26. April 2007

Europa erwartet größere Getreideernte

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,EU,Statistik — info @ 14:04

Größere Anbaufläche und steigende Erträge versprechen höhere Erntemenge

Hannover (agrar.de) – Zur kommenden Ernte wächst in der EU nach den derzeitigen Erwartungen mehr Getreide heran. In fast allen 27 Mitgliedsländern ist die Anbaufläche ausgedehnt worden, auch waren die Erträge im vergangenen Jahr wegen der Trockenheit im Sommer erheblich niedriger ausgefallen als sonst. Experten rechnen nach Informationen des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes deshalb auf der Basis von durchschnittlichen Erträgen mit einem Anstieg der Erntemenge gegenüber 2006 um 7,7 Prozent auf 278,41 Mio. t.

Auch weltweit wird mit einer größeren Getreideernte gerechnet. Die FAO schätzt, dass mit 2,29 Mrd. t Getreide und Reis, das wären vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr, das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 2004 übertroffen wird. Die in den vergangenen Jahren zunehmend verschärfte Versorgungslage mit Getreide weltweit dürfte sich damit in diesem Jahr ein wenig entspannen.

Europas Bauern haben zur kommenden Ernte auf insgesamt 56,35 Mio. Hektar (ha) ausgesät, im Vorjahr waren es 55,66 Mio. ha. Davon entfallen 35,21 Millionen ha auf die alte 15-er Gemeinschaft. Hier soll sich die Erntemenge in diesem Jahr nach bisherigen Schätzungen um 6,3 Prozent auf 202,93 Mio. t erhöhen. Deutlicher fällt die Zunahme in den neuen EU-Mitgliedern aus, vor allem aufgrund erheblich steigender Durchschnittserträge. So soll Estland bei einem von 22 auf 41,6 Dezitonnen (dt) je ha steigenden Ertrag eine um 80 Prozent höhere Ernte einfahren als 2006. Aus dem gleichen Grund wird auch in Lettland (plus 29,2 Prozent), Litauen (plus 25,4 Prozent) und Polen (plus 16,5 Prozent) eine überdurchschnittlich steigende Ernte erwartet.

Größter Getreideerzeuger in der EU wird erneut Frankreich mit 65,74 Mio. t sein, gefolgt von Deutschland mit 46 Mio. t. Unter den Beitrittsländern ist Polen mit voraussichtlich 26,61 Mio. t der größte Getreideproduzent, während Malta mit 12.000 t das untere Ende der Skala markiert.

Mehr als ein Drittel der Anbaufläche wird mit 21,94 Mio. ha vom Weichweizen beansprucht, auf den mit 126,3 Mio. t – acht Prozent mehr als im vergangenen Jahr – sogar mehr als die Hälfte der erwarteten Erntemenge entfällt. An zweiter Stelle steht die Gerste mit 13,89 Mio. ha, die Erntemenge soll um 5,3 Prozent auf 59,04 Millionen t steigen. EU-weit hat daneben nur noch Mais mit 8,19 Millionen ha und 54,04 Mio. t Ertrag große Bedeutung, während auf Roggen lediglich 2,5 Mio. ha Anbaufläche und 8,04 Mio. t erwarteter Ertrag entfallen, Hauptanbauländer sind Deutschland und Polen.

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