicher weniger für ihre Nahrungsmittel ausgaben, verzehrten sie mehr Mahlzeiten außer Haus als die Deutschen. So erreichten die Anteile für Verpflegungsdienstleistungen in Österreich 8,8 Prozent, in Großbritannien 9,9 Prozent und in Irland sogar 15,3 Prozent. In Osteuropa entfielen auf Verpflegungsdienstleistungen nur geringe Budgetanteile, dennoch mussten die privaten Haushalte insgesamt fast 30 Prozent ihres Budgets für Nahrungs- und Genussmittel ausgeben.

Die unterschiedlichen Ausgabenanteile in den EU-Ländern führen die Bonner Marktbeobachter auf die Konsumgewohnheiten, die wirtschaftliche Situation und die Verbraucherpreisniveaus der einzelnen Länder zurück. So lag das Preisniveau für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 2005 laut ZMP beispielsweise in Litauen nur bei 59 Prozent des EU-25-Durchschnitts, in Dänemark dagegen bei 136 Prozent. Deutschland bewegte sich mit einem Indexwert von 103,2 dagegen nah am EU-Mittel. In Westeuropa waren Nahrungsmittel nur in Spanien, Griechenland, Portugal und in den Niederlanden günstiger als in Deutschland.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Getreide so teuer wie nie zuvor?

Themen: Getreide,Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 10:07

BBV zeigt Entwicklung der Brotweizenpreise auf

München (agrar.de) – In den vergangenen Tagen wurden in den Medien immer wieder höhere Preise von Verarbeitungsprodukten mit Preissteigerungen bei Getreide begründet. Aus diesem Anlass weist der Bayerische Bauernverband erneut auf den geringen Kostenanteil hin, den der Rohstoff an Endprodukten wie Brot oder Bier hat. Der wertmäßige Anteil von Weizen an einer Semmel liegt unter 2 Cent, der von Braugerste an Bier bei 4,1 Cent pro Liter.

Auch Schlagzeilen wie ‚Getreide ist so teuer wie nie zuvor‘ und ‚Versorgungsknappheit treibt die Brotpreise hoch‘ entbehren jeglicher Grundlage, teilt der BBV mit. Zwischen 1950 und 1992 waren Brotweizen, Brotroggen und Braugerste in Bayern durchgehend teurer als in diesem Jahr. Den Höchststand erreichte der Weizenpreis im Jahr 1983 mit knapp 26 Euro/100 kg. Heute sind es 16 bis 18 Euro/100 kg.

Den Erzeugerpreisen stehen steigende Produktionskosten sowie steigende Kosten für Betriebsmittel wie Dünger oder Kraftstoff gegenüber. Mit den steigenden Erzeugerpreisen lohne sich die Getreideproduktion für die Landwirte erstmals nach vielen Jahren wieder, so der BBV.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Lebensmittel.

25. Juli 2007

Umsatzsteigerung für Öko-Lebensmittel bei fast 20 Prozent

Themen: Biolandbau,Lebensmittel,Statistik — info @ 15:07

Bornheim (agrar.de) – Die vorläufigen Daten für den Umsatz mit Öko-Lebensmitteln in Deutschland für 2006 müssen um mindestens 100 Mill. Euro auf 4,6 Mrd. Euro nach oben korrigiert werden. Das berichtet das Marktforschungsunternehmen Agromilagro research.

Nachdem weitere Daten aus dem allgemeinen Lebensmittelhandel (LEH) vorliegen, werde deutlich, dass die vorläufige, auf Paneldaten beruhende Hochrechnung der LEH-Umsätze für Öko-Lebensmittel mit 4,5 Mrd. Euro zu niedrig war. Anstatt um 500 Mill. Euro dürfte der Umsatz mit Öko-Lebensmitteln im allgemeinen LEH 2006 um rund 650 Mill. Euro gegenüber 2005 gestiegen sein. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 40 Prozent.

Dieser enorme Umsatzanstieg im allgemeinen LEH war im Wesentlichen auf vier Faktoren zurückzuführen: Der größte Wachstumsimpuls ist 2006 von der Sortimentsausweitung bei verschiedenen Discountern und beim Branchenprimus Edeka ausgegangen. Des Weiteren sind 2006 weitere Einzelhandelsgeschäfte (u. a. im Discount-Bereich) neu in den Absatz mit Öko-Produkten eingestiegen. Außerdem haben nahezu alle Geschäftstypen des allgemeinen LEH hohe Absatzsteigerungen im bestehenden Sortiment verzeichnet. Schließlich haben angebotsbedingte Knappheiten in der Versorgungslage mit Öko-Lebensmitteln zu Preis- und damit Umsatz-steigerungen auf der Einzelhandelsstufe geführt. Neben dem allgemeinen LEH haben nur noch die Naturkostläden (hier vor allem die Bio-Supermärkte) und die Drogeriemärkte von dem ‚Bio-Boom‘ profitieren können.

Der ‚Bio-Boom‘ in Deutschland hält nun schon das dritte Jahr in Folge an, was auch deswegen besonders bemerkenswert ist, als sich die Einkommen der Verbraucher in den letzten drei Jahren real kaum verändert haben. Dies zeigt, dass deutsche Verbraucher keineswegs nur Billig-Lebensmittel kaufen wollen, sondern im Jahr 2006 bereit waren, im Vergleich zum Vorjahr 18 Prozent mehr Geld für Öko-Lebensmittel auszugeben. Von diesem positiven Gesamttrend profitieren aber immer weniger Anbieter, d.h. es gibt starke Strukturverschiebungen im Gesamtmarkt.

In absoluten Umsätzen haben alle aufgeführten Absatzkanäle von dem Marktwachstum profitiert. Das unterschiedliche Ausmaß der Gewinner am Öko-Markt wird deutlich, wenn man die Marktanteile betrachtet. Große Anteile am Öko-Markt haben seit 2000 der allgemeine Lebensmittelhandel (einschließlich Discounter) und die ‚Sonstigen‘ (vor allem Drogeriemärkte) hinzugewonnen. Im Vergleich von 2006 zu 2005 hat nur der allgemeine Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Discounter) seine Bedeutung am Öko-Markt ausgebaut. Beim absoluten Umsatzwachstum konnten auch die Naturkostfachgeschäfte von 2005 auf 2006 um fast 100 Mill. Euro zulegen und erstmals die Grenze von 1 Mrd. Umsatz überspringen.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich sowohl beim allgemeinen LEH als auch beim Naturkostfachhandel größere Umwälzungen. Beim LEH haben 2006 die Discounter insgesamt am stärksten zugelegt und insbesondere Verbrauchermärkten Marktanteile abgenommen. Allerdings zeigte sich in jüngster Zeit auch, dass Öko-Lebensmittel im Discounter nicht an jedem Standort und nicht von alleine zum Selbstläufer werden. Sehr hohe zweistellige Umsatzsteigerungen im bestehenden Sortiment wurden von selbstständigen Einzelhändlern insbesondere der Edeka und von kleineren Handelsketten mit starkem Öko-Engagement der Geschäftsführung (z.B. tegut) gemeldet.

Starke strukturelle Veränderungen finden auch zwischen den Naturkostläden statt. Während 2006 viele größere Naturkostläden zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz zu verzeichnen hatten und wieder zahlreiche neue Bio-Supermärkte eröffnet wurden, mussten viele kleinere Naturkostläden trotz des starken Marktwachstums für immer geschlossen werden, weil sie dem Wett-bewerb mit dem allgemeinen Lebensmittelhandel und der steigenden Zahl von Bio-Supermärkten nicht standhalten können. Exakte Angaben über solche Ladenschließungen sind zwar nicht verfügbar. Wenn man aber die Adressdateien von regionalen Verkaufstellenverzeichnissen aus den Jahren 2002 bis 2004 stichprobenartig überprüft, so ergibt sich daraus ein Rückgang in der Zahl der Geschäfte, der auch dann noch im zweistelligen Prozentbereich liegen dürfte, wenn man unterstellt, dass einige Läden nur den Standort gewechselt haben.

Ein noch stärkerer Strukturwandel vollziehe sich bei den landwirtschaftlichen Erzeugern, so die Marktforscher. Auch hier führt die steigende Zahl von Verkaufsstellen im allgemeinen Lebensmittelhandel dazu, dass viele meist kleinere landwirtschaftliche Unternehmen den Verkauf an Endverbraucher einstellen, weil er sich kaum noch lohnt. Wenn Eier, Kartoffeln, Möhren, Äpfel und Milch aus dem Öko-Landbau praktisch in fast allen Supermärkten und Discountern zu günstigen Preisen angeboten werden, dann nehmen immer weniger Verbraucher extra Wege zu Landwirten auf sich, um diese klassischen Direktvermarktungsprodukte einzukaufen. Größere Hofläden, die ein breites Sortiment und darüber hinaus betriebliche und regionale Spezialitäten anbieten, konnten demgegenüber auch 2006 ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen. Insbesondere Öko-Fleisch, das nur in wenigen Geschäften des allgemeinen Lebensmittelhandels frisch verkauft wird, ist in den letzten Jahren zu einem großen ‚Umsatzbringer‘ für die landwirtschaftlichen Erzeuger geworden. Insgesamt dürfte aber der Umsatz aller landwirtschaftlichen Direktvermarkter (einschließlich Wochenmärkte) 2006 zum zweiten Mal in Folge rückläufig gewesen sein.

Unter der zunehmenden Verfügbarkeit von Öko-Brot und -Backwaren in immer mehr Einkaufsstätten hat 2006 auch der Umsatz der Bäckereien gelitten, die deutlich an Marktanteilen verloren haben. Bei dem zweiten Hauptvertreter des Lebensmittelhandwerks, den Fleischereien, bremsten zwar zunehmende Angebotsengpässe das Wachstum der Angebotsmenge, führten aber gleichzeitig zu steigenden Preisen, so dass der Umsatz insgesamt noch ausgedehnt werden konnte. Reformhäuser haben dagegen schon im zweiten Jahr in Folge beträchtliche Umsatzeinbußen (nicht nur im Öko-Lebensmittelbereich) hinnehmen müssen. Der einstige Pionier der Vermarktung von Öko-Lebensmitteln, der im Jahr 2000 noch über einen 10-prozentigen Marktanteil verfügte, hat es offensichtlich nicht geschafft, bestehende Kunden nachhaltig an sein Verkaufskonzept zu binden bzw. genügend jüngere Neu-Kunden zu gewinnen. Das in den Jahren 2003 bis 2005 stürmische Umsatzwachstum der Drogeriemärkte, das im Wesentlichen durch den Neu-Einstieg einiger Ketten und die beträchtliche Sortimentsausweitung bestehender Ketten erzielt wurde, hat sich 2006 deutlich verlangsamt. Auch hier scheint der direkte Wettbewerb mit dem allgemeinen LEH und Bio-Supermärkten härter geworden zu sein.

Das Umsatzwachstum mit Öko-Lebensmitteln insgesamt hätte 2006 deutlich höher ausfallen können, wenn nicht zunehmende Versorgungsengpässe die Sortimentsausweitung gebremst hätten. Das in den letzten drei Jahren starke Wachstum der Verbrauchernachfrage nach Öko-Lebensmitten hat sich bislang nicht auf die Bereitschaft einer steigenden Zahl deutscher Landwirte ausgewirkt, ihre Betriebe auf den Öko-Landbau umzustellen. Offensichtlich üben die staatlichen Abnahme- und Preisgarantien für die so genannte grüne Energie auf die Landwirte eine höhere Anziehungskraft für Investitionen aus als die Marktnachfrage der Verbraucher nach Öko-Lebensmitteln. Die Beschaffung von Öko-Lebensmitteln wird daher 2007/2008 das beherrschende Thema im Handel mit Öko-Lebensmitteln bleiben, denn ein Ende des deutschen ‚Bio-Booms‘ ist nicht in Sicht. Auch in unseren Nachbarländern (z.B. in Österreich, Dänemark und den Niederlanden) verzeichnete der Umsatz mit Öko-Lebensmitteln 2006 sehr hohe Zuwachsraten. Entgegen der Wünsche vieler Verbraucher und zunehmend auch der Einkäufer einiger Handelsketten wird daher den Anbietern in Deutschland nichts anderes übrig bleiben, als die steigende Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln zunehmend durch Rohstoffimporte aus osteuropäischen EU-Ländern und Drittländern zu decken.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Bio-Landbau.

EU: Beschäftigung und Landwirtschaft 2004

Themen: Arbeitsmarkt,International,Statistik — info @ 14:07

Bonn (agrar.de) – In den 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union waren 2004 rund 5 Prozent der beschäftigten Personen in der Landwirtschaft tätig. Doch von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat gab und gibt es – so stellt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) fest – erhebliche Unterschiede.

Weit überdurchschnittlich war die Zahl der Agrarbeschäftigten in Polen mit 17,6 Prozent sowie in Litauen und Lettland mit 17,3 beziehungsweise 13,3 Prozent. Auch in Griechenland (12,6 Prozent) und Portugal (12,1 Prozent) war der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Personen überdurchschnittlich hoch.

Deutlich unter dem EU-Durchschnittswert lag der Anteil der Agrarbeschäftigten in Frankreich (4,0 Prozent), in Dänemark (3,3 Prozent), in den Niederlanden (3,2 Prozent), in Schweden (2,5 Prozent), in Deutschland (2,4 Prozent) und in Belgien (2,2 Prozent). ‚Schlusslicht‘ in dieser Beschäftigtenskala bildet Großbritannien, wo der Anteil der in der Landwirtschaft Tätigen gerade bei nur noch 1,3 Prozent liegt.

Zwar hat sich in den vergangenen Jahren der Strukturwandel in allen EU-Staaten fortgesetzt, so dass der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Personen weiter zurückgegangen sein dürfte, doch an den erheblichen Unterschieden innerhalb der Mitgliedstaaten hat sich nach Angaben des RLV nichts geändert.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Baden-Württemberg: Zahl der Schweine nahezu unverändert bei 2,2 Millionen

Aber: Mehr und schwerere Mastschweine, weniger Zuchtsauen und Ferkel

Stuttgart (agrar.de) – Der Bestand an Schweinen im Land ist nach der repräsentativen Erhebung des Statistischen Landesamtes vom 3. Mai 2007 in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt relativ stabil geblieben. Der Rückgang beläuft sich nach Feststellung des Statistischen Landesamtes lediglich auf ein Minus von 0,5 Prozent (zum Vergleich 2006: -0,6 Prozent). Damit standen zum Zeitpunkt der Erhebung insgesamt 2.231.000 Schweine in den Ställen der heimischen Landwirte, das sind fast 11.000 Tiere weniger als vor einem Jahr

Merkliche Unterschiede zeigen sich in den Entwicklungen der verschiedenen Nutzungskategorien. Das ist eine Folge der nicht immer einfachen Produktions- und Vermarktungsbedingungen in der Veredlungswirtschaft in den zurückliegenden Monaten. So nahm der Bestand an Mastschweinen (Tiere mit einem Lebendgewicht von 50 kg und mehr) binnen Jahresfrist um 6,8 Prozent auf insgesamt knapp 746.000 Tiere zu. Dabei ist eine bemerkenswerte Verschiebung zu den schwereren Gewichtskategorien zu verzeichnen, die auf eine Verlängerung der Mastdauer schließen lässt und mit einer Erhöhung der durchschnittlichen Schlachtgewichte gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2006 einhergeht. Allein in der obersten Gewichtskategorie (Mastschweine mit 110 kg Lebendgewicht und mehr) ist eine Zunahme um über ein Drittel auf rund 39.000 Tiere festzustellen.

Auf der sogenannten vorgelagerten Produktionsstufe der Zuchtschweinehaltung und Ferkelerzeugung stehen die Signale eher auf Bestandsabbau. Die Zahl der Zuchtsauen liegt mit 265.000 um 3,7 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresbestand, wobei die Bestandsentwicklung bei den Jungsauen (-7,7 Prozent auf 55.000) einen noch weiteren Rückgang erwarten lässt. Die Zahl der Ferkel liegt mit 707.000 knapp 6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

EU: Förderung für den ländlichen Raum beschlossen

Themen: EU,Förderung,Hessen — info @ 14:07

Brüssel/Berlin (agrar.de) – Die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum von fünf deutschen Bundesländern sind genehmigt. Das meldet die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.

Neben dem nationalen Rahmen für Deutschland hat der zuständige Ausschuss die Programme für Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hessen und Brandenburg (mit Berlin) beschlossen. Die Programme werden um Finanzierungszeitraum 2007-13 umgesetzt und dienen der Infrastruktursicherung, der Förderung des Wachstums und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die EU-Kommission muss die Programme nun in den nächsten Wochen noch förmlich verabschieden. Auch die Programme von Irland, Italien, Nordirland, Polen und Slowenien sollen heute verabschiedet werden. Die Genehmigung der Programme der übrigen Länder und Regionen wird in den kommenden Monaten folgen.

Folgende Mittel stehen für die beschlossenen Programme der fünf deutschen Bundesländer zur Verfügung. Bayern: 2,508 Milliarden Euro (öffentliche Mittel insgesamt), 1,254 Milliarden Euro (Beitrag aus dem ELER (1)); Nordrhein-Westfalen: 795 Millionen Euro (öffentliche Mittel insgesamt), 292 Millionen Euro (Beitrag aus dem ELER); Sachsen: 1,206 Milliarden Euro (öffentliche Mittel insgesamt), 927 Millionen Euro (Beitrag aus dem ELER); Hessen: 437 Millionen Euro (öffentliche Mittel insgesamt), 218 Millionen Euro (Beitrag aus dem ELER); Brandenburg (mit Berlin): 1,381 Milliarden Euro (öffentliche Mittel insgesamt), 1,061 Milliarden Euro (Beitrag aus dem ELER).

(1) Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Deutscher Bauernverband legt zweiten Erntebericht vor

Themen: Erntebericht,Statistik — info @ 14:07

Berlin (agrar.de) – Das deutschlandweit günstige Erntewetter der vergangenen Woche wurde von den Land­wirten bis zur letzten Sekunde genutzt, um die ins Stocken geratene Getreideernte voran zu bringen. Die Wintergerstenernte ist bundesweit abgeschlossen, die Erträge konnten erwartungs­gemäß nicht befriedigen. Nach der Frühjahrstrockenheit war deutlich geworden, dass die Winter­gerste gelitten hatte und die nachfolgenden Niederschläge nicht mehr zur Kompensation für sich nutzen konnte. Die Qualitäten sind bis auf witterungsbedingt hohe Feuchtgehalte und Ernte­erschwernisse durch umgeknickte Halme als ausreichend zu bezeichnen.

Überraschend schwach fällt dagegen mit Ausnahme von Bayern die Rapsernte aus: Spätfröste in der Blüte und Trocken­heit haben zu deutlichen Ertragsminderungen gegenüber dem Vorjahr geführt. Auffällig sind laut Deutschem Bauernverband (DBV) die bundesweit im Vergleich zu den Vorjahren niedrigen Ölgehalte um die 40 Prozent bis 41 Prozent. Ebenso enttäuschend fällt wohl die weitere Getreideernte aus: Zwar hatten sich die Bestände kurz vor Erntebeginn noch gut präsentiert und es schien, als sei die Frühjahrstrockenheit kompensiert worden. Nach den bislang vorliegenden Zahlen sind jedoch teilweise empfindliche Ertragsrück­gänge zu vermelden. Allerdings stehen die größten Anteile von Weizen, Roggen und Sommer­gerste noch auf den Feldern, so dass noch keine abschließenden Aussagen zu den Erträgen dieser Kulturen zu treffen sind. Die Erzeugerpreise haben auf die Meldungen schwacher Erträge reagiert und steigen an. Dem stehen jedoch höhere Kosten durch witterungsbedingte Ernteerschwernisse und Trocknung sowie die niedrigeren Erträge gegenüber. Im Folgenden wird detailliert auf die Erntesituation einzelner Kulturen und Regionen eingegangen: Die Wintergerstenernte ist bundesweit bis auf einige wenige Restflächen abgeschlossen. Die Flächenerträge liegen 15 bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau, im Süden etwa 10 bis 15 Prozent. Lediglich aus Sachsen (plus 5 Prozent) und Thüringen (minus 4 Prozent) werden andere Zahlen gemeldet. Die Qualitäten werden als zufriedenstellend bezeichnet, wenn auch regional von Schmachtkorn berichtet wird. Die Hektolitergewichte jedoch erreichen durchweg über 60 Kilo­gramm pro Hektoliter. Durch Niederschläge abgeknickte Ähren gingen als Vorernteverluste unwiederbringlich verloren, weitere Ursache für die Ertragsrückgänge ist das regional stark verbreitete Gelbverzwergungsvirus. Während im Norden relativ feucht geerntet wurde, konnte im übrigen Deutschland trockener gedroschen werden. Die Preise haben gegenüber ersten Vorkontrak­ten deutlich angezogen. Die rege Nachfrage, unterfüttert mit hohen Preisen, sorgt für einen guten Abverkauf. Die Winterrapsernte ist im Norden und Osten zu etwa 80 Prozent abgeschlossen, während im Süden und Westen lediglich auf Restflächen noch Raps steht. Insgesamt enttäuschten die Erträge, sie liegen etwa 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Lediglich Bayern meldet stabile Erträge. Übereinstimmend wird jedoch bundesweit von im Mittel niedrigen Ölgehalten um 40 bis 41 Prozent berichtet, die durch die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen begründet sein dürften. Auf Grund der Niederschläge ist regional Auswuchs gesichtet worden. Der Markt hat auf diese Situation mit steigenden Rapspreisen reagiert, erste Meldungen deuten auf ein Erreichen der 300 Euro-Marke hin. Im Norden ist der Winterweizen bislang zu einem Fünftel abgedroschen, während im Westen knapp die Hälfte geerntet ist, im Rheinland sogar schon 70 Prozent. Bislang vorliegende Zahlen weisen auf ein niedrigeres Ernteergebnis von 10 bis 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau hin. Im Süden ist die Ernte noch nicht soweit vorangeschritten, Bayern meldet wiederum als einziges Bundesland stabile Erträge. Im Osten sind erst 10 Prozent geerntet, verlässliche Zahlen liegen noch nicht vor. Die Qualitäten enttäuschen regional, insbesondere wird auf niedrige Fallzahlen und damit verbundene qualitätsbedingte Preisabzüge hingewiesen. Anhaltende Niederschläge dürften diese Problematik weiter verschärfen. Der Markt reagiert auch hier auf die knappe Versorgung mit steigenden Preisen. B-Weizen wird bereits mit Preisen von oberhalb 180 Euro pro Tonne gehandelt. Winterroggen wurde im Norden und im Osten von einem Viertel der Flächen eingefahren, während im Westen bereits bis zu 70 Prozent gedroschen sind. Durch die Bank werden niedrigere Erträge gemeldet: Während Niedersachsen 5 Prozent unter dem schwachen Vorjahr bleibt, werden aus anderen Bundesländern Ernterückgänge von 15 Prozent erwartet. Über Qualitäten und Preise sind zu diesem Zeitpunkt noch keine verlässlichen Aussagen zu treffen, da die geernteten Mengen keine repräsentativen Aussagen zulassen. Allerdings bedrohen anhaltende Niederschläge die Fallzahlen. Sommergerste wurde bislang nur in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt in nennenswertem Umfang gedroschen. Überraschenderweise liegen die Erträge in Niedersachsen bislang 10 Prozent über dem Vorjahr, in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt dagegen folgen sie dem Trend anderer Getreidearten und liegen zwischen 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahr. Da insgesamt der Anbau eingeschränkt wurde, muss mit einem deutlich niedrigeren Ernteaufkommen gerechnet werden. Die Aussagen zur Qualität der Sommergerste lassen jedoch den Schluss zu, dass als Braugerste geerntete Ware den Anforderungen entspricht. Bislang geerntete Triticale zeigt ein sehr heterogenes Ertragsniveau. Während im Westfälischen die Erträge nur 5 Prozent unter dem Vorjahr liegen, sind in Rheinland-Pfalz Mindererträge von 15 bis 20 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt konnte die Ware trocken geerntet werden, auch die Hektolitergewichte werden als ausreichend bezeichnet. Teilweise wird von Schmachtkorn berichtet. Überwiegend wird für den Eigenverbrauch eingelagert, nur wenige Partien erreichen den Markt, dessen Tendenz weiter fest bleibt. Hafer wurde bislang nur vereinzelt gedroschen. Es deutet sich an, dass die Erträge auch hier leicht unter dem Vorjahr liegen. Für Aussagen zu Qualitäten und Preisen sind die Mengen jedoch noch nicht ausreichend. Da das Vorjahresernteergebnis schon eine unterdurchschnittliche Getreideernte repräsentierte, bleiben entgegen der sonst üblichen Einbrüche der Erzeugerpreise zur Ernte in diesem Jahr die Erzeugerpreise stabil und steigen weiter. Aus den Veredlungsregionen werden Erzeugerpreise für Wintergerste von über 170 Euro pro Tonne gemeldet, Weizen hat die 180 Euro pro Tonne über­schritten und setzt zum Sprung auf die 200 Euro-Marke an. Die Ertragsmeldungen zu Winterraps haben die Kurse für Raps geradezu explodieren lassen. So kratzen regional die Erzeugerpreise für Winterraps an der Marke von 300 Euro pro Tonne. Allerdings stehen den gestiegenen Erzeuger­erlösen in diesem Jahr erheblich höhere Kosten für Drusch und Trocknung gegenüber. Der Handel insgesamt verläuft eher ruhig: Die Landwirte handeln die über Vorkontrakte eingegangen Verpflich­tungen ab, ansonsten trifft die rege Nachfrage des Handels auf eine geringe Abgabebereitschaft der Landwirte.

Links zum Thema Verbände.

Landwirtschaftskammer: Brot und Brötchen durch Weizenpreis nicht teurer

Themen: Getreide,Handel,Lebensmittel — info @ 13:07

Bonn (agrar.de) – Als Unfug bezeichnet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Meldungen, wonach in Folge gestiegener Weizenpreise auch die Brot- und Brötchenpreise steigen müssen. Zwar sei es richtig, dass in Nordrhein-Westfalen, wie auch in einigen anderen Regionen Deutschlands, die Erträge und die Backqualität der diesjährigen Weizenernte gelitten habe. Daraus zu schließen, dass das auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise habe, sei jedoch vollkommen falsch.

In Deutschland wurde die Weizenanbaufläche gegenüber dem Vorjahr um gut zwei Prozent eingeschränkt, in der gesamten EU sind aber 2 Prozent mehr Weizen angebaut worden. Die Ernte wird voraussichtlich etwa 120 Millionen Tonnen Weichweizen betragen, das sind rund drei Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Da der Verbrauch innerhalb der EU bei höchstens 114 Millionen Tonnen liegt, ist die Versorgung auf jeden Fall gesichert. Zudem gibt es Lagerbestände von knapp 20 Millionen Tonnen aus den Vorjahren.

Der Wertanteil des verarbeiteten Weizenmehls Typ 550 an einem Weizenbrötchen liegt nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bei 1,5 Cent. Selbst wenn der Mehlpreis um 50 Prozent steigen würde, läge der Anteil gerade mal bei 2 Cent je Brötchen.

Wenn es stimmen würde, so die Kammer, dass der Brötchenpreis direkt vom Weizenpreis abhängt, müssten die Brötchen in den vergangenen Jahren ständig billiger geworden sein. Bekamen die Landwirte 1992 noch 17 Euro für 100 Kilogramm Weizen, fiel der Preis seitdem kontinuierlich auf unter 10 Euro je 100 Kilo. Erstmals in diesem Jahr erlösen die Bauern wieder so viel wie 1992. Dass die Brötchenpreise in diesem Zeitraum dennoch gestiegen sind, könne also nur an anderen Faktoren, insbesondere an gestiegenen Lohnkosten, liegen, so die Kammer.

Der Verband Deutscher Großbäckereien hatte jüngst Preiserhöhungen angekündigt und u.a. damit begründet, daß ‚vor allem die enorm gestiegenen Getreidepreise den Bäckern die Bilanz verhageln‘ würden. Für Bio-Getreide werde bis zu 65 Prozent und für konventionelles Getreide bis zu 24 Prozent mehr verlangt. Zudem beeinflussten auch die nach wie vor steigenden Personal- und Energiekosten die Preise für Brot- und Backwaren.

Der Argumentation des Deutschen Bauernverbandes, der sich die Lansdwirtschaftskammer jetzt anschließt, bezeichnete der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks als ‚bewusste Irreführung der Öffentlichkeit über die Preisbildungsfaktoren‘.

Links zum Thema Lebensmittel.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 >>



   (c)1997-2017 @grar.de