20. Dezember 2006

Niedersachsen: Zuckerrüben profitierten vom milden Herbst

Hannover (agrar.de) – Die Zuckerrübenernte ist dieses Jahr sehr früh abgeschlossen worden. In diesen Tagen wird auch der Transport aus den Feldmieten in die Fabriken schon beendet. Es gab gegenüber dem Vorjahr knapp 25 Prozent weniger Rüben zu ernten. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik mitteilt, rührt der Rückgang der Zuckerrübenernte um 25 Prozent hauptsächlich von der Reduzierung der Anbauflächen um 18 Prozent.

Mit der EU-Reform der Zuckermarktordnung sind die Landwirte und Fabriken zu dieser ungeliebten Anbaureduzierung gezwungen worden. Die Hektarerträge liegen im Landesschnitt um 8 Prozent unter dem Rekordergebnis des Vorjahres bei leicht höherem Zuckergehalt. Darin liegt eine positive Überraschung für die Landwirte, denn noch im September waren die Prognosen wesentlich schlechter. Man ging damals von 15 Prozent geringeren Erträgen und geringeren Zuckergehalten als 2005 aus, denn die lange Trockenheit im Juli 2006 hatte das Wachstum der Rüben sehr gebremst. Die Früchte waren im September noch relativ klein. Nun liegen die Rübenerträge im Landesdurchschnitt nur knapp unter dem Mittelwert der letzen acht guten Rübenjahre.

Betrachtet man die Hektarerträge in Niedersachsen nach Kreisen, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Sehr zufrieden mit den Rüben war man in Leer, Schaumburg und im Weser-/ Leinebergland. In den trockenheitsanfälligeren östlichen Landesteilen blieben aber die Rüben teilweise ungewohnt klein. Hier setzte sich die extreme Trockenheit des Juli 2006 in abgeschwächter Form noch im September und Oktober fort. Die Niederschläge im August reichten nicht, um die Wasservorräte in den Böden so aufzufüllen, dass es dem Bedarf der Rüben bei der milden, wüchsigen Witterung genügt hätte. Hier ist man mit den Hektarerträgen oft nicht zufrieden.

Überwiegend erfreulich waren die Rodebedingungen 2006. Es gab wieder, wie seit 2003, eine saubere, trockene Rübenernte. Die Felder waren eher noch zu trocken. Die Rüben saßen in den trockenen, harten Lehmböden sehr fest. Deshalb rissen öfters die zuckerreichen Wurzelenden beim Roden ab, was sehr ärgerlich, aber unter den Bedingungen auch kaum zu verhindern war.

Mit 25 Prozent der deutschen Anbaufläche wachsen in Niedersachsen die meisten Rüben Deutschlands. Die hier im Jahr 2005 produzierte Zuckermengen, rund 1 Mio. Tonnen, überstieg den Bedarf der niedersächsischen Bevölkerung um das 3,5-fache. Zucker ist ein wichtiges Exportgut aus Niedersachsen.

Im Jahr 2005 wurde 385.000 Tonnen Zucker / Zuckerprodukte aus Niedersachsen in 98 Länder der Welt verkauft. Bei 121.000 t importierten Zucker / Zuckerprodukte ergab das einen Exportüberschuss von 264.000 Tonnen. Davon betrug der Exportüberschuss mit Nicht-EU-Staaten allein 176.000 Tonnen. Durch die wechselnden Erntemengen schwankt der Export-Überschuss stark. Der Exportüberschuss in Drittländer (gesamte EU 2 bis 5 Mio. t Zucker pro Jahr) war es auch, der auf Druck der Handelspartner eine Reform der EU-Zuckermarktordnung erzwang. Zucker wurde billiger in Drittstaaten verkauft als er innerhalb der EU abgegeben wurde. Nun ist der verbilligte Export von ‚Überschuss-Zucker‘ (Erzeugung innerhalb der EU lag 1996-2002 um 14 Prozent bis 39 Prozent über dem Bedarf) verboten und der Anbau musste EU-weit im Rahmen dieses Flächenpotentials gekürzt werden.

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18. Dezember 2006

Österreich: Ölsaaten erobern zunehmend Produktionsanteile

Themen: Österreich,Statistik — info @ 11:12

Weniger Getreide und Hackfrüchte

Wien (agrar.de) – Die Getreideernte 2006 betrug inkl. Körnermais 4,2 Mio. Tonnen (-9 Prozent zu 2005), wie die Statistik Austria mitteilt. Damit wurde ein Minus von 7 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt verzeichnet. Ausfälle infolge der langen Frostperiode führten zu einer Reduktion der Wintergetreideflächen und zu verstärktem Anbau von Sommergetreide. Die Produktion von Brotgetreide betrug 1,5 Mio. Tonnen (-8 Prozent zu 2005), an Futtergetreide (inkl. Körnermais) wurden 2,7 Mio. Tonnen geerntet (-10 Prozent zu 2005).

Bei leicht unterdurchschnittlichem Ertragsniveau lag die Produktion von Körnermais mit 1,5 Mio. Tonnen um 15 Prozent unter jener des Vorjahres, wofür zum Teil auch die deutlich geringere Anbaufläche (-5 Prozent) verantwortlich war.

Der Anbau von Ölfrüchten und Körnerleguminosen hingegen nahm in diesem Jahr sehr stark zu, sodass auf einer um 11% vergrößerten Fläche eine Produktion von 402.800 Tonnen (+13 Prozent zu 2005) verzeichnet wurde.

An Körnererbsen wurden 89.900 Tonnen produziert, was trotz reduzierter Anbaufläche in etwa der Vorjahresmenge entsprach. Von der in deutlich verstärktem Ausmaß angebauten Ackerbohne wurde eine gegenüber 2005 um 20 Prozent vergrößerte Erntemenge eingebracht. Vermehrter Anbau führte auch bei Sojabohnen zu einer Steigerung der Produktion auf 65.000 Tonnen (+7 Prozent zu 2005).

Ein aufgrund guter Wachstums- und Reifebedingungen ausgesprochen hoher Ertrag ließ zusammen mit massiver Ausweitung der Anbaufläche (+21 Prozent) auch die Produktion von Winterraps um fast ein Drittel (+32 Prozent zu 2005) in die Höhe schnellen. Sonnenblumen erbrachten auf ebenfalls vergrößerter Fläche eine Erntemenge von 84.600 Tonnen (+5 Prozent zu 2005). Ölkürbis erreichte nach zwei ertragsschwächeren Jahren wieder ein besseres Ertragsniveau und verzeichnete bei einer Flächenausweitung von 12 Prozent eine Produktion von 11.100 Tonnen (+43 Prozent zu 2005). Durch neuerliche Flächenexpansion (+25 Prozent) konnte auch bei Mohn eine Ernte von 2.700 Tonnen (+9 Prozent zu 2005) erzielt werden.

Rückläufig hingegen war mit 654.600 Tonnen (-14 Prozent) die Erntemenge von Kartoffeln. Bei Zuckerrüben ging die Anbaufläche stark zurück (-12 Prozent); die Produktion wird nach derzeitigem Stand auf 2,6 Mio. Tonnen geschätzt (-17 Prozent zu 2005).

Bei Silo- und Grünmais blieb die Ernte mit 3,5 Mio. Tonnen etwa auf Vorjahresniveau (-1 Prozent zu 2005). An Klee fielen insgesamt 736.800 Tonnen an (+5 Prozent zu 2005), Wiesen erbrachten 6,9 Mio. Tonnen an Raufutter (-7 Prozent zu 2005).

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15. Dezember 2006

Veranstaltungskalender Mecklenburg-Vorpommern jetzt im Internet

Themen: Bildung,Internet,Mecklenburg-Vorp. — info @ 16:12

Bad Doberan (agrar.de) – 122 Termine für Mecklenburg-Vorpommern enthält der Veranstaltungskalender für die Landwirtschaft 2007, der jetzt von der LMS Landwirtschaftsberatung auf ihrer Homepage veröffentlicht wurde. In der Rubrik ‚Termine‘ ist von A wie Auktion bis Z wie Zierpflanzentag alles zu finden, was das Herz des an landwirtschaftlicher Aus-, Fort- und Weiterbildung Interessierten begehrt.

Erstmals wird die bereits seit 1993 von der LMS herausgegebene Agrarterminübersicht für Mecklenburg-Vorpommern ausschließlich im Internet veröffentlicht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der nächste Termin steht jeweils oben auf der Seite, Links führen direkt zu den Homepages der Veranstalter, Programme stehen zum Download bereit, Ergänzungen und Aktualisierungen von Terminen sind jederzeit möglich. Wer auf Gedrucktes nicht verzichten möchte, kann Monatsübersichten erzeugen und ausgeben lassen.

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Das Weinjahr 2006 in Sachsen – überdurchschnittlich in Menge und Qualität

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 16:12

Dresden (agrar.de) – Die endgültigen Schätzergebnisse von Winzern über die Weinmosternte 2006 lassen ein sehr gutes Weinjahr in Sachsen erwarten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes rechnen die Weinbauern mit einer Erntemenge von etwa 22.000 Hektolitern (hl) Weinmost. Das entspräche einem Hektarertrag von 59,0 hl. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurden etwa 16.800 hl geerntet, was einem Ertrag von 44,5 hl je Hektar entspricht.

Auf Grund der sonnigen Witterung im Monat September konnte in Deutschlands östlichstem Wein­anbaugebiet einige Tage früher als in anderen Jahren mit der Lese begonnen werden. Die überdurchschnittlich große Zahl an Sonnenstunden in diesem Weinjahr führte zu einem sehr hohen Zuckergehalt in den Weinbeeren. Während im Durchschnitt der letzten 10 Jahre Mostgewichte von rund 80 Grad Öchsle gemessen wurden, lassen die Ergebnisse der diesjährigen Weinlese Werte von über 90 Grad Öchsle erwarten. Das in Öchsle-Graden gemessene Mostgewicht als Ausdruck für den Zuckergehalt des Wein­mostes erlaubt Rückschlüsse auf den zu erwartenden Alkoholgehalt des zukünftigen Weins.

Die größten Erntemengen je Hektar wurden beim Weißwein für die Sorte Müller-Thurgau und bei den roten Rebsorten für die Sorte Dornfelder geschätzt. Die höchsten durchschnittlichen Mostgewichte erwarten die Winzer beim Weißwein für die Sorten Traminer und Kerner und beim Rotwein für die Sorten Regent und Blauer Spätburgunder.

Die sehr gute Qualität der Moste bildet die Grundlage für die Produktion hervorragender Weine des Jahrganges 2006. Demzufolge schätzten die Berichterstatter ein, dass nahezu 100 Prozent des diesjährigen Weinmostes zur Produktion von Qualitätswein geeignet sind. Zur Herstellung von ‚Qua­litätswein mit Prädikat‘, das ist Wein der obersten Güteklasse, eignen sich voraussichtlich ca. 40 Prozent des Rebensaftes.

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Thüringen: Höchster Schweinebestand seit 16 Jahren – Milchkuhbestand weiter rückläufig

Erfurt (agrar.de) – In den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens wurden nach den vorläufigen Ergebnissen der Viehbestandserhebung zum 3. November 2006 insgesamt 779.000 Schweine und 346.600 Rinder gehalten. Der zum 3. November 2006 ermittelte Schweinebestand ist nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik der höchste seit 16 Jahren. Dieser war um 20.700 Tiere bzw. 2,7 Prozent höher als zum gleichen Stichtag des Vorjahres.

An Mastschweinen wurden 247.800 Tiere gehalten, 3.400 Tiere mehr als zur Erhebung im November 2005. Die am Markt erzielten Schlachtpreise für Schweine aller Kategorien waren bis Ende Oktober diesen Jahres mit 1,50 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) um 10 Cent/kg SG höher als im vergleichbaren Vorjahresberichtszeitraum. Die aktuelle Bestandsentwicklung bei Zuchtsauen (gegenüber November 2005: + 1,9 Prozent) auf 91.300 Tiere ist ein Indikator für weiter steigende Bestände.

Die Rinderhaltung bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. Insgesamt wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben 346.600 Rinder gehalten. Das waren 6.400 Tiere bzw. 1,8 Prozent weniger als zum Stichtag 3. November 2005. Die Milchkuhbestände nahmen weiter ab und gingen binnen eines Jahres um 4,0 Prozent auf 116.700 Tiere zurück. Die Bestände an Zucht- und Nutzfärsen, die die Basis der Reproduktion des Kuhbestandes sind, fielen um 1,1 Prozent geringer aus als vor einem Jahr. Insgesamt wurden 19.600 Zucht- und Nutzfärsen ermittelt.

Ein leichter Anstieg ist bei den Ammen- und Mutterkühen zu verzeichnen. Nach einem seit Jahren weitgehend konstantem Niveau stieg deren Zahl um Prozent 1,4 Prozent auf 37.100 Tiere (November 2005: 36.600 Tiere).

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Bioland gegen Abschluss der Verhandlungen zur neuen EU-Ökoverordnung

Themen: Biolandbau,EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 09:12

Appell an Bundesminister Seehofer: Kompromiss zur EU-Ökoverordnung nicht zustimmen

Mainz (agrar.de) – Bioland appelliert an Bundesminister Horst Seehofer, dem aktuellen Neuentwurf der EU-Ökoverordnung nicht zuzustimmen und keine Vorfestlegungen vor weiteren Verhandlungen in 2007 zu treffen.

Während die finnische Präsidentschaft zum Ende ihrer Amtsperiode versuche, bei der Ministerratssitzung am kommenden Dienstag (*) entgültige Festlegungen zu erzwingen, vertrete die gesamte europäische Biobewegung die Auffassung, dass der aktuelle Verordnungsentwurf nicht ausgereift sei. ‚Wer einer vorzeitigen Festlegung auf eine neue EU-Ökoverordnung zustimmt, gefährdet mit den vorgesehenen Rechtsvorschriften die Glaubwürdigkeit der ökologischen Lebensmittelwirtschaft und damit die Entwicklung des ökologischen Landbaus‘, so Thomas Dosch, Bioland-Präsident und Vorstand der IFOAM-EU-Gruppe, dem Zusammenschluss von 330 Organisationen der europäischen Biobewegung.

Persönliche Gespräche mit dem finnischen Landwirtschaftsminister Korkeaoja in Helsinki und EU-Kommissarin Fischer Boel in Brüssel hätten gezeigt, dass eine weitere Verhandlungsrunde in 2007 die Chance bieten würde, zu einem praxistauglichen Gesetzesinstrument zu kommen, so Thomas Dosch.

Sowohl unter der österreichischen als auch unter der finnischen Präsidentschaft sei es den EU-Mitgliedsstaaten gelungen, den ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission vom Dezember 2005 positiv weiter zu entwickeln. Gerade jetzt nach einer Phase konstruktiver Verhandlungen dürfe der Prozess nicht durch den Wunsch der finnischen Regierung, ‚Nägel mit Köpfen‘ machen zu wollen, unterbrochen werden.

Bedenken zahlreicher Mitgliedsstaaten und der Akteure der europäischen Biobewegung seien nach wie vor nicht ausgeräumt. Diese Bedenken dürften nicht unberücksichtigt bleiben, nur um möglichst schnell zu einer ‚generellen Übereinkunft‘ zu kommen.

* Im EU-Ministerrat soll am 19.12.06 auf Wunsch der finnischen Präsidentschaft ein ‚general agreement‘ zur Revision der EU-Ökoverordnung erzielt werden. Danach wären in 2007 nur noch Änderungen kleinerer technischer Details möglich. Die neue Verordnung tritt in jedem Fall erst zum Januar 2009 in Kraft. Ein Grund, die Verhandlungen unter finnischer Ratspräsidentschaft in 2006 zu Ende zu bringen, liegt nicht vor. Kritikpunkte der Biobranche könnten somit unter deutscher Ratspräsidentschaft weiter verhandelt und ausgeräumt werden.

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14. Dezember 2006

BLHV: Bauerneinkommen in Baden sanken um mehr als zehn Prozent

Freiburg (agrar.de) – Historische Tiefstpreise und deutlich gestiegene Energie- und Betriebsmittelpreise sowie Abschläge bei Preisausgleichs-Prämien der EU im Zuge eines radikalren Systemwechsels in der EU-Agrarpolitik sind nach Darstellung des Präsidenten des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple, die wesentlichen Gründe für einen Einkommensrückgang der badischen Landwirte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2005/2006 um mehr als zehn Prozent.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen buchführender Haupterwerbsbetriebe im Verbandsbereich des BLHV lag bei 17.100 Euro je Familienarbeitskraft (FAK). Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 1.425 Euro lagen die bäuerlichen Einkommen damit um 37 Prozent hinter den gewerblichen Vergleichseinkommen (2.251 Euro im Monat oder 27.012 Euro im Jahr). Vor der Presse in Freiburg-Opfingen gab sich Räpple zuversichtlich, dass sich die bäuerlichen Einkommen im laufenden Wirtschaftsjahr angesichts entspannter Weltmärkte und anziehender Erzeugerpreise wieder merklich verbessern werden.

Der BLHV-Präsident verwies darauf, dass die Landwirte von ihren Einkünften hohe Unternehmerbeiträge zur Landwirtschaftlichen Krankenkasse und zur Landwirtschaftlichen Alterskasse aufzubringen haben, den Lebensunterhalt der Familie bestreiten müssen und Nettoinvestitionen zur Sicherung der betrieblichen Existenz zu tätigen haben. Im Durchschnitt der Betriebe, so Räpple, lag die Eigenkapitalbildung bei knapp 1.000 Euro. Die Einkommen reichten nicht aus, Nettoinvestitionen zu tätigen. Die Betriebe lebten ‚von der Substanz‘. Das unternehmerische Ziel, Nettoinvestitionen von mindestens 5.000 Euro pro Betrieb und Jahr zu tätigen wurde weit verfehlt, räumte der BLHV-Präsident ein.

Wie in den Vorjahren gab es, nach Darstellung des BLHV-Präsidenten, erhebliche Schwankungen in den Einkommensentwicklungen der einzelnen Betriebsformen. Preisabschläge bei Milch und Rindfleisch bescherte den Milchviehbetrieben einen leichten Einkommensrückgang auf knapp 16.000 Euro/FAK. Die stärkste Einkommensminderung erfuhren die Ackerbaubetriebe. Dort sanken die Einkommen um 15 Prozent auf einen historischen Tiefststand von 14.400 Euro je FAK. Die Ackerbaubetriebe mit Getreide und Mais, so Räpple, hätten im Jahr eins der Umsetzung der EU-Agrarreform besonders hohe Prämieneinbußen bei miserablen Erzeugerpreisen erfahren. Die betrieblichen Ausgleichszahlungen für die Absenkung der Erzeugerpreise auf Weltmarkt-Niveau seien bei einem 50 Hektar-Maisanbaubetrieb um rund 5.000 Euro gesunken. Die existenziell unverzichtbaren Flächenprämien für hohe Produktionsstandards in Europa, so Räpple, müssen dauerhaft und rechtsverbindlich so lange fortbestehen, wie unterschiedliche Standards im Welthandel zulässig sind. Als völlig überzogen und weder für die bäuerliche Praxis noch für die Öffentlichkeit nachvollziehbar kritisierte der BLHV die mit der Prämiengewährung verbundene Antrags- und Kontroll-Bürokratie. Sie binde Arbeitskapazitäten in den Betrieben und in der Fachverwaltung. Und sie führe zu Verzögerungen und Sanktionen bei den Prämienzahlungen.

Im Bundesvergleich, so Werner Räpple, bilden die Einkommen der heimischen Landwirte das Schlusslicht. Sie erreichen gerade einmal 78 Prozent des Bundesdurchschnitts von 22.433 Euro/FAK. Spitzenreiter seien die Landwirte im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein mit 31.058 Euro/FAK, gefolgt von Niedersachsen mit 28.389 Euro/FAK. Die Einkommen der Landwirte in den neuen Bundesländern lagen, nach Darstellung des BLHV-Präsidenten, mit 25.328 Euro/FAK um fast 4.000 Euro/FAK über dem Durchschnitt im Westen. Mit 17.447 Euro/FAK bildeten die Einkommen baden-württembergischer Landwirte nach Bayern mit 19.147 Euro/FAK und Hessen mit 18.537 Euro/FAK das Schlusslicht der Vergleichsskala. Sie lagen um rund 22 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit gab es einen Einkommensrückgang um 3,5 Prozent, so Räpple.

Beim Vergleich der Betriebsformen schnitten die Schweinemastbetriebe in Südbaden mit Einkommen von 26.200 Euro/FAK am besten ab. Die Milchviehbetriebe konnten ihre Vorjahreseinkommen von 16.400 Euro/FAK halten. Sonderkulturbetriebe mit Wein- und Obstbau verbuchten einen leichten Einkommensrückgang und landeten bei 16.000 Euro/FAK. Gemischtbetriebe mit Viehhaltung und Sonderkulturen konnten ihr Vorjahresergebnis von 15.800 Euro knapp halten.

Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe in Baden-Württemberg sank in Jahresfrist um rund vier Prozent auf 20.000 Betriebe. In Südbaden werden nach Verbandsangabe etwa 6.000 bäuerliche Betriebe im Haupterwerb und rund 14.000 Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet.

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Die Zahl der Schweine in Brandenburg nimmt weiter stetig zu

Potsdam (agrar.de) – Zum Stichtag 3. November 2006 wurde eine repräsentative Viehbestandserhebung bei Rindern und Schweinen durchgeführt. Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, hatte sich der Schweinebestand mit insgesamt 814.300 Tieren gegenüber November 2005 um 1,3 Prozent erhöht. Damit bestätigte sich der positive Trend der letzten zwei Jahre. Bei den Rindern hingegen setzte sich mit minus 2,4 Prozent der Bestandsabbau weiter fort. Insgesamt wurden zum genannten Stichtag 561.100 Rinder erfasst.

Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich der Bestand an Schweinen in Brandenburg um rund 10.200 Tiere vergrößert. Besonders hervorzuheben war die Zunahme bei den Ebern und Zuchtsauen. Der Bestand an Ebern stieg zum 3. November 2006 um 26,5 Prozent auf 3.000 Tiere und bei den Zuchtsauen um 0,8 Prozent auf 99.700 Tiere. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Anzahl der Mastschweine. So gab es in der Kategorie von 80 bis unter 110 Kilogramm eine Zunahme um 5,1 Prozent (2005: 104.700 Tiere; 2006: 110.000 Tiere).

Der zahlenmäßig stärkste Rückgang bei Rindern war bei den Milchkühen mit rund 8.200 Tieren im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt sank die Zahl der Milchkühe auf 162.000 Tiere. Das hatte auch ein Absinken der Kälberzahlen zur Folge. Diese wiesen zum Stichtag einen Bestand von 83.700 Tiere auf. Das waren rund 2.200 Tiere weniger als im November 2005. Der Bestand an Ammen- und Mutterkühen blieb mit 91.400 Tieren nahezu konstant.

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36,3 Millionen Tonnen Raufutter bei der Ernte 2006 erwartet

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Pflanzen,Statistik — info @ 14:12

Wiesbaden (agrar.de) – Die Landwirte in Deutschland haben im Jahr 2006 Raufutter auf einer Fläche von 4,7 Millionen Hektar angebaut. Zum Raufutter gehört geerntetes Gras von Wiesen und Mähweiden (Dauergrünland ohne Weiden) sowie vom Ackerland geerntetes beziehungsweise abgeweidetes Grünfutter wie Gras, Klee, Kleegras und Luzerne. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, schätzen die Ernte- und Betriebsberichterstatter auf Basis der Anbaufläche die Erntemenge des laufenden Jahres auf 36,3 Millionen Tonnen Raufutter bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 77,7 Dezitonnen/Hektar. Dabei werden sowohl die Erntemenge als auch der Hektarertrag in Äquivalenten von Heu (Gewicht der Grünmasse geteilt durch vier) berechnet.

Die Erntemenge von Raufutter war 2006 somit um 7,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Gegenüber dem langjährigen Mittel der Jahre 2000 bis 2005 fiel sie um 1,4 Prozent geringer aus. Der durchschnittliche Hektarertrag von Raufutter lag 2006 um 8,0 Prozent niedriger als im Vorjahr und 5,1 Prozent niedriger als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (2000/2005). Aufgrund der Trockenheit im Juli dieses Jahres war in vielen Regionen ein Schnitt ausgefallen. Das Grünland konnte sich jedoch im Spätsommer und Herbst in den meisten Regionen wieder erholen.

Der Anbau von Raufutter auf dem Dauergrünland (ohne Weiden) hat mit 4,1 Millionen Hektar die größte Bedeutung. Davon nahmen die Mähweiden mit 2,3 Millionen Hektar knapp die Hälfte (48 Prozent) der Raufutterfläche ein. Auf die Wiesen entfielen 1,8 Millionen Hektar (40 Prozent) der Anbaufläche, während die hier erzielte Erntemenge von 14,6 Millionen Tonnen 40 Prozent der Raufutterernte ausmachte. Auf dem Ackerland wurden auf einer Fläche von 569.000 Hektar entsprechende Kulturen angebaut.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Alternative Hühnerhaltung dominiert

Weniger als jedes zweite Konsumei in Deutschland stammt aus Käfighaltung

Hannover (agrar.de) – Auf Eier aus der Käfighaltung entfällt zwar immer noch der größere Anteil der privaten Eierkäufe in Deutschland, dennoch kommt inzwischen weniger als jedes zweite von Privathaushalten gekaufte Ei aus dieser Haltungsform. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres war ihr Anteil auf 43,3 Prozent gesunken, im vergangenen Jahr waren es noch 45 Prozent. Das heißt, dass die Verbraucher mittlerweile den Eiern aus alternativen Haltungsformen den Vorzug geben. Ganz klar dominiert dabei die Bodenhaltung mit einem Marktanteil von 28,7 Prozent. Dicht dahinter liegt die Freilandhaltung mit 21,9 Prozent Marktanteil. Gegenüber 2005 hat diese Haltungsform etwas verloren, damals lag ihr Anteil sogar bei 23 Prozent. Verhältnismäßig klein ist der Anteil der Bio-Eier, sie steuerten nur 6,1 Prozent zu den Einkäufen der Haushalte bei. Allerdings weist dieses Segment starkes Wachstum auf, 2005 lag der Anteil erst bei fünf Prozent.

Noch geringere Bedeutung als in Deutschland hat die Käfighaltung in den Niederlanden. Dort ist ihr Anteil inzwischen auf nur noch 16 Prozent geschrumpft, während 80 Prozent der dort verkauften Eier aus Bodenhaltung stammen. Freiland- und Bioeier sind dagegen bei unseren Nachbarn nahezu unbedeutend. Dafür ist der Käfiganteil in Frankreich umso höher. Dort werden immer noch drei von vier konsumierten Eiern in Käfigen produziert. Auch in Großbritannien liegt der Anteil dieser Haltungsform bei 63 Prozent. Noch geringere Bedeutung haben alternative Haltungsformen in Südeuropa. Allerdings sind die Tage der Käfighaltung gezählt, Deutschlands Hühnerhaltern ist der Ausstieg bereits ab 2007 verord-net worden als in den anderen EU-Ländern. Das vorgezogene Käfigverbot in Deutschland hat bereits viele Hühnerhalter zum Ausstieg veranlasst. In der Folge sind die Eierimporte Deutschlands in diesem Jahr bereits gestiegen und die Exporte kräftig gesunken.

Die Zahlen spiegeln aber nur die halbe Wahrheit wider. Denn nur jedes dritte Ei, das in Deutschland konsumiert wird, kommt als frisches Ei auf den Tisch. Vom gesamten Pro-Kopf-Verbrauch in Höhe von ungefähr 206 Stück pro Jahr sind immerhin ungefähr 140 Stück bereits verarbeitet und stecken in Nudeln, Fertiggerichten und Gebäck. Aber auch in vielen Kosmetikprodukten werden Eier verwendet. Bei der industriellen Weiterverarbeitung zählen Herkunft und Haltungsform nicht mehr. Hier wird eingesetzt, was am billigsten ist, und das sind die Käfigeier.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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