25. April 2007

Ministerien: Nachhaltige Erzeugung ist Voraussetzung für weiteren Ausbau der Bioenergie

Themen: Energie,International,Kraftstoffe,Landtechnik — info @ 14:04

Berlin (agrar.de) – Die energetische Nutzung von Biomasse, sei es als Kraftstoff, zur Wärmeerzeugung oder zur Stromproduktion, birgt ein großes Potenzial für den Klimaschutz und eine sichere Energieversorgung. Darauf haben Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel heute in Berlin hingewiesen.

‚Die Vorteile der Bioenergie wie etwa der Beitrag zum Klimaschutz dürfen nicht mit dem Preis von Umweltschäden bei der Erzeugung erkauft werden. Davon wird letzten Endes auch die Akzeptanz der Öffentlichkeit gegenüber der Bioenergie abhängen‘, betonte Seehofer. Gabriel unterstrich: ‚Es ist völlig unakzeptabel, dass der tropische Regenwald großflächig gerodet wird, um billiges Palmöl zu erzeugen, das dann bei uns genutzt wird. So können wir unsere Klimabilanz zwar um ein paar Punkte verbessern, der Schaden für das Klima insgesamt ist aber immens. Deshalb muss dieser Raubbau schnellstens gestoppt werden.‘

Beide Minister haben heute gemeinsam die ‚Global Bioenergy Partnership‘ (GBEP) im Kabinett vorgestellt. Die Partnerschaft wurde als Teil des G8-Aktionsplans von Gleneagles zu Klima und Energie ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative, der neben den G8-Staaten auch Vertreter Brasiliens, Chinas und großer internationaler Organisationen angehören, ist es, die notwendigen Anstrengungen zur Förderung der Bioenergie auf eine internationale Basis zu stellen. Einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt der Initiative stellt der Bereich Nachhaltigkeit dar. Ziel muss es laut Seehofer und Gabriel dabei sein, internationale Standards für die umweltgerechte Erzeugung der Biomasse und darauf aufbauend Zertifizierungssysteme einzuführen.

Beide Minister wiesen zudem darauf hin, dass die Bundesregierung plane, die Förderung der Biokraftstoffe national von der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien abhängig zu machen. ‚Umweltministerium und Landwirtschaftsministerium arbeiten intensiv an dem Entwurf einer entsprechenden Verordnung‘, so Gabriel und Seehofer.

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DBV begrüßt Kabinettsbeschluss: Verkauf unter Einstandspreis verboten

Themen: Lebensmittel,Verbände — info @ 13:04

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts begrüßt, wonach zukünftig der Handel grundsätzlich nicht mehr Lebensmittel unter Einstandspreis verkaufen darf. Das Gesetz zur Bekämpfung von Preismissbrauch gilt für die Energieversorgung und den Lebensmittelhandel. Damit ist eine langjährige Argumentation des DBV gegen Preisdumping-Aktionen und Verschleudern von Lebensmitteln zu nicht Kosten deckenden Preisen erfolgreich in einem Gesetz aufgenommen worden. Der DBV fordert die im Bundestag vertretenen Parteien jetzt auf, zügig das Gesetz zu verabschieden.

Bisher war es dem Lebensmittelhandel möglich, kurzfristig Preisaktionen auch unter Einstandspreis durchzuführen. Nach dem neuen Gesetz darf zukünftig auch bei solch kurzfristigen Sonderaktionen ein Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis nicht mehr erfolgen. Bei drohendem Verderb der Waren ist eine solche Verkaufsaktion aber noch erlaubt.

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Anbau von Energiemais: DMK fordert mehr Augenmaß in der Diskussion

Themen: Biogas,Energie,Umwelt,Verbände — info @ 12:04

Bonn (agrar.de) – Der Maisanbau in Deutschland verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren ein Wachstum von 2,4 Prozent. 1996 lag die Anbaufläche bei 1,69 Mio. Hektar, 2006 bei 1,74 Mio. Hektar. Angesichts dieser Flächenzunahme innerhalb eines Jahrzehnts könne kaum von einem massiven und einseitigen Wachstum des inländischen Maisanbaus gesprochen werden, erklärte Dr. Helmut Meßner, Geschäftsführer des Deutschen Maiskomitees (DMK). In einer Veröffentlichung fordert er deshalb mehr Augenmaß in der öffentlichen Diskussion ein.

Kritiker hatten im Zuge der Energiegewinnung mit Hilfe von Mais in Biogasanlagen zuletzt vermehrt vor den Folgen einer enormen Ausdehnung des Maisanbaus gewarnt. Eine Versachlichung der Argumente sei vor allem in der Debatte um knappe Märkte, steigende Preise und Erzeugungskonkurrenz notwendig, berichtet Meßner. Die Fläche für Energiemais habe zum großen Teil die immer noch rückläufige Körnermaisfläche sowie Silomaisfläche zu Futterzwecken kompensiert.

Steigende Getreide- und Futtermittelpreise hätten zunächst etwas mit den üblichen jährlichen Ertragsschwankungen aufgrund von Witterungseinflüssen zu tun, wie dies zum Beispiel 2006 der Fall war. Ganz vergessen scheint zudem, dass durch die Reform der Zuckermarktord-nung erhebliche Flächen frei geworden seien, die dem Markt zum Anbau zusätzlich zur Verfügung standen.

In einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kleffmann im Auftrag des DMK wurde für das Jahr 2007 ein Wachstum der Maisfläche von 2,6 Prozent prognostiziert. Umgerechnet auf die Fläche entspricht dieser Wert lediglich 45.000 Hektar Mais. Dem Energiemais selbst wird ein Wachstum von rund 40.000 Hektar vorausgesagt. Unterteilt man die Fläche nach Regionen, so ergibt sich für die sogenannten ‚Ballungsregionen‘ ein vergleichsweise geringer Zuwachs. Im Westen wäre es ein Plus von 10.000 Hektar, im Norden von 11.000 Hektar. Das größte prozentuale Wachstum findet mit 63 Prozent dagegen im Osten statt, wobei auch dies in Anbaufläche ausgedrückt nur einer Ausdehnung um 14.000 Hektar gleichkommt.

Von einer Entwicklung hin zu großflächigem Monokulturmais, wie häufig zu lesen sei, könne angesichts dieser konkreten Zahlen keinesfalls die Rede sein, so das DMK.

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Rentenbank: Wachsender Bedarf an Fach- und Führungskräften in der Landwirtschaft

Themen: Arbeitsmarkt,Banken,Förderung — info @ 11:04

Frankfurt am Main (agrar.de) – Vieles deutet auf einen in den nächsten Jahren deutlich steigenden Bedarf an Fach- und Führungskräften für die Landwirtschaft hin. ‚Vor dem Hintergrund der allgemeinen demographischen Entwicklung sind daher besondere Anstrengungen erforderlich, um im Wettbewerb mit anderen Berufs- und Wirtschaftsbereichen um qualifizierte Auszubildende mithalten zu können. Die Werbung für den Beruf des Landwirts muss dabei vor allem an einem positiven Image arbeiten und verstärkt die guten Zukunftsaussichten des Wirtschaftszweigs sowie die hohen Anforderungen des Berufsbilds Landwirt herausstellen‘, so Dr. h. c. Uwe Zimpelmann, Sprecher des Vorstandes der Landwirtschaftlichen Rentenbank, anlässlich der Pressekonferenz der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.

Ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Fach- und Führungskräften sei für die weitere Entwicklung des Agrarsektors schließlich von entscheidender Bedeutung. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung des landwirtschaftlichen Berufsstandes bilde dementsprechend seit Jahren einen Schwerpunkt des aus den Bilanzgewinnen gespeisten Förderungsfonds der Landwirtschaftlichen Rentenbank. 2006 entfielen rd. 1,2 Mio Euro von insgesamt zur Verfügung stehenden 5,0 Mio Euro auf Zuschüsse für Aus- und Fortbildung.

Bereits heute könnten viele Dauerstellen für Fachkräfte ebenso wie Ausbildungsplätze häufig nicht mit geeigneten Bewerbern besetzt werden. Die Zahl der Auszubildenden nehme zwar seit 2001 wieder zu, gleichzeitig signalisiere die Altersstruktur der Betriebsleiter aber einen deutlich steigenden Ersatzbedarf. Während die Gesamtzahl der Beschäftigten in der vom Strukturwandel geprägten Branche in den nächsten Jahren weiter sinken dürfte, stiegen die Anforderungen an die Qualifikation der in der Landwirtschaft dauerhaft Beschäftigten.

Steigende Anforderungen zeichneten sich sowohl hinsichtlich des produktionstechnischen Wissens, aber auch in Bezug auf Managementfähigkeiten ab. Insgesamt werde das Bild der in der Landwirtschaft und in ihrem Umfeld Tätigen immer vielfältiger. Der Strukturwandel führe zu einer stärkeren Spezialisierung, die teilweise auch mit einer Auslagerung einzelner Tätigkeiten auf vor- und nachgelagerte Bereiche verbunden sei. Gleichzeitig erschlössen sich der Landwirtschaft ganz neue Aufgabenfelder z. B. in den Bereichen Energiewirtschaft, Landschaftspflege und Tourismus, die völlig neue Anforderungen an die Qualifikation des Landwirts stellten. Die Qualifikation des Betriebsleiters und seiner Mitarbeiter seien nicht zuletzt auch aus Bankensicht von großer Bedeutung, stellten sie doch ein immer wichtigeres Kriterium bei Kreditentscheidungen dar. Notwendig erscheine daher sowohl eine ständige Weiterqualifizierung der Beschäftigten als auch eine kräftige Steigerung der Ausbildungszahlen.

Der Beruf des Landwirts sei attraktiv, modern und wettbewerbsfähig. Er beinhalte ein breites Einsatzspektrum und ermögliche Karrieren als Fach- und Führungskraft in der Landwirtschaft, aber auch in den der landwirtschaftlichen Produktion vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen. Auch die Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten seien im Agrarsektor gefragte Experten mit vielen beruflichen Möglichkeiten.

Mit der produktionsneutraleren Ausrichtung der Agrarpolitik hätten sich zudem die Zukunfts- und Einkommensperspektiven für Landwirte verbessert. So habe u. a. die höhere Nachfrage nach erneuerbaren Energien bereits zu einem merklichen Anstieg des Preisniveaus landwirtschaftlicher Rohstoffe geführt. Aufgrund der weiter steigenden Weltbevölkerung und des insbesondere in den asiatischen Ländern steigenden Fleischkonsums dürfte die weltweite Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln weiter wachsen. Eine spätere Tätigkeit in der Landwirtschaft beinhalte außerdem eine Reihe immaterieller Anreize. Dazu gehörten der enge Kontakt mit der Natur ebenso wie die Arbeit mit anspruchsvoller Technik. Auch das meist gute Betriebsklima und das Leben auf dem Land machten eine agrarbezogene Ausbildung besonders attraktiv. Die Gewinnung zusätzlicher junger Leute für den Beruf des Landwirts sei zwar in erster Linie eine Kommunikationsaufgabe, es sollte aber auch geprüft werden, ob die derzeitigen Ausbildungsvergütungen den steigenden Anforderungen an die Qualifikation noch gerecht werden.

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24. April 2007

Thüringen: Ökoproduktion wächst

Kontrollen erfolgreich

Jena (agrar.de) – Nach drei Jahren des ‚verhaltenen‘ Wachstums des Ökolandbaus in Thüringen insbesondere im Bereich der Primärproduktion erfolgte nun wieder ein stärkerer Anstieg. Im Vergleich zum Vorjahr konnten insgesamt weitere 46 Unternehmen (379 insgesamt, + 13,8 Prozent) registriert werden, davon allein 18 landwirtschaftliche Betriebe, 25 Verarbeiter/Importeure und 3 Händler/Lageristen. Die bewirtschaftete Ökofläche stieg nach Information der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) um fast 4.200 ha an, was einen Zuwachs zum Vorjahr um mehr als 15 Prozent bedeutet.

Auch das Wachstum bei der Verarbeitung von Ökoerzeugnissen hält ebenfalls unvermindert an (+ 42 Unternehmen = 25 Prozent). Wie bereits 2005 stand auch das Jahr 2006 verstärkt im Zeichen der erweiterten Verarbeitung von tierischen Erzeugnissen, allen voran die Fleischverarbeitung (acht neue Unternehmen). Neben zwei Käseherstellern ist seit langer Zeit auch wieder eine Bäckerei neu ins Ökogeschäft eingestiegen. Bei Futtermittelherstellern gab es keine Veränderung.

Die Anzahl der in Thüringen tätigen privaten Kontrollstellen blieb mit 12 an der Zahl stabil. Ihnen ist die Aufgabe übertragen worden, alle Thüringer Unternehmen des ökologischen Landbaus durch Vor-Ort-Kontrollen auf die Einhaltung der Vorschriften der EG-Öko-Verordnung zu kontrollieren. Die festgestellten Unregelmäßigkeiten und Verstöße nahmen leicht zu. Die auszusprechenden Sanktionen im Bereich der schweren Abweichungen lagen jedoch im Bereich des Vorjahres.

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft überwacht als zuständige Behörde ihrerseits die Kontrolltätigkeit der privaten Kontrollstellen. Insbesondere findet dies ihren Niederschlag in 34 begleiteten Inspektionen der Kontrollstellen. In drei Fällen wurden unangekündigte Kontrollen durchgeführt. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass mit weniger als einem Prozent schwerwiegender Abweichungen den Thüringer Ökobetrieben eine recht hohe Gesetzeskonformität bescheinigt werden kann. Die festgestellten Verfehlungen bewegten sich im Rahmen der Vorjahresfeststellungen. In drei Fällen musste die härteste Maßnahme angewandt werden (Aberkennung des Ökostatus der betroffenen Produkte). Im Einzelnen waren das der Zukauf von konventionellen Tieren, die Fütterung der Ökotiere mit konventionellem Futter und der Einsatz von nicht erlaubtem Düngemittel.

Der zunehmende Anteil von Feststellungen kleinerer Delikte zeigt aber auch, dass durch das frühzeitige Einflussnehmen der Kontrollstellen ein Auftreten ’schwerer Fälle‘ vermieden wird, und somit auf eine hohe Wirksamkeit in der Kontrolltätigkeit geschlussfolgert werden kann.

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Rapsrekord 2007

Themen: Anbauflächen,Energie,Kraftstoffe,Raps — info @ 10:04

Berlin (agrar.de) – Auf einer Rekordfläche von über 1,5 Millionen Hektar blüht derzeit Raps in ganz Deutschland. Das entspricht etwa 12 Prozent der gesamten Ackerfläche und macht deutlich, wie bedeutend der Rapsanbau für die heimische Landwirtschaft ist. Die Ausweitung um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist nach Ansicht der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) auch ein Zeichen dafür, wie erfolgreich sich die Märkte für Rapsöl entwickelt haben.

Neben dem wachsenden Absatz von Rapsöl in der Ernährung, wo immer mehr Anbieter deklariertes Rapsöl und Verarbeitungsprodukte anbieten, ist es insbesondere der Kraftstoffmarkt, in dem sich Rapsöl eine feste Position erobert hat.

Biodieselproduzenten und Anbieter von Rapsölkraftstoff sehen die aktuelle Entwicklung auf dem Biokraftstoffmarkt jedoch zwiespältig. Einerseits ist es sehr befriedigend, dass dem konventionellen Diesel per Gesetz heute 5 Prozent Biodiesel beigemischt werden müssen, was vor 20 Jahren noch als Utopie gegolten hätte. Andererseits sorgt die deutsche Steuergesetzgebung aber auch dafür, dass der über viele Jahre aufgebaute Markt für reinen Biodiesel in seiner Entwicklung gestoppt wird. Besonders Betreiber von Nutzfahrzeugen haben in den letzten Jahren verstärkt auf den Diesel vom Feld gesetzt. Nicht zuletzt deshalb, weil dessen steuerliche Begünstigung zu einem wettbewerbsfähigen Preis beigetragen hat.

Mit diesen Vorteilen habe eine im Jahr 2006 eingeführte Besteuerung von reinem Biodiesel jedoch Schluss gemacht, so der Verband. Und nicht nur das: Aus einem Vorteil wird spätestens Anfang 2008 ein echter Nachteil, wenn die nächste Stufe der Biodieselbesteuerung greift. Gleiches gelte dann auch für den Einsatz von reinem Pflanzenöl als Kraftstoff, für den ab 2008 ebenfalls ansteigende Steuersätze gelten. Nur ein Einlenken der Politik bei der Besteuerung und weiter steigende Dieselpreise könnten dazu führen, dass dies nicht geschieht.

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Sächsischer Wald liefert 1,3 Millionen Kubikmeter Holz

Themen: Sachsen,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 10:04

Dresden (agrar.de) – Am 25. April wird der internationale Tag des Baumes begangen. Erstmals wurde dieser Tag 1951 von der UNO proklamiert. Durch ihn soll die Bedeutung der Bäume für den Menschen unterstri­chen werden.

Der Freistaat Sachsen ist zu rund 28 Prozent bewaldet. Auf jeden sächsischen Einwohner entfällt durch­schnittlich eine Waldfläche von etwa 1.200 m². Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, sind die Regierungsbezirke Chemnitz und Dresden zu mehr als 30 Prozent bewaldet, während die Waldfläche im Regierungsbezirk Leipzig nur einen Anteil von etwa 15 Prozent an der gesamten Bodenfläche ausmacht.

Bäume haben für den Menschen vielfältige Bedeutung. Wälder verhindern Bodenerosionen, filtern Stäube und Gase aus der Luft, wirken durch ihre Speicherfunktion regulierend auf den Wasser­haushalt und bieten Erholungssuchenden Ruhe und Entspannung. Eine weitere wichtige Aufgabe besitzt der Wald aber auch durch seine Funktion als Rohstofflieferant.

Im Jahr 2006 wurden in den sächsischen Wäldern knapp 1,3 Millionen Kubikmeter Holz geern­tet. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, entspricht dies gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um fast 11 Prozent. Der überwiegende Teil der gefällten Holzmenge (mehr als 80 Prozent) ent­stammt dem sächsischen Landeswald. Körperschafts-, Bundes- und Privatwald hingegen besitzen nur Anteile zwischen vier und acht Prozent.

Auf Grund der Baumartenzusammensetzung der sächsischen Wälder war der weitaus größte Teil (fast 90 Prozent) des geernteten Holzes Nadelholz (Holzartengruppe ‚Fichte‘: 69 Prozent, ‚Kiefer‘: 21 Prozent). Bei den Laub­gehölzen überwog die Holzartengruppe ‚Buche‘ (neun Prozent), wäh­rend die Gruppe ‚Eiche‘ weniger als zwei Prozent ausmachte. Nadelbäume wurden überwiegend als Stammholz vermarktet. Holz der Holzartengruppe ‚Buche‘ ist vor allem als ‚In­dustrieholz‘ (Stammholz geringeren Durchmessers) deklariert worden. Die Holzartengruppe ‚Eiche‘ hingegen wurde überwiegend zur energetischen Nutzung verkauft.

Die Höhe des durch Schäden verursachten Holzeinschlags nahm im Vergleich zu 2005 um rund ein Fünftel zu. Hauptursache dafür waren die großen Schneemassen des lang anhal­ten­den Winters 2005/2006. Besonders betroffen waren Nadelbäume. Aber auch die Schäden durch Insektenbefall nahmen deutlich zu. Insbesondere Borkenkäfer ha­ben 2006 in Sachsens Wäldern große Schäden angerichtet. Auf Grund der warm-trocke­nen Witterung im Juni und Juli zeichnete sich eine erneute Massenvermehrung dieses Schäd­lings ab. Auch wenn der kühle und feuchte August letztlich eine Katastrophe wie im Jahr 2003 verhin­derte, hat sich die auf Grund der Schädigungen notwendige Holzeinschlagmenge im Vergleich zu 2005 mehr als verdreifacht. Sturmschäden auf Grund des Orkans Kyrill sind in dieser Auswertung noch nicht enthalten, da dieser erst Mitte Januar 2007 über Deutschland hinweg zog.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Sachsen.

DBV: Qualitäts- und Mengeneinbußen der Ernte 2007 drohen

Themen: Agrarstruktur,Umwelt,Wetter — info @ 09:04

DWD: Neue Fakten zum Klimawandel in Deutschland – Anpassung an Klimaveränderung muss frühzeitig beginnen

Berlin (agrar.de) – Während die außergewöhnlich warme und trockene Aprilwitterung die Mitbürger angesichts früher sommerlicher ihrer Freizeitmöglichkeiten erfreut, verursacht sie den Bauern große Sorgen um ihre Saaten und die Ernte 2007. ‚Wenn es nicht schleunigst regnet, werden wir in diesem Jahr eine schlechte Ernte einfahren‘, sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, in Berlin. Nach dem trockenen in vielen Regionen zu trockenen Winter sei seit Anfang März in vielen Teilen Deutschlands kein nennenswerter Regen mehr gefallen. Vor allem die Frühjahrssaaten bräuchten – besonders auf den leichten Sandböden – dringend Wasser, das in der Oberschicht vieler Böden kaum mehr vorhanden sei.

‚Der Klimawandel ist eine Tatsache. Schon jetzt steht fest: Die Veränderung des Klimas wird einen nachhaltigen Einfluss auf unsere hochindustrialisierte Gesellschaft haben. Wir alle müssen lernen, mit den Konsequenzen dieser Klimaänderung zu leben und uns anzupassen‘ so Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei einer Pressekonferenz der Bundesbehörde in Berlin. Die notwendige Anpassung sei nicht zum Nulltarif zu haben. Es werde Verlierer und Gewinner geben.

Klimawandel in Deutschland im Detail

Die Auswertung der Daten seit 1901 zeige, dass die Dekade 1990 bis 1999 in Deutschland das wärmste Jahrzehnt des gesamten 20. Jahrhunderts gewesen sei. Fünf der insgesamt zehn wärmsten Jahre des 20. Jahrhunderts gehören in diese Zeitspanne. Auch in den ersten sechs Jahren des 21. Jahrhunderts war es stets wärmer als im langjährigen Mittel, das bei 8,2°C liegt. Spitzenreiter seit 1901 war 2000 mit 9,9°C. Das zurückliegende Jahr 2006 lag mit 9,5°C auf dem 5. Rang. Insgesamt ergibt sich für die Jahresmitteltemperatur in Deutschland seit 1901 ein Anstieg von knapp 0,9 Grad.

Der vom DWD beobachtete Temperaturanstieg in Deutschland war aber nicht gleichmäßig. So zeigt der Frühling seit 1901 insgesamt einen schwachen Anstieg von 0,6 Grad. Der Sommer trägt mit rund 1,0 Grad deutlich mehr zum Gesamttrend bei. Der Herbst zeigt den stärksten jahreszeitlichen Temperaturanstieg mit 1,1 Grad. Für den Winter ergibt sich ein Zuwachs um 0,8 Grad.

Bei den jährlichen Niederschlagsmengen in Deutschland zeigt sich ein Anstieg von rund neun Prozent. Dieser sei jedoch aufgrund der großen natürlichen Schwankungen statistisch gesehen nicht signifikant. Allerdings fiel in zehn der vergangenen 15 Jahre überdurchschnittlich viel Niederschlag. Das Jahr 2002 mit der Elbeflut war das niederschlagsreichste seit 1901. Ein Vergleich der Jahreszeiten ergibt für den Frühling einen zunehmenden Trend von knapp 14 Prozent, für den Monat März sogar von 31 Prozent. Dies dürfte, so Kusch, besonders für die Landwirtschaft von Interesse sein. Für den Sommer sei kein Trend erkennbar. Allerdings scheine sich die Niederschlagscharakteristik zu verändern. An vielen Stationen des DWD wurde eine Zunahme von Starkniederschlägen mit mehr als 30 Litern pro Quadratmeter zu Lasten des ’sommerlichen Landregens‘ beobachtet.

Solche Starkniederschläge stellten zunehmend ein Problem für die städtischen Abwassersysteme dar. Auch für den Herbst ist kein signifikanter Trend erkennbar. Der Winterniederschlag zeigt die höchste Zunahme mit etwa 20 Prozent. Es gebe auch Unterschiede innerhalb von Deutschland. Die Zunahme im Jahresmittel sei vor allem auf West- und Süddeutschland beschränkt. Nur im Winter finde man in allen Bundesländern ein Plus an Niederschlägen.

Eine Erdatmosphäre, die sich weiter aufheizt, wird in der Lage sein, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen. Aus physikalischen Gründen muss dies zu häufigeren extremen Wetterereignissen, wie schweren Gewittern oder Hagel, führen. Bislang sei jedoch, mit Ausnahme der sommerlichen Starkniederschläge, weder eine Zu- noch eine Abnahme solcher Unwetterereignisse nachweisbar.

DWD: Zahlen und Fakten zum Klima in Deutschland (PDF-Dokument)

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23. April 2007

IVA: Immer mehr Rückstandskontrollen der Wirtschaft

Themen: Lebensmittel,Pflanzenschutz,Verbände — info @ 09:04

Frankfurt (agrar.de) – ‚Jeder Verbraucher soll sichere Lebensmittel auf den Tisch bekommen; deshalb wird das Kontrollnetz von Behörden und Wirtschaft seit ein paar Jahren immer engmaschiger‘, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar (IVA), Volker Koch-Achelpöhler. Weit über 100.000 Rückstandsuntersuchungen, ein Vielfaches der amtlichen Kontrollen, werden jedes Jahr allein von Landwirtschaft und Lebensmittelhandel in Deutschland durchgeführt. Und diese Zahl steigt ständig. Jede Untersuchung kostet zwischen 200 und 300 Euro. In rund der Hälfte der getesteten Lebensmittel werden bei diesen hochsensiblen Analysen keinerlei Rückstände nachgewiesen.

‚Auch die Hersteller und Anwender von Pflanzenschutzmitteln wollen möglichst wenige Rückstände in Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln‘, so Koch-Achelpöhler. ‚Rückstände sind nicht völlig zu vermeiden; aber die Kontrollen zeigen auch, dass die meisten Funde weit unterhalb der zulässigen Mengen liegen.‘ Entscheidend für die Bewertung von Rückständen ist nicht allein ihr Vorhandensein, sondern die gemessene Konzentration. Das bestätigen die Gesundheitsbehörden. Die gesetzlich zulässigen Höchstmengen sind zudem keine gesundheitlich bedeutsamen Grenzwerte. Dafür sorgen hohe Sicherheitsfaktoren. ‚Industrie, Landwirtschaft und Handel werden weiter daran arbeiten, dass Überschreitungen der Höchstmengen zu seltenen Ausnahmen werden‘, erklärte der Verbandschef.

Links zum Thema Verbände.

20. April 2007

Bierkonsum je Einwohner im Jahr 2006 bei 111,6 Liter

Themen: Bier,Handel,Statistik — info @ 16:04

Wiesbaden (agrar.de) – Im Jahr 2006 wurden in Deutschland 92,0 Millionen Hektoliter Bier (einschließlich Biermischungen, aber ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk) konsu­miert. Wie das Statistische Bundesamt zum Tag des Deutschen Bieres am 23. April weiter mitteilt, ergibt sich daraus rechnerisch ein durchschnittlicher Verbrauch von 111,6 Liter Bier je Einwohner. Dies entspricht einer Menge von 0,31 Liter pro Tag.

Entwicklung des Bierverbrauchs in Deutschland seit 1997 (ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk) Jahr – Mio. Hektoliter insgesamt – Lite je Einwohner 1997 – 103,9 – 126,7 1998 – 100,9 – 123,0 1999 – 101,1 – 123,1 2000 – 99,5 – 121,0 2001 – 97,4 – 118,3 2002 – 97,2 – 117,8 2003 – 94,0 – 114,0 2004 – 92,4 – 112,0 2005 – 91,5 – 111,0 2006 – 92,0 – 111,6

Entgegen dem Trend der letzten Jahre hat der Bierkonsum in Deutschland 2006 wieder leicht zuge­nommen (+ 0,5 Millionen Hektoliter oder 0,6 Liter mehr je Einwohner gegenüber 2005). Dieser Anstieg dürfte auch auf den erhöhten Bierkonsum der Besucher der Fußballweltmeisterschaft 2006 zurückzuführen sein. Die Daten zeigen jedoch auch, dass langfristig der Bierkonsum in Deutschland abnimmt: Wurden 1997 noch 104 Millionen Hektoliter beziehungsweise 126,7 Liter je Einwohner getrunken, sank der durchschnittliche Verbrauch je Einwohner bis zum Jahr 2006 um insgesamt 15,1 Liter.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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