28. November 2006

Greenpeace: Kriminelles Händler-Netz vertreibt illegale Pestizide

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Deutschlands größter Agrarhändler Raiffeisen und andere Händler vertreiben nach Recherchen von Greenpeace in Süddeutschland und dem Elsass verbotene Pestizide. Elf Händler verkauften danach insgesamt ca. 100 Kilogramm illegaler Pestizide wie Bifenthrin, Malathion und Diethion, die entweder in Deutschland nie zugelassen waren oder seit vielen Jahren verboten sind, an Greenpeace-‚Ermittler‘. Vier der elf Händler gehören laut Greenpeace zum Raiffeisen-Verband.

‚Die Kunden der Gifthändler sind skrupellose Bauern, die die illegalen Pestizide auf Obst oder Gemüse verspritzen. Schädliche Pestizide landen so direkt auf unserem Essen und in der Umwelt‘, sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. ‚Wir sind entsetzt, dass es ganze Händler-Netzwerke gibt, die stark giftige, krebserregende, die Fortpflanzung und das Hormonsystem schädigende Mittel vertreiben. Und wir sind entsetzt, dass Raiffeisen massiv in diese kriminellen Geschäfte verstrickt ist.‘

‚Seehofer und die Agrarminister der Länder haben versagt. Dadurch blüht der illegale Gifthandel‘, sagt Martin Hofstetter, Agrar-Experte von Greenpeace. ‚Die Behörden sind für die illegalen Geschäfte mit verantwortlich: Wir haben uns an das Landwirtschaftsministerium von Baden-Württemberg gewandt, um gemeinsam mit den Kontrollbehörden einen Händler auf frischer Tat zu fassen, der die illegale Ware sogar per Türzustellung ausliefert. Das Ministerium lehnte jedoch ab und weigerte sich, Ermittlungsbehörden vor Ort zu benennen.‘

Greenpeace fordert wirksame grenzüberschreitende Kontrollen. Händler und Bauern, die illegale Spritzmittel verkaufen oder einsetzen, müssten streng bestraft werden. Ihnen müsse die Handels- oder Produktionserlaubnis entzogen und die Agrarsubventionen gestrichen werden.

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