02. August 2006

Baden-Württemberg: Preise für landwirtschaftliche Grundstücke bei 18.930 Euro je Hektar

Themen: Archiv — info @ 10:08

Höchste Grundstückspreise mit rund 30.000 Euro je Hektar und mehr nach wie vor in Verdichtungsräumen

Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellung des Statistischen Landesamts im Jahr 2005 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 18.930 Euro je Hektar (ha) Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN)1) entrichtet. Gegenüber dem Vorjahr (knapp 18.550 Euro je ha) sind die landwirtschaftlichen Bodenpreise leicht gestiegen. Sie liegen damit aber weiterhin auf dem seit 1993 zu beobachtenden Niveau von etwa 18.500 Euro bis knapp 20.000 Euro je ha. Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre lagen die Preise noch um rund 2.000 Euro/ha höher. Insgesamt wurden im Jahr 2005 die Preise von 3.776 Kauffällen ermittelt. Dabei wechselten landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 3.276 ha die Besitzer, also rund 0,9 ha je Verkaufsfall.

Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, wurden die höchsten Grundstückspreise erzielt. Unter den Landkreisen führen Böblingen, Ludwigsburg und Esslingen mit durchschnittlichen Bodenpreisen von 29.300 bis 54.800 Euro/ha die Preisskala an. Die höheren Grundstückspreise in den Stadtkreisen Heilbronn (40.800), Baden-Baden (45.200) und Ulm (64.300) sprechen dafür, dass das Preisniveau hier stark von den örtlichen Baulandpreisen beeinflusst sein dürfte. Die hohen Grundstückspreise in der Landeshauptstadt Stuttgart (161.500) haben sich gegenüber dem Vorjahr (223.800) wieder weitgehend »normalisiert«. Am unteren Ende der Preisskala lagen die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten (Schwarzwald, Schwäbische Alb, Odenwald), wie die Landkreise Reutlingen, Schwarzwald-Baar-Kreis, Waldshut, Tuttlingen, Sigmaringen und der Neckar-Odenwald-Kreis mit Grundstückspreisen von 8.600 bis 10.100 Euro/ha.

Neben der regionalen Lage wurden die Kaufpreise wesentlich von der Bodenqualität, also der natürlichen Ertragsfähigkeit bestimmt. Für geringwertigere Böden mit Ertragsmesszahlen (EMZ) zwischen 20 und 30 (auf einer Skala von 1 bis 100) wurden durchschnittlich 9.400 Euro/ha, bei etwas besseren Böden mit Ertragsmesszahlen zwischen 40 und 50 bereits 16.000 Euro/ha entrichtet. Für gute bis sehr gute Böden (EMZ > 70) ergaben sich für die veräußerten Flächen mit 35.300 Euro/ha auch die höchsten Preise.

Die Parzellengröße hat ebenfalls Einfluss auf die Kaufwerte. Bei Kleinstflächen bis 25 Ar werden Preise von fast 34.900 Euro/ha bezahlt. Mit zunehmender Parzellengröße gehen die durchschnittlichen Kaufwerte dann zurück, um sich ab etwa 1 ha bei 15.500 bis 16.000 je ha einzupendeln.

Für größere Grundstücke ab 1 ha sind darüber hinaus Aussagen zu weiteren Kaufpreis bestimmenden Faktoren möglich. So wurde für Ackerland mit 16.800 Euro/ha im Landesdurchschnitt ein deutlich höherer durchschnittlicher Kaufpreis entrichtet als für Grünland (knapp 12.100 Euro/ha). Des Weiteren zeigt sich eine deutliche Preisdifferenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke: Nichtlandwirtschaftliche Käufer bezahlten wesentlich höhere durchschnittliche Grundstückspreise als Haupt- bzw. Nebenerwerbslandwirte. Die Preisspanne bewegte sich bei Ackerland von rund 14.700 Euro/ha beim Kauf durch Nebenerwerbslandwirte über 17.100 Euro/ha bei Haupterwerbslandwirten bis auf 17.600 Euro/ha bei Nichtlandwirten. Bei Grünland entsprechend von 9.800 Euro/ha über 12.400 Euro/ha bis auf 16.800 Euro/ha. Die von Nichtlandwirten bezahlten relativ hohen Preise hängen möglicherweise damit zusammen, dass hier längerfristig doch mit Umwandlungen der landwirtschaftlichen Flächen in andere Nutzungsarten gerechnet wird.

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