21. März 2007

KLJB: Versuchslabor Östliche Bundesländer

Themen: Bundesländer,Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 11:03

Katholische Landjugendbewegung kritisiert zunehmenden Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in östlichen Bundesländern

Bad Honnef-Rhöndorf (agrar.de) – Der Anbau genveränderter Pflanzen im Osten Deutschlands steigt stetig an. Dabei wird die Meinung der VerbraucherInnen und der Bevölkerung aufgrund fehlender Lobby häufig nicht berücksichtigt. Die Bundesversammlung der KLJB machte Anfang März im brandenburgischen Alt-Buchhorst auf die Problematik der Agro-Gentechnik und auf die besondere Situation in Brandenburg aufmerksam.

‚Es kann nicht sein, dass Regionen, die mit Strukturproblemen zu kämpfen haben, als großflächiges Versuchslabor ausgenutzt werden‘, kritisiert Monica Kleiser vom Bundesvorstand der KLJB. Insbesondere die dünne Besiedlung dieser Regionen erschwere einen konzentrierten Widerstand. In den östlichen Bundesländern wird derzeit genveränderter Mais im großen Stil kommerziell angebaut. Künftig sollen hier auch verstärkt Kartoffeln im Freilandversuch auf die gewünschten Zusatzeigenschaften überprüft werden. Im Jahr 2007 wurde in Deutschland eine Fläche von fast 3.700 Hektar für den Anbau genveränderter Pflanzen angemeldet. Die Anbaufläche liegt zu 99 Prozent in den östlichen Bundesländern, allein in Brandenburg sind rund 2.000 Hektar vorgesehen.

Die KLJB sehe weder für LandwirtInnen noch für VerbraucherInnen einen Nutzen durch den Einsatz von Agro-Gentechnik. Stattdessen wirke sie sich negativ auf die natürliche Umwelt und die kulturellen Gegebenheiten und damit auch auf den Tourismus sowie die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Region aus. ‚Eine Koexistenz mit natürlichen Pflanzen ist nicht garantiert, und die Spätfolgen der Gentechnik sind nicht ausreichend erforscht. Diese Risiken sind uns entschieden zu hoch‘, sagt Kleiser weiter.

Alle Verbandsebenen der KLJB werden die Problematik der Agro-Gentechnik in den östlichen Bundesländern in Gesprächen mit entsprechenden FunktionsträgerInnen und Organisationen zum Thema machen, so lautet der einstimmige Beschluss der rund 100 Delegierten der Bundesversammlung.

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