10. Juli 2007

Sonnleitner fordert Herabsetzung der Flächenstilllegung

Themen: Flächenstilllegung,GAP,Verbände — info @ 14:07

Obligatorische Flächenstilllegung nicht mehr vertretbar

Berlin (agrar.de) – Nach dem Deutschen Raiffeisenverband hat sich nun auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, für die vorüber­gehende Herabsetzung der obligatorischen Flächenstilllegung von derzeit 10 Prozent auf Null eingesetzt. Mit der Herabsetzung der Flächenstilllegung müsse aber sichergestellt sein, dass die Zahlungsansprüche Flächenstilllegung auch ohne Stilllegung der Fläche aktivierbar sind. Sonnleitner sprach sich in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer für eine kurzfristige Beratung im Rahmen des Agrarministerrates am 16. Juli 2007 aus, da die Herbstaussaat für die Ernte 2008 unmittelbar bevorsteht. Die grundsätzliche Diskussion über die Zukunft der Flächenstilllegung sollte dann im Rahmen des Health Check 2008 stattfinden, wo der Bauernverband klar für die Abschaffung votiert. Sonnleitner begründet seine Forderung mit der verstärkten Konkurrenz um die Landnutzung. Die obligatorische Flächenstilllegung sei im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarreform 1992 eingeführt worden, um angesichts steigender Überschüsse auf dem europäischen Getreidesektor der wachsenden Überschussproblematik Herr zu werden. Mittlerweile stelle sich die Situation jedoch völlig anders dar. Angesichts steigender Nachfrage nach landwirtschaftlichen Rohstoffen auf allen Märkten und national wie international engen Getreidebilanzen verliere die obligatorische Flächenstilllegung zunehmend ihre Berechtigung. Weltweit könne die Produktion von Getreide mit dem Verbrauch nicht mithalten. ‚Vor diesem Hintergrund halten es die europäischen Getreideerzeuger für nicht vertretbar, in Europa Millionen Hektar produktive Ackerfläche stillzulegen‘, schrieb Sonnleitner.

Links zum Thema Verbände.

Newsfeed-Zentrale: @grar.de startet neuen Service

Themen: Internet,Medien — info @ 09:07

Rheine (agrar.de) – Ab sofort bietet @grar.de seinen Besuchern einen neuen, kostenlosen Nachrichten-Service an.

Neben den aktuellen Nachrichten zu den Themen Landwirtschaft und Umwelt, Tiergesundheit sowie Lebensmittel und Ernährung, die jetzt über Karteireiter schneller zu erreichen sind, präsentieren wir Ihnen nun auch eine umfangreiche Auswahl von sog. Newsfeeds. Dieses neue Nachrichtenformat erlaubt einen schnellen Überblick über verschiedenste Nachrichtenquellen.

Die Newsfeed-Zentrale bietet Ihnen aktuelle Schlagzeilen zum Beispiel von Nachrichtensendern, Informationsdiensten, Ministerien, Ämtern, Verbänden und Unternehmen, ohne daß Sie dafür die entsprechenden Internet-Adressen kennen oder eingeben müssen. Und der Volltext der Meldungen, die Sie wirklich interessieren, ist nur noch einen Mausklick entfernt. Die Auswahl der Nachrichtenquellen wird ständig erweitert.

Wir laden Sie herzlich ein, diesen neuen Service zu testen und freuen uns auf Ihr Feedback.

Viel Spaß beim Blättern wünscht Ihnen die @grar.de-Redaktion

09. Juli 2007

Baden-Württemberg: Preise für landw. Grundstücke im Durchschnitt bei 19.170 Euro

Höchste Grundstückspreise nach wie vor in den Verdichtungsräumen

Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellung des Statistischen Landesamts im Jahr 2006 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 19.170 Euro je Hektar (ha) Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) entrichtet. Gegenüber dem Vorjahr (knapp 18.930 Euro je ha) sind die landwirtschaftlichen Bodenpreise leicht gestiegen. Sie liegen damit aber weiterhin auf dem seit 1993 zu beobachtenden Niveau von etwa 18.500 Euro bis knapp 20.000 Euro je ha. Ende der 80er- und Anfang der 90er Jahre hatten die Preise noch um rund 2.000 Euro/ha höher gelegen. Insgesamt wurden 2006 die Preise von 5.395 Kauffällen ermittelt. Dabei wechselten landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 3.745 ha die Besitzer, also rund 0,7 ha je Verkaufsfall.

Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, wurden die höchsten Grundstückspreise erzielt. Unter den Landkreisen führen Esslingen, Rhein-Neckar, Böblingen, Ludwigsburg und Karlsruhe mit durchschnittlichen Bodenpreisen von 29.600 bis 36.900 Euro/ha die Preisskala an. Die höheren Grundstückspreise in den Stadtkreisen Heilbronn (46.800) und Karlsruhe (64.300) sprechen dafür, dass das Preisniveau hier stark von den örtlichen Baulandpreisen beeinflusst sein dürfte. Spitzenreiter aber ist die Landeshauptstadt Stuttgart mit 171.800 Euro/ha. Am unteren Ende der Preisskala lagen die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten (Schwarzwald, Schwäbische Alb, Odenwald) wie die Landkreise Neckar-Odenwald, Tuttlingen, Sigmaringen, Zollernalb, Schwarzwald-Baar, Main-Tauber und Rottweil mit Grundstückspreisen von 9.300 bis 11.000 Euro/ha.

Neben der regionalen Lage wurden die Kaufpreise wesentlich von der Bodenqualität, also der natürlichen Ertragsfähigkeit, bestimmt. Für geringwertigere Böden mit Ertragsmesszahlen (EMZ) zwischen 20 und 30 (auf einer Skala von 1 bis 100) wurden durchschnittlich 10.900 Euro/ha, bei etwas besseren Böden mit Ertragsmesszahlen zwischen 40 und 50 bereits 15.500 Euro/ha entrichtet. Für gute bis sehr gute Böden (EMZ > 70) ergaben sich für die veräußerten Flächen mit 32.600 Euro/ha auch die höchsten Preise.

Die Parzellengröße hat ebenfalls Einfluss auf die Kaufwerte. Bei Kleinstflächen bis 25 Ar werden Preise von fast 28.900 Euro/ha bezahlt. Mit zunehmender Parzellengröße gehen die durchschnittlichen Kaufwerte dann deutlich zurück. Ab etwa 1 ha pendeln sich die Kaufwerte zwischen 15.700 und 17.400 Euro je ha ein. Die Kaufpreise werden dann vorrangig nicht mehr von der Grundstücksgröße, sondern zunehmend von anderen Faktoren bestimmt.

Für größere Grundstücke ab 1 ha sind darüber hinaus Aussagen zu weiteren Kaufpreis bestimmenden Faktoren möglich. So wurde für Ackerland mit 16.800 Euro/ha im Landesdurchschnitt ein merklich höherer durchschnittlicher Kaufpreis entrichtet als für Grünland (11.050 Euro/ha). Des Weiteren zeigt sich eine deutliche Preisdifferenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke. Nichtlandwirtschaftliche Käufer bezahlten wesentlich höhere durchschnittliche Grundstückspreise als Haupt- bzw. Nebenerwerbslandwirte. Die Preisspanne bewegte sich bei Ackerland von rund 12.400 Euro/ha beim Kauf durch Nebenerwerbslandwirte über 16.700 Euro/ha bei Haupterwerbslandwirten bis auf mehr als 21.500 Euro/ha bei Nichtlandwirten. Bei Grünland entsprechend, wenn auch auf niedrigerem Niveau und weniger stark differenziert. Die Spanne reicht von 10.400 Euro/ha über 10.900 Euro/ha bis auf 12.300 Euro/ha. Die von Nichtlandwirten bezahlten relativ hohen Preise hängen möglicherweise damit zusammen, dass hier längerfristig doch mit Umwandlungen der landwirtschaftlichen Flächen in andere Nutzungsarten gerechnet wird.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Erleichterung für Landwirte: Statistische Erhebung der Rinderbestände durch Nutzung der HIT-Datenbank

Themen: Rinder,Statistik — info @ 10:07

Hannover (agrar.de) – Ab dem Jahr 2008 sollen die statistischen Erhebungen der Rinderbestände bundesweit vereinfacht werden. Möglich wurde dieses Vorhaben nach Informationen des niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durch das Gesetz zur Änderung des Agrarstatistikgesetzes und des Rinderregistrierungsdurchführungsgesetzes, das im Juli 2006 in Kraft trat.

Landwirte können zum Gelingen dieses Vorhabens auf einfache Weise beitragen: Sie müssen dazu bei der Abgabe ihrer Meldungen an das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) in der Zentralen Datenbank künftig lediglich die betriebliche Produktionsrichtung zusätzlich angeben. Nur mit Hilfe dieser zusätzlichen Angabe bei den HIT-Meldungen ist es möglich, Rückschlüsse zu ziehen auf den Nutzungszweck der Tiere. So müssen zum Beispiel Milchkühe von Mutterkühen unterschieden werden. Die Angabe ‚Nutzungsart‘ liegt jedoch für das einzelne Tier nicht in der HIT-Datenbank vor. Deshalb soll bezüglich der abgekalbten Tiere insbesondere die betriebliche Produktionsrichtung der Rinderhalter (z.B. reiner Milchkuhbetrieb, reiner Mutterkuhbetrieb usw.) als eine Hilfsgröße verwendet werden. Auf diesem Wege kann der Nutzungszweck der Tiere, der mit der Produktionsrichtung des Betriebes eng zusammenhängt, mit hinreichender Genauigkeit bestimmt werden. Dazu werden auch die für das einzelne Rind in der Datenbank gespeicherten Tierdaten verwendet, d.h. insbesondere Alter, Geschlecht und Rasse.

Für Landwirte, die ihre HIT-Meldungen online abgeben, ist seit Anfang März 2007 eine zusätzliche Eingabemaske ‚Angabe der Produktionsrichtung‘ freigeschaltet. Dort ist lediglich ein Mausklick bei einer oder mehreren der vorgegebenen Angaben nötig. Für die nicht online-meldenden Landwirte bereiten die Länder entsprechende Verfahren vor.

Die Landwirte werden mit diesem Verfahren entlastet, da so die Rinderbestandserhebung im Rahmen der halbjährlich durchgeführten statistischen Erfassung entfallen kann. Dieses Vorhaben ist ein Teil des von Bund und Ländern getragenen Aktionsplans zur Verringerung der bürokratischen Hemmnisse in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft.

Links zum Thema Rinder.

Hessen: Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke

Themen: Hessen,Statistik — info @ 10:07

Rückgang der Veräußerungsfälle, Anstieg der Kaufwerte

Wiesbaden (agrar.de) – Im Jahr 2006 wurden in Hessen 2.150 landwirtschaftliche Grundstücke zu einem durchschnittlichen Kaufwert von gut 13.400 Euro je Hektar veräußert. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, wurden damit fast 350 Grundstücke weniger als im Vorjahr gehandelt. Der durchschnittliche Kaufwert lag jedoch knapp 450 Euro über dem des Jahres 2005.

Die höchsten Kaufwerte wurden im Landkreis Offenbach mit knapp 60.900 Euro je Hektar ermittelt, gefolgt von der Landeshauptstadt Wiesbaden mit 50.500 Euro je Hektar. Demgegenüber wurden die geringsten Kaufwerte mit gut 5.000 Euro je Hektar im Landkreis Vogelsberg erzielt, im Werra-Meißner-Kreis waren es knapp 6.300 Euro je Hektar.

Insgesamt wurden 1788 Hektar veräußert, was einer durchschnittlichen Fläche von 0,83 Hektar je Veräußerungsfall entsprach. Die mittlere Ertragsmesszahl betrug dabei 49 Punkte.

Für die kreisfreien Städte Offenbach am Main und Kassel wurden keine Veräußerungsfälle gemeldet; vom Lahn-Dill-Kreis lagen keine Angaben vor.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Hessen.

06. Juli 2007

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine — info @ 10:07

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 500 angebotenen Schweinen alle Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,47 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,47 Euro bis 1,48 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

05. Juli 2007

DRV: Flächenstilllegung in der EU ist nicht mehr zeitgemäß

Themen: Flächenstilllegung,Verbände — info @ 15:07

Verband fordert Absenkung der Stilllegungsrate zur Ernte 2008

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) fordert eine kurzfristige Entscheidung zur Absenkung der Flächenstilllegungsrate zur Ernte 2008. ‚Wir müssen das Potenzial zur Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln in Europa voll ausschöpfen, damit die zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen für den Nahrungs- und Futtermittelbereich ebenso wie für den Bio-Energiesektor bedient werden kann. Die anhaltende Verknappung des Rohstoffangebots durch die obligatorische Stilllegung von fruchtbaren Ackerflächen ist nicht mehr zu vertreten‘, so DRV Präsident Manfred Nüssel in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer.

Mit Blick auf die anstehenden Anbauentscheidungen zur Aussaat im Herbst 2007 sollte nach Auffassung des DRV bereits in der anstehenden Sitzung des EU-Agrarministerrates am 16. Juli eine Beratung über die Absenkung der Flächenstilllegungsrate von derzeit 10 Prozent auf 0 Prozent zur Ernte 2008 stattfinden. Über die endgültige Zukunft der obligatorischen Flächenstilllegung sollte dann im Rahmen des ‚Health-Checks‘ beraten werden, wobei aus Sicht des Deutschen Raiffeisenverbandes viele Gründe für eine vollständige Abschaffung sprechen.

Links zum Thema Verbände.

Die meisten Biobetriebe wirtschaften in Italien

Themen: Biolandbau,Handel,International — info @ 09:07

2005 gab es in Deutschland 17.020 Ökolandwirte – Größter Absatzmarkt in der EU

Hannover (agrar.de) – Ob Babynahrung, Kosmetikprodukte oder Tiefkühlpizza – heute gibt es kaum ein Produkt des täglichen Bedarfs, das nicht in Bioqualität erhältlich ist. Dementsprechend ist die Zahl der Ökobetriebe in der EU auch in 2005 deutlich gewachsen, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Erhebung von Eurostat.

2005 wirtschafteten demnach in der EU-25 insgesamt 157.852 landwirtschaftliche Betriebe nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, das waren 11,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten davon zählten die Statistiker mit 44.860 in Italien. In Österreich wirtschafteten 20.321 Höfe und in Deutschland 17.020 Betriebe ökologisch. Zu den Ländern mit den meisten Ökobetrieben zählten darüber hinaus Spanien mit 15.693, Griechenland mit 14.771 und Frankreich mit 11.402 Biolandwirten. Auf jeweils mehr als 4.000 Ökobetriebe brachten es in 2005 auch Finnland (4.436), Großbritannien (4.285) und Schweden (4.238).

In den beiden skandinavischen Ländern ging die Zahl der Biobetriebe gegenüber dem Vor-jahr jedoch um mehr als zehn Prozent zurück, in Großbritannien sank sie um 0,8 Prozent. Erheblich gestiegen ist dagegen die Zahl der Ökolandwirte in vielen südlichen EU-Ländern, allein in Griechenland stieg sie um 59,2 Prozent. Zweistellige Zuwachsraten registrierten die Statistiker auch für Italien (21,4 Prozent), Portugal (14,4 Prozent), Irland (13,9 Prozent) und Luxemburg (12,1 Prozent). In Deutschland wurden 2,5 Prozent mehr Ökobetriebe gezählt als im Jahr zuvor. Obwohl die Zahl der Ökobetriebe in der EU um 11,1 Prozent stieg, wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche in 2005 nur um rund sechs Prozent auf 6,12 Mio. Hektar (ha).

Damit wurden 3,9 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche der EU ökologisch bewirtschaftet. In Deutschland zählten mit 807.406 ha (plus fünf Prozent) rund 4,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu den Biobetrieben. Diese Fläche ist nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes auch 2006 moderat auf 830.000 ha gewachsen, die 17.282 Ökolandwirte bewirtschafteten.

Die deutschen Verbraucher greifen immer häufiger zu ökologisch erzeugten Produkten, auch wenn deren Anteil am gesamten deutschen Lebensmittelmarkt eher gering ist. Nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) stieg der Umsatz mit Bioprodukten im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Damit liegt ihr Anteil am gesamten deutschen Lebensmittelmarkt derzeit bei rund drei Prozent. Innerhalb der EU ist Deutschland jedoch der größte Absatzmarkt für Bioprodukte. Insgesamt werden in der EU 14,5 Milliarden Euro mit Ökoprodukten erwirtschaftet, davon gehen rund 27 Prozent auf den Umsatz für Biowaren in Deutschland zurück. Mittlerweile führt neben den reinen Bio-Supermärkten mittlerweile fast jede Supermarktkette ökologisch erzeugte Produkte im Sortiment.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Europa.

04. Juli 2007

Nordrhein-Westfalen: Uhlenberg legt Konzept zum Aufforsten nach „Kyrill“-Schäden vor

Themen: Nordrhein-Westfalen,Wald,Wetter — info @ 16:07

Düsseldorf (agrar.de) – Der Orkan ‚Kyrill‘ war der bislang folgenschwerste Sturm in der Geschichte unserer Wälder in Nordrhein-Westfalen. Kyrill hat mehr Holz umgeworfen, als in NRW normalerweise in drei Jahren geerntet wird. Nach dem Aufräumen beginnt nun die Aufgabe der Wiederbewaldung. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat das Konzept zum Aufforsten gestern in Düsseldorf präsentiert.

‚Keinem Waldbesitzer soll vorgeschrieben werden, welche Baumarten er anpflanzen soll‘, sagte Uhlenberg. ‚Vielmehr werden Empfehlungen gegeben für eine vorausschauende Pflanzenauswahl und besonders für Baumarten, die an erwartete Klimaveränderungen besser angepasst sind als andere.‘ Ziel der Wiederbewaldung der Sturmwurfflächen ist, einen zukunftsfähigen Mischwald mit standortgerechten, stabilen, strukturreichen und produktiven Baumarten zu schaffen. Dazu gehören heimische Baumarten wie Buche, Eiche oder Kirsche, natürlich verjüngte Pionierbaumarten wie Birke, Weide oder Vogelbeere sowie bewährte fremdländische Baumarten wie die Douglasie. Die Fichte wird weiterhin eine wichtige Baumart bleiben. Im Hinblick auf den Klimawandel werden aber Fichtenreinbestände risikoanfälliger und notwendigerweise mit weiteren Baumarten gemischt werden.

In ihrem Sonderprogramm ‚Kyrill‘ stellt die Landesregierung für die Wiederaufforstung in den Jahren 2007 bis 2010 insgesamt 56 Millionen Euro bereit. Privatwaldbesitzer erhalten 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, die Kommunen den halben Fördersatz. Die Abwicklung der Förderanträge erfolgt über die Forstämter auf der Grundlage der aktualisierten Förderrichtlinien.

Uhlenberg: ‚Der prognostizierte Klimawandel wird die Umweltbedingungen in den nächsten Jahrzehnten ändern und ist damit ein großer Unsicherheitsfaktor für die Forstwirtschaft. Deshalb denkt und handelt die Forstwirtschaft vorausschauend, um sich auf bestehende Risiken schon jetzt einzustellen.‘

Für die Wiederbewaldung benötigen die Waldbesitzer Informationen darüber, wie sich der vorhersehbare Klimawandel konkret in seinen Waldparzellen auswirken kann. Ein wichtiges Hilfsmittel hierbei ist die digitale Standortklassifikation: ein modernes Computerverfahren, mit dem die forstlichen Standorte digital erfasst und klassifiziert werden können. Durch dieses System kann der Gefährdungsgrad bestehender Wälder durch absehbare Klimaänderungen errechnet oder die Anbaueignung von bestimmten Baumarten abgeleitet werden. Hierzu liefert die digitale Standortklassifikation Informationen in hoher räumlicher Auflösung für die Wälder der Mittelgebirge und bald auch für das übrige Land. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW wird das Computerverfahren bei der Beratung zur Wiederbewaldung gezielt einsetzen.

Der komplette Bericht ‚Empfehlungen für die Wiederbewaldung der Orkanflächen in Nordrhein-Westfalen‘ ist im Internet abrufbar.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Ernteschätzung 2007: Viele Süß-, aber wenig Sauerkirschen

Themen: Erntebericht,Obst,Statistik — info @ 15:07

Wiesbaden (agrar.de) – Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes ist mit einer guten Süßkirschenernte von 37.000 Tonnen zu rechnen, während nach ersten Schätzungen nur 27.000 Tonnen Sauerkirschen geerntet werden können. Letzteres ist vor allem auf umfangreiche Rodungen von Sauerkirschenanlagen zurückzuführen, deren Flächen gegenüber 2002 um nahezu 19% auf 3.400 Hektar reduziert wurden. Der Süßkirschenanbau nahm in dieser Zeit nur um 1 Prozent ab und erfolgt bundesweit auf einer Fläche von über 5.400 Hektar.

Diese Ergebnisse zur ersten Kirschenernteschätzung in diesem Jahr basieren auf der nach fünf Jahren in 2007 turnusmäßig durchgeführten allgemeinen Baumobstanbauerhebung im Marktobstbau.

Nach der ersten Ernteschätzung in Erzeugerbetrieben des Marktobstbaus zum 10. Juni dieses Jahres ist insgesamt eine gute Süßkirschenernte zu erwarten: Die voraussichtliche Erntemenge von 37.000 Tonnen wird etwa 14 Prozent über dem Mittel der letzten zehn Jahre liegen und der erwartete durchschnittliche Ertrag von 68 Dezitonnen je Hektar ist der höchste seit der Umstellung der Ernteermittlung von Baumerträgen auf Flächenerträge im Jahr 2005. Mit Spitzenwerten bis zu über 90 Dezitonnen je Hektar wird in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gerechnet, während in den neuen Bundesländern durch Frühjahrsfröste und Unwetter deutliche Ertragseinbußen eintreten werden.

Die erwartete Sauerkirschenernte von 27.000 Tonnen wird das Mittel der letzten zehn Jahre bundesweit voraussichtlich um 11 Prozent unterschreiten. Der durchschnittliche Ernteertrag sinkt nach ersten Berechnungen gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 11 Prozent. Die höchsten Erträge werden mit über 100 Dezitonnen je Hektar in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein erwartet, der vermutlich niedrigste mit unter 40 Dezitonnen je Hektar in Mecklenburg-Vorpommern. Damit bleibt Rheinland-Pfalz bei der Erntemenge weiterhin das bedeutendste Bundesland für die Sauerkirschenerzeugung.

Mit mehr als 2.100 Hektar befinden sich 39 Prozent der Anbauflächen von Süßkirschen im Marktobstbau in Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern (600 Hektar), Brandenburg (550 Hektar), Niedersachsen (540 Hektar) und Rheinland-Pfalz (470 Hektar) mit insgesamt 40 Prozent der Anbaufläche. Gegenüber dem Jahr 2002 wurden vor allem in Brandenburg (- 170 Hektar), Bayern (- 100 Hektar) und Niedersachsen (- 50 Hektar) größere Flächen aus der Erzeugung genommen, während Neuanpflanzungen besonders in Sachsen-Anhalt (+ 70 Hektar), Rheinland-Pfalz (+ 60 Hektar) und Baden-Württemberg (+ 50 Hektar) angelegt wurden.

Die Anbauflächen von Sauerkirschen im Marktobstbau wurden in allen Bundesländern reduziert, wobei allein in Rheinland-Pfalz 300 Hektar gerodet wurden. Die wichtigsten Anbauregionen sind im Jahr 2007 Sachsen (850 Hektar), Rheinland-Pfalz (830 Hektar) und Thüringen (610 Hektar). Diese drei Bundesländer verfügen über gut zwei Drittel der deutschen Sauerkirschenanlagen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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