22. Februar 2007

DBV: Keine Patente auf Pflanzen und Tiere

Themen: Pflanzen,Tiere,Verbände,Wirtschaft — info @ 09:02

Verband fordert Stärkung des Zuchtfortschrittes

Berlin (agrar.de) – Patente auf Pflanzen und Tiere sind fehl am Platze. Der Zuchtfortschritt werde durch Rechtsstreitigkeiten behindert, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV). Es sei kontraproduktiv, wenn ‚ein Züchter erst 25 Rechtsanwälte konsultieren muss, bevor er seiner eigentlichen Arbeit im Zuchtgarten nachgehen kann‘, sagt DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born auf dem Kolloquium ‚Zukunft der Pflanzenproduktion – Energie versus Ernährung?‘ der Gregor-Mendel-Stiftung.

Vielmehr müssten die bestehenden Regelungen des Sortenschutzes gestärkt und verteidigt werden. Die im Sortenschutzgesetz manifestierten Züchter- und Landwirteprivilegien seien wesentlicher Motor des Zuchtfortschrittes. Sie ermöglichten Landwirten den Nachbau von Sorten und gleichzeitig Züchtern die unkomplizierte Verwendung bestehender Sorten im Rahmen ihrer Zuchtarbeit.

Bei möglichen Patenten auf Pflanzen und Tieren dagegen bestehe die Gefahr, dass sich der Markt auf einige wenige Zuchtunternehmen konzentriere. Dadurch werde der Wettbewerb stark gehemmt und der Zuchtfortschritt blockiert, erklärte der DBV. Deshalb dürfe es keine Aushöhlung des Sortenschutzrechtes sowie der damit verbundenen Züchter- und Landwirteprivilegien durch die Regelungen des Patentrechtes geben.

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DBV: Preistrend bei Milch muss in diesem Frühjahr nach oben

Themen: Milch,Verbände — info @ 09:02

Born ermutigt Molkereien zu harter Linie gegenüber Lebensmitteleinzelhandel

Berlin (agrar.de) – ‚Die derzeitigen Milchpreise sind in den Milchviehbetrieben nicht kostendeckend. Deshalb muss es den Molkereien gelingen, in diesem Frühjahr vor allem gestiegene Energie- und Futterkosten auf den Lebensmitteleinzelhandel zu überwälzen.‘ Dies betonte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, gegenüber Journalisten in Berlin. Eine Verbesserung der Abgabepreise der Molkereien um 8 bis 10 Prozent sei notwendig und angesichts der national wie europäisch und weltweit guten Entwicklung des Milchmarktes auch durchsetzbar.

In diesem Zusammenhang wies Born darauf hin, dass Milcherzeuger und Molkereien nur gemeinsam die Zukunftssicherung des Milchstandortes Deutschland durchsetzen können. Die Androhung von Lieferstreiks sei in einer solchen Situation genau das falsche Mittel, wecke Hoffnungen bei den Wettbewerbern in Europa und zerstöre das mühsam aufgebaute gute Image von Milch und Milchprodukten.

Born forderte zudem die Bundesregierung auf, jeglichen Versuchen der EU-Kommission und einer Reihe von EU-Mitgliedsstaaten zur Anhebung der Milchquote entschieden entgegenzutreten. Bis 2015 müsse der festgelegte Quotenrahmen eingehalten und für eine Stärkung des Milchstandortes Deutschland benutzt werden. Mit auslaufender Quote ab 2015 müssten Milcherzeuger und Molkereien selbst in der Lage sein, ihre Position am Markt zu behaupten. ‚Dafür gibt es gute Chancen, zumal die Grundtendenz am deutschen und europäischen Milchmarkt wie auf den internationalen Märkten äußerst positiv ist.‘

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21. Februar 2007

1.284 Brauereien im Jahr 2006 in Deutschland

Themen: Bier,Wirtschaft — info @ 16:02

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es im Jahr 2006 in Deutschland 1.284 Brauereien. Ungefähr die Hälfte der Brauereien (618) befand sich in Bayern. Mehr als 100 Brauereien hatten außerdem in Baden-Württemberg (180 Brauereien) und Nordrhein-Westfalen (112) ihren Sitz.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Zahl der Brauereien weitgehend konstant geblieben (1996 gab es 1.276 Brauereien). Allerdings stieg die Zahl der kleinen Brauereien mit bis zu 5.000 Hektoliter Jahreserzeugung, zu denen auch die Gaststättenbrauereien zählen, von 671 Brauereien 1996 auf 816 im Jahr 2006 (+ 21,6 Prozent). Dagegen sank die Zahl der Brauereien mit einer Jahreserzeugung von 5.000 Hektoliter bis 500.000 Hektoliter deutlich um 23,7 Prozent von 552 im Jahr 1996 auf 421 im Jahr 2006. Bei den Großbrauereien mit mehr als 500 000 Hektolitern gab es einen Rückgang um 11,3 Prozent (53 im Jahr 1996, 47 im Jahr 2006).

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Rückgang in der Käfighaltung in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf (agrar.de) – Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Hennenhaltungsplätze in Nordrhein-Westfalen um 6,0 Prozent auf knapp 3,75 Millionen zurückgegangen. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, verringerte sich die Zahl der Betriebe, die mindestens 3.000 Plätzen zur Hennenhaltung vorhalten, um 12,4 Prozent auf 214 Betriebe.

In den 159 Betrieben mit Käfighaltung (-14,1 Prozent) sank die Zahl der Hennenhaltungsplätze um 7,0 Prozent auf 2,9 Millionen. Hier wirkt sich das drohende Verbot der Käfighaltung mit den noch bestehenden Übergangsfristen aus: Die herkömmliche Käfighaltung war nach der Legehennenverordnung in Deutschland nur noch bis Ende 2006 zulässig; nunmehr gelten Übergangsregelungen bis Ende 2008.

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Nordrhein-Westfalen: Monitoring zur weiteren Entwicklung der Blauzungenkrankheit startet

Düsseldorf (agrar.de) – Das Monitoring zur Beobachtung der weiteren Entwicklung der Blauzungenkrankheit in Nordrhein-Westfalen kann nun starten. In den letzten Wochen wurden über 3.800 Rinder auf die für den Menschen ungefährliche Krankheit untersucht, um so eine Kontrollgruppe zu ermitteln, die nachweislich keine Antikörper gegen das Virus im Blut hat. Dies war bei über 3.500 Tieren der Fall, von denen nun 1.600 bis zum Herbst einmal monatlich untersucht werden. So kann festgestellt werden, ob und in welchem Umfang das Virus noch von Mücken verbreitet wird. Da die Krankheit gerade bei Rindern oft ohne sichtbare äußere Symptome verläuft, können nur Bluttests Aufschluss darüber geben, ob das Virus noch aktiv ist.

Die Blauzungenkrankheit war im August 2006 im Raum Aachen ausgebrochen, nachdem sie zuvor in den Niederlanden aufgetreten war. Sie wird von Mücken übertragen, für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr. In Nordrhein-Westfalen ist die Krankheit in insgesamt 878 Betrieben nachgewiesen worden. Betroffen waren 566 Rinder, 303 Schafe und neun Tiere aus der Gruppe des Muffel-, Reh und Rotwilds. Insgesamt gibt es in NRW knapp 20.000 Betriebe mit insgesamt etwa 1,5 Millionen Wiederkäuern.

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Österreich: 2,3 Millionen Hektoliter Wein

Verluste bei Hauptsorte ‚Grüner Veltliner‘

Wien (agrar.de) – Die mit Stichtag 30. November durchgeführte Weinernteerhebung der Statistik Austria ergab, dass im Jahr 2006 auf einer Fläche von 43.900 ha (-4 Prozent zu 2005) eine Weinernte von 2.256.300 hl eingebracht wurde. Dieses Ergebnis entspricht in etwa jenem des Vorjahres, liegt jedoch um 11 Prozent unter dem Ernteschnitt der letzten 5 Jahre.

Das Weinjahr 2006 könnte wegen zwei besonderen Umständen in Erinnerung bleiben: Einerseits war es von einer extrem stabilen herbstlichen Schönwetterperiode gekennzeichnet, die bis über die Weinlese hinaus andauerte. Dadurch konnte sehr reifes und gesundes Traubenmaterial gewonnen werden, was einen ganz besonderen Jahrgang erwarten lässt. Andererseits hatte die zweite Besonderheit des Jahrganges 2006, die Verrieselung (Blütenfall ohne Befruchtung) beim Grünen Veltliner, deutliche Ertragsrückgänge zur Folge. Der Grüne Veltliner ist mengenmäßig Österreichs bedeutendste Weinsorte, der auf einer Fläche von 17.500 ha (davon 14.500 ha in Niederösterreich) kultiviert wird. Als Ursache für den mangelhaften Fruchtansatz wird aus Winzerkreisen die Hitze zu Blühbeginn (Mitte Juni) genannt. Andere Sorten blieben weitgehend von diesem Problem verschont.

Im Bundeslandvergleich erzielte Niederösterreich – wegen der genannten Einbußen am Weißweinsektor – eine deutlich unterdurchschnittliche (-18 Prozent zum Fünfjahresschnitt) Gesamtweinproduktion von 1,3 Mio. hl und unterschritt damit die Produktionsmenge des Vorjahres um 7 Prozent. Das Burgenland machte mit 765.200 hl (+11 Prozent zu 2005) die Vorjahreseinbußen wett und brachte eine durchschnittliche Erntemenge ein. Auch in Wien wurde – trotz leichter Verluste – mit 18.900 hl (-3 Prozent zu 2005) eine ‚Normalernte‘ erzielt. Die Steiermark legte hingegen mit 184.400 hl (+5 Prozent zu 2005) sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch dem Fünfjahresschnitt (+6 Prozent) zu.

Mit österreichweit 1,4 Mio. hl Weißwein wurde das ohnehin magere Vorjahresergebnis um 7% unterschritten und der Fünfjahresschnitt sogar um 20% verfehlt. Besonders hohe Weißweinverluste verzeichnete das ‚Veltlinerland‘ Niederösterreich mit 872.600 hl (-14 Prozent zu 2005) – ein sattes Minus von 26 Prozent gegenüber der durchschnittlichen Weißweinernte der letzten 5 Jahre. Innerhalb Niederösterreichs wies das Weinviertel mit 475.900 hl (-17 Prozent zu 2005) Weißwein neben dem Kremstal mit 71.500 hl (-19 Prozent zu 2005) und dem Donauland mit 76.100 hl (-19 Prozent zu 2005) die stärksten Rückgänge am Weißweinsektor aus. Im Burgenland konnte mit 332.600 hl gegenüber 2005 um 13 Prozent mehr Weißwein gekeltert werden, der Fünfjahresschnitt war dennoch außer Reichweite (-11 Prozent). Mit 216.500 hl (+15 Prozent zu 2005) stammte hier ein Großteil (65 Prozent) aus dem Weinbaugebiet Neusiedlersee. Die Steiermark konnte mit 134.600 hl (+6 Prozent zu 2005) die Weißweinmenge etwas vergrößern, während in Wien mit 13.700 hl (-11 Prozent zu 2005) deutlich weniger Weißwein eingebracht wurde.

Rotweine fanden im Jahr 2006 optimale Entwicklungsbedingungen vor und notierten mit 902.500 hl (+11 Prozent zu 2005) ein überdurchschnittliches Ernteergebnis (+7 Prozent zum Fünfjahresschnitt). Aus dem Burgenland stammten 432.700 hl Rotwein (+9 Prozent sowohl gegenüber 2005 als auch dem Fünfjahresschnitt), wovon 206.700 hl (+13 Prozent zu 2005) im Weinbaugebiet Neusiedlersee produziert wurden. Niederösterreich trug 414.200 hl (+14 Prozent zu 2005) zur Rotweinproduktion bei und lag damit 6 Prozent über dem 5-jährigen Ernteschnitt. Die Steiermark steigerte die Rotweinernte geringfügig auf 49.800 hl (+2 Prozent zu 2005) und notierte damit 9% über dem Fünfjahresschnitt.

Die Erntemenge an Tafel- und Landweinen ging mit 203.700 hl (-6 Prozent zu 2005) weiter zurück und hielt damit 45 Prozent unter dem Ernteschnitt der letzten 5 Jahre. Während in Niederösterreich ein Minus von 34 Prozent (gegenüber 2005) auf 96.900 hl verbucht wurde, legte das Burgenland mit 79.800 hl Tafel- und Landwein um 79 Prozent gegenüber der geringen Vorjahresmenge zu. Qualitäts- und Prädikatsweine notierten mit 2,0 Mio. hl auf dem Produktionsniveau des Vorjahres, wobei 1,2 Mio. hl (-4 Prozent) aus niederösterreichischer Erzeugung stammten.

Links zum Thema Wein, Links zum Land Österreich.

20. Februar 2007

Sachsen-Anhalt: Erneut Höchststand bei den gewerblichen Schweineschlachtungen

Themen: Fleisch,Sachsen-Anhalt,Statistik — info @ 13:02

Halle (agrar.de) – Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurde im Jahr 2006 mit 286.700 Tonnen die höchste Fleischerzeugung (ohne Geflügelfleisch) aus gewerblichen Schlachtungen der vergangenen 10 Jahre realisiert. Schweinefleisch machte dabei 99,6 Prozent an der gesamten Fleischerzeugung aus. Neben 3,2 Mill. Schweinen wurden im Land 3.200 Rinder, 4.100 Schafe, 500 Ziegen und 400 Pferde gewerblich geschlachtet.

Die Zahl der geschlachteten Schweine war gegenüber dem Vorjahr um 363.500 Tiere oder 13 Prozent gestiegen und damit ähnlich stark wie im Vorjahr (+ 13,8 Prozent). Der im Durchschnitt der letzten 5 Jahre erreichte jährliche Zuwachs lag bei fast 9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Schlachtungen von Schweinen sowohl inländischer Herkunft (+ 9 Prozent) als auch ausländischer Herkunft (um fast das Dreifache bzw. + 113.900 Tiere) zu. Der Anteil der gewerblichen Schweineschlachtungen ausländischer Herkunft an allen gewerblichen Schlachtungen von Schweinen stieg damit von 1,4 Prozent im Jahr 2005 auf 4,9 Prozent an. Nach kontinuierlicher Abnahme in den vergangenen 10 Jahren wurden 2006 noch 23.800 Schweine hausgeschlachtet. Ihre Zahl hat sich in diesem Zeitraum um mehr als ein Viertel verringert. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

19. Februar 2007

Einkommen der Landwirte 2006 über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre

Themen: Agrarbericht,Statistik — info @ 12:02

Berlin (agrar.de) – Das durchschnittliche Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit hat im vergangenen Jahr deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Wirtschaftsjahre gelegen. Das geht aus dem agrarpolitischen Bericht 2007 der Bundesregierung hervor, der jetzt als Unterrichtung vorliegt.

Positiv zu dieser Entwicklung hätten vor allem gestiegene Erlöse bei Schweinen und Rindern, Obst und Kartoffeln sowie erneut gesunkene Aufwendungen für Futtermittel beigetragen. Einkommensmindernd hätten sich allerdings hauptsächlich geringere Erlöse aus Milch, Getreide und Zuckerrüben sowie die gestiegenen Aufwendungen für Energie ausgewirkt.

Im laufenden Winterhalbjahr wird sich nach Auffassung der Regierung die wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe voraussichtlich verbessern. Für die landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe werde im Durchschnitt eine Zunahme der Einkünfte um fünf bis zehn Prozent erwartet. Diese positive Entwicklung sei vor allem auf deutlich höhere Erlöse bei Getreide, Ölsaaten, Kartoffeln und Gemüse zurückzuführen.

Ergänzend führt die Bundesregierung aus, der Strukturwandel in der Landwirtschaftlich sei auch im vergangenen Jahr dem langjährigen Trend gefolgt: So seien rund 1,24 Millionen Arbeitskräfte haupt- oder nebenberuflich in der deutschen Landwirtschaft tätig gewesen. Gegenüber dem Jahr 2005 sei dies ein Rückgang um 2,6 Prozent gewesen.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ab zwei Hektar agrarwirtschaftlich genutzter Fläche habe im vergangenen Jahr in Deutschland bei rund 353.300 gelegen. Damit habe gegenüber 2005 ein Rückgang um 3,5 Prozent stattgefunden. Die ökologisch wirtschaftenden Betriebe hätten im Winterhalbjahr 2005/06 im Durchschnitt einen Gewinn je Unternehmen von 44.673 Euro und damit 30,8 Prozent mehr als die nach konventionellen Methoden arbeitenden Betriebe erzielt.

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16. Februar 2007

DBV: Für mehr Bio made in Germany

Themen: Biolandbau,Verbände — info @ 12:02

Sonnleitner auf der BioFach in Nürnberg

Nürnberg (agrar.de) – ‚Die hohe Nachfrage nach Lebensmitteln aus biologischem Anbau kann mittelfristig zu großen Teilen aus heimischer Erzeugung bereitgestellt werden. Dazu notwendig ist ein konzertiertes Vorgehen aller Marktbeteiligten.‘ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf einer Pressekonferenz anlässlich der BioFach in Nürnberg. Sonnleitner hatte zuvor eingehende Gespräche mit deutschen Ausstellern dieser Weltmesse für Bioprodukte geführt und die Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Ökobauern im boomenden Ökomarkt mit dem DBV-Fachausschuss unter Leitung von Dr. Heinrich Graf von Bassewitz erörtert.

Allein die Tatsache, dass die Discounter ihr Angebot an billigerer Biomilch vergrößern wollten, könne nicht zum Maßstab für die deutschen Biobauern werden. Eine Umstellung auf ökologischen Landbau für die Betriebe müsse sich auch wirtschaftlich rechnen. Verlässliche politische Rahmenbedingungen, Absatzsicherheit und kostendeckende Erzeugerpreise seien für eine stabile Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Deutschland notwendig. Sonnleitner verwies auf eine vom DBV in Auftrag gegebene Umfrage unter Landwirten. Danach bestände ein Potential, die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in den kommenden zwei bis drei Jahren zu verdoppeln. Die Umfrage zeige jedoch auch, dass es praktisch keine konventionell wirtschaftenden Betriebe gebe, die sich heute bereits fest zur Umstellung auf ökologischen Landbau entschlossen hätten. Vielmehr sei die Umstellung eine von mehreren Optionen zur eigenen betrieblichen Weiterentwicklung.

Sonnleiter empfahl den interessierten Betrieben, sich jetzt über Fördermöglichkeiten zu erkundigen und Absatzmöglichkeiten auszuloten. Hierzu gehöre auch, den Kontakt zu möglichen Abnehmern aufzunehmen, die den Landwirten inzwischen auch längerfristige Abnahmeverträge anböten. Verarbeiter und Handel müssten sich zudem – wie im konventionellen Bereich – auf langfristig steigende Rohstoffkosten einstellen. Insbesondere bei Biomilch und Biofleisch seien höhere Erzeugerpreise unabdingbar, um marktbedingte Impulse für eine verstärkte Umstellung auf Bio zu erreichen.

Neben den unternehmerischen Marktentscheidungen müssten auch Bund und Länder ihrer Verantwortung gerecht werden. Die Bundesländer sollten so rasch wie möglich ihre Vorstellungen der neuen Agrarumweltprogramme bekanntgeben, in deren Rahmen der ökologische Landbau gefördert werde. Ein solches Signal für den Biomarkt sei notwendig, auch wenn die Programme noch nicht abschließend von Brüssel genehmigt seien. Antragsschluss für das laufende Jahr sei in den meisten Ländern der 30. Juni und die Landwirte benötigten ausreichend Zeit zur Entscheidungsfindung sowie zur betriebsindividuellen Planung und Kalkulation. Für das kommende Jahr forderte Sonnleitner die Bundesländer auf, von der Möglichkeit einer erhöhten Förderung in den ersten beiden Umstellungsjahren Gebrauch zu machen. Die Biobetriebe bräuchten diese zusätzliche Liquidität in der finanziell schwierigen Umstellungsphase. Auch in der Forschung für den ökologischen Landbau müsse der Staat in der Verantwortung bleiben und dürfe sich nicht – wie mit der Schließung des FAL-Institutes für Ökologischen Landbau im schleswig-holsteinischen Trenthorst vorgesehen – daraus zurückziehen, kritisierte Sonnleitner.

Der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses Ökologischer Landbau, Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, ging auf die Neufassung der EU-Öko-Verordnung ein. Da die EU-Agrarminister im Dezember 2006 den gesamten Bereich der Außer-Haus-Verpflegung aus dem Verordnungstext genommen hatten, sollte eine entsprechende nationale Regelung auf den Weg gebracht werden, zumal sich dieser Bereich in Deutschland sehr dynamisch entwickelt habe und die CMA diesen Bereich erfolgreich vorangebracht habe.

Von Bassewitz kritisierte das in der EU-Öko-Verordnung festgelegte europäische Biosiegel, das ab 2009 verpflichtend verwendet werden muss. Das Logo sei optisch unattraktiv, leicht mit anderen europäischen Gütesiegeln zu verwechseln und für eine künftige EU-weit erfolgreiche Vermarktung von Bioprodukten völlig ungeeignet, so von Bassewitz. Zudem werde langfristig Sinn und Daseinsberechtigung des inzwischen erfolgreich etablierten deutschen Biosiegels in Frage gestellt. Die EU-Kommission sollte sich mit der Neugestaltung des europäischen Logos grafisch an dem bestehenden deutschen Siegel orientieren, da Deutschland der mit Abstand größte Markt für Bioprodukte innerhalb der EU sei. Dies werde bei den Verbrauchern Kontinuität und Vertrauen sichern. Als Chance wertete von Bassewitz die ab 2009 vorgesehene Herkunftskennzeichnung für Bioprodukte. Allerdings dürften die Bioerzeugnisse nicht als anonyme EU-Produkte gekennzeichnet werden, sondern müssten eindeutig nach dem jeweiligen Land, aus dem die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe stammten, gekennzeichnet sein.

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15. Februar 2007

Nordrhein-Westfalen: Agrarstruktur im Wandel

Themen: Agrarstruktur,Nordrhein-Westfalen — info @ 16:02

Bonn (agrar.de) – Während 1971 in Nordrhein-Westfalen insgesamt 129.771 landwirtschaftliche Betriebe ab 1 ha genutzter Fläche vorhanden waren, schrumpfte ihre Zahl bis 2003 auf 54.531. Innerhalb von 32 Jahren schlossen in Nordrhein-Westfalen 58 Prozent aller Agrarbetriebe ihre Pforten für immer. Somit gaben Tag für Tag, auch an Sonn- und Feiertagen, gut sechs Betriebe für immer auf. Diese dem Statistischen Jahrbuch von Nordrhein-Westfalen 2005 entnommenen Zahlen zeigen nach Ansicht des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) mit aller Deutlichkeit, dass die Agrarstruktur in Nordrhein-Westfalen keineswegs zementiert ist, sondern seit Jahrzehnten ein ganz erheblicher Wandel vonstatten geht.

Die landwirtschaftlichen Betriebe (ab 1 ha) bewirtschafteten 1971 rund 1,757 Mio. ha. Bis zum Jahr 2003 war diese Fläche auf 1,526 Mio. ha geschrumpft. Innerhalb dieser 32-jährigen Zeitspanne verkleinerte sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche um rund 231.000 ha oder rund 14 Prozent. Tagtäglich schrumpfte somit allein in Nordrhein-Westfalen die landwirtschaftlich genutzte Fläche in dieser Zeitspanne um fast 19 ha. Auch dies dokumentiert nach Ansicht des RLV den Wandel der Agrarstruktur.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

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