06. Oktober 2006

Erhebliche Unterschiede in der Sauenhaltung

Themen: Archiv — info @ 11:10

Niedersachsen und NRW Veredlungshochburgen

Bonn (agrar.de) – In Deutschland werden in rund 33.600 Betrieben knapp 2,5 Millionen Sauen gehalten. Dabei ist die Ferkelproduktion, so die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle, in den Veredlungshochburgen Niedersachsen und NRW konzentriert.

In diesen beiden Bundesländern gibt es in rund 13.000 Betrieben fast 1,2 Millionen Sauen, das entspricht einem Anteil am Gesamtbestand von fast 50 Prozent. Im Schnitt werden 90 Tiere je Betrieb gehalten. Die vorherrschende Tierzahl je Betrieb liegt in den beiden Bundesländern in der Kategorie 100 bis 499 Sauen.

Die meisten Sauenhalter sind in Bayern anzutreffen. Jedoch hat hier jeder Betrieb nicht mehr als 40 Zuchttiere im Stall stehen. In den neuen Bundesländern werden nach den Ergebnissen der jüngsten Viehzählung rund 460.000 Sauen gehalten. Das entspricht einer Durchschnittsgröße je Betrieb von 242 Tieren. Dabei stehen mehr als 83 Prozent der Sauen in Betrieben mit 500 und mehr Tieren.

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05. Oktober 2006

Baden-Württemberg: Getreideernte

Themen: Archiv — info @ 16:10

Stuttgart (agrar.de) – Nach dem Ende der Regenperiode konnte die Getreideernte auch in den baden-württembergischen Spätdruschgebieten abgeschlossen werden. Nachdem im Statistischen Landesamt nahezu alle der für die ‚Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung‘ vorgesehenen Probeschnitte und Volldrusche ausgewertet wurden, wird die Getreideernte (ohne Körnermais) im Südwesten auf knapp 30,8 Millionen (Mill.) Dezitonnen (1 dt = 100 kg = 0,1 Tonnen) veranschlagt. Im Vorjahr konnten die Landwirte eine Erntemenge von 28,5 Mill. dt einbringen; die langjährige Durchschnittsernte 2000/2005 beläuft sich auf 29,8 Mill. dt..

Bei allen Getreidearten liegen die Erträge deutlich – zwischen 6 Prozent bei Hafer und 12 Prozent bei Wintergerste – über den Ergebnissen des Vorjahres. Winterweizen übertrifft mit 73,9 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) das durchschnittliche Ertragsniveau (69,2 dt/ha) um 7 Prozent, Sommergerste (52,1 dt/ha) und Wintergerste (61,8 dt/ha) jeweils um 4 Prozent. Lediglich Hafer (51,5 dt/ha) verfehlt das Mittel der Jahre 2000/2005 knapp.

Spät geerntetes Getreide mit Qualitätsproblemen

Das Erntegeschehen selbst war geprägt durch die lang anhaltende Regenperiode im August und zeigt deutliche Prallelen zum Vorjahr. Vor den Regenfällen geerntetes Getreide – schätzungsweise drei Viertel der Anbaufläche im Land – konnte mit Feuchtigkeitsgehalten von teilweise deutlich unter 14 Prozent eingebracht werden. Eine Nachtrocknung war deshalb dann nicht erforderlich. Späterntiges Getreide wies dagegen höhere Feuchtigkeitsgehalte auf. Verbreitet kam es zu Qualitätseinbußen infolge Auswuchses. Wie beispielsweise die Qualitätsuntersuchungen bei Weizen gezeigt haben, können zahlreiche Partien nur noch als Futterweizen verwendet werden. Jede vierte der untersuchten Proben erreicht bei der Fallzahl (beschreibt die Backqualität der Getreidestärke) nicht die Interventionsgrenze von 220 Sekunden. Bundesweit dürfte sogar rund ein Fünftel der Winterweizenernte nicht interventionsfähig (Absatz zu einem garantierten Preis an die Öffentliche Hand) sein. Und dennoch liegt der durchschnittliche Proteingehalt für hiesige Verhältnisse bei sehr guten 13,3 Prozent. Der Sedimentationswert, ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Eiweißqualität, ist mit 46 Einheiten ebenfalls als überdurchschnittlich einzustufen.

Ertragseinbußen im heimischen Kartoffelanbau

Ende September ist die diesjährige Kartoffelernte bei den für das Einkellerungsgeschäft maßgeblichen Sorten noch in vollem Gange. Bei den mittelfrühen und späten Kartoffeln zeichnet sich demnach für Baden-Württemberg im Landesmittel mit voraussichtlich 304 dt/ha ein bescheidener Ertrag ab. Das langjährige Mittel 2000/2005 beziffert sich auf 355 dt/ha; das entspricht in etwa auch dem Vorjahresergebnis von 358 dt/ha. Sofern die Kartoffelfelder nicht beregnet wurden, hatte die Julihitze einen Wachstumstopp bewirkt. Mit den Regenfällen im August setzte das Knollenwachstum vorzugsweise bei den späteren Sorten wieder ein.

Die Frühkartoffeln erzielten im heimischen Anbau mit 267 dt/ha eine Flächenleistung vergleichbar dem Vorjahr (268 dt/ha). Das langjährige Mittel (275 dt/ha) liegt um 3 Prozent höher. Infolge des lang anhaltenden Winters könnten die Frühkartoffeln erst vergleichsweise spät gepflanzt werden. Julitrockenheit und -hitze bedeuteten vielfach das Vegetationsende für die Stauden.

Bei einer Anbaufläche von knapp 5.700 ha wird mit 1,7 Mill. dt Spätkartoffeln (einschließlich mittelfrühe) eine Erntemenge erwartet, die das Vorjahresergebnis um 12 Prozent, den Sechsjahresdurchschnitt um ein Fünftel verfehlt. Frühkartoffeln wurden auf einer Fläche von 860 ha – 70 ha weniger als Vorjahr – gepflanzt. Mit einer Erntemenge von knapp 230.000 dt wurde das Vorjahresergebnis damit um 8 Prozent, das langjährige Mittel um 12 Prozent verfehlt. Die gesamte Kartoffelernte der marktorientierten Betriebe des Landes ist damit auf voraussichtlich rund 1,9 Mill. dt zu beziffern.

Zum Vergleich: Bei 10,7 Millionen Einwohnern in BW und einer Kartoffelernte von voraussichtlich 190.000 Tonnen beläuft sich die Erntemenge der marktorientierten Betriebe pro Einwohner im Südwesten auf 18 kg.

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 16:10

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 720 angebotenen Schweinen alle Schweine in fünf Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,53 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,51 Euro bis 1,54 Euro verkauft.

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Sachsen-Anhalt: Flächenausdehnung im Gemüse- und Erdbeeranbau

Themen: Archiv — info @ 09:10

Halle (agrar.de) – Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Sachsen-Anhalt bestellten im Jahr 2006 die Gemüsebauern mehr als 5.500 Hektar Ackerland mit Freilandgemüse, das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent bzw. fast 400 Hektar. Die bedeutendsten Gemüsearten in Sachsen-Anhalt sind weiterhin Spargel und Zwiebeln.

Spargel bleibt weiter in Sachsen-Anhalt die dominierende Gemüseart mit einer Anbaufläche von über 1.300 Hektar. Wie in den Vorjahren wurde er auf fast einem Viertel der Gesamtgemüsefläche angebaut. Dem Spargel folgen die Speisezwiebeln mit einer Anbaufläche von fast 1.100 Hektar. Bei den weiteren anbaustarken Gemüsearten wie grünen Bohnen (714 Hektar) sowie Möhren und Karotten (620 Hektar) ist eine Flächenausdehnung (um 16 Prozent bzw. um 5 Prozent) gegenüber dem Jahr 2005 zu verzeichnen. Die Radieschenproduktion stieg von 230 Hektar 2005 auf 325 Hektar 2006 an (+ 40 Prozent). Auch der Anbau von Kohlarten wurde 2006 flächenmäßig ausgedehnt, besonders bei Wirsing (auf das 2,4-fache) und Blumenkohl (auf das 1,5-fache). Kontinuierlich abgenommen hat in den letzten Jahren der Anbau von Frischerbsen (2002 = 611 Hektar, 2006 = 458 Hektar).

Die Produktion von Gemüse in Unterglasanlagen ist mit 6,5 Hektar fast gleich geblieben. Wichtigste Kulturen sind hier die Tomaten und Gurken mit 3 Hektar bzw.1 Hektar im Anbau.

Die diesjährige Erdbeerfläche ist gegenüber dem Anbaujahr 2005 um 40 Hektar auf 200 Hektar gestiegen. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

04. Oktober 2006

Geringe Kartoffelernte in Thüringen

Themen: Archiv — info @ 13:10

Erfurt (agrar.de) – Durch die Trockenheit im Juli ist in Thüringen in diesem Jahr eine unterdurchschnittliche Kartoffelernte herangewachsen. Von den ausgiebigen Niederschlägen im August konnten zwar die mittelfrühen und späten Kartoffeln noch etwas profitieren. Für diese Reifegruppen brachte der Regen noch einen Massezuwachs, führte jedoch nach der im Juli eingetretenen Keimruhe auch zu Zwiewuchs und Kindelbildung (Missbildungen) der Knollen.

Nach den vorläufigen Ergebnissen wird ein Flächenertrag von 338 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) erreicht. Die Hektarerträge werden nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik das langjährige Mittel der Jahre 2000/2005 von 375 Dezitonnen um 37 Dezitonnen bzw. 10 Prozent unterschreiten und das Ergebnis des ‚guten Kartoffeljahres 2005‘ um 72 Dezitonnen bzw. 18 Prozent verfehlen.

Bei Frühkartoffeln wurden durchschnittlich 194 dt/ha geerntet. Die Erträge lagen um 69 dt/ha bzw. um 26 Prozent unter dem sechsjährigen Durchschnitt der Jahre 2000/2005 und um 142 dt/ha bzw. um 42 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Für mittelfrühe und späte Sorten werden mit 339 dt/ha gleichfalls unterdurchschnittliche Erträge erwartet (Durchschnitt 2000/2005: 378 dt/ha). Das langjährige Mittel wird um 39 dt/ha bzw. um 10 Prozent verfehlt. Das Vorjahresniveau wird um 73 dt/ha bzw. 18 Prozent unterschritten.

Von rund 2.400 Hektar werden 80.000 Tonnen Kartoffeln geerntet. Durch eine um 5 Prozent geringere Anbaufläche und die geringere Hektarleistung wird die diesjährige Gesamterntemenge um 22 Prozent geringer ausfallen als die Ernte 2005 mit knapp 103.000 Tonnen.

Für das gesamte Bundesgebiet wird in diesem Jahr bei einer Ertragsleistung von 359 dt/ha mit einer Kartoffelernte von 9,8 Millionen Tonnen gerechnet. Im Vorjahr wurde bei einem Flächenertrag von 420 dt/ha eine Gesamterntemenge von 11,6 Millionen Tonnen erreicht. Bundesweit werden in diesem Jahr Kartoffeln von rund 274.000 Hektar geerntet (2005: 277.000 Hektar).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Die meisten Agrarfördermittel fließen nach Bayern

Themen: Archiv — info @ 11:10

Berlin (agrar.de) – Der Rahmenplan der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (GAK) für den Zeitraum 2006 bis 2009 weist für dieses Jahr ein Finanzvolumen von etwa 1 Milliarde Euro auf. Davon entfallen nach Information des Bundestags-Pressedienstes 615 Millionen Euro auf den Bund und rund 385 Millionen Euro auf die Länder, wie aus dem von der Bundesregierung vorgelegten Rahmenplan hervorgeht. Ziel der Förderung sei es, die Land- und Forstwirtschaft leistungsfähig zu halten, die Eingliederung in den EU-Binnenmarkt zu erleichtern und den Küstenschutz zu verbessern.

Wie es in dem Rahmenplan heißt, soll die Förderung auch dazu beitragen, eine ökologisch wertvolle Landschaft zu erhalten, sie vor Erosion zu schützen und den Tierschutz zu verbessern. Dabei geht es sowohl um die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung als auch um die einzelbetriebliche Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen.

Den höchsten Anteil an Bundesmitteln erhält in diesem Jahr Bayern mit 115,12 Millionen Euro vor Niedersachsen mit 90,2 Millionen Euro und Baden-Württemberg mit 61,21 Millionen Euro. Nach Brandenburg gehen 52,1 Millionen Euro, nach Mecklenburg-Vorpommern 48,45 Millionen Euro, nach Nordrhein-Westfalen 41,11 Millionen Euro, nach Schleswig-Holstein 37,63 Millionen Euro und nach Sachsen 35,14 Millionen Euro. Die Summe der Verpflichtungsermächtigungen für kommende Haushaltsjahre beläuft sich auf 674,57 Millionen Euro (Bundes- und Ländermittel zusammen).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Bundesländer.

02. Oktober 2006

Baden-Württembergs Landwirte erwirtschafteten im Jahr 2005 insgesamt rund zwei Milliarden Euro

Themen: Archiv — info @ 11:10

Stuttgart (agrar.de) – Ob es die fruchtigen Äpfel vom Bodensee, der beliebte Trollinger oder das Schwäbisch-Hällische Landschwein sind, um nur einige wenige der weithin über die Landesgrenzen hinaus bekannten baden-württembergischen Spezialitäten zu nennen, auf Qualität und regionale Herkunft ihrer Nahrungsmittel legen die Verbraucher immer stärkeren Wert. Gesamtwirtschaftlich betrachtet, hat die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft jedoch in den letzten Jahren stetig abgenommen. Im Jahr 2005 – so Dr. Gisela Meister-Scheufelen, die Präsidentin des Statistischen Landesamtes – lag die Wertschöpfung, die die hiesigen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe mit Agrarerzeugnissen und Dienstleistungen erwirtschafteten, noch bei knapp 2 Milliarden Euro.

Das waren gut ein Drittel oder rund 700 Millionen Euro weniger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der Beitrag der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei zur gesamten, in jeweiligen Preisen im Jahr 2005 rund 331 Mrd. Euro zählenden Wirtschaftsleistung aller Wirtschaftsbereiche in Baden-Württemberg reduzierte sich damit nach den Ergebnissen des Arbeitskreises ‚Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder‘ von rund 1,2 Prozent im Jahr 2000 auf lediglich noch 0,7 Prozent.

In zunehmendem Umfang erfüllt die Landwirtschaft allerdings auch andere, mit ökonomischen Größen wie der Bruttowertschöpfung (BWS), dem Maßstab für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft, kaum zu messende Aufgaben. So wurden mit der EU-Agrarreform 2003 neue Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik, wie der langfristige Erhalt ländlicher Räume, Umweltschutz, Tierschutz, Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit stärker in den Vordergrund gestellt. Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele.

Südwesten unter den Flächenländern mit niedrigstem Agraranteil

Gemessen an der Bruttowertschöpfung ist der Südwesten unter den Bundesländern der viertgrößte ‚Agrarproduzent‘ und trug 2005 gut ein Zehntel zur Gesamtwertschöpfung der deutschen Landwirtschaft bei. Zusammen mit Bayern (20 Prozent), Niedersachsen (16 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (14 Prozent) stellten 2005 allein vier Länder wertmäßig über 60 Prozent der gesamtdeutschen Agrarproduktion. Verglichen mit dem Anteil der Agrarproduktion an der gesamten Wertschöpfung weist Baden-Württemberg allerdings zusammen mit Nordrhein-Westfalen (0,6 Prozent) und Hessen (0,5 Prozent) unter den großen Flächenländern die niedrigsten Werte auf. Etwas stärker landwirtschaftlich geprägt sind dagegen noch Mecklenburg-Vorpommern mit 2,9 Prozent und Brandenburg mit 1,9 Prozent land- und forstwirtschaftlichem Wertschöpfungsbeitrag im Jahr 2005, wobei hier die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft gegenüber den 90er Jahren mit BWS-Anteilen von rund 4,5 Prozent bzw. knapp 3 Prozent mittlerweile aber auch bereits deutlich zurückgegangen ist. Im Bundesdurchschnitt trug die Agrarwirtschaft 2005 noch rund 1,3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Den deutlich größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP), der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung des Landes, stellen mittlerweile die Unternehmen der Dienstleistungsbereiche. Hierzu gehören u.a. die Unternehmensdienstleister, der Handel, das Gesundheitswesen, die Bereiche Verkehr und Nachrichtenübermittlung sowie das Gastgewerbe. Im Jahr 2005 belief sich deren BIP-Anteil in Baden-Württemberg auf 61 Prozent, rund 7 Prozent-Punkte mehr als noch 1991.

Spiegelbildlich dazu hat vor allem die Industrie, die 2005 noch rund ein Drittel zur Wirtschaftsleistung des Südwestens beitrug, aber auch der Agrarbereich entsprechend an Gewicht verloren.

Anhaltender Strukturwandel in der Landwirtschaft…

Im Jahr 2005 gab es in Baden-Württemberg gut 60.600 landwirtschaftliche Betriebe. Ihre durchschnittliche Flächenausstattung erreichte knapp 24 ha LF (landwirtschaftlich genutzte Fläche) und sie beschäftigten haupt- oder nebenberuflich etwa 208.000 Arbeitskräfte. Die hiesigen im Haupterwerb bewirtschafteten Agrarbetriebe erzielten im vorherigen Wirtschaftsjahr 2004/05 einen Unternehmensgewinn in Höhe von durchschnittlich rund 34.700 Euro, gut 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Sie liegen damit, vor allem aufgrund der vergleichsweise kleinbetrieblichen Agrarstruktur im Südwesten, unter dem Bundesdurchschnitt der 2004/05 um annähernd 24 Prozent auf über 36.600 Euro je landwirtschaftlichem Unternehmen gestiegen war.

Das insgesamt positive Unternehmensergebnis dürfte allerdings ohne nennenswerten Einfluss auf den in den letzten Jahren unvermindert hohen Strukturwandel in der Landwirtschaft bleiben. In den vergangenen zehn Jahren haben über ein Drittel der hiesigen Landwirte die Agrarproduktion eingestellt und ihren Hof aufgegeben; seit 1995 immerhin mehr als 36.000 Betriebe. Allein seit 2001 haben erneut mehr als 11.000 landwirtschaftliche Betriebe, d.h. jährlich gut 4 Prozent bzw. annähernd jeder sechste Hof in Baden-Württemberg, ihre Tore für immer geschlossen. Zum Vergleich: In Deutschland ging die Zahl der Agrarbetriebe im selben Zeitraum jährlich um 3,1 Prozent zurück. Die Landwirtschaft ist im Südwesten offenbar wesentlich stärker vom strukturellen Wandel betroffen als der Norden Deutschlands oder die großbetrieblich strukturierten Agrarlandschaften in den Ostländern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

01. Oktober 2006

Pellets 2006: Deutschland produziert immer mehr Holzpresslinge

Themen: Archiv — info @ 15:10

Stuttgart (agrar.de) – Der Einsatz von Pellets als Brennstoff steigt in Deutschland seit dem Jahr 2000. Um die Nachfrage decken zu können, wird die Pelletsproduktion kontinuierlich ausgebaut. In seiner aktuellen Marktübersicht zählt das Fachmagazin ‚Pellets – Markt und Trends‘ 32 Hersteller, die sich auf 35 Standorte verteilen.

Alle Kapazitäten zusammengenommen, könnten die Hersteller 2006 den Markt mit 942.000 Tonnen Holzpellets beliefern – mehr als doppelt so viel wie noch 2005 (420.000 Tonnen). Da nicht alle Produktionen voll ausgelastet sind, werden dem Markt 2006 voraussichtlich 550.000 Tonnen zur Verfügung stehen.

Um die rasante Nachfrage nach Pellets in Deutschland decken zu können, sind derzeit weitere 21 Produktionsstandorte für das kommende Jahr geplant. Detaillierte Ergebnisse der Erhebung werden erstmals beim 6. Industrieforum Pellets präsentiert, welches vom 10. bis 11. Oktober 2006 in der Messe Stuttgart stattfinden wird.

Ähnlich positiv sieht es für die Pelletsbranche in Österreich und einigen Ländern Skandinaviens aus. In Österreich wurden im vergangenen Jahr erstmals mehr Pelletsfeuerungen als Ölkessel verkauft und installiert. Bis Ende 2005 waren in Österreich etwa 37.000 Pelletsheizungen und 9.000 Pelletsöfen in Betrieb.

Schweden produziert bereits seit Jahren große Mengen Pellets, welche hauptsächlich in Biomassekraftwerken zum Einsatz kommen. Doch auch der Bestand an Kleinfeuerungsanlagen wächst hier zusehends. So werden in Schweden derzeit etwa 67.000 Pelletsheizungen betrieben. Insbesondere im Bereich der Kohlendioxid-neutralen Energieversorgung können Pelletsheizungen – beispielsweise kombiniert mit einem Sonnenkollektor – einen attraktiven Beitrag liefern.

Auch in anderen europäischen Ländern steigt deshalb das Interesse an privaten Pelletsheizungen. Dazu gehören vor allem Frankreich und Italien sowie in Anfängen auch Großbritannien. Bereits jetzt sind in Italien über 100.000 Pelletsöfen installiert. Gründe für die sich entwickelnden Märkte sind zum einen die gestiegenen Ölpreise aber auch Förderprogramme der Länder oder einzelner Regionen.

Links zum Thema Energie, Links zum Thema Messen.

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