22. Dezember 2006

Verbände lehnen Rinderhaltungshygiene-Leitlinie ab

Bonn/Münster (agrar.de) – In einem gemeinsamen Schreiben an NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg haben die Präsidenten des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, und des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers, nachdrücklich darauf gedrängt, dass die Vorbereitungen für eine Rinderhaltungshygiene-Leitlinie eingestellt werden.

Wie der RLV mitteilt, wird derzeit seitens der Länderarbeitsgemeinschaft Gesundheitlicher Verbraucherschutz eine so genannte ‚Leitlinie über hygienische Anforderungen beim Halten von Rindern‘ erstellt. In dem jüngst bekannt gewordenen Entwurf seien je nach Bestandsgröße umfangreiche bauliche und technische Anforderungen, Auflagen zum Personen- und Fahrzeugverkehr einschließlich Wegeführung wie auch die Anbringung von Hinweisschildern an Zufahrt und Weiden von Rinder haltenden Betrieben vorgesehen. So solle etwa der überbetriebliche Einsatz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Maschinen, Futtermischwagen usw. nur noch nach vorheriger Reinigung und Desinfektion erfolgen. Auch sei vorgesehen, dass Milchviehbetriebe mit mehr als 100 Kühen ihren Status bei der Bekämpfung bestimmter Tierkrankheiten an der Zufahrt bekannt machen. Größeren Mutterkuhbetrieben solle gar aufgegeben werden, Hinweisschilder mit der Aufschrift ‚Vorsicht freilaufender Bulle – Lebensgefahr‘ anzubringen. Zugleich sollten diese auch fortlaufend die jeweilige Gruppenzugehörigkeit der Tiere aufzeichnen und eine Dokumentation der Tiergesundheit tagaktuell abrufbar halten.

In der Praxis stoße die geplante Leitlinie – eine solche stelle in der Regel die Vorstufe für eine spätere Verordnung dar – auf Unverständnis und Ablehnung. Während die Politik öffentlichkeitswirksam den Abbau von Bürokratie und Überregulierung einfordere, würden zeitgleich im nationalen Alleingang neue Auflagen und neue Bürokratie vorbereitet. Hierfür hätten die Betriebe kein Verständnis.

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