12. Dezember 2005

Thüringen: Rinder- und Schweinebestände im November

Themen: Archiv — info @ 11:12

Erfurt (agrar.de) – In den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens wurden nach den vorläufigen Ergebnissen der Viehbestandserhebung zum 3. November 2005 insgesamt 758.300 Schweine und 352.700 Rinder gehalten. Der zum 3. November 2005 ermittelte Schweinebestand liegt nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik um 4.200 Tiere bzw. 0,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis und stieg zur Vorerhebung im Mai 2005 um 9.400 Tiere bzw. 1,3 Prozent an.

Bestandszunahmen gab es dabei bei Jungschweinen, Mastschweinen und Zuchtschweinen. Insgesamt standen 191.900 Jungschweine (+ 7,8 Prozent zum Mai 2005), 244.400 Mastschweine (+ 2,3 Prozent) und 90.300 Zuchtschweine (+ 1,7 Prozent) in den Ställen. Der Bestand an Ferkeln ging infolge der niedrigen Anzahl an Zuchtsauen im Mai um 4,7 Prozent auf 231.800 Tiere zurück. Die aktuelle Bestandsentwicklung bei Zuchtsauen um + 1,8 Prozent auf 89.500 Tiere ist jedoch ein Indikator für eine Belebung in der Schweineproduktion. Dabei stieg die Zahl der trächtigen Sauen um 1.900 auf 60.600 Tiere, der Bestand an nichtträchtigen Sauen ging um 350 auf 28.900 Tiere zurück.

Die Rinderhaltung bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. Insgesamt wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben 352.700 Rinder gehalten. Das waren 2.800 Tiere bzw. 0,8 Prozent weniger als zum Stichtag 3. November 2004. Im Vergleich zur Vorerhebung im Mai 2005 wurden jedoch 3.400 Tiere bzw. 1,0 Prozent mehr Tiere gehalten.

Gegenüber der Erhebung vom Mai 2005 stieg der Bestand an Kälbern um 3.400 Stück auf 55.400 Tiere und der Bestand der Rinder im Alter zwischen 1 und 2 Jahren nahm um 3.200 Stück auf 70.100 Tiere zu. Bei letzteren wurden Bestandsaufstockungen sowohl bei männlichen Rindern (+ 6,2 Prozent auf 17.200 Tiere) als auch bei weiblichen Zucht- und Nutztieren (+ 4,6 Prozent auf 51.200 Tiere) festgestellt. In dieser Bestandskategorie gingen lediglich die weiblichen Schlachtrinder um 2,0 Prozent auf 1.700 Tiere zurück. Bestandsreduzierungen um 1,4 Prozent auf 180.200 Tiere waren bei Rindern im Alter von 2 Jahren und älter zu verzeichnen. Hier sanken insbesondere die Milchkuhbestände um 1,6 Prozent auf 121.300 Tiere und die Bestände an Zucht- und Nutzfärsen, die die Basis der Reproduktion des Kuhbestandes sind, gingen um 5,0 Prozent auf 19.900 Tiere zurück. Die Ammen- und Mutterkuhhaltung hält sich mit 36.600 Tieren (+ 0,8 Prozent) auf einem seit Jahren weitgehend konstantem Niveau.

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08. Dezember 2005

Rindfleischerzeugung steigt weltweit

Themen: Archiv — info @ 15:12

EU-Eigenbedarf wird nicht mehr gedeckt

Hannover (agrar.de) – Weltweit wird das meiste Rindfleisch in den USA erzeugt. Mit 11,32 Millionen Tonnen (t) Schlachtgewicht haben sie auch 2005 den Spitzenplatz behauptet. Dagegen wurde die EU mit einer Erzeugung von voraussichtlich insgesamt 7,82 Millionen t von Brasilien auf den dritten Platz verdrängt. Das südamerikanische Land hat laut Landvolk-Pressedienst mit jetzt 8,35 Millionen t bereits seit 2004 den zweiten Platz erobert. Kaum weniger Rindfleisch als in Europa wird in China erzeugt, das mit 7,18 Millionen t den vierten Platz in der weltweiten Rangliste belegt. Mit deutlichem Abstand folgt Argentinien auf Platz fünf, dort werden in diesem Jahr 2,97 Millionen t erzeugt. Australien – als ehemals größter Exporteur von Rindfleisch von Brasilien von Platz eins verdrängt, bringt es lediglich auf eine Erzeugung von 2,18 Millionen t, davon wurden 1,47 Millionen t ausgeführt. Insgesamt erreicht die weltweite Rindfleischerzeugung in diesem Jahr mit 51,978 Millionen t den höchsten Stand der vergangenen fünf Jahre.

An den internationalen Märkten haben sich die Kräfteverhältnisse in den letzten Jahren deutlich verschoben. Insbesondere Brasilien und Argentinien haben ihre Rindfleischerzeugung stark ausgebaut und drängen verstärkt auf den Weltmarkt. Sie machen inzwischen fast die Hälfte des gesamten Welthandels unter sich aus. So hat Brasilien im Jahr 2001 erst 6,9 Millionen t Rindfleisch erzeugt, in Argentinien lag die Erzeugung bei 2,6 Millionen t. Im kommenden Jahr soll die brasilianische Erzeugung um weitere 2,5 Prozent auf dann 8,56 Millionen t steigen. Ganz stark zugelegt hat auch China, wo die Produktion seit 2001 von 5,48 Millionen t auf den heutigen Wert anstieg und im kommenden Jahr noch einmal um 6,4 Prozent – das ist weltweit die höchste Steigerungsrate – auf 7,64 Millionen t zunehmen soll. Dagegen ist die europäische Erzeugung rückläufig. Hier hat die Entkoppelung der Prämien dazu geführt, dass viele Bullenmäster aus der Produktion ausgestiegen sind. Der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre wurde 2002 mit 8,14 Millionen t erreicht und ist seither kontinuierlich gesunken. Auch für das kommende Jahr wird ein weiterer Rückgang um 0,3 Prozent erwartet. Einen Rückgang hat es darüber hinaus nur in Russland gegeben, wo die Produktion von derzeit 1,52 Millionen t um weitere 3,9 Prozent sinken soll.

Während Brasilien nur 6,6 Millionen t Rindfleisch verbraucht und damit erhebliche Exportüberschüsse aufweist, schafft es die EU nicht einmal mehr, ihren eigenen Bedarf zu decken. In der Gemeinschaft der 25 wird in diesem Jahr mit 8,19 Millionen t eine Versorgungslücke von 365.000 t bestehen. Sie ist mit Einfuhren von 615.000 t viertgrößter Importeur von Rindfleisch weltweit. Größter Importeur sind trotz der höchsten Eigenerzeugung die USA, die zusätzlich 1,7 Millionen t einführten, um den Verbrauch von 12,74 Millionen t zu decken. Und selbst China steht mit zwar nur bescheidenen 75 Millionen t auf der Liste der Exporteure, aber mit steigender Tendenz.

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Thüringe: Hohe Erträge bei Freilandgemüse

Themen: Archiv — info @ 11:12

Erfurt (agrar.de) – Thüringer Gemüsebauern konnten im zweiten Jahr in Folge eine gute Freilandgemüseernte einbringen. Insgesamt wurden 54.905 Tonnen Gemüse geerntet. Das waren knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Thüringer Landesamt für Statistik berechnete auf der Grundlage der Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter für die in Thüringen verbreiteten Gemüsearten im Landesdurchschnitt folgende Erträge:

Mit einem Ertrag von 116,6 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) wurde bei Bohnen die bisher höchste Ertragleistung erzielt. Der durchschnittliche Ertrag von 1999/2004 wurde um 26,7 Prozent und der Vorjahresertrag um 16,5 Prozent übertroffen. Auf einer zum Vorjahr annähernd gleichen Anbaufläche von 294 Hektar wurden 3.422 Tonnen Pflückbohnen geerntet. Das sind 17,5 Prozent mehr als im Jahr 2004.

Wie bei Bohnen wurde auch bei Gurken ein Spitzenergebnis erzielt. In diesem Jahr wurden 7.076 Tonnen Gurken geerntet. Die Ertragsleistung von 873,6 dt/ha war um 292,3 dt bzw. 50,3 Prozent höher als im langjährigem Durchschnitt und übertraf das Vorjahr um 198,1 dt (+ 29,3 Prozent). Bei einer zum Vorjahr konstanten Anbaufläche (2005: 81 ha), ist der Zuwachs bei der diesjährigen Gurkenernte um 1 636 Tonnen bzw. 30,1 Prozent auf 7.076 Tonnen ausschließlich der höheren Ertragsleistung zuzurechnen.

Weißkohl erbrachte einen Flächenertrag von 882,7 dt/ha. Damit wurden je Hektar 101,7 dt mehr geerntet als im langjährigen Mittel und 56,0 dt mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden auf einer Fläche von 268 Hektar (gegenüber 2004: + 22 ha) 23.649 Tonnen Weißkohl geerntet. Das waren 3.337 Tonnen (+ 16,4 Prozent) mehr als 2004.

Bei Rotkohl lag der Ertrag mit 513,9 dt/ha leicht (- 1,5 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Verbunden mit einem Rückgang der Anbaufläche um 10 Prozent auf 31 Hektar 2005 war die Gesamterntemenge von 1.614 Tonnen um 11,3 Prozent geringer als 2004. Dennoch entsprach die Ertragsleistung dieses Jahres dem Ertragsniveau im langjährigen Mittel 1999/2004 (+ 0,6 Prozent).

Mit einem Flächenertrag von 291,6 dt/ha wurde auch bei Blumenkohl ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Das langjährige Mittel wurde um 37,2 Prozent und der Vorjahreswert um 6,2 Prozent übertroffen. In Folge der Anbaureduzierung zum Vorjahr um mehr als ein Drittel (- 37,2 Prozent) auf 217 Hektar (ist zugleich die geringste Anbaufläche seit Beginn der 90iger Jahre), wurde mit 6.324 Tonnen eine um 1.656 Tonnen (- 20,7 Prozent) geringere Erntemenge eingebracht.

Bei Speisezwiebeln wurde mit 436,3 dt/ha annähernd das Spitzenniveau vom Vorjahr erreicht (-1,2 Prozent). Das Mittel der Jahre 1999/2004 wurde um 26,9 Prozent überboten. Auch hier wurde die Anbaufläche binnen eines Jahres um 12,1 Prozent auf 150 Hektar reduziert. Im Ergebnis dessen wurden mit 6.524 Tonnen Zwiebeln 13,2 Prozent weniger geerntet (2004: 7.513 t).

Nach der Anbauausdehnung in den vergangenen Jahren ist der Rosenkohl der Gewinner des Jahres. Anfang des neuen Jahrtausends waren lediglich 0,1 Prozent der Gemüsefläche insgesamt mit dieser Fruchtart bestellt. 2005 erhöhte sich der Anteil der Flächennutzung für Rosenkohl auf knapp 7 Prozent. In diesem Jahr wurden von 112 Hektar bei einer Ertragsleistung von 151,0 dt/ha 1 684 Tonnen Rosenkohl geerntet. Trotz geringere Flächenleistung gegenüber 2004 (- 10,4 dt/ha bzw. – 6,4 Prozent) stieg die Erntemenge in Folge einer um knapp 80 Prozent größeren Anbaufläche um zwei Drittel (67,7 Prozent).

Vom Wirsing, der auf 15 Hektar angebaut wurde, konnten 367,8 dt/ha geerntet werden. Damit liegt das Ergebnis noch um knapp 2 Prozent über dem bisherigen Höchstertrag im Jahr 1994 (361,0 dt/ha). Das hohe Vorjahresniveau (330,0 dt/ha) wurde um 11,5 Prozent und das langjährige Mittel um 44,3 Prozent überboten. Der Anbau von Wirsing hat z Zt. noch einen geringen Stellenwert im Anbauspektrum der Thüringer Gemüseproduzenten. Die Anbaufläche von Wirsing wurde seit Beginn der 90iger Jahren massiv eingeschränkt (1989: 200 ha; 1990: 100 ha), erreicht in diesem Jahr mit einer um neun Zehntel größeren Anbaufläche zum Vorjahr jedoch wieder das Niveau von 2002.

Bei Spinat wurden ebenfalls hohe Erträge erzielt. Mit einem Flächenertrag von 160,7 dt (2004: 101,2 dt/ha) und einer Anbaufläche von 49 Hektar (2004: 18 ha) beläuft sich die Erntemenge auf 793 Tonnen (2004: 186 t).

Die diesjährige Spargelernte von 53,4 dt/ha ist sowohl leicht unter dem langjährigen Durchschnitt (D1999/2004: 55,9 dt/ha) als auch unter dem Vorjahresergebnis (2004: 55,3 dt/ha) geblieben. Trotz geringer Flächenzunahme um 2,9 Prozent auf 307 Hektar in diesem Jahr, wurden mit 1 639 Tonnen Spargel 11 Tonnen weniger geerntet als im Jahr 2004.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 09:12

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 490 angebotenen Schweinen 490 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,51 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,50 Euro bis 1,51 Euro. Es wurden drei Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

07. Dezember 2005

RLV: Verbesserung der bäuerlichen Einkommen aber auf zu niedrigem Niveau

Themen: Archiv — info @ 16:12

Bonn (agrar.de) – Obwohl im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die völlig unbefriedigende Einkommenssituation der landwirtschaftlichen Unternehmen sich deutlich verbessert hat, liegt das Einkommen der deutschen Bauern immer noch 10 Prozent unter dem von der Bundesregierung herangezogenen Vergleichslohn. Dies stellte der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) anlässlich der heute veröffentlichten Ergebnisse des Deutschen Bauernverbandes zur Situation der Landwirtschaft fest. Auffallend sei, so der Verband, wie das Gewinn- und Einkommensniveau der Landwirte über die Jahre stark schwanke. Darauf könne keine zukunftsorientierte Wirtschaftskraft wachsen, die dringend notwendige Investitionen wage. Dies erkläre auch die weiterhin geschrumpften Bruttoinvestitionen.

Das gute Ergebnis bei der Einkommenssituation sei aller Voraussicht nach ein Zwischenhoch, das sich im laufenden Wirtschaftsjahr schnell verändern könne, hebt der RLV hervor. Denn die steigenden Kosten für Treibstoffe und Düngemittel würden nun ebenso auf das Einkommen drücken, wie die Steuer- und Abgabenerhöhungen bei Agrardiesel und der landwirtschaftlichen Unfallversicherung. Auch die niedrigeren Erzeugerpreise für tierische Produkte wie Fleisch und Milch trügen dazu bei.

Der RLV appelliert deshalb an die Bundesregierung ihrer Zusage, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft zu stärken, schnellstmöglich Taten folgen zu lassen. Hierzu gehörten unter anderem Wettbewerbsverzerrungen bei Agrardieselbesteuerung abzubauen und die europäischen Vorgaben konsequent 1:1 umzusetzen. Neue innovative Einkommensalternativen wie die Biodieselproduktion dürfe nicht durch eine Besteuerung gefährdet werden.

Der Deutsche Bauernverband lege in diesem Jahr zwei Monate vor dem Agrarbericht der Bundesregierung seinen Situationsbericht zur Lage der Landwirtschaft vor, informiert der RLV. Bei der repräsentativen Auswertung der Buchführungsergebnisse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres 2004/2005 von über 20 000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie Agrargenossenschaften werde insbesondere auf die Einkommenssituation der Landwirtschaft Wert gelegt.

Links zum Thema Verbände.

2,2 Prozent weniger Rinder, aber 2,9 Prozent mehr Schweine in NRW

Themen: Archiv — info @ 16:12

Düsseldorf (agrar.de) – Rund 1,3 Millionen Rinder und 6,4 Millionen Schweine gab es nach vorläufigen Ergebnissen der repräsentativen Viehzählung Anfang November 2005 in Nordrhein-Westfalen. Damit verringerte sich nach Mitteilung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik binnen Jahresfrist die Zahl der Rinder um 2,2 Prozent, während die der Schweine um 2,9 Prozent anstieg.

Die Zahl der Betriebe mit Rinderhaltung sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 20.200. Besonders in der Milchproduktion wurden weniger Betriebe (-8,4 Prozent) registriert. Der Bestand an Milchkühen war mit 364.000 um 5,0 Prozent geringer als im Vorjahr, die Zahl der Schlacht- und Mastkühe mit 7.600 dagegen um 6,2 Prozent höher.

Obwohl die Zahl der Schweine gegenüber November 2004 um 2,9 Prozent anstieg, verringerte sich die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung um 3,2 Prozent; damit setzte sich der Konzentrationsprozess weiter fort. Die für die Entwicklung des Schweinebestands bedeutende Zahl der Zuchtsauen stieg um 9,4 Prozent, diejenige der Mastschweine um 0,3 Prozent (auf 2,7 Millionen). Die Betriebe mit Ferkelhaltung meldeten mit 1,5 Millionen Tieren einen um 3,3 Prozent niedrigeren Bestand als im November 2004.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

AbL: Agrargelder verzerren Wettbewerb

Themen: Archiv — info @ 16:12

Verband fordert Seehofer auf, EU-Zahlungen an soziale Kriterien zu binden. ‚Mit Veröffentlichung der Zahlen Transparenz schaffen!‘

Hamm (agrar.de) – ‚Aus Steuergeldern erhalten flächenstarke rationalisierte Betriebe in Deutschland umgerechnet bis zu 120.000 Euro je Arbeitskraft, während der Durchschnitt aller Betriebe weniger als ein Zehntel, nämlich 8.045 Euro, davon je Vollarbeitskraft erhält. Das ist eine unhaltbare Wettbewerbsverzerrung zulasten der bäuerlichen Landwirtschaft und muss schnellstens beendet werden‘, fordert Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Erläuternd sagte er: ‚In flächenstarken rationalisierten Betrieben beackert heute eine Arbeitskraft leicht 400 Hektar. Bei 300 Euro je Hektar sind das umgerechnet 120.000 Euro je Arbeitskraft im Jahr, völlig legal, auch nach der EU-Agrarreform.‘

‚Wer über die wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland sprechen will, darf nicht verschweigen, dass die Agrarzahlungen der EU den Wettbewerb innerhalb der Landwirtschaft erheblich verzerren, und zwar zu Lasten der bäuerlichen Betriebe‘, sagte AbL-Vorsitzende Maria Heubuch. ‚Unser eigener Grünland-Betrieb im Allgäu mit rund 40 Milchkühen wird in diesem Jahr knapp 7.300 an allgemeinen EU-Direktzahlungen erhalten. Bei 1,5 Vollarbeitskräften im Betrieb sind das umgerechnet weniger als 5.000 Euro je Arbeitskraft im Jahr‘, rechnet Frau Heubuch vor.

‚Das Anliegen der AbL war nie, von staatlichen Prämien zu leben, sondern dass faire Preise für gute Lebensmittel unsere Arbeit bezahlen. Nur wenn rationalisierte Betriebe umgerechnet bis zu 120.000 je Arbeitskraft im Jahr erhalten, sind diese Betriebe auf kostendeckende Preise nicht mehr angewiesen. Das stört unsere Märkte‘, so Frau Heubuch. Sie fordert Bundesminister Horst Seehofer auf, diese Wettbewerbsverzerrung politisch zu beenden.

‚Die Forderung nach einer schlichten Kürzung der Gelder – wie jetzt vom britischen Premierminister Tony Blair oder jüngst vom wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums vorgeschlagen – würde an der Wettbewerbsverzerrung nichts ändern, sondern sie für die Zukunft festschreiben‘, warnte Graefe zu Baringdorf vor Illusionen.

Die AbL schlägt statt dessen vor, die Höhe der Zahlungen an die im Betrieb befindlichen Arbeitskräfte zu binden. ‚Erst recht in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit müssen die EU-Zahlungen einen aktiven Beitrag leisten, um Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu schaffen‘, begründet Graefe zu Baringdorf. ‚Die EU-Prämien sollten auf maximal die Hälfte der tatsächlichen Lohnkosten reduziert werden. Das wäre schon ein Riesenschritt hin zu mehr Wettbewerbs-Gerechtigkeit‘, schlägt die AbL-Vorsitzende Heubuch vor.

Mit der Angabe über ihre persönliche Höhe der EU-Zahlungen will die AbL-Vorsitzende die Forderung der AbL an die Bundesregierung unterstreichen, die einzelnen Zahlungen der EU an die Empfänger im Land zu veröffentlichen, so wie es z.B. Dänemark und die Niederlande vormachen. ‚Die Bundesregierung hat es in der Hand, hier Transparenz für alle Steuerzahler zu schaffen.‘

Im Internet unter www.farmsubsidy.org sind die veröffentlichten Zahlungen für jedes EU-Land aufgeführt.

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Sonnleitner stellt Situationsbericht der Landwirtschaft vor

Themen: Archiv — info @ 11:12

Landwirtschaft zieht Bilanz: Wirtschaftsjahr 2004/2005 als Zwischenhoch

Berlin (agrar.de) – Bürokratieabbau und politische Planungssicherheit forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich der Vorstellung des Situationsberichtes 2006 vor der Bundespressekonferenz in Berlin. Die Bauern benötigten als Unternehmer mehr Freiheit, um vorhandene Chancen in den Märkten wahrnehmen zu können. Die hohen Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzstandards einer gesellschaftlich gewünschten nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland und Europa müssten in entsprechenden politischen Rahmenbedingungen der nationalen Agrarpolitik, der EU und bei den WTO-Verhandlungen ihren Niederschlag finden.

Das wirtschaftliche Ergebnis des abgelaufenen Wirtschaftsjahres 2004/2005 fiel für die Bauernfamilien nach drei vorangegangenen Jahren mit völlig unbefriedigendem Einkommen positiver aus. Das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe ist von 25.400 Euro auf 34.600 Euro gestiegen. Umgerechnet auf eine Arbeitskraft ergibt sich ein monatliches Brutto-Einkommen in der Landwirtschaft von durchschnittlich 2.000 Euro, wovon der Landwirt seinen Lebensunterhalt bestreiten, Eigenkapital bilden, Nettoinvestitionen tätigen und Sozialabgaben abführen muss. Das Einkommen liegt noch ca. 10 Prozent unter dem von der Bundesregierung herangezogenen gewerblichen Vergleichslohn. Insgesamt betrachtet ist das Gewinn- und Einkommensniveau der deutschen Landwirte stark schwankend und unterdurchschnittlich.

Sonnleitner wies darauf hin, dass die Erholung der Einkommen noch nicht nachhaltig sei und das Wirtschaftsjahr 2004/2005 nur ein ‚Zwischenhoch‘ sei. Viele Landwirte nutzten die bessere Erlössituation aber zunächst zur Verringerung der Schulden. Die Bruttoinvestitionen wurden im dritten Jahr in Folge abermals zurückgeschraubt. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2005/06 geht der DBV von einer rückläufigen Tendenz bei den Gewinnen aus. Hauptgrund sind die stark gestiegenen Kosten für Treibstoffe, Energie- und Düngemittel. Die Steuer- und Abgabenerhöhungen bei Agrardiesel und der landwirtschaftlichen Unfallversicherung werden sich ebenfalls negativ auswirken.

Je nach Produktionsschwerpunkt entwickelte sich die deutsche Landwirtschaft im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2004/2005 unterschiedlich. Die Ackerbaubetriebe konnten in den meisten Bundesländern aufgrund der guten Ernte 2004 ihre Einkommen verbessern. Die guten Erträge wurden aber durch niedrigere Erlöse zum Teil wieder zunichte gemacht. Vor allem die Preise bei Kartoffeln und Gemüse waren nach Aussage Sonnleitners katastrophal. Die Dauerkulturbetriebe (Obst, Gemüse, Hopfen) fuhren ein deutlich schlechteres Ergebnis als im Vorjahr ein (von 49.400 Euro auf 26.400 Euro). Die Weinbaubetriebe dagegen konnten ihr Unternehmensergebnis verbessern (von 38.000 Euro auf 41.000 Euro). Auch die Öko-Betriebe verbesserten ihr Unternehmensergebnis auf 36.700 Euro und haben sich damit ähnlich positiv entwickelt wie der Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe.

Die Milchviehbetriebe erzielten trotz stagnierender Erlöse in der Milchproduktion ein verbessertes Unternehmensergebnis von 31.300 Euro (Vorjahr 25.100 Euro). Dies ist vor allem auf die Einführung der EU-Ausgleichszahlungen bei Milch ab dem Jahr 2004 und auf die gestiegenen Rindfleischerzeugerpreise zurückzuführen. Im laufenden Kalenderjahr 2005 erhalten die Milchbauern 27,5 Cent pro Liter Milch gegenüber 28 Cent pro Liter in 2004. Die finanzielle Lage vieler Milchviehbetriebe ist daher weiterhin angespannt, erklärte Sonnleitner.

Auf ein gutes Jahr blicken die Veredlungsbetriebe, vor allem die Schweine haltenden Betriebe zurück. Nach zwei katastrophalen Vorjahren führten höhere Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel sowie geringere Futterkosten zu einer deutlichen Erholung. Das Unternehmensergebnis stieg von 17.800 Euro auf 61.600 Euro. Der aus jeder betriebswirtschaftlichen Vorlesung bekannte „Schweinezyklus“ sei voll zur Geltung gekommen, betonte Sonnleitner.

Für den Situationsbericht 2006 wurden die Buchführungsergebnisse von über 20.000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie Agrargenossenschaften für das Wirtschaftsjahr 2004/2005 ausgewertet, die repräsentativ die wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland dokumentieren.

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06. Dezember 2005

Etwa 2.500 landwirtschaftliche Betriebe geben jährlich im Südwesten auf

Themen: Archiv — info @ 10:12

Durchschnittliche Betriebsgröße auf 23,9 Hektar gestiegen

Stuttgart (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der im Frühjahr 2005 durchgeführten Agrarstrukturerhebung gibt es noch 60.600 landwirtschaftliche Betriebe1) in Baden-Württemberg. Dies sind nach Feststellung des Statistischen Landesamtes 7,8 Prozent oder 5.100 Betriebe weniger als noch im Jahr 2003.

Die jährliche Abnahmerate hat sich mit einem Minus von 4 Prozent nochmals erhöht und damit einen neuen Höchstwert für die letzten zweieinhalb Jahrzehnte erreicht. Zum Vergleich: Zwischen 1999 bis 2003 betrug der Rückgang jährlich 3,5 Prozent. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzte sich somit auf anhaltend hohem Niveau forciert fort. Dem gegenüber scheint die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) relativ unberührt von strukturellen Veränderungen zu bleiben: Mit 1.446:500 Hektar (ha) wurden nur 6:200 ha (- 0,4 Prozent) weniger bewirtschaftet als 2003.

Gestützt durch diese Entwicklungen hat sich die durchschnittliche Größe eines landwirtschaftlichen Betriebes im Südwesten in den letzten beiden Jahren von 22,1 auf 23,9 ha LF erhöht. Allerdings bewirtschaftet nach wie vor fast die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe (29 100 bzw. 48 Prozent) eine verhältnismäßig kleine landwirtschaftliche Fläche von unter 10 ha. Auf Betriebe dieser Größenordnung entfällt jedoch lediglich ein Anteil von 7,5 Prozent (109:100 ha) der LF des Landes. Dem gegenüber wird mehr als ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche (524:200 ha) von den nur 4.400 Betrieben (7,3 Prozent) mit einer Flächenausstattung von 75 und mehr ha bewirtschaftet.

Als weiterer Indikator für die Strukturveränderungen in der Landwirtschaft dient die so genannte Wachstumsschwelle, ein auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche bezogener Grenzwert, unterhalb dessen die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb dessen die Zahl der Betriebe zunimmt. Sie verschiebt sich immer weiter nach oben. Im Jahr 2005 verzeichneten nur noch die Betriebe der Größenklasse mit 75 und mehr ha LF einen Zuwachs der Betriebszahl. In allen anderen Größenklassen treten rückläufige Betriebszahlen auf.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Mehr als 50 Prozent der Thüringer Milch geht über die Landesgrenze

Themen: Archiv — info @ 10:12

Erfurt (agrar.de) – Von Januar bis September 2005 lieferten Thüringer Milcherzeuger 707.710 Tonnen Rohmilch zur weiteren Verarbeitung zu Konsummilch, Käse, Quark, Joghurt und anderen Milchprodukten an Molkereien und Milchsammelstellen. Das waren 28.284 Tonnen bzw. 4,2 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

348.911 Tonnen Rohmilch lieferten die Betriebe nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik an Molkereien in Thüringen. 358.799 Tonnen nahmen Molkereien in neun weiteren Bundesländern ab. Mit 182.387 Tonnen ging ein Viertel (25,8 Prozent) der in Thüringen erzeugten Milch an Molkereien in Bayern. Nach Rheinland-Pfalz wurden 58.844 Tonnen und nach Sachsen-Anhalt 40.025 Tonnen geliefert. Molkereien in Sachsen kauften 33.932 Tonnen Rohmilch auf. Weitere Milch wurde nach Nordrhein-Westfalen (20.598 Tonnen), Hessen (10.776 Tonnen), Mecklenburg-Vorpommern (7.977 Tonnen), Niedersachsen (3.977 Tonnen) und Brandenburg (283 Tonnen) geliefert. Dabei wurde Rohmilch Thüringer Erzeuger von brandenburgischen Milchhöfen lediglich bis Ende des ersten Quartals 2005 und von hessischen Verarbeitungsbetrieben bis Juli dieses Jahres aufgekauft.

Thüringer Molkereien bezogen auch 38.536 Tonnen Rohmilch von Milchbauern aus den an Thüringen grenzenden Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Im Vergleichszeitraum 2004 wurden 11.525 Tonnen von Milcherzeugern dieser Länder aufgekauft. Im Einzelnen wurden bis Ende September 2005 in Thüringer Molkereien 23.156 Tonnen hessische, 10.515 Tonnen niedersächsische, 3.219 Tonnen sachsen-anhaltinische und 1.646 Tonnen sächsische Milch verarbeitet.

Damit veredelten Thüringer Molkereien von Januar bis September 2005 insgesamt 387.447 Tonnen Rohmilch (+ 14,2 Prozent zum Vorjahresberichtszeitraum) zu Molkereiprodukten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 339.278 Tonnen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

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