20. Juli 2007

Regierung will Zerschneidung der Landschaft auf das Mindestmaß begrenzen

Themen: Agrarstruktur — info @ 15:07

Berlin (agrar.de) – Um das europäische Naturerbe und die biologische Vielfalt zu erhalten, will die Bundesregierung eine weitere Zerschneidung der deutschen Landschaft ‚auf das Mindestmaß‘ begrenzen. Das berichtet der Pressedienst des Bundestags.

Es müsse ein bundesweites ‚Wiedervernetzungskonzept‘ entwickelt werden, das ein wichtiger Baustein des länderübergreifenden Biotopverbundes ist. Dieses Konzept müsse die Anforderungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU sowie alle von einer Zerschneidung betroffenen Komponenten der biologischen Vielfalt berücksichtigen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen.

Mit einen solchen Konzept würden nicht nur Möglichkeiten für das Wild geschaffen, auf die andere Seite von Verkehrswegen zu kommen, sondern es würden auch Vernetzungsmöglichkeiten von Lebensgemeinschaften wiederhergestellt. Ziel sei es, gefährdete Tierpopulationen zu stabilisieren und die Möglichkeit zu schaffen, verwaiste Landschaften wieder mit Tieren zu besiedeln, Wanderungen von Tieren zu unterstützen und die Anpassungsfähigkeit von Lebensgemeinschaften an Veränderungen der Umwelt zu verbessern. Darauf werde beim Neu- und Ausbau von Bundesfernstraßen heute schon geachtet, heißt es in der Antwort. Querungshilfen wie etwa Grünbrücken oder Grünunterführungen müssten vorgesehen und nach fachlichen Gesichtspunkten optimal platziert, gestaltet und in die Landschaft eingebunden werden. Für das bestehende Straßennetz würden bislang vereinzelt von einigen Bundesländern wieder Vernetzungskonzepte entwickelt. Ein bundesweites Konzept gebe es bislang nicht. Bis 2009 soll es jedoch vom Bundesamt für Naturschutz zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium erarbeitet werden.

Die Regierung weist ferner darauf hin, dass alle bisherigen Wiedervernetzungskonzepte erweitert werden müssten, da in erster Linie auf die Ansprüche großer und mittelgroßer Säugetiere abgestellt werde. Vor allem wirbellose Tiere fehlten, die jedoch einen wesentlich größeren Teil der biologischen Vielfalt repräsentierten. Auch die Ansprüche kleiner, am Boden lebender Wirbeltiere wie Reptilien, Amphibien und Kleinsäugetiere müssen nach Meinung der Regierung in ein umfassendes Konzept einbezogen werden, um dem Anspruch gerecht werden zu können, die biologische Vielfalt in Deutschland zu erhalten.

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