09. Juni 2006

EuGH in Luxemburg beschließt: Unangemessene Gebühren beim Saatgutnachbau

Themen: Archiv — info @ 15:06

Landwirte-Interessengemeinschaft siegt in Luxemburg

Luxemburg/Lüneburg (agrar.de) – Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) hat in einem aktuellen Urteil in Sachen Nachbauregelung beim Saatgut festgestellt, dass die Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) in Bonn im Auftrag der Deutschen Pflanzenzüchter jahrelang vielen Bauern unangemessene Nachbaugebühren in Rechnung gestellt und überhöhte Beträge kassiert hat. Drei Bauern aus Niedersachsen, alle Mitglieder der bundesweiten ‚Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren‘ (IG Nachbau), hatten sich geweigert, 80 Prozent der Züchterlizenzgebühren für den Saatgut-Nachbau zu zahlen. Sie waren daraufhin von der STV verklagt worden. Das Oberlandesgericht Braunschweig hatte den Landwirten Recht gegeben. Die Saatgut-Treuhand hatte den Bundesgerichtshof in Karlsruhe angerufen, der die Frage nach der angemessenen Höhe der Nachbaugebühren dem EuGH in Luxemburg vorgelegt hat.

In dem Urteil der Europäischen Richter sehen sich die Anwälte der Interessengemeinschaft, Rechtsanwalt Dr. Matthias Miersch aus Hannover und Patentanwalt Dr. Rolf Wilhelms aus München, voll bestätigt: ‚In der EU-Nachbau-Verordnung wird von der Notwendigkeit einer angemessenen Entschädigung für die Sortenschutzinhaber ausgegangen, die jetzt auf keinen Fall bei 80 Prozent der Lizenzgebühren angesiedelt ist‘, so die Anwälte. Auch der EuGH-Generalanwalt hatte im Februar dieses Jahres die 50 Prozent-Höhe als verbindlichen Wert vorgeschlagen. ‚Der Beschluss ist ein ganz wichtiger Sieg für die Bauern und für unsere Solidargemeinschaft. Und es ist eine schallende Ohrfeige für die Pflanzenzüchter und den Deutschen Bauernverband, die sich in den 90iger Jahren auf dieses Gebührenmodell gemeinsam verständigt haben. Wir werden jetzt die Rückzahlung der zuviel gezahlten Beträge in Ruhe prüfen‘, so Georg Janßen in Lüneburg, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Geschäftsführer der IG Nachbau. ‚Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin wird bei der geplanten Überprüfung des Nachbaurechts nicht an den Urteilen des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe und des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg vorbei gehen können‘, so Janßen.

Seit 1999 gibt es erhebliche Auseinandersetzungen zwischen Pflanzenzüchtern und Bauern um die Auskunftspflicht über ihren An- und Nachbau von Ackerfrüchten sowie über die Erhebung der Nachbaugebühren, die die Bauern jedes Jahr für ihren Saatgutnachbau entrichten sollen. Die IG Nachbau hat bislang fünf Klageverfahren vor dem Bundesgerichtshof und vier Klageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof erfolgreich bestritten.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Saatgut und Züchter.

08. Juni 2006

Thüringen: 444 landwirtschaftliche Betriebe mit Gartenbauerzeugnissen

Themen: Archiv — info @ 13:06

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen gab es nach den Ergebnissen der im Mai 2005 durchgeführten Gartenbauerhebung 444 landwirtschaftliche Betriebe, die Gartenbauerzeugnisse zu Erwerbszwecken herstellten. 336 bzw. mehr als drei Viertel dieser Betriebe mit Erwerbszweck waren Einzelunternehmen. Weitere 44 Betriebe Personengesellschaften und 64 in der Hand einer juristischen Person, so das Statistische Landesamt.

Die Betriebe bewirtschafteten insgesamt 4.950 Hektar gärtnerische Nutzfläche. Der Anbau von Gartenbauerzeugnissen erfolgte auf 4.872 Hektar Freiland- und 78 Hektar Gewächshausflächen. 2.526 Hektar der gärtnerischen Nutzfläche im Freiland wurden für den Anbau von Baumobst und 197 Hektar für Strauchbeerenobst genutzt. Für den Anbau von Gemüse und Erdbeeren wurden 1.787 Hektar, für Baumschulkulturen 220 Hektar, für Blumen und Zierpflanzen 53 Hektar und für Gartenbausämereien 89 Hektar verbraucht. In den Gewächshäusern wurden knapp 74 Hektar (95 Prozent der Grundflächen insgesamt) für die Gemüse- und Zierpflanzenproduktion verwendet.

Die Betriebe beschäftigten insgesamt 6.205 Arbeitskräfte. 1.156 Personen (darunter 60 Prozent Familienarbeitskräfte) waren in Einzelunternehmen beschäftigt. In den Personengesellschaften waren 1.119 Personen und in den Betrieben der Rechtsform einer juristischen Person 3.530 Arbeitskräfte tätig. 2.694 Personen bzw. 43 Prozent waren ständig beschäftigt. Mit 3.511 Personen zählte der überwiegende Teil der Beschäftigten zu den Saisonarbeitskräften. Den höchsten Anteil an Saisonkräften beschäftigten die Personengesellschaften (77,3 Prozent der Beschäftigten insgesamt), gefolgt von den Betrieben in der Hand einer juristischen Person (63,6 Prozent). In Einzelunternehmen wurde jede vierte Arbeitskraft (25,7 Prozent) zur Bewältigung von Arbeitspitzen eingestellt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 10:06

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 640 angebotenen Schweinen 640 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,65 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,65 Euro bis 1,65 Euro. Es wurden vier Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

07. Juni 2006

Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke im Land Brandenburg

Themen: Archiv — info @ 15:06

Potsdam (agrar.de) – Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, wurden im Jahr 2005 insgesamt 3.662 Verkaufsfälle für landwirtschaftliche Grundstücke mit einer umgesetzten Fläche von 18.943 Hektar registriert. Es wurde ein durchschnittlicher Kaufwert von 2.514 Euro je Hektar ermittelt.

Über 96 Prozent der verkauften Gesamtfläche war landwirtschaftliche Nutzfläche, für die ein Kaufwert von 2.599 Euro je Hektar ermittelt wurde. Im Durchschnitt wurden 5 Hektar landwirtschaftlicher Fläche je Verkaufsfall veräußert. Es wechselten überwiegend Grundstücke ohne Gebäude und Inventar den Eigentümer.

Die erzielten Kaufwerte sind in den Landkreisen sehr differenziert: Überdurchschnittliche Veräußerungswerte wurden insbesondere in den Landkreisen Oberhavel, Uckermark, Märkisch-Oderland und Havelland ermittelt. Weit unter dem Landesdurchschnitt lagen die erzielten Kaufwerte in den südlichen Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Teltow-Fläming. Die umgesetzte landwirtschaftliche Fläche je Veräußerungsfall war in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Havelland und Prignitz am höchsten.

Durch die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH wurden 129 begünstigte Verkäufe von landwirtschaftlichen Flächen ohne Gebäude und Inventar im Jahr 2005 getätigt. 5.340 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden veräußert und ein Kaufwert von 1.490 Euro je Hektar erzielt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

Mecklenburg-Vorpommern: Agrarbericht 2006

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 11:06

Schwerin (agrar.de) – Pünktlich zum Ende der laufenden Legislaturperiode erscheint der Agrarbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern für das Jahr 2005. Für das Ministererium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei stellte Dr. Till Backhaus(SPD) den Bericht am Dienstag im Kabinett vor. Er betont, dass die, im Bericht dargestellten, Ergebnisse der Beleg für eine solide wirtschaftliche Entwicklung im Bereich der Agrarwirtschaft sind.

Das Berichtsjahr war für die Landwirte erstmals mit zahlreichen Neuerungen durch die praktische Umsetzung der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (EU) verbunden. Gravierende Änderungen bei der Produktionsausrichtung durch die Entkopplung der europäischen Direktzahlung sind 2005 noch nicht feststellbar. Im Vorfeld geäußerte Befürchtungen, dass es zu einer großflächigen reinen Landschaftspflege oder Absenkung der Tierproduktion besonders im Milch- und Rindermastbereich kommen würde, haben sich nicht bewahrheitet.

In der landwirtschaftlichen Produktion konnte ein weiterer Leistungszuwachs erreicht werden. ‚Positiv ist weiterhin zu bewerten, dass die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln umfassend gewährleistet wird. Die erreichte Qualität der Produkte ist so gut wie nie zuvor, immer mehr werden Produkte mit hohem Gesundheitswert produziert und der Grundsatz der Nachhaltigkeit ist wesentlicher Bestandteil einer Ressourcen schonenden Produktion geworden‘, unterstreicht Minister Backhaus.

Themenschwerpunkte in diesem Berichtsjahr sind unter anderem die Ernährungswirtschaft, die Wald und Forstwirtschaft, die Fischerei, sowie Berufs- und Weiterbildung.

Struktur der Landwirtschaft

– In M-V wirtschafteten 5.151 landwirtschaftliche Betriebe, 4.348 in der Rechtsform natürlicher und 803 in der Rechtsform juristischer Personen. – Die Entwicklung der Anzahl der Betriebe im Vergleich zu 2003 ist annähernd stabil – Rückgang um 1,5 Prozent, in Deutschland ging die Zahl der Betriebe seit 2003 um 2,8 Prozent jährlich zurück. – Die durchschnittliche Betriebsgröße betrug 2005 in MV 264 ha (D = rd. 46 ha), grundlegende strukturelle Veränderungen der landwirtschaftlichen Betriebe sind nicht erkennbar. – Rückläufige Betriebszahlen bei gleichem Flächenumfang führen zum Flächenzuwachs der Betriebe.

Arbeitskräfte

2005 beschäftigte die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern 21.651 Arbeitskräfte, davon waren 14.362 vollbeschäftigt. Die Verringerung der in der Landwirtschaft ständig beschäftigten Arbeitskräfte im Vergleich zu 2003 um 5 Prozent hat folgende Gründe: – Erhöhung der Anzahl der Saisonarbeitskräfte (+4 Prozent) auf 7.013 Personen, – hohe Grad der Mechanisierung der Landwirtschaft, – Rückgang der Rinder- und Milchkuhbestände seit 2003 um rund 6 Prozent.

Pflanzliche Produktion

– Entwicklung der landwirtschaftlich genutzten Fläche 2005 im Vergleich zum Vorjahr annähernd stabil – Ernteerträge lagen im Berichtsjahr im Mittel der letzten fünf Jahre – Winterraps 38,7 dt/ha, +/- 0 Prozent zum Durchschnitt im Zeitraum 99/04, Deutschland + 9,6 Prozent – Getreide ges. 69,0 dt/ha, +1,5 Prozent zum Durchschnitt im Zeitraum 99/04, Deutschland + 1,9 Prozent – Silomais 368,2 dt/ha, +/- 0 Prozent zum Durchschnitt im Zeitraum 99/04, Deutschland + 4,9 Prozent – Trockenheitsphasen im Frühjahr und Sommer sowie Spätfrostschäden führten zu Ertragsausfall.

Tierproduktion

– Verringerung des Rinderbestandes zum Vorjahr um 3 Prozent auf 526.300 Tiere, Fortsetzung des negativen Trends der letzten Jahre, Deutschland – 1,9 Prozent – Anzahl der Milchkühe verringerte sich proportional zum Rinderbestand um gleichfalls 3 Prozent; auf Grund der wachsenden Leistungsentwicklung je Kuh, Deutschland – 1,1 Prozent – Die positive Entwicklung der Milchleistung je Kuh setzte sich auch 2005 fort: mit einer Leistung von 8.354 kg Milch je Kuh (Deutschland = 7.637 kg je Kuh) liegt MV weiter in der Spitze Deutschlands. – Rückgang bei Mutterkühen ungefähr 5 Prozent , allerdings nicht so gravierend wie von den Kritikern befürchtet, – gestiegene Schlachtviehpreise (+13 Prozent zum Vorjahr) führten trotz Bestandsabnahme zur Stabilisierung des Rindfleischmarktes, – Milchpreis liegt für MV derzeit wie im Vorjahr bei nur 26,4 Cent je Kilo.

– MV verzeichnet einen relativ konstanten Schweinebestand in den letzten drei Jahren, 2005 war eine Vergrößerung des Bestandes um 1 Prozent zu verzeichnen (Deutschland + 4,7 Prozent), der Trend der Bestandserweiterung setzt sich fort.

Ökologischer Landbau

– Der ökologische Landbau nutzt 114.096 Hektar, das sind 8,5 Prozent der LF (Bundesdurchschnitt = 4,5 Prozent), ein Flächenzugang von ca. 8.500 ha wurde im Berichtsjahr verzeichnet. Ursache ist die verstärkte Nachfrage des Einzelhandels nach ökologischen Produkten.

Der komplette Agrarbericht ist im Internet abrufbar.

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Rheinland-Pfalz: Landwirtschaftliche Grundstücke im Wert von 25 Millionen Euro verkauft

Themen: Archiv — info @ 09:06

Bad Ems (agrar.de) – Im Jahr 2005 wurden in Rheinland-Pfalz 3.754 Verkäufe von landwirtschaftlichen Grundstücken registriert. Dabei wechselten 2.945 Hektar Acker- und Grünland für 25,2 Millionen Euro den Eigentümer. Der durchschnittliche Kaufwert liegt bei gut 8.500 Euro je Hektar oder 0,85 Euro je Quadratmeter. Das sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 1,5 Prozent mehr als im Jahr 2004. Der Kaufwert für einen Hektar Ackerland lag im Schnitt bei 10.800 Euro, der für Grünland bei 6.300 Euro.

Der Kaufpreis von landwirtschaftlichen Grundstücken wird neben der Nutzungsart und der Lage des Grundstücks insbesondere auch durch die Bodengüte bestimmt. So wurden für einen Hektar gutes Ackerland (Ertragsmesszahl von 60 und mehr) 18.400 Euro bezahlt, während es beim Grünland mit der gleichen Bodengüte nur 8.500 Euro waren. Lag die Ertragsmesszahl zwischen 50 und 60, errechnet sich für das Ackerland ein Kaufwert von gut 11.900 Euro und für das Grünland ein Kaufwert von 7.500 Euro. Bei Flächen mit schlechter Bodengüte (unter 30) wurden für das Ackerland 5.200 Euro und für das Grünland rund 5.300 Euro erlöst.

Unter den Landkreisen wurden die höchsten Kaufwerte je Hektar im Rhein-Pfalz-Kreis (33.000 Euro), im Landkreis Bad Dürkheim (23.900 Euro) und im Landkreis Mainz-Bingen (18.700 Euro) ermittelt. Die niedrigsten Hektarwerte wiesen die Landkreise Birkenfeld (4.100 Euro), Kusel (4.200 Euro) und Bad Kreuznach (4.600 Euro) auf.

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02. Juni 2006

Landwirtschaft in Bayern

Themen: Bayern,Schafe,Statistik — info @ 13:06

München (agrar.de) – Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung anlässlich des Weltbauerntags am 1. Juni 2006 mitteilt, wurden nach der Agrarstrukturerhebung 2005 in Bayern knapp 130.000 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. Sie bewirtschafteten eine landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von 3.248 Millionen Hektar (ha). Die durchschnittliche Betriebsgröße lag damit bei 25,0 ha. Der seit Jahrzehnten feststellbare Strukturwandel in der Landwirtschaft hin zu weniger, dafür aber größeren Betrieben hat sich damit fortgesetzt.

Als Haupterwerbsbetriebe eingestuft wurden 46,1 Prozent der Betriebe. Sie bewirtschafteten rund drei Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Im Durchschnitt verfügten Haupterwerbsbetriebe über 37,9 und Nebenerwerbsbetriebe über 12,8 ha LF. In landwirtschaftlichen Betrieben waren rund 332.000 Personen mit betrieblichen Arbeiten beschäftigt, überwiegend waren dies die Betriebsinhaber und ihre Familienangehörigen.

Von den insgesamt 3,2 Millionen ha LF in Bayern sind knapp zwei Drittel Ackerland und knapp ein Drittel Dauergrünland, etwa 20 000 ha sind Dauerkulturen wie Obstanlagen oder Rebland. Von den etwa 2,1 Millionen ha Ackerland war mit 57,4 Prozent der überwiegende Anteil mit Getreide (einschl. Körnermais) bestellt. Auf 20,5 Prozent des Ackerlands wuchsen Ackerfutterpflanzen, zu denen insbesondere Mais zur Silagegewinnung zählt. Handelsgewächse – zumeist Winterraps – standen auf 8,7 Prozent der Fläche, 5,7 Prozent des Ackerlandes waren mit Hackfrüchten (Kartoffeln, Zuckerrüben) bestellt und 6,0 Prozent waren Stilllegungsflächen. Mit einem Anteil von 0,8 Prozent gleich hoch waren die Flächen, die mit Hülsenfrüchten bzw. mit Gartengewächsen bestellt waren.

Nutztierhaltung betrieben rund 96.100 Einheiten. Insgesamt wurden von 69.800 Rinderhaltern 3,59 Millionen Rinder gehalten, von 25.300 Schweinehaltern 3,71 Millionen Schweine, von 8.000 Schafhaltern 450.100 Schafe und von 29.500 Geflügelhaltern 9,77 Millionen Stück Geflügel.

Der seit Jahrzehnten anhaltende Strukturwandel in der Landwirtschaft hat zu einem Ausscheiden zahlreicher Betriebe aus der Produktion geführt. Deren LF wurde i.d.R. von den weiter bewirtschafteten Betrieben als Pachtfläche übernommen. Zuletzt waren in Bayern rund 45 Prozent der gesamten LF Pachtfläche. Insgesamt bewirtschafteten rund zwei Drittel der Betriebe in Bayern Pachtfläche, zumeist zusätzlich zu ihrer Eigentumsfläche, eher selten als reiner Pachtbetrieb. Auch für die Zukunft ist von einem Rückgang der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe auszugehen. Da sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergleichsweise geringfügig verringern dürfte, wird auch weiterhin die durchschnittliche Betriebsgröße zunehmen.

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Rheinland-Pfalz: Landwirtschaft wird von Familienbetrieben dominiert

Themen: Archiv — info @ 13:06

Personengesellschaften bewirtschaften deutlich größere Flächen

Bad Ems (agrar.de) – Trotz des Trends zu immer größeren landwirtschaftlichen Betrieben wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2005 noch 93 Prozent der 27.300 Betriebe in Rheinland-Pfalz als Familienbetrieb, d. h. als Einzelunternehmen, bewirtschaftet. Mit 1.800 blieb die Zahl der Betriebe, die in Form einer Personengesellschaft geführt wurden, im Jahr 2005 gegenüber 1999 nahezu konstant. Sie wiesen jedoch eine deutliche Zunahme der bewirtschafteten Fläche auf. Mittlerweile werden 90.000 Hektar oder 13 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes (719.000 Hektar) von Personengesellschaften genutzt. Gegenüber 1999 stellt das eine Zunahme von 30 Prozent dar. Diese Betriebe waren darüber hinaus mit durchschnittlich 50 Hektar doppelt so groß wie die Familienbetriebe. Die Landwirte bevorzugen bei der Gründung einer Personengesellschaft die Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Sonstige Rechtsformen, wie zum Beispiel eine GmbH oder Aktiengesellschaft, sind in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft ohne Bedeutung.

Im Jahr 2005 wurden knapp 42 Prozent der Familienbetriebe im Haupterwerb bewirtschaftet. Bundesweit wurden nach den vorläufigen Ergebnissen 44 Prozent der 365.000 Familienbetriebe als Haupterwerbsbetrieb geführt. Seit 1999 nahm der Anteil der Haupterwerbsbetriebe in Rheinland-Pfalz um knapp drei Prozentpunkte zu, da durch den anhaltenden Strukturwandel in der Landwirtschaft verstärkt Nebenerwerbsbetriebe aufgegeben wurden. Größere Unterschiede weisen Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe bei den durchschnittlich bewirtschafteten Flächen auf. Während ein Haupterwerbsbetrieb 2005 im Durchschnitt über 45 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche verfügte, kamen die Nebenerwerbsbetriebe mit 12 Hektar nur auf gut ein Viertel dieser Flächenausstattung.

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01. Juni 2006

Strenger Winter schädigte Wintersaaten in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 16:06

Dresden (agrar.de) – Im Freistaat Sachsen wird in diesem Jahr nach Angaben des Statistischen Landesamtes weniger Getreide, aber mehr Winterraps als 2005 angebaut.

Bei Winterraps (einschließlich Winterraps als nachwachsender Rohstoff) ist eine Erhöhung der Anbaufläche um 7.000 Hektar (sechs Prozent) auf voraussichtlich 128.000 Hektar zu verzeichnen. Die Anbaufläche von Wintergetreide wurde um 14.500 Hektar (vier Pro­zent) auf 323.000 Hektar reduziert. Die mit Sommergetreide bestellte Fläche fällt dagegen größer als im Vorjahr aus. So wurden nach ersten Berechnungen 46.000 Hektar Sommer­gerste gedrillt. Das entspricht einer Ausdehnung der Anbaufläche um fast 2.000 Hektar (vier Pro­zent) gegenüber 2005. Der Kartoffelanbau wird auf rund 7.400 Hektar geschätzt. Damit konnte die Anbaufläche vom Vorjahr gehalten werden.

Der Herbst 2005 war für die Bestellung der Wintersaaten optimal. Die Betriebe konnten das Wintergetreide meist qualitäts- und termingerecht ausbringen. Der strenge und lang anhaltende Winter mit viel Schnee schädigte jedoch die Saaten vor allem in den Gebirgskreisen des Regierungsbezirkes Chemnitz. Auf rund 14.500 Hektar (drei Prozent) der Wintersaaten verzeichneten die Landwirte Auswinterung oder Nässeschäden und mussten diese Flächen neu bestellen. Besonders Wintergerste (7.500 Hektar), Triticale (3.100 Hektar) und Winterweizen (2.200 Hektar) wurden geschädigt.

Den Wachstumsstand des Wintergetreides, des Winterrapses, der Feldfutterpflanzen und des Grünlandes beurteilten die meisten landwirtschaftlichen Betriebe schlechter als im vergangenen Jahr. Nur Winterweizen und Winterroggen wurde etwas besser als ’normal‘ eingeschätzt. Bei Pflanzenkrankheiten und Schädlinge traten vor allem Schneeschimmel und Rapsschädlinge auf. Für gut 70 Prozent der Betriebe waren die Winterfeuchtigkeit im Boden und die Niederschläge im März und April ausreichend. Auf leichten Standorten fehlte es an Niederschlag.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Brandenburg hat leistungsfähige Milchbetriebe

Themen: Archiv — info @ 16:06

Potsdam (agrar.de) – Die Milchproduktion stellt in der Brandenburger Landwirtschaft einen wichtigen und leistungsfähigen Wirtschaftszweig dar. Nach Angaben des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik wurden in Brandenburg im Jahr 2005 mehr als 1,38 Millionen Tonnen Kuhmilch erzeugt.

Damit liegt Brandenburg im Mittelfeld aller Bundesländer. Die Produktionsmenge sagt aber relativ wenig über das Leistungsvermögen der Milchkühe aus. Sie entspricht im Wesentlichen der von der EU festgelegten Produktionsobergrenze für das Land. Übererfüllungen werden mit der Milchquote eingeschränkt und führen auf Grund der kontinuierlichen Leistungssteigerung zum Abbau der Tierbestände.

Brandenburg lag mit durchschnittlich rund 7.977 Kilogramm Milch je Tier im Jahr 2005 mit an der Spitze im Bundesgebiet. Der Bundesdurchschnitt belief sich 2004 auf 6.585 Kilogramm je Tier (Brandenburg 2004: 7.602 Kilogramm). Die im Vergleich zum Bundesgebiet höchste Bestandszahl von 203 Tieren je Betrieb (2004) lässt auf eine sehr intensive Produktionsform schließen (Bundesdurchschnitt 2004: 37 Tiere je Betrieb).

Hohe Tierleistungen lassen sich nur bei artgerechten Haltungsformen erzielen. Im November 2004 konnten sich rund 94 Prozent aller Milchkühe des Landes Brandenburg in Laufställen frei bewegen.

Von den 174.600 Milchkühen, die am 3. Mai 2005 in Brandenburg gehalten wurden, standen rund 5.600 Milchkühe in Betrieben mit einer ökologischen Wirtschaftsform (rund 3 Prozent).

Rund 96 Prozent (zirka 1,33 Millionen Tonnen) der im Jahr 2005 erzeugten Milchmenge wurden an Molkereien und Händler abgeliefert. Diese Milch wurde weiterverarbeitet zu Trinkmilch, Käse, Butter, Joghurt und anderen milchtypischen Erzeugnissen. Der Anteil der in den Agrarbetrieben in der Kälberaufzucht verfütterten Milch lag bei rund 3 Prozent. Eine geringe Menge von rund 4.200 Tonnen wurde unmittelbar in den Erzeugerbetrieben verarbeitet oder direkt vermarktet. Damit spielte die Direktvermarktung in Brandenburg nur eine wirtschaftlich untergeordnete Rolle.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

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