22. Februar 2006

Mecklenburg-Vorpommern: Arbeitskräfterückgang in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:02

Schwerin (agrar.de) – In den 5.151 Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben Mecklenburg-Vorpommerns waren 2005 insgesamt 21.650 ständige Arbeitskräfte mit betrieblichen Arbeiten beschäftigt. Wie es aus dem Statistischen Amt dazu heißt, bedeutet das gegenüber 2003 einen Rückgang um 1.130 Personen bzw. 5,0 Prozent. Dieser konnte auch durch mehr Saisonarbeitskräfte (Anstieg um 4,2 Prozent auf 7.010) nicht ausgeglichen werden.

Der Anteil der vollbeschäftigten Arbeitskräfte ging im gleichen Zeitraum von 68,2 auf 66,3 Prozent zurück.

Die Berechnung der Arbeitsleistung in Arbeitskräfteeinheiten (AKE) ergab eine Verringerung des Arbeitskräftebesatzes von 1,4 auf 1,3 AKE je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Die Anzahl der ständigen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und im Gartenbau verringerte sich zwischen 1991 und 1995 von 71.400 auf 26.360 erheblich. Bis 2001 setzte sich dieser Rückgang vermindert fort (22.300 Arbeitskräfte). 2003 waren mit 22.780 Arbeitskräften 2,2 Prozent mehr beschäftigt als zwei Jahre zuvor. Der nunmehr registrierte Rückgang auf 21.650 Personen bringt die Anzahl der ständigen Arbeitskräfte auf den bisher niedrigsten Stand in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Vollbeschäftigung verminderte sich zwar auf 66,3 Prozent, lag aber auch 2005 sowohl weit über dem Durchschnitt der neuen Länder (47,7 Prozent), als auch über dem des früheren Bundesgebietes (22,5 Prozent), wo die Landwirtschaft traditionell durch den Familienbetrieb und Nebenerwerb geprägt ist.

Der Einsatz nicht ständig Beschäftigter, so genannter Saisonarbeitskräfte, hat in der Landwirtschaft und im Gartenbau immer mehr Verbreitung gefunden. 2005 wurden 7.010 Personen in 659 Betrieben hierzulande vor allem bei der Ernte von Gemüse und Obst (einschließlich Spargel und Erdbeeren) eingesetzt. Ihr Anteil an den Gesamtbeschäftigten in der Landwirtschaft erhöhte sich seit 1999 von 15,5 auf 24,5 Prozent. In den neuen Ländern lag er 2005 bei 20,2 Prozent und im früheren Bundesgebiet bei 19,3 Prozent.

Der Arbeitskräftebesatz, ein Maß für die Arbeitsleistung, sank 2005 auf 1,3 Arbeitskräfteeinheiten je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Damit ist er wesentlich niedriger als im früheren Bundesgebiet mit 4,0 AKE und liegt auch unter dem Durchschnitt der neuen Länder (1,8 AKE). Beeinflusst wird er durch die großbetrieblichen Strukturen, die nur schwache Ausprägung arbeitskräfteintensiver Landwirtschaftszweige, wie den Anbau von Zierpflanzen, Wein und Sonderkulturen, und vor allem durch die erheblich geringere Intensität der Viehhaltung als in allen anderen Bundesländern.

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