19. Juli 2006

Niedersachsen: Energiepflanzen binden Fläche

Hannover (agrar.de) – Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2006 stehen auf den 1,85 Mio. ha Ackerfläche in Niedersachsen in diesem Jahr zu 54 Prozent Getreide (999.300 ha), einschließlich Körnermais und Corn-Cob-Mix. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, finden sich auf den weiteren Rängen 20 Prozent Futterfeldfrüchte (365.800 ha), 11 Prozent Hackfrüchte (207.100 ha), 7 Prozent Ölfrüchte (134.400 ha) und 6 Prozent Brachflächen (109.400 ha).

Insbesondere Energiepflanzen haben zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen. Silomais, schon bisher die wichtigste Futterpflanze, gewinnt für die Versorgung der zahlreichen Biogasanlagen weiter an Bedeutung und erfährt einen Flächenzuwachs von fast 11 Prozent auf 299.200 ha. Die Anbaufläche von Winterraps wächst um knapp 12 Prozent auf 128.700 ha. Raps liefert aufgrund seines Reichtums an ungesättigten Fettsäuren nicht nur ein hervorragendes Speiseöl, sondern findet zunehmend Verwendung zur Herstellung von Kraftstoff. Rapsöl kann in speziell umgerüsteten Motoren direkt als Kraftstoff genutzt werden oder es wird zu Rapsmethylester weiterverarbeitet und findet dann als Biodiesel in vielen Dieselfahrzeugen Verwendung.

Trotz des erhöhten Flächenanspruchs der Energiepflanzen ist die gesamte Getreidefläche mit 918.100 ha konstant geblieben. Innerhalb der Getreidearten gibt es aber deutliche Umschichtungen. Am wenigsten betroffen ist noch der Winterweizen, der seine Position als wichtigste Brotgetreideart nach geringem Rückgang um 1,3 Prozent bei 420.400 ha verteidigt. Wintergerste gewinnt deutlich um 17 Prozent und erreicht nach mehreren Jahren mit rückläufiger Tendenz eine Anbaufläche von 212.700 ha, wie zuletzt im Jahr 2000. Wintergerste ist besonders gut als Vorfrucht für Raps geeignet, da sie früh das Feld räumt und den Landwirten mehr Zeit lässt für die nachfolgende Bestellung. Sie trägt damit zu einer Entzerrung der Arbeitsspitzen und zur besseren Auslastung der Mähdruschkapazitäten bei. Roggen nimmt um 6,5 Prozent auf 119.700 ha zu und wird seine Bedeutung insbesondere für die leichten Böden in der Trockenheit dieses Sommers sicher unter Beweis stellen können. Der Anbau von Triticale sinkt um knapp 17 Prozent auf 80.000 ha, den niedrigsten Wert seit 6 Jahren. Sommergerste weist erneut einen starken Rückgang auf. Ihre Anbaufläche geht um 17 Prozent auf 59.300 ha zurück, die geringste Anbaufläche seit über 40 Jahren. Die Flächenreduktion ist auf die unbefriedigenden Braugerstenpreise der vergangenen Jahre zurückzuführen und auf die ungünstigen Bedingungen bei der Frühjahrsbestellung.

Die Ausdehnung bei den Energiepflanzen geht in diesem Jahr zu Lasten der Brachflächen und der Hackfrüchte. Brache geht um über 12 Prozent auf 109.400 ha zurück. Ihr Anteil an der Ackerfläche beträgt damit nur noch knapp 6 Prozent. Die Zuckerrübenanbaufläche sinkt als Anpassung an die neue Marktordnung drastisch um fast 18 Prozent auf 86.600 ha und erreicht einen neuen Tiefpunkt. Die Anbaufläche von Kartoffeln wird trotz der akzeptablen Preise der vergangenen Saison um weitere 4 Prozent auf 119.000 ha reduziert, so dass Qualitätsware am Markt durchaus knapp werden könnte.

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18. Juli 2006

Mecklenburg-Vorpommern: Getreide- und Rapsernte auf dem Niveau des Vorjahres

Themen: Archiv — info @ 15:07

Schwerin (agrar.de) – Erste Vorschätzungen zur diesjährigen Getreide- und Rapsernte aus allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns liegen jetzt im Statistischen Amt vor. Demnach erwarten die Landwirte eine durchschnittlich gute Getreideernte. Bei voraussichtlichen Hektarerträgen von 69 Dezitonnen wird sich die Gesamterntemenge auf nicht ganz 4 Millionen Tonnen belaufen.

Winterraps, der besonders durch den Rapsglanzkäfer geschädigt wurde, wird bei einem Ertrag von fast 39 Dezitonnen pro Hektar eine Ernte von rund 0,9 Millionen Tonnen bringen.

Regional recht unterschiedliche und vielerorts zu geringe Niederschläge im Mai und Juni beeinträchtigten die Ertragsbildung bei Getreide und Raps, was sich in den ersten Ernteschätzungen widerspiegelt.

Für Winterweizen, der in diesem Jahr auf 58 Prozent der Getreidefläche wächst, wird ein voraussichtlicher Hektarertrag von 74 Dezitonnen geschätzt (Ist 2005: 75,4 Dezitonnen; mehrjähriger Durchschnitt: 72,9 Dezitonnen). Die avisierte Hektarleistung bei Roggen liegt mit 53 Dezitonnen beträchtlich über dem des Vorjahres (47,5 Dezitonnen), verfehlt aber den Durchschnitt von 56,5 Dezitonnen.

Bei Wintergerste liegt die erste Schätzung mit 68 Dezitonnen pro Hektar sowohl auf dem Niveau des Vorjahres (68,9 Dezitonnen) als auch des sechsjährigen Mittels (68,3 Dezitonnen). Überdurchschnittliche Ertragsaussichten sehen die Landwirte mit 50 Dezitonnen bei Sommergerste (Mittelwert: 47,0 Dezitonnen). Bei Hafer dürfte die niedrige Hektarleistung von 2005 (42,9 Dezitonnen) in diesem Jahr überschritten werden (46 Dezitonnen). Für Triticale weist die Erntevorschätzung 58 Dezitonnen aus.

Für alle Getreidearten, vorerst außer Körnermais und CCM, ergibt sich aus den ersten Schätzungen ein durchschnittlicher Ertrag von 69 Dezitonnen pro Hektar, der dem Ergebnis des Vorjahres entspricht (gleichfalls 69,0 Dezitonnen), den mehrjährigen Durchschnitt (67,5 Dezitonnen) jedoch übertrifft. Unter Berücksichtigung der gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 571.400 Hektar verringerten Anbaufläche wird demzufolge eine Getreideernte von knapp 4 Millionen Tonnen erwartet (Vorjahr: 4,05 Millionen Tonnen).

Das massenhafte Auftreten des Rapsglanzkäfers und die durch ihn verursachten Schäden, aber auch stärkere Auswinterungsverluste als ursprünglich angenommen, trugen dazu bei, dass in diesem Jahr wieder mit einem durchschnittlichen Ertrag von rund 39 Dezitonnen pro Hektar bei Winterraps gerechnet werden kann (2005: 38,7 Dezitonnen). Der Rekordertrag von 2004 mit 45,2 Dezitonnen wird damit nicht erreicht. Durch die größte bisher ausgewiesene Anbaufläche von 241 600 Hektar (+ 3,5 Prozent zum Vorjahr) wird jedoch die Gesamternte an Raps bei 0,9 Millionen Tonnen liegen (Vorjahr: gleichfalls 0,9 Millionen Tonnen; 2004: 1,06 Millionen Tonnen).

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DBV: Cross Compliance darf nicht zur Schikane ausarten

Themen: Archiv — info @ 15:07

Verband fordert weitere Vereinfachungen bei Cross Compliance

Berlin (agrar.de) – Cross Compliance darf nicht zur Schikane ausarten. Es müssen dringend Fortschritte bei der Vereinfachung erreicht werden, um den bürokratischen Aufwand in Grenzen zu halten. Um dies zu erreichen, sollte nicht zuletzt die deutsche Ratspräsidentschaft im Jahr 2007 genutzt werden, erklärte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverband (DBV), Dr. Helmut Born, in einem Schreiben an den Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann. Die unterstützenswerten Ankündigungen von Bundesminister Horst Seehofer auf der DBV-Mitgliederversammlung müssten jetzt durch konkrete Vereinfachungsvorschläge untermauert werden.

In seinem Schreiben forderte Born eine Prüfung, inwieweit eine Beschränkung auf systematische Kontrollen im Rahmen des Zahlstellenmodells der Vereinfachung von Cross Compliance dienlich sein könnte. Ziel müsse der Abbau bzw. die erhebliche Reduzierung des bürokratischen Aufwands sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für die Kontrollbehörden sein. Der DBV werde dies positiv begleiten, aber auch einfordern, erklärte Born. Die bereits erreichten Vereinfachungen bei der Kontrolle der Hygienevorschriften sollten Ermutigung sein, bei der EU-Kommission beharrlich weitere Änderungen einzufordern, erklärte Born.

Im Detail unterstütze der DBV die Ankündigung, das Verhältnismäßigkeitsprinzip bei der Rinderkennzeichnung anzuwenden ebenso wie die Einführung von Bagatellregelungen. Ebenso stimme der DBV zu, dass zukünftig die Kontrollen angekündigt werden müssten. Dies müsse vergleichbar mit der Anmeldung bei einer Steuerprüfung gehandhabt werden. Der Bauernverband fordere zudem bereits seit längerem, dass der Kontrollumfang auf die nach der EU-Verordnung erforderlichen 1 Prozent der Betriebe reduziert werde und auch die Notwendigkeit von Cross Checks hinterfragt werde. Zusätzlich müsse im Rahmen von Cross Compliance der Einstieg in Flaschenhalskontrollen vorangetrieben werden. Der DBV habe diese und weitere Vorschläge bereits in seinem Schwarzbuch zum Bürokratieabbau aufgeführt, stellte Born fest.

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Struktur der Landwirtschaft in Polen

Themen: Archiv — info @ 12:07

52 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche und 60 Prozent des Viehbestands in Betrieben mit weniger als 20 ha

Brüssel (agrar.de) – Im Juni 2005 gab es nach Mitteilung von Eurostat in Polen etwa 1.082.700 landwirtschaftliche Betriebe mit einer wirtschaftlichen Größe von wenigstens 1 Europäischen Größeneinheit (EGE).

– Diese Betriebe beschäftigten 1,7 Millionen JAE (Jahresarbeitseinheiten),was 1,7 Millionen Vollbeschäftigten entspricht; – sie bewirtschafteten eine landwirtschaftliche Fläche von etwa 13,1 Mio ha, durchschnittlich also 12,1 ha pro Betrieb (gegenüber 12,2 ha in 2002).

Von diesen 1.082.700 Betrieben

– beschäftigten 27 Prozent weniger als eine JAE, während 30 Prozent der Betriebe 2 oder mehr JAE beschäftigten; – bewirtschafteten 35 Prozent weniger als 5 ha, 2 Prozent eine Fläche von 50 ha oder mehr; – entsprechend ihrer hauptbetriebswirtschaftlichen Ausrichtung waren 14 Prozent der Betriebe Ackerbau – Weideviehverbundbetriebe, 12 Prozent Pflanzenbauverbundbetriebe, 11 Prozent Viehhaltungsverbundbetriebe – Teilausrichtung Veredlung (Schweine und Geflügel), 11 Prozent kombinierten Pflanzenbau-Viehhaltung und bei 9 Prozent handelte es sich um Viehhaltungsverbundbetriebe – Teilausrichtung Weidevieh; – lagen 51 Prozent der landwirtschaftliche Fläche in benachteiligen oder Berggebieten; – produzierten 21 Prozent hauptsächlich für den Eigenverbrauch; – erhielten 6 Prozent direkte Investitionsbeihilfen.

Von den 1.079.400 alleinigen Betriebsinhabern waren:

– 22 Prozent Frauen – 21 Prozent mindestens 55 Jahre alt und nur 18 Prozent jünger als 35 Jahre; – 29 Prozent hatten eine außerbetriebliche Tätigkeit als Hauptberuf.

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Ernteaussichten in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 11:07

Niedrigere Getreideernte wegen Anbaueinschränkung erwartet

Kiel (agrar.de) – Das Statistikamt Nord erwartet für Schleswig-Holstein eine Getreideernte von 2,6 Mio. Tonnen (t). Dies wären sechs Prozent oder 180.000 t weniger als im Vorjahr und elf Prozent oder 332.000 t weniger als im Spitzenjahr 2001. 1,9 Mio. t entfallen voraussichtlich auf die Brotgetreidearten (Weizen, Roggen) und 0,8 Mio. t auf die Futtergetreidearten (Gerste, Hafer, Triticale). Allein 1,7 Mio. t oder 65 Prozent der Getreideernte dürfte der Winterweizen, die mit 194.000 ha flächenstärkste Getreideart, erbringen. Die Getreidefläche wurde um 14.000 ha auf 317.000 ha eingeschränkt. Die Aussaatbedingungen im Herbst 2005 waren gut, es konnten 296.000 ha mit Wintergetreide bestellt werden. Dies ist ein Rückgang um 4.000 ha. Auch die Fläche mit Sommergetreide wurde um 10.000 ha auf 21.000 ha eingeschränkt.

Geringe Auswinterungsschäden trotz des langen, strengen Winters sowie die kühle und trockene Witterung im Frühjahr ermöglichten – abgesehen von sehr leichten Standorten – eine überwiegend gute Entwicklung der Getreidebestände. Starke Hitze in den letzten Wochen führte beim Getreide zu einem Wachstumsstillstand und vereinzelt zu verfrühter Abreife.

Die Rapsernte (einschl. Anbau als nachwachsender Rohstoff) wird auf 442.000 t geschätzt. Bei einer Anbauausweitung auf 112.000 ha wird die Erntemenge trotz Schäden durch den Rapsglanzkäfer voraussichtlich über der des Vorjahres liegen.

Da Kornbildung und Ernteverluste entscheidend von dem weiteren Witterungsverlauf (Niederschlagsverteilung, Sonneneinstrahlung) bis zum Erntezeitpunkt abhängen, kann die endgültige Erntemenge an Getreide und Raps noch mehr oder minder von dieser ersten Schätzung abweichen. Die Ergebnisse beruhen auf den Ertragsschätzungen der amtlichen Ernteberichterstatter von Ende Juni und den vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung im Mai.

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Nordrhein-Westfalen: Mehr Schweine, Rinder und Kälber geschlachtet

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 10:07

Düsseldorf (agrar.de) – Im Mai 2006 wurden in den nordrhein-westfälischen Schlachthöfen etwa 1,3 Millionen Tiere inländischer Herkunft geschlachtet, darunter 1,25 Millionen Schweine, 37.900 Rinder und 14.100 Kälber. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, war dabei die Zahl der geschlachteten Schweine um 8,8 Prozent höher als im Vormonat und um 4,9 Prozent höher als zwölf Monate zuvor. Auch die Zahl der geschlachteten Rinder (+15,2 Prozent bzw. +3,5 Prozent) und Kälber (+16,3 Prozent bzw. +3,1 Prozent) stieg im Vergleich zum Vormonat bzw. Vorjahresmonat an. Insgesamt wurden in den NRW-Schlachthöfen nahezu 135 700 Tonnen Fleisch erzeugt, das waren 11,0 Prozent mehr als im Vormonat und 5,6 Prozent mehr als im Mai 2005. Die Zahl der Hausschlachtungen war im Mai 2006 mit 2 072 um 17,5 Prozent niedriger als im Vormonat; u. a. wurden 522 Schweine, 265 Rinder und 1.222 Schafe geschlachtet.

Im langfristigen Vergleich ist die Zahl der gewerblichen Schlachtungen von Schweinen inländischer Herkunft von über 12,1 Millionen im Jahre 2000 auf über 14,0 Millionen Tiere im Jahre 2005 angestiegen. Die Zahl der geschlachteten Rinder (584.600) und Kälber (186.000) verringerte sich währenddessen um über 13 Prozent. Gesunken ist auch die Zahl der Hausschlachtungen sie lag im Jahr 2005 bei insgesamt 36.400 (-33,7 Prozent). Mit 19.700 geschlachteten Tieren hat sich der Anteil der Schafe bei den Hausschlachtungen auf über 54 Prozent erhöht.

Die gewerblichen Schlachtungen von Tieren aus dem Ausland konnten gegenüber dem Jahr 2000 z. T. erheblich gesteigert werden: Im vergangenen Jahr wurden in den nordrhein-westfälischen Schlachtbetrieben 10.300 Rinder (+990 Prozent), 17.000 Kälber (+1.191 Prozent) und über 2,1 Millionen Schweine (+69 Prozent) geschlachtet.

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Flächen für die Landwirtschaft nehmen weiter ab

Themen: Archiv,Saarland — info @ 09:07

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wiesen die Gemeinden in Deutschland im Jahr 2004 rund 554 km² mehr Baufläche (+ 2,0 Prozent) aus als 2000. Dies geht aus den vorläufigen Ergebnissen der Flächenerhebung zum 31.12.2004 hervor, die Auskunft über die in den kommunalen Flächennutzungsplänen dokumentierten langfristigen Planungsabsichten der Gemeinden gibt. In den Flächennutzungsplänen sind ohne Differenzierung sowohl die bereits existierende als auch die für die Zukunft geplante Flächennutzung nachgewiesen.

‚Bauflächen‘ und ‚versiegelte Flächen‘ dürften allerdings nicht gleichgesetzt werden, so das Statistikamt: Die Bauflächen umfassen auch einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Flächen wie zum Beispiel Hausgärten.

Die ausgewiesene Fläche für den überörtlichen Verkehr und die örtlichen Hauptverkehrsstraßen in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden hat von 2000 bis 2004 geringfügig um 20 km² oder 0,3 Prozent zugenommen, die Planzahl für die Grünflächen erhöhte sich um 156 km² oder 2,1 Prozent. Die ausgewiesenen Flächen für die Landwirtschaft nahmen dagegen um 1.366 km² oder 0,7 Prozent ab, während die Flächen für die Forstwirtschaft um 381 km² oder 0,4 Prozent zunahmen. Darüber hinaus ist auch ein Zuwachs bei den Wasserflächen (+ 105 km² oder + 1,6 Prozent) zu verzeichnen. Insgesamt halten damit die seit Beginn der vierjährlichen Erhebung im Jahre 1989 im früheren Bundesgebiet bei den Planungsabsichten der Gemeinden beobachteten Trends an.

Die Struktur der geplanten Flächenverwendung ergibt zum 31.12.2004 folgendes Bild:

27.623 km² oder 7,7 Prozent der Bodenfläche Deutschlands (357.058 km²) sind für Bauflächen vorgesehen. Der Anteil dieser Bauflächen liegt in den Stadtstaaten Berlin (45,7 Prozent), Hamburg (42,0 Prozent) und Bremen (41,3 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern reicht die Spanne des Bauflächenanteils von 4,2 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 14,4 Prozent im Saarland.

Die in den Flächennutzungsplänen ausgewiesenen Flächen für den überörtlichen Verkehr und die örtlichen Hauptverkehrsstraßen nehmen 7.639 km² oder 2,1 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ein. Sieht man von den Stadtstaaten ab, so reichen hier die Anteile an der Bodenfläche von 1,7 Prozent in Bayern bis 3,5 Prozent in Hessen.

Die ausgewiesenen Grünflächen bedecken 7.683 km² oder 2,2 Prozent der Bodenfläche Deutschlands. Der Anteil dieser Grünflächen ist in den Stadtstaaten Berlin (17,0 Prozent), Bremen (13,4 Prozent) und Hamburg (11,5 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern reicht die Spanne des Grünflächenanteils von 1,4 Prozent in Bayern bis 4,1 Prozent in Sachsen.

Die Flächen für die Landwirtschaft nehmen in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden 191.124 km² oder 53,5 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ein, die Flächen für die Forstwirtschaft 105.398 km² oder 29,5 Prozent.

Als Wasserflächen sind 6.758 km² oder 1,9 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ausgewiesen. Betrachtet man die Binnenländer, so sind die Wasserflächen in Bayern (1.145 km²) am größten, gefolgt von Brandenburg (865 km²) und Nordrhein-Westfalen (468 km²).

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17. Juli 2006

Baden-Württemberg: Weniger Getreideanbaufläche

Themen: Archiv — info @ 14:07

Anbau von Sommergetreide sinkt in der Gunst der Erzeuger

Stuttgart (agrar.de) – Nach den unmittelbar im Vorfeld der anstehenden Ernte im Land aktuell vorliegenden Ergebnissen der repräsentativen Bodennutzungshaupterhebung 2006 nahm die Ackerfläche im Südwesten im Vorjahresvergleich um 8.900 Hektar (ha) deutlich auf 829.800 ha ab (- 1,1 Prozent). Etwa zwei Drittel der Ackerläche sind mit Getreide bestellt (541.600 ha). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang der Getreideanbaufläche um 8.400 ha (- 1,5 Prozent). Nach Feststellung des Statistischen Landesamts sind auch zur diesjährigen Ernte wie in den Vorjahren Winterweizen mit (209.600 ha), Wintergerste (100.500 ha), Sommergerste (82.900 ha) und Körnermais (61.600 ha) die dominierenden Getreide-Fruchtarten im Südwesten. Fast 84 Prozent der Getreideanbaufläche bzw. rund 55 Prozent der gesamten Ackerfläche des Landes sind mit diesen Fruchtarten bestellt.

Die Anbaufläche des überwiegend als Brotgetreide angebauten Winterweizens, der als anbaustärkste Frucht auf einem Viertel der Ackerfläche steht, legte im aktuellen Anbaujahr um 4.800 ha zu (2,4 Prozent) und übertrifft leicht den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2002. Demgegenüber nahm die Anbaufläche der überwiegend zur Futterverwendung vorgesehenen Wintergerste um 300 ha moderat ab (- 0,3 Prozent). Der Anbau von Sommergerste, die vor allem als Braugerste verwendet wird, ging bereits das dritte Jahr in Folge zurück. Mit einem Anbaurückgang um 9.100 ha fiel das Minus diesmal allerdings besonders kräftig aus (- 9,9 Prozent). Auch beim Körnermais kam es erneut zu Anbaueinschränkungen. Die Anbaufläche nahm hier um 3.100 ha ab (- 4,8 Prozent).

Generell ist festzustellen, dass im Land selten so wenig Sommergetreide wie in diesem Frühjahr ausgebracht wurde. Ausschlaggebend könnten insbesondere bei der Braugerste die niedrigen Erzeugerpreise gewesen sein. Bei schwacher Marktlage und stagnierenden Preisen dürfte bei vielen Landwirten eine Umorientierung hin zum Anbau von Wintergetreide und Raps eingetreten sein. Seit längerer Zeit hat Hafer (30.900 ha) in der Gunst der Erzeuger bereits deutlich an Bedeutung verloren. Im Vergleich zum Vorjahr erfolgte eine weitere kräftige Einschränkung um 2.900 ha (- 8,7 Prozent). Der Sommerweizenanbau verzeichnete gleichfalls einen Anbaurückgang von 2.900 ha (- 37,8 Prozent).

Weiter im Aufwärtstrend liegt dagegen der Anbau von Winterraps (68.500 ha), allerdings fiel hier die Ausweitung der Anbaufläche (1.000 ha oder 1,5 Prozent) bei weitem nicht mehr so stark aus wie noch im Jahr zuvor. Winterraps steht damit auf über 8 Prozent der Ackerfläche. Neben den günstigen Fruchtfolgeeigenschaften dürfte die gute Marktsituation für diesen nachwachsenden Rohstoff, der unter anderem im Biodieselbereich eine Absatzmöglichkeit bietet, eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Die bereits in den letzten Jahren zu beobachtende starke Flächenausweitung beim Anbau von Futterpflanzen hält weiter an. Im Vorjahresvergleich stieg die Futterpflanzenanbaufläche im Land um 5.400 ha (4,6 Prozent). Futterpflanzen stehen damit auf 123.100 ha oder auf fast 15 Prozent der Ackerfläche. Im Wesentlichen wird diese Entwicklung durch den expandierenden Silomaisanbau geprägt. Silomais wird vor allem von Rindermastbetrieben angebaut. Er gewinnt aber zunehmend als Energiepflanze für den wachsenden Markt der Bioenergiegewinnung an Bedeutung. Seine Anbaufläche nahm im Vergleich zum Vorjahr um 4.500 ha (6 Prozent) auf 79.900 ha zu. Silomais steht damit inzwischen auf fast 10 Prozent der Ackerfläche.

Die Stilllegungs- und Brachflächen, die mit insgesamt 45.300 ha beinahe 6 Prozent der Ackerlandfläche im Südwesten einnehmen, gingen im Vergleich zum Vorjahr um 2.300 ha zurück (4,7 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg: Schweinebestand leicht rückläufig

Themen: Archiv — info @ 12:07

Ferkel- und Zuchtschweinehaltung verlieren immer mehr an Bedeutung

Stuttgart (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der repräsentativen Viehbestandserhebung 2006 (Stichtag 3. Mai) standen knapp 2,242 Millionen Schweine in den Ställen der baden-württembergischen Schweinehalter. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes sind damit die Schweinebestände binnen Jahresfrist um moderate 0,6 Prozent oder 14.500 Tiere gesunken. Im Jahr 2005 war hingegen noch eine kräftige Bestandszunahme zu verzeichenen gewesen (3,6 Prozent). Der aktuelle Schweinebestand entspricht etwa dem Bestandsniveau im Jahr 2000. Die seit Jahren rückläufige Entwicklung der Betriebszahlen in der Schweinehaltung hält unvermindert an. Insgesamt gibt es noch 12.200 Schweine haltende Betriebe im Südwesten, das sind 7,4 Prozent oder 1.000 Betriebe weniger als im Vorjahr (zum Vergleich in 2000: 19.200). Die Zahl der Betriebe, die auschließlich oder zumindest teilweise dem Betriebszweig der Zuchtsauenhaltung zuzurechnen sind, reduzierte sich um 100 auf nunmehr 4.100 Betriebe (- 3 Prozent).

Der aktuelle Rückgang im Schweinbestand wird maßgeblich bestimmt durch Abnahmen bei der Ferkelproduktion und im Zuchtschweinebereich. Der Ferkelbestand (751.100), der ein Drittel des gesamten Schweinebestandes im Land ausmacht, ging 2006 bereits das vierte Jahr in Folge zurück, und zwar um 11.000 Tiere (- 1,4 Prozent). Hier dürfte der anhaltende Importdruck aus den auf Ferkelzucht spezialisierten Ländern wie Dänemark und Niederlande eine nicht unwesentliche Rolle spielen. An auschließlich der Reproduktion dienenden Zuchtschweinen (281.500) standen zum Zählungsstichtag 6.000 Tiere weniger in den heimischen Ställen als im Vorjahr (- 2,1 Prozent). Die Bestände an Ferkel und Zuchtschweinen erreichen in 2006 jeweils neue Tiefststände. Im langjährigen Vergleich verlieren beide zunehmend an Bedeutung zugunsten des Mastschweinbereiches und der Haltung von Jungschweinen (20 bis unter 50 kg Lebendgewicht). Nach der käftigen Ausweitung im Vorjahr stieg der Bestand an Mastschweinen (698.400) in 2006 nur noch geringfügig an (0,1 Prozent). Auch bei den Jungschweinen (511.400) fiel die Bestandsausweitung relativ verhalten aus (0,3 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Nutzung der Ackerflächen in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 11:07

Abnahme beim Winterweizen, Silomaisflächen mehr als 106.000 ha

Kiel (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung im Mai 2006 werden in Schleswig-Holstein auf 643.000 ha Ackerfläche 456.000 ha Marktfrüchte angebaut – und zwar 317.000 ha Getreide, 113.000 ha Ölfrüchte, 2.100 ha Hülsenfrüchte, 16.000 ha Hackfrüchte sowie 8.000 ha Gemüse und Erdbeeren. Auf weiteren 154.000 ha werden Futterfeldfrüchte (z. B. Silomais, Ackergras) angebaut. 31.000 ha werden als Brachflächen gehalten.

Wie das Statistikamt Nord mitteilt, nahm die Getreidefläche in Jahresfrist um vier Prozent ab und erreicht einen Anteil von 49 Prozent an der Ackerfläche. Der Winterweizen konnte mit einer Anbaufläche von 194.000 ha seine dominante Stellung unter den Getreidearten behaupten. Die Wintergerstenfläche erhöhte sich auf 73.000 ha (plus 35 Prozent). Der Anbau von Triticale hingegen ging um 39 Prozent auf 10.500 ha zurück, ebenso wie der Sommergerstenanbau (um 36 Prozent auf 9.500 ha). Die Roggenanbaufläche hingegen wurde um fünf Prozent auf 18.500 ha ausgeweitet.

18 Prozent der Ackerfläche sind mit Ölfrüchten bestellt, dabei erreichte die Fläche mit Winterraps (einschl. Anbau als nachwachsender Rohstoff) 111.000 ha. Bei den Hackfrüchten ist eine leichte Abnahme der Kartoffelanbaufläche (minus 0,5 Prozent) auf 5.500 ha und bei der Zuckerrübenfläche eine starke Abnahme auf 10.000 ha (minus 18 Prozent) zu verzeichnen. Der Anbau von Gemüse und Erdbeeren nahm gegenüber 2005 um acht Prozent zu. Der Ackerfutterbau wurde um fünf Prozent auf 154.000 ha ausgeweitet; sein Anteil an der Ackerfläche beträgt 24 Prozent. Die Fläche mit Silomais stieg um vier Prozent auf über 106.000 ha, die des Ackergrases stieg um neun Prozent (40.000 ha). Die Brachfläche hat sich gegenüber 2005 um 18 Prozent auf 31.000 ha verringert, ihr Anteil an der Ackerfläche beträgt fünf Prozent. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

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