18. Mai 2006

Niedersachsen: Viel mehr Mais angebaut

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 11:05

Biogasboom ließ Fläche um zehn Prozent steigen – Weniger Sommergetreide

Hannover (agrar.de) – Mais war offenbar der große Gewinner bei der verspätet abgeschlossenen Frühjahrsbestellung. Das Landvolk Niedersachsen beruft sich bei dieser Feststellung auf eine Trendberechnung des niedersächsischen Landesamtes für Statistik, die auf einer Erhebung bei ausgewählten Testbetrieben basiert. Danach könnte die Maisanbaufläche gegenüber dem vergangenen Jahr um bis zu 9,5 Prozent auf 390.000 Hektar (ha) ausgedehnt worden sein, davon allein gut 310.000 ha Silomais, der sogar um 15 Prozent zugelegt haben könnte. Grund ist der Boom bei den Biogasanlagen, in denen bevorzugt Mais eingesetzt wird. Der große Bedarf der Biogasanlagen entlastet bereits deutlich den Zucker-, Braugersten- und Kartoffelmarkt. Viele Bauern, die ihre Rübenanbauflächen aufgrund der Neuordnung der Zuckermarktordnung einschränken mussten oder wegen der Kürzung der prämienberechtigten Flächen weniger Speisekartoffeln anbauen dürfen, haben den Mais zur Energiegewinnung als Alternative entdeckt.

Die Flächenausdehnung beim Mais ging auf Kosten aller anderen im Frühjahr angebauten Kulturen. Besonders stark verloren hat die Sommergerste, die vor allem als Braugerste angebaut wird, aufgrund schlechter Preise aber sehr an Attraktivität verloren hat. Ihr Flächenanteil ging nach ersten Trendberechnungen um gut 22 Prozent von 71.500 ha auf 55.000 ha zurück. Auch der Hafer als zweite Sommergetreideart musste mit einem Minus von 14 Prozent erhebliche Einbußen verzeichnen. Die ohnehin schon bescheidene Haferfläche von 19.800 ha im vergangenen Jahr schrumpfte auf 17.000 ha. Lediglich der Sommerweizen, der allerdings ein Nischendasein fristet und im vergangenen Jahr lediglich auf 6.200 ha wuchs, konnte um die Hälfte zulegen und soll nach den Schätzungen jetzt auf 9.000 ha stehen. Stark eingeschränkt, und zwar um ungefähr 17 Prozent, wurde der Zuckerrübenanbau. Damit sind die Bauern den Empfehlungen gefolgt, im Hinblick auf erwartete Kürzungen ihre Quoten nicht voll auszunutzen, und haben die Fläche von 105.350 ha auf knapp 90.000 ha verringert. Aber auch die Kartoffeln nehmen mit voraussichtlich 120.000 ha etwa 2,5 Prozent weniger Fläche ein als im vergangenen Jahr.

Die Prognosen zur Aussaat des Wintergetreides wurden durch die Umfrage bestätigt. Danach hat der Winterweizen seine führende Stellung mit 420.800 ha unverändert gehalten. Der Wintergerstenanbau wurde um knapp 18 Prozent auf 213.800 ha ausgedehnt, Roggen gewann mit knapp 120.000 ha sechs Prozent hinzu. Triticale büßte dagegen zehn Prozent der Fläche ein und wächst nur noch auf 86.000 ha. Der Rapsanbau stieg bei guter Nachfrage nach Ölsaaten erneut um ungefähr acht Prozent auf nunmehr etwa 125.000 ha.

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