07. Dezember 2005

RLV: Verbesserung der bäuerlichen Einkommen aber auf zu niedrigem Niveau

Themen: Archiv — info @ 16:12

Bonn (agrar.de) – Obwohl im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die völlig unbefriedigende Einkommenssituation der landwirtschaftlichen Unternehmen sich deutlich verbessert hat, liegt das Einkommen der deutschen Bauern immer noch 10 Prozent unter dem von der Bundesregierung herangezogenen Vergleichslohn. Dies stellte der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) anlässlich der heute veröffentlichten Ergebnisse des Deutschen Bauernverbandes zur Situation der Landwirtschaft fest. Auffallend sei, so der Verband, wie das Gewinn- und Einkommensniveau der Landwirte über die Jahre stark schwanke. Darauf könne keine zukunftsorientierte Wirtschaftskraft wachsen, die dringend notwendige Investitionen wage. Dies erkläre auch die weiterhin geschrumpften Bruttoinvestitionen.

Das gute Ergebnis bei der Einkommenssituation sei aller Voraussicht nach ein Zwischenhoch, das sich im laufenden Wirtschaftsjahr schnell verändern könne, hebt der RLV hervor. Denn die steigenden Kosten für Treibstoffe und Düngemittel würden nun ebenso auf das Einkommen drücken, wie die Steuer- und Abgabenerhöhungen bei Agrardiesel und der landwirtschaftlichen Unfallversicherung. Auch die niedrigeren Erzeugerpreise für tierische Produkte wie Fleisch und Milch trügen dazu bei.

Der RLV appelliert deshalb an die Bundesregierung ihrer Zusage, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft zu stärken, schnellstmöglich Taten folgen zu lassen. Hierzu gehörten unter anderem Wettbewerbsverzerrungen bei Agrardieselbesteuerung abzubauen und die europäischen Vorgaben konsequent 1:1 umzusetzen. Neue innovative Einkommensalternativen wie die Biodieselproduktion dürfe nicht durch eine Besteuerung gefährdet werden.

Der Deutsche Bauernverband lege in diesem Jahr zwei Monate vor dem Agrarbericht der Bundesregierung seinen Situationsbericht zur Lage der Landwirtschaft vor, informiert der RLV. Bei der repräsentativen Auswertung der Buchführungsergebnisse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres 2004/2005 von über 20 000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie Agrargenossenschaften werde insbesondere auf die Einkommenssituation der Landwirtschaft Wert gelegt.

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