15. Juni 2006

Weizen ist die Nummer eins auf Deutschlands Feldern

Themen: Archiv — info @ 11:06

Fast die Hälfte der gesamten Getreidefläche – Raps drittwichtigste Kultur

Hannover (agrar.de) – Auf Deutschlands Feldern ist der Weizen mit Abstand die Nummer eins. Mit 3,08 Millionen Hektar (ha) Anbaufläche zur Ernte in diesem Jahr bringt es dieses Getreide auf doppelt so viel Fläche wie die Wintergerste, die mit 1,44 Millionen ha an zweiter Stelle steht. Drittwichtigste Kultur in der deutschen Landwirtschaft ist nach Information des niedersächsischen Landvolk-Verbandes inzwischen der Raps, der nach erheblichen Steigerungsraten in den vergangenen Jahren, vor allem als Folge des Booms beim Biodiesel, inzwischen auf 1,40 Millionen ha wächst. Alle anderen Getreidearten spielen eine weit geringere Rolle in der Fruchtfolge. So wurden nur 580.000 ha Braugerste zur anstehenden Ernte ausgesät, und der Anteil des Roggens ist mit 540.000 ha noch geringer. Einkommensmäßig spielen zwar die Hackfrüchte eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft, Zuckerrüben wuchsen aber im vergangenen Jahr nur auf 420.000 ha und Kartoffeln auf 277.000 ha. Größere Bedeutung hat der Maisanbau, der es im vergangenen Jahr auf gut 1,6 Millionen ha brachte.

Gegenüber dem vergangenen Jahr ist der Weizenanbau geringfügig um 0,7 Prozent zurückgegangen. Dennoch nimmt Weizen fast die Hälfte der gesamten Getreidefläche Deutschlands ein. Grund ist die höhere Wirtschaftlichkeit als bei anderen Getreidearten dank besserer Erträge und höherer Erlöse je Dezitonne (dt), im vergangenen Jahr hatte der Weizen allerdings stark unter der Trockenheit gelitten. In der EU ist Deutschland der zweitwichtigste Weizenerzeuger nach Frankreich. Beide Länder zusammen stellen allein gut acht Millionen ha der insgesamt 19,5 Millionen ha Anbaufläche in der 25-er Gemeinschaft. Erheblich ausgedehnt wurde die Anbaufläche von Wintergerste, und zwar um 7,5 Prozent. Eine Ursache dürften die besonders günstigen Aussaatbedingungen im vergangenen Jahr gewesen sein. Ebenfalls kräftig gewachsen ist die Rapsfläche, die noch einmal um 6,2 Prozent zulegte. Dagegen war der Anbau aller anderen Wintergetreidearten rückläufig. Besonders stark schrumpfte die mit Triticale bestellte Fläche mit einem Minus von 10,7 Pro-zent.

Zum deutschen Weizenanbau steuert Niedersachsen in diesem Jahr gut 420.000 ha bei, das sind knapp 14 Prozent der Gesamtfläche. Wesentlich stärker als im Bundesdurchschnitt wurde der Wintergerstenanbau um knapp 18 Prozent auf 213.800 ha ausgedehnt. Auch Roggen gewann mit knapp 120.000 ha sechs Prozent hinzu, während Raps auf nunmehr etwa 125.000 ha wächst.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

14. Juni 2006

Sächsischer Gartenbau konzentriert sich im Regierungsbezirk Dresden

Themen: Archiv — info @ 11:06

Kamenz (agrar.de) – Im Rahmen der allgemeinen Gartenbauerhebung 2005 wurden in Sachsen 914 Betriebe erfasst, die Garten­bauerzeugnisse zu Erwerbszwecken anbauten. Wie das Statistische Landesamt Kamenz weiter mitteilt, bewirtschafteten diese eine gärtnerische Nutzfläche von insgesamt 10 379 Hektar (ha), das sind gut 11 ha gärtnerische Nutzfläche je Betrieb. Die Betriebe mit Anbau von Gartenbauerzeugnissen gliedern sich in 800 Gartenbaubetriebe und 114 Landwirtschaftsbetriebe mit Gartenbau, welche neben der Produktion land­wirtschaftlicher Güter auch Gartenbauerzeugnisse anbauten.

Die gärtnerische Nutzfläche im Freiland umfasste insgesamt 10.218 ha. Hier wurden u. a. auf 4.444 ha Obst, 4.126 ha Gemüse, 871 ha Erdbeeren und 197 ha Blumen und Zierpflanzen angebaut. Die Größe der Gewächshausfläche betrug 159 ha, hier wurden hauptsächlich Blumen und Zierpflanzen sowie Gemüse produ­ziert. Rund 70 Prozent der Gewächshausfläche waren mit Glas eingedeckt, der Rest mit Kunststoffplatten bzw. Folie. Bezogen auf die Gewächshausfläche sind etwa 60 Prozent der Gewächshäuser vor 1990 gebaut worden. Der für die Beheizung am häufigsten eingesetzte Energieträger war Heizöl.

Die regionale Verteilung der Betriebe, die Gartenbauerzeugnisse anbauen, ist sehr unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der Betriebe befindet sich im Regierungsbezirk Dresden, in den Regierungsbezirken Leipzig und Chemnitz ist jeweils rund ein Viertel dieser Unternehmen ansässig. Auch der größte Teil der gärtnerischen Nutzfläche ist im Regierungsbezirk Dresden zu finden (49,7 Prozent bzw. 5.160 ha), gefolgt vom Regierungs­bezirk Leipzig (42,8 Prozent bzw. 4.442 ha). Hingegen sind nur gut sieben Prozent der gärtnerischen Nutz­fläche (776 ha) im Regierungsbezirk Chemnitz gelegen.

Knapp 80 Prozent der Betriebe mit Anbau von Gartenbauerzeugnissen waren Einzelunternehmen. Diese bewirtschafteten jedoch weniger als ein Drittel der gesamten gärtnerischen Nutzfläche Sachsens. 89 Prozent der Einzelunternehmen wurden im Haupterwerb geführt, diese wirtschafteten auf 95 Prozent der gärtnerischen Nutzfläche der Unternehmen dieser Rechtsform.

Bei den meisten der 800 Gartenbaubetriebe lag der Einnahmeschwerpunkt auf dem Gebiet ‚Erzeugung‘. Nur 137 Gartenbaubetriebe erzielten den überwiegenden Teil ihrer Einnahmen durch ‚Handel und Dienst­leistungen‘. In den Gartenbaubetrieben waren 10.639 Arbeitskräfte tätig, jedoch arbeiteten nur 2.922 Personen bzw. 27 Prozent in Vollbeschäftigung. 9.858 Personen waren in Betrieben mit Schwerpunkt Erzeugung beschäftigt, die meisten von ihnen (4.587 Personen) arbeiteten in Obstbaubetrieben.

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13. Juni 2006

Urlaubszeit: Das grosse Leiden der Tiere beginnt erneut

Themen: Archiv — info @ 14:06

Aktuelle Studie: 1,1 Millionen Hasen und Kaninchen sowie 6 Millionen Vögel fallen jährlich verwilderten Katzen zum Opfer

Bonn (agrar.de) – Kurz vor den Sommerferien steigt die Zahl der ausgesetzten Haustiere erfahrungsgemäß wieder drastisch an. Viele Katzen, Hunde und andere Tiere verenden jeden Sommer qualvoll an der Raststätte oder werden überfahren. Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) appelliert deshalb an alle Haustierbesitzer, in die Reise-Checkliste auch die Unterkunft ihrer Tiere aufzunehmen.

‚Obwohl das Aussetzen laut Tierschutzgesetz verboten ist und bis zu 25.000 Euro Strafe drohen, werden jährlich etwa eine halbe Million ausgediente Schmusetiere schlichtweg entsorgt‘, so DJV-Praesident Jochen Borchert. Es gäbe durchaus kostengünstige Alternativen zum Aussetzen, etwa private Haustier-Sitter, die von verschiedenen Tierheimen zur Urlaubszeit vermittelt werden.

In Deutschland gibt es inzwischen nach Angaben von Tierschutzverbaenden mehr als 2 Millionen verwilderte Katzen. Tendenz durch die Vogelgrippehysterie Anfang des Jahres stark steigend. ‚Die regelrechte Schwemme von verstossenen Haustieren hat auch gravierende Auswirkungen auf die heimische Tierwelt‘, so Borchert. Rehen, Hasen oder bedrohten Bodenbrütern wie der Feldlerche wird der Hunger verwilderter Hunde und Katzen oft zum Verhängnis.

Britische Forscher ermittelten fuer eine aktuelle, bisher in Deutschland unveröffentlichte Studie das Beutespektrum von 986 Katzen. Im Zeitraum von Anfang April bis Ende August erbeuteten diese 14.370 Tiere, davon 24 Prozent Voegel sowie 9 Prozent Hasen und Kaninchen. Übertragen auf Deutschland bedeutet das: Während der Brut- und Aufzuchtzeit fallen herrenlosen Katzen rund 1,1 Millionen Hasen und Kaninchen sowie 6 Millionen Vögel zum Opfer.

Umfangreiche Hilfe für die haustierfreundliche Urlaubsplanun bietet zum Beispiel das Internet. Hier gibt es Listen mit Tierpensionen oder Feriendomizile, die speziell auf Gäste mit Hunden eingerichtet sind. Auch Züchter, Tierarztpraxen und Tierheime sind kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Urlaubsbetreuung von Haustieren geht. Eine ausführliche Linkliste zum Thema steht auf der DJV-Internetseite zur Verfuegung, unter der Rubrik ‚Unser Service für Sie‘ – ‚Linkliste‘, Stichwort ‚Haustier und Urlaub‘.

Die Studie ‚Predation of wildlife by domestic cats Felis catus in Great Britain‘ wurde veröffentlicht im Mammal Review (2003), Band 33, Seiten 174-188. Sie ist auf Anfrage beim DJV erhältlich.

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Österreich: Hervorragende Steinobsternte bahnt sich an

Themen: Österreich,Statistik — info @ 14:06

Wien (agrar.de) – Trotz des ausnehmend langen und kalten Winters bahnt sich nach ersten Schätzungen der Obstreferenten der Statistik Austria ein gutes Obstjahr an. Die bis Mitte März anhaltende Kälte dürfte den Obstbäumen kaum geschadet haben. Mit Einsetzen der warmen Jahreszeit verlief die Blühphase bei den verschiedenen Obstkulturen zwar in sehr gedrängtem Zeitrahmen aber generell bei guten klimatischen Bedingungen, wobei Vegetationsrückstände zum Teil aufgeholt werden konnten. Besonders Steinobst zeichnete sich durch üppige Blüte und gute Fruchtansatzbildung aus. Über stärkere Spätfrostschäden wird nur aus den westlichen Bundesländern berichtet.

Auch die Kernobstblüte wurde deutlich besser bewertet als im Vorjahr, womit sich auch hier hohe Fruchtbehangsdichten abzeichnen.

Aus derzeitiger Sicht wird die Marillenernte an die 21.700 Tonnen (+66 Prozent zu 2005) erbringen, was deutlich höhere Baumerträge als im Vorjahr erwarten lässt. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt könnte ein Plus von 61 Prozent erzielt werden.

Bei Pfirsichen ist mit einer Produktion im Bereich des Zehnjahresdurchschnitts zu rechnen, die Ernte dürfte eine Menge von 8.700 Tonnen (+5 Prozent zu 2005) erreichen.

Zwetschken werden mit 73.100 Tonnen voraussichtlich ein sehr hohes Produktionsniveau verzeichnen können (+19 Prozent zu 2005) das auch klar über dem langjährigen Mittel liegen wird (+21 Prozent).

Bei Kirschen wird die Produktion auf rund 29.200 Tonnen (+13 Prozent zu 2005) geschätzt und auch Weichseln dürften bei einer Erntemenge von 5.200 Tonnen (+19 Prozent zu 2005) eine überdurchschnittliche Produktion (+11 Prozent) erreichen.

Erste Ertragsschätzungen lassen bei Ananas-Erdbeeren auf eine Erntemenge von 16.700 Tonnen (+2 Prozent zu 2005) schließen, was ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt bedeuten würde.

Lediglich die Himbeerernte aus Intensivanlagen wird deutlich unter der Vorjahresproduktion notieren. Aufgrund niedriger Ertragserwartungen in Niederösterreich könnte die Gesamterntemenge auf 950 Tonnen (-22 Prozent zu 2005) ‚zurückfallen‘.

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WWF-Umfrage: Verbraucher fordern mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:06

96 Prozent der Steuerzahler wollen Agrarsubventionen an ökologische Kriterien binden

Frankfurt am Main (agrar.de) – Die große Mehrheit der Bundesbürger will, dass nur umweltgerecht produzierende Landwirte mit Geld aus Brüssel gefördert werden. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Ipsos-Umfrage im Auftrag des WWF. In der Studie gaben 96 Prozent der eintausend Befragten quer durch alle Altersgruppen und Bildungsschichten an, dass allein solche Bauern EU-Subventionen erhalten sollten, die umweltfreundlich anbauen und ihre Tiere artgerecht halten. ‚Die Verbraucher wollen ein völlig neues Subventionssystem‘, sagt WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran. ‚Mit ihren Steuern soll keine industrielle Massenproduktion bezahlt werden.‘

Die Subventionen für alle europäischen Bauern kosten eine vierköpfige Familie im Schnitt 950 Euro im Jahr. Davon fließen lediglich 20 Euro in Umweltprogramme. ‚Die EU-Landwirte bekommen so jährlich 40 Milliarden Euro, die fast ausschließlich vom Steuerzahler aufgebracht werden‘, erläutert WWF-Expertin Dräger. Rechne man weitere Vergünstigungen wie den Zollschutz hinzu, erhöhe sich die Summe auf mehr als 100 Milliarden Euro. Nur zwei Prozent davon gingen an umweltfreundlich wirtschaftende Bauern. ‚Der Umweltschutz spielt für die Agrarpolitiker eine untergeordnete Rolle‘, so Dräger.

Bislang würden in Brüssel die Weichen für eine industrielle Landwirtschaft gestellt. ‚Bei der Förderung für die ländlichen Räume und damit für die kleinen bäuerlichen Betriebe wird um bis zu 40 Prozent gekürzt – das bedeutet 350 Millionen Euro weniger für artgerechte Tierhaltung, regionale Marktentwicklung, Ökolandbau und saubere Energie aus Biomasse‘, kritisiert die WWF-Fachfrau. Auch Landwirte, die sich für den Erhalt der Landschaft einsetzen oder Naturschutzgebiete pflegen, schauten in die Röhre. ‚Der Bauer, der das tut, bekommt dafür keinen Cent.‘ Die Bürger hingegen votierten in der Umfrage zu 89 Prozent dafür, solche Leistungen zu belohnen.

‚Die Politik tut gut daran, die Förderung der Landwirtschaft an ökologische Kriterien zu binden, sonst gibt es bald ein böses Erwachen‘, warnt WWF-Expertin Dräger. So müsse Deutschland bis 2015 die Umweltziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreichen. ‚Laut Bundesumweltministerium sind 91 Prozent der Küstengewässer und 53 Prozent des Grundwassers davon weit entfernt, weil die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft zu hoch ist.‘ Solange es für Landwirte jedoch kaum Anreize gebe, umweltfreundlich zu produzieren, werde sich daran nichts ändern.

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Räpple: Erntehelfereinsatz muss verlässlich sein

Themen: Archiv — info @ 11:06

Freiburg (agrar.de) – Größere Flexibilität bei der Umsetzung der Eckpunkteregelung zum Einsatz osteuropäischer Erntehelfer fordert der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple, im Hinblick auf Erfahrungen mit der bald zu Ende gehenden Erdbeer- und Spargel-Saison 2006.

Räpple zeigt sich besorgt darüber, dass die Zahl der vermittelten deutschen Arbeitnehmer weit hinter den Erwartungen der Bundesagentur für Arbeit zurück blieben. Er widerspricht Erwartungen der Bundesarbeitsverwaltung, wonach ein erheblicher Teil der osteuropäischen Saisonarbeitskräfte durch deutsche Arbeitslose ersetzt werden könnten. Die Erfahrungen aus der Erdbeer- und Spargel-Saison in Südbaden zeigten deutlich, dass nur ein Teil der an Erntearbeit interessierten Arbeitslosen konkrete Arbeitsverträge unterschrieben, zum Einsatz erschienen und die an sie gestellten Erwartungen erfüllten. Bei deutlich gesunkenen Erzeugerpreisen für Erdbeeren drohe jetzt in einzelnen Betrieben ein vorzeitiger Abbruch der Erntearbeit, weil die Lohnkosten für deutsche Saisonarbeitskräfte durch den am Markt erzielbaren Preis nicht mehr gedeckt seien.

Der BLHV-Präsident forderte Nachbesserungen sowohl bei der Eckpunkteregelung als auch bei der Anrechnung der Entlohnung auf das Arbeitslosengeld und das Wohngeld. Der Einsatz deutscher Arbeitsloser müsse sich für diese ebenso wie für Landwirte loh-nen, so Räpple. Er erneuerte seine Aufforderung an die regionalen Arbeitsagenturen und an Sonderkulturbetriebe, die hoffnungsvollen Ansätze eines fachlich begleiteten Arbeitskräfteverleihs weiter voran zu treiben und nachzufragen. Trotz der zum Teil enttäuschenden Erfahrungen in der Spargel- und Erdbeer-Saison müsse dieser Weg bei weiteren Saisonarbeiten in der Landwirtschaft etwa in der Tabakernte, im Gemüseanbau, im Obstbau und im Weinbau weiter erprobt werden. Räpple bescheinigte den örtlichen Arbeitsagenturen eine faire Zusammenarbeit mit dem Berufsstand und warb um flexible Befreiungsregelungen von der Pflicht zur Beschäftigung von bis zu 20 Prozent deutscher Arbeitskräfte, wenn die Einhaltung der Eckpunkteregelung zu Ernteausfällen auf den Betrieben zu führen droht.

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12. Juni 2006

NRW: Bauernhof-Sterben geht weiter

Themen: Archiv — info @ 16:06

Düsseldorf (agrar.de) – Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Nordrhein-Westfalen war Mitte 2005 mit 51.161 um mehr als 5.000 niedriger als bei der letzten Landwirtschaftszählung 1999 (damals: 56.366 Betriebe). Da sich nach Mitteilung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik die landwirtschaftlich genutzte Fläche im gleichen Zeitraum kaum veränderte (1,5 Millionen Hektar), nahm die durchschnittliche Betriebsgröße von 26,6 Hektar auf 29,6 Hektar zu.

Ganz überwiegend (zu 96,3 Prozent) werden die landwirtschaftlichen Betriebe in NRW als Einzelunternehmen geführt. Deren durchschnittliche Betriebsgröße ist von 26,0 Hektar auf 29,2 Hektar gestiegen, da sich ihr Anteil an der Gesamtzahl der Betriebe seit 1999 nur leicht verringert hat, ihr Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche aber von 94,6 Prozent auf 93,0 Prozent zurückgegangen ist. Im gleichen Zeitraum ist die durchschnittliche Betriebsgröße der Betriebe mit anderer Rechtsform von 48,3 Hektar auf 56,8 Hektar gestiegen, und ihr Anteil an der Gesamtzahl der Betriebe hat von 3,0 Prozent auf 3,7 Prozent zugenommen. Ihr Anteil an der Fläche ist daher von 5,4 Prozent auf 7,0 Prozent angewachsen.

Bei den Einzelunternehmen nahm die Zahl der Haupterwerbsbetriebe um über 14 Prozent und die der Nebenerwerbsbetriebe um über 8 Prozent ab. Während die durchschnittliche Flächenausstattung der Haupterwerbsbetriebe mit im Schnitt 47,9 Hektar deutlich gestiegen ist, liegt der Wert für die Nebenerwerbsbetriebe nahezu unverändert bei 12,8 Hektar.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Legehennenhaltung in Schleswig-Holstein: Fortschreitender Strukturwandel in den letzten Jahren

Themen: Archiv — info @ 15:06

Kiel (agrar.de) – In Schleswig-Holstein wurden in den größeren Betrieben der Hennenhaltung (mit mehr als 3.000 Plätzen) im Jahresdurchschnitt 2005 bei einer gesamten Stallkapazität von 1,1 Mio. Hennenhaltungsplätzen insgesamt 824.000 Legehennen gehalten und 238 Mio. Eier erzeugt. Dabei verteilten sich die Haltungsplätze zu 70 Prozent auf Käfighaltung, 21 Prozent auf Bodenhaltung und neun Prozent auf Freilandhaltung. Die Auslastung der vorhandenen Plätze lag bei gut 75 Prozent. Nach Mitteilung des Statistikamtes Nord wurde mit einer durchschnittlichen Jahreslegeleistung von 289 Eiern pro Henne der bisher höchste Wert erreicht.

Der stetige Rückgang in der Legehennenhaltung hat sich weiter fortgesetzt – allein in den letzten fünf Jahren nahm die Zahl der Betriebe um 14, also fast ein Viertel ab; der Legehennenbestand und die Eierproduktion gingen im gleichen Zeitraum um jeweils fast ein Drittel zurück.

In der Legehennenhaltung hat sich in den letzten Jahren verstärkt ein Strukturwandel vollzogen. Die Haltungsform verlagert sich stetig von der Batteriehaltung zur Boden- und Freilandhaltung. So ist in den zurückliegenden fünf Jahren der Anteil der Haltungsplätze in Boden- und Freilandhaltungen von 7 Prozent auf inzwischen fast ein Drittel der gesamten Haltungsplätze, nämlich 329.000, angestiegen.

Dabei zeigt sich, dass die Entwicklung in den Haltungsformen unterschiedlich verlaufen ist. Während die Kapazitäten in der Käfighaltung in diesem Zeitraum um mehr als zwei Drittel zurückgingen, haben sich die Haltungsplätze in der Bodenhaltung fast verzehnfacht und in Freilandhaltungen um ein Drittel erhöht. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Entwicklung in Zeiten der Vogelgrippe anhält.

Für alle Haltungsformen gilt, dass der Großteil der Legehennen in Betrieben mit einer Kapazität von mehr als 10.000 Hennenhaltungsplätzen gehalten wird. In der Käfighaltung konzentrieren sich 95 Prozent der verfügbaren Stallplätze auf zwei Drittel der Betriebe; in der Boden- und Freilandhaltung verteilen sich drei Viertel der Haltungsplätze auf jeweils die Hälfte der Betriebe.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

BfN veröffentlicht aktualisierte Kurzfassungen der Agrarumwelt- und Naturschutzprogramme

Themen: Archiv — info @ 13:06

Wichtige Grundlage für weitere Planungen in der nächsten Förderperiode

Bonn (agrar.de) – Das Bundesamt für Naturschutz (%url15BfN575) hat eine aktualisierte Zusammenstel-lung der Agrarumwelt- und Naturschutzprogramme der Bundesländer veröffentlicht. Das Skript gibt einen benutzerfreundlichen Überblick darüber, welche Maßnahmen angeboten und gefördert werden. ‚Dies ist eine wichtige Arbeitsgrundlage für alle, die sich mit Agrarumweltprogrammen beschäftigen und insbesondere mit Blick auf den bevorstehenden Wechsel in die nächste Förderperiode auf der Basis der ELER-Verordnung von großer Bedeutung‘, sagte BfN-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann. Die ELER-Verordnung regelt die Entwicklung des ländlichen Raumes innerhalb der EU.

#Die wachsende Bedeutung von Agrarumweltmaßnahmen seit ihrer Einführung 1992 steht dabei in krassem Gegensatz zu den Auswirkungen des im Dezember 2005 ausgehandelten Kompromisses über die finanzielle Vorausschau 2007 – 2013. Hiernach wird Deutschland aus Brüssel rund 25 Prozent weniger Mittel für derartige Maßnahmen erhalten‘, so Vogtmann. ‚Dies wird in Kombination mit der gleichzeitig notwendigen Aufgabenerweiterung z.B. zur Finanzierung des europäischen Schutzgebietnetzes Natura 2000 und der Wasserrahmenrichtlinie in vielen Bundesländern zu erheblichen Problemen bei der Programmplanung führen. Es muss daher in jedem Fall Ziel sein, die zu erwartenden finanziellen Einbrüche in der 2. Säule der Agrarförderung und insbesondere bei der Förderung von Naturschutz im ländlichen Raum zumindest zu kompensieren. Hierzu halte ich es für erforderlich, auch in Deutschland von der Möglichkeit zur zusätzlichen Umschichtung von Mitteln aus der ersten Säule Gebrauch zu machen‘, sagte Prof. Vogtmann. ‚Länder, die bisher stark auf die Agrarumweltförderung gesetzt haben, müssen dazu auch weiterhin in der Lage sein. Die BfN-Veröffentlichung soll in diesem Zusammenhang Ländern und Verbänden Hilfestellung bieten‘.

Die Veröffentlichung kann als BfN – Skript 161 in gedruckter Form per Post, Fax oder Email bestellt werden beim Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn; Fax: 0228-8491-1819; E-Mail und ist auch auf der Homepage des BfN unter der Rubrik ‚Service/Veröffentlichungen‘ abrufbar.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

09. Juni 2006

Uni Kassel: Konferenz zu Forschungsfragen der Bioenergie

Themen: Archiv — info @ 16:06

Kassel (agrar.de) – Energie aus Biomasse zu gewinnen, ist ein hohes politisches Ziel. Mit den sich daraus ergebenden Forschungsfragen befasst sich die Konferenz ‚Bioenergie‚ der Universität Kassel und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) am 3. Juli von 10.00 – 17.30 Uhr in der Universität Kassel, Gießhaus, Mönchebergstraße 5. Führende Wissenschaftler stellen auf der Konferenz ihre neusten Ergebnisse und Überlegungen einem interessierten Fachpublikum vor. Als Schwerpunkte sind die Themenbereiche ‚Energiepflanzen und ihre Nutzung‘ sowie ‚Systemintegration und Technologieentwicklung für die Biomasseproduktion‘ vorgesehen.

Bioenergie zu erzeugen, hat große Vorteile für die Umwelt, betonen die Veranstalter. ‚Sie ist kohlendioxid-neutral, trägt zur Versorgungssicherheit bei, bietet alternative Einkommensquellen durch das Schaffen neuer Absatzmärkte und sichert Arbeitsplätze im ländlichen Raum,‘ betont Prof. Dr. Werner Wahmhoff, Leiter der Abteilung Umweltforschung/Naturschutz der DBU.

Im Jahr 2030 soll laut Bundesregierung etwa ein Viertel des gesamten deutschen Energiebedarfs mit Bioenergie abgedeckt werden. ‚Das Erreichen dieses Ziels und die bessere Nutzung des Potenzials an Biomasse in der Land-, Forst-, und Abfallwirtschaft werfen umfassenden Forschungsbedarf auf,‘ so Dr. Peter Moser von der Universität Kassel.

Die Konferenz richtet sich zum einen an Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, weil sich sowohl Ingenieur- und Natur- als auch Gesellschaftswissenschaftler mit diesem Themengebiet befassen. Zum anderen sind forschungsinteressierte Akteure aus Fachfirmen, Politik und Verbänden angesprochen, die die Chancen der Bioenergie als dezentraler Energieträger erkannt haben und sich ein Bild der zu erwartenden Entwicklungen der nächsten Jahre verschaffen möchten.

Information: Universität Kassel, Dr. Peter Moser, Profilentwicklung Umwelt, Tel.: 0561-8042249, Fax: 0561-8042226, E-Mail.

Links zum Thema Energie.

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