04. August 2006

Sachsen: Sächsische Viehbestände schrumpfen

Themen: Archiv — info @ 13:08

Dresden (agrar.de) – Die sächsischen Landwirte halten nach Angaben des Statistischen Landesamtes zurzeit 487.900 Rinder, 616.500 Schweine und 121.900 Schafe. Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich die Bestände bei allen drei Tierarten.

In der Rinderhaltung setzte sich auch 2006 der seit Jahren anhaltende Bestandsabbau fort. In den vergangenen zehn Jahren verringerte sich die Anzahl der in Sachsen gehaltenen Rinder um fast ein Viertel (152.500 Tiere bzw. 24 Prozent). Allein in den vergangenen zwölf Monaten ging der Bestand um 13.100 Rinder (2,6 Prozent) zurück. Damit wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht. Der zahlenmäßig stärkste Rückgang ist mit 7.700 Tieren (3,8 Prozent) bei den Milchkühen zu verzeichnen. In der Ammen- und Mutterkuhhaltung wurden 35.800 Kühe – 300 Tiere (0,8 Prozent) weniger als 2005 – gezählt. Die Zahl der Kälber bis sechs Monate ging um 2.200 (3,0 Prozent) auf 71.300 Tiere zurück. Der Bestandsabbau um knapp 900 weibliche Zucht- und Nutzrinder über zwölf Monate (0,8 Prozent) fiel im Vergleich zu den Kühen relativ gering aus. Überdurchschnittliche Bestands­rückgänge sind bei den männlichen Rindern über sechs Monate ersichtlich. Deren Zahl sank um 1.400 Tiere (4,3 Prozent) auf 31.000 Stück. Weiterhin wurden rund 2.500 Schlachtfärsen über ein Jahr alt gezählt.

In den sächsischen Betrieben mit Schweinehaltung wurden 13.700 Tiere (2,2 Prozent) weniger als im Mai 2005 gehalten. Die Bestandsentwicklung seit Mai 2005 zeigte in den einzelnen Altersklassen und Nutzungsrichtungen unterschiedliche Tendenzen. Positive Trends sind bei den Jungschweinen und Mastschweinen ersichtlich. Die Zahl der Jungschweine erhöhte sich um über 10.600 (6,7 Prozent) auf 168.700 Tiere. Im Schweinemastbereich wurden mit 197.700 Tieren 5.800 Masttiere (drei Prozent) mehr als zum Vorjahreszeitpunkt erfasst. Dem­gegenüber ist in den Schweinezuchtbetrieben ein Rückgang an Zuchttieren zu verzeichnen. Die Zahl der Zucht­schweine verringerte sich binnen Jahresfrist um 4.300 (5,3 Prozent) auf 76.700 Tiere. Negative Bestandsver­änderungen sind auch bei den Ferkeln zu erkennen, die teilweise im Rückgang der Zuchtsauenbestände be­gründet sind. Mit 173.400 Ferkeln wurden 25.800 Tiere (13 Prozent) weniger als im Mai 2005 erfasst. Im Ver­gleich zum April 1996 wurden im Mai 2006 in Sachsen rund 44.400 Schweine (knapp acht Prozent) mehr gehalten.

In der sächsischen Schafhaltung ist im Vergleich zum Vorjahr erneut ein erheblicher Bestandsrückgang einge­treten. Die Zahl der in Sachsen gehaltenen Schafe verringerte sich um 6.600 Tiere (5,1 Prozent). Mit 79.000 Tieren bilden weibliche Zuchtschafe und Jährlinge den Hauptanteil (64,8 Prozent) am Gesamtbestand. Im Vergleich zum Mai 2005 sind dies 5.500 Tiere (6,5 Prozent) weniger. Der Bestand an Schafen unter einem Jahr verringerte sich im Vergleichszeitraum um 1.400 (3,5 Prozent) auf 39.100 Tiere. Weiterhin werden 1.300 Schafböcke zur Zucht und knapp 2.400 Hammel und übrige Schafe gehalten.

Diese Angaben sind das vorläufige Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung und der Viehzählung im Mai 2006, die als Stichprobenbefragung in rund 3.400 landwirtschaftlichen Betrieben stattfand. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.




   (c)1997-2017 @grar.de