11. Januar 2006

Mecklenburg-Vorpommern: Rinderbestand weiterhin rückläufig, Schweinebestand relativ stabil

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 10:01

Schwerin (agrar.de) – Am 3. November 2005 hielten die Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, vorläufigen Angaben des Statistischen Amtes zufolge, 526.700 Rinder und 693.800 Schweine. Damit verringerte sich der Rinderbestand seit November 2004 um mehr als 18.000 Tiere bzw. 3 Prozent. Der Schweinebestand erhöhte sich geringfügig um 9.000 Tiere bzw. 1 Prozent.

Der Rinderbestand entwickelt sich seit nunmehr schon zehn Jahren fast kontinuierlich rückläufig. Der Halbierung des Bestandes bis Ende 1992 (592.300 Tiere) gegenüber 1989 (1.277.600 Tiere) folgte eine verhaltene Erhöhung bis Ende 1995 auf 641.200 Tiere. Das war zugleich der größte Bestand seit Einführung der Marktwirtschaft. Bis November 2005 schrumpfte er insgesamt um 114.400 Tiere bzw. 18 Prozent. Dabei ist der Bestandsabbau seit November 2004 der bisher umfangreichste im gesamten Zeitraum. Damit ist erstmals der Rinderbesatz (Bestand je Flächeneinheit) im Durchschnitt des Landes auf unter 40 Rinder je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche gesunken (39,1; Deutschland 2004 zum Vergleich: 77,5).

Rund ein Drittel der Rinder sind Milchkühe. Ihre Anzahl verringerte sich in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich um 25 Prozent auf 174.100 Tiere, im vergangenen Jahr allerdings proportional zum Rinderbestand um gleichfalls 3 Prozent. Demgegenüber stieg die Milchleistung des Einzeltieres seit 1995 um 42 Prozent auf 7.625 Kilogramm im Jahr 2004.

Die Haltung von Ammen- und Mutterkühen nahm in den 90er Jahren, begünstigt durch die Agrarförderung, einen beträchtlichen Aufschwung, der bis 2000 anhielt (76.000 Tiere bzw. 13 Prozent des Rinderbestandes). Seitdem ist diese Haltungsform rückläufig (2005: 62.700 Tiere, 5 Prozent weniger als vor einem Jahr).

Der Schweinebestand hatte sich nach dem Tiefpunkt im Jahr 1995 (527.400 Tiere; zum Vergleich 1989: 2.748.600 Tiere) in den vergangenen Jahren erholt. Der Anstieg erreichte 2003 mit 699.100 Tieren (+ 32,6 Prozent) seinen bisherigen Höhepunkt und setzte sich 2004 (684.800 Tiere) nicht fort. Zum 3. November 2005 war ein allerdings geringfügiger Bestandsaufbau auf nunmehr 693.800 Tiere (+ 1 Prozent) zu verzeichnen. Überdurchschnittlich, um jeweils 3 Prozent, vergrößerte sich der Bestand an Mastschweinen (auf 255.800 Tiere) und Zuchtsauen (auf 76.800 Tiere). Der Schweinebesatz erhöhte sich zwar auf 64,2 Tiere je 100 Hektar Ackerland; der große Abstand zum Bundesdurchschnitt (2004: 216,9) bleibt aber bestehen.

Rinder- und Schweinebestände seit 1991 *) Jahr Rinder Schweine (in 1.000) 1991 730,9 1.152,5 1992 592,3 969,6 1993 626,7 791,1 1994 629,5 609,1 1995 641,1 527,4 1996 636,1 584,0 1997 611,5 601,1 1998 595,8 614,2 1999 590,2 678,5 2000 573,6 658,7 2001 577,4 668,5 2002 563,1 675,9 2003 557,3 699,1 2004 545,0 684,8 2005 526,7 693,8

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