09. Juli 2007

Baden-Württemberg: Preise für landw. Grundstücke im Durchschnitt bei 19.170 Euro

Höchste Grundstückspreise nach wie vor in den Verdichtungsräumen

Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellung des Statistischen Landesamts im Jahr 2006 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 19.170 Euro je Hektar (ha) Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) entrichtet. Gegenüber dem Vorjahr (knapp 18.930 Euro je ha) sind die landwirtschaftlichen Bodenpreise leicht gestiegen. Sie liegen damit aber weiterhin auf dem seit 1993 zu beobachtenden Niveau von etwa 18.500 Euro bis knapp 20.000 Euro je ha. Ende der 80er- und Anfang der 90er Jahre hatten die Preise noch um rund 2.000 Euro/ha höher gelegen. Insgesamt wurden 2006 die Preise von 5.395 Kauffällen ermittelt. Dabei wechselten landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 3.745 ha die Besitzer, also rund 0,7 ha je Verkaufsfall.

Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, wurden die höchsten Grundstückspreise erzielt. Unter den Landkreisen führen Esslingen, Rhein-Neckar, Böblingen, Ludwigsburg und Karlsruhe mit durchschnittlichen Bodenpreisen von 29.600 bis 36.900 Euro/ha die Preisskala an. Die höheren Grundstückspreise in den Stadtkreisen Heilbronn (46.800) und Karlsruhe (64.300) sprechen dafür, dass das Preisniveau hier stark von den örtlichen Baulandpreisen beeinflusst sein dürfte. Spitzenreiter aber ist die Landeshauptstadt Stuttgart mit 171.800 Euro/ha. Am unteren Ende der Preisskala lagen die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten (Schwarzwald, Schwäbische Alb, Odenwald) wie die Landkreise Neckar-Odenwald, Tuttlingen, Sigmaringen, Zollernalb, Schwarzwald-Baar, Main-Tauber und Rottweil mit Grundstückspreisen von 9.300 bis 11.000 Euro/ha.

Neben der regionalen Lage wurden die Kaufpreise wesentlich von der Bodenqualität, also der natürlichen Ertragsfähigkeit, bestimmt. Für geringwertigere Böden mit Ertragsmesszahlen (EMZ) zwischen 20 und 30 (auf einer Skala von 1 bis 100) wurden durchschnittlich 10.900 Euro/ha, bei etwas besseren Böden mit Ertragsmesszahlen zwischen 40 und 50 bereits 15.500 Euro/ha entrichtet. Für gute bis sehr gute Böden (EMZ > 70) ergaben sich für die veräußerten Flächen mit 32.600 Euro/ha auch die höchsten Preise.

Die Parzellengröße hat ebenfalls Einfluss auf die Kaufwerte. Bei Kleinstflächen bis 25 Ar werden Preise von fast 28.900 Euro/ha bezahlt. Mit zunehmender Parzellengröße gehen die durchschnittlichen Kaufwerte dann deutlich zurück. Ab etwa 1 ha pendeln sich die Kaufwerte zwischen 15.700 und 17.400 Euro je ha ein. Die Kaufpreise werden dann vorrangig nicht mehr von der Grundstücksgröße, sondern zunehmend von anderen Faktoren bestimmt.

Für größere Grundstücke ab 1 ha sind darüber hinaus Aussagen zu weiteren Kaufpreis bestimmenden Faktoren möglich. So wurde für Ackerland mit 16.800 Euro/ha im Landesdurchschnitt ein merklich höherer durchschnittlicher Kaufpreis entrichtet als für Grünland (11.050 Euro/ha). Des Weiteren zeigt sich eine deutliche Preisdifferenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke. Nichtlandwirtschaftliche Käufer bezahlten wesentlich höhere durchschnittliche Grundstückspreise als Haupt- bzw. Nebenerwerbslandwirte. Die Preisspanne bewegte sich bei Ackerland von rund 12.400 Euro/ha beim Kauf durch Nebenerwerbslandwirte über 16.700 Euro/ha bei Haupterwerbslandwirten bis auf mehr als 21.500 Euro/ha bei Nichtlandwirten. Bei Grünland entsprechend, wenn auch auf niedrigerem Niveau und weniger stark differenziert. Die Spanne reicht von 10.400 Euro/ha über 10.900 Euro/ha bis auf 12.300 Euro/ha. Die von Nichtlandwirten bezahlten relativ hohen Preise hängen möglicherweise damit zusammen, dass hier längerfristig doch mit Umwandlungen der landwirtschaftlichen Flächen in andere Nutzungsarten gerechnet wird.

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