07. Oktober 2005

Knapp neun Zehntel der Bodenfläche Thüringens sind Landwirtschafts- und Waldflächen

Themen: Archiv — info @ 14:10

Erfurt (agrar.de) – Der Freistaat Thüringen erstreckt sich nach den Ergebnissen der auf dem Liegenschaftskataster basierenden Flächenerhebung 2004 auf einer Fläche von 16.172 km2 bzw. 1.617.200 Hektar. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik sind mit 873.629 Hektar über die Hälfte der Gebietsfläche (54,0 Prozent) Landwirtschaftsflächen und mit 515.675 Hektar ist knapp ein Drittel (31,9 Prozent) mit Wald bedeckt. Die Wasserfläche von 19.397 Hektar nimmt 1,2 Prozent der Fläche Thüringens ein. 144.955 Hektar bzw. 9,0 Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsflächen und 3,9 Prozent entfallen auf sonstige Nutzungsarten.

Mit einem Anteil von 85,9 Prozent Landwirtschafts- und Waldfläche ist Thüringen ein von freier Landschaft geprägtes Land. Somit trägt Thüringen, das auch als ‚Grünes Herz Deutschlands‘ bezeichnet wird, seinen Namen zu Recht.

Den höchsten Anteil von Landwirtschaftsflächen an der Gebietsfläche des Landkreises haben dabei Sömmerda (81,4 Prozent) und das Altenburger Land (73,3 Prozent). Die waldreichsten Gebiete liegen in den Landkreisen Sonneberg (60,2 Prozent), Saalfeld-Rudolstadt (52,0 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Suhl (63,9 Prozent). Der Saale-Orla-Kreis ist der wasserreichste Kreis, 2,7 Prozent der Bodenfläche sind Wasserfläche. Mit 3 060 Hektar liegen 15,8 Prozent der Wasserfläche Thüringens in dieser Region.

Weniger als 10 Prozent der Thüringer Gebietsfläche werden als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche des jeweiligen Landkreises schwankt zwischen 6,6 Prozent im Saale-Orla-Kreis bis 11,3 Prozent im Altenburger Land. Unter den kreisfreien Städten liegen die vergleichbaren Werte zwischen 16,9 Prozent in Suhl und 25,7 Prozent in Weimar.

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Weniger Gemüse in Nordrhein-Westfalen angebaut

Themen: Archiv — info @ 12:10

Düsseldorf (agrar.de) – Auf einer Fläche von nahezu 19.900 Hektar wurde in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen zum Verkauf bestimmtes Gemüse angebaut. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anhand jetzt vorliegenden Ergebnissen der Gemüseanbauerhebung 2005 mitteilt, schrumpfte damit die Anbaufläche für Gemüse gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent.

Spargel (im Ertrag stehend) beanspruchte mit 2.754 Hektar (13,8 Prozent der Anbaufläche für Freilandgemüse) den größten Anteil; die Spargelanbauer konnten damit die Spargelfläche gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent ausweiten. Die nach dem Spargel größten Freilandanbauflächen wurden mit Möhren und Karotten (2.095 Hektar; -0,5 Prozent gegenüber 2004), mit Spinat (1.563 Hektar; -2,2 Prozent), mit Blumenkohl (1.165 Hektar; -16,0 Prozent), mit Buschbohnen (1.063 Hektar; -6,5 Prozent) und mit Frischerbsen (1.042 Hektar; +42,3 Prozent) bestellt.

Der Anbau von Gemüse unter Glas spielt mit einem Anteil von 1,2 Prozent an der gesamten Gemüseanbaufläche in Nordrhein-Westfalen eine eher untergeordnete Rolle. Mit 54,0 bzw. 42,1 Hektar Anbaufläche dominieren hier Kopfsalat (+23,6 Prozent) und Tomaten (-5,2 Prozent).

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06. Oktober 2005

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 16:10

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 825 angebotenen Schweinen 825 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,39 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,38 Euro bis 1,40 Euro. Es wurden sechs Partien gehandelt.

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Agrarland im Osten billiger

Themen: Archiv — info @ 13:10

Leichter Preisanstieg für Landwirtschaftsflächen – Niedersachsen im Mittelfeld

Hannover (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke in Deutschland klafft die Spanne der Verkaufspreise weit auseinander. Am teuersten sind die Flächen nach Meldung des niedersächsischen Landvolk-Verbandes in Nordrhein-Westfalen. Dort kostete der Hektar (ha) Land im vergangenen Jahr durchschnittlich 26.080 Euro. Nicht wesentlich billiger war Agrarland in Bayern zu haben, dort mussten 22.550 Euro je ha auf den Tisch geblättert werden.

Ebenfalls zur Preis-Spitzengruppe zählte Baden-Württemberg, wo der Hektar 18.552 Euro kostete. Niedersachsen lag dagegen mit 13.360 Euro im Mittelfeld, hier unterschritten die gezahlten Preise sogar den Durchschnitt in den alten Bundesländern von 16.035 Euro und lagen annähernd auf gleichem Niveau wie in Hessen mit 13.288 Euro je ha. Noch billiger war es in den alten Bundesländern nur in Schleswig-Holstein mit 11.196 Euro je ha sowie im Saarland (8.523 Euro je ha) und in Rheinland-Pfalz mit 8.417 Euro je ha. Weit billiger wurde Agrarland nach wie vor in den neuen Bundesländern gehandelt. Am teuersten war dort Sachsen-Anhalt mit 4.648 Euro je ha. Mit nur geringem Abstand folgten die übrigen neuen Länder alle oberhalb der 4.000-er Marke. Mit noch einmal deutlichem Abstand folgte Brandenburg als Schlusslicht, dort kosteten Landwirtschaftsflächen lediglich 2.535 Euro je ha.

Gegenüber 2003 mussten die Bauern beim Kauf landwirtschaftlicher Grundstücke etwas tiefer in die Tasche greifen. Mit 9.233 Euro je ha im Bundesdurchschnitt kostete 2004 die Fläche 49 Euro oder 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings verlief die Preisentwicklung im Osten und im Westen genau entgegen gesetzt. Während nämlich die Kaufwerte für Landwirtschaftsflächen in den alten Bundesländern um durchschnittlich 2,8 Prozent auf 16.035 Euro sanken, musste in den neuen Ländern gegenüber 2003 mit 3.944 Euro 2,9 Prozent mehr gezahlt werden, als im Jahr zuvor. In Niedersachsen gingen die durchschnittlichen Kaufwerte innerhalb Jahresfrist um 3,8 Prozent zurück. Dabei wurde in Weser-Ems, wo von den flächenknappen Veredelungsbetrieben eine starke Nachfrage ausgeht, mit 15.671 Euro der höchste Erlös erzielt. Dagegen lagen die Kaufwerte im Regierungsbezirk Lüneburg mit meist ertragsschwachen Böden bei 8.673 Euro je ha nur wenig mehr als halb so hoch.

Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr 94.415 ha den Besitzer, das waren 0,8 Prozent weniger als im Jahr 2003 mit 95.163 ha verkaufter Landwirtschaftsfläche. Mehr als die Hälfte der gehandelten Fläche bekam in den neuen Bundesländern einen neuen Bewirtschafter, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Mit 53.113 ha wurden dort 3,3 Prozent weniger Flächen verkauft als 2003. Dagegen stieg der Flächenumsatz in den alten Bundesländern um 2,6 Prozent auf 41.302 ha. Ein Drittel davon, nämlich 14.919 ha, wechselte in Niedersachsen den Besitzer, das waren 7,9 Prozent mehr als im Jahr 2003.

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Niedersachsen: Die Milch bleibt wichtigste Einkommensquelle

Themen: Archiv — info @ 12:10

Bauern verdienen fast jeden dritten Euro mit Milch, Schweinen und Getreide

Hannover (agrar.de) – Die Einkommen aus der Tierhaltung, allen voran das Milchgeld, spielen für Niedersachsens Landwirte eine immens wichtige Rolle. Jeder dritte Euro, der 2003 auf den rund 55.000 landwirtschaftlichen Betrieben zwischen Ems und Elbe in die Kassen kam, wurde mit dem Verkauf von Milch, Schweinen oder Getreide verdient.

Die Umsätze mit den Produkten aus tierischer Erzeugung steuern nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes 4,2 Milliarden Euro zum gesamten Produktionswert der Landwirtschaft im Agrarland Niedersachsen in Höhe von gut acht Milliarden Euro bei. Mit knapp 3,6 Milliarden Euro sind die Erzeugnisse aus der so genannten Bodenproduktion oder der pflanzlichen Erzeugung beteiligt.

Bei der Tierhaltung ist das Einkommen aus der Rindviehhaltung besonders elementar. Neben dem Milchgeld setzten die niedersächsischen Landwirte im Jahr 2003 weitere 579 Millionen Euro mit dem Verkauf von Rindern und Kälbern um, damit wurde ein Viertel der landwirtschaftlichen Einkommen über die Rinderhaltung erzielt. Vor zehn Jahren war dieser Anteil mit rund 30 Prozent noch höher.

Mit einer Bruttowertschöpfung in Höhe von 4,17 Milliarden Euro nimmt Niedersachsens Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft bundesweit weiterhin eine Spitzenposition ein und steuert gut ein Fünftel der bundesweiten Bruttowertschöpfung in diesem Sektor bei. Mit einem Anteil von 2,5 Prozent erreicht Niedersachsens Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft einen doppelt so hohen Anteil wie die im bundesweiten Vergleich mit 1,1 Prozent. Einen höheren Anteil weist das Statistische Jahrbuch mit 3,9 Prozent lediglich für Mecklenburg-Vorpommern aus, in absoluten Zahlen ausgedrückt erwirtschaften die grünen Branchen hier aber nur eine Bruttowertschöpfung von 1,07 Milliarden Euro. Bundesweit beziffern die Statistiker diesen Wert auf 21,81 Milliarden Euro.

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05. Oktober 2005

Durchschnittliche Kartoffelernte in Thüringen

Themen: Archiv — info @ 11:10

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen ist in diesem Jahr eine durchschnittliche Kartoffelernte herangewachsen. Nach den vorläufigen Ergebnissen wird ein Flächenertrag von 372 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) erreicht. Das entspricht in etwa den langjährigen Erträgen der Jahre 1999/2004 (375 dt/ha). Die hohe Ertragsleistung vom Vorjahr wird nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik um 27 dt/ha bzw. 7 Prozent unterschritten.

Ergiebig waren in diesem Jahr die Frühkartoffeln mit 336 dt/ha. Die Erträge lagen um 81 dt/ha bzw. um 32 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 1999/2004 und um 76 dt/ha bzw. um 29 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Für mittelfrühe und späte Sorten werden mit 373 dt/ha durchschnittliche Erträge erwartet (Durchschnitt 1999/2004: 378 dt/ha). Das hohe Vorjahresniveau wird um 29 dt/ha bzw. 7 Prozent unterschritten.

Von rund 2.500 Hektar werden 95 Tausend Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr um 314 Hektar (-11 Prozent) zurückgenommen. Durch den Rückgang der Fläche sowie die geringere Hektarleistung wird die diesjährige Gesamterntemenge um 17 Prozent geringer ausfallen als die Ernte 2004 mit 114.000 Tonnen.

Für das gesamte Bundesgebiet wird in diesem Jahr bei einer Ertragsleistung von 404 dt/ha mit einer Kartoffelernte von 11,2 Millionen Tonnen gerechnet. Im Vorjahr wurde bei einem Flächenertrag von 442 dt/ha eine Gesamterntemenge von 13,0 Millionen Tonnen erreicht. Bundesweit werden in diesem Jahr Kartoffeln von rund 276.300 Tausend Hektar geerntet (2004: 295.000 Tausend Hektar).

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01. Oktober 2005

Mecklenburg-Vorpommern: Salate, Brokkoli und Spargel dominieren auch 2005 im Gemüsebau

Themen: Archiv — info @ 15:10

Schwerin (agrar.de) – Auf 1.930 Hektar wird in Mecklenburg-Vorpommern Freilandgemüse angebaut. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes hat sich damit die Fläche gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent verringert. Für die Anbaustruktur bestimmend sind Salate, die 44 Prozent der Fläche einnehmen, gefolgt von Brokkoli mit 22 Prozent und Spargel mit 17 Prozent.

Der Gemüseanbau unter Glas hat sich geringfügig auf nunmehr 15,9 Hektar ausgedehnt. Auf mehr als drei Viertel dieser Fläche wachsen Tomaten heran.

In diesem Jahr bauen landesweit 76 Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe unterschiedlichster Größe und Rechtsform Freilandgemüse zum Verkauf an.

Von den mehr als 850 Hektar Salaten entfallen jeweils rund 400 Hektar auf Eissalat und Little Gem, bekannt auch als Mini-Romana oder Salatherzen. Des Weiteren gehören 40 Hektar Chicorée und 10 Hektar Radicchio dazu. Der Anbau anderer Salatarten hat, wie schon in den Vorjahren, geringe Bedeutung. So nimmt der ‚klassische‘ Kopfsalat landesweit nur noch eine Fläche von 1,2 Hektar ein.

Brokkoli liegt mit 432 Hektar in der Anbauausdehnung auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Spargelfläche (331 Hektar, darunter 306 Hektar im Ertrag) hat sich gegenüber 2004 um 5 Prozent verringert. Weitere flächenmäßig bedeutendere Gemüsearten sind Rosenkohl mit 117 Hektar, Möhren und Karotten mit 63 Hektar sowie Blumenkohl mit 56 Hektar. Der Anteil aller anderen Gemüsearten am Anbau auf dem Freiland beläuft sich auf weniger als 7 Prozent der Gesamtfläche. Darunter fallen u. a. die verschiedenen Arten von Fruchtgemüse, wie Tomaten, Gurken, Erbsen und Bohnen, aber auch mit anhaltend rückläufiger Tendenz der Kopfkohl (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing). Dieser beansprucht nur noch eine Fläche von zusammen 32 Hektar (Vorjahr: 46 Hektar; Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2004: 112 Hektar).

Gemüse unter Glas wird in diesem Jahr auf einer Fläche von 15,9 Hektar angebaut. Den größten Anteil daran haben, wie schon in den Vorjahren, die Tomaten auf 12,1 Hektar. Auf 1,4 Hektar wachsen Gurken heran. Die restliche Fläche teilen sich u. a. Paprika, Feldsalat und Petersilie.

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Weniger Kartoffeln und Getreide, mehr Bioenergiepflanzen in Niedersachsen

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 15:10

Hannover (agrar.de) – Die Getreideernte ist dieses Jahr geringer als im Jahr 2004 ausgefallen. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik mitteilt, wird auch die Kartoffelernte geringere Erträge bringen.

Reduzierte Anbauflächen und gesunkene Flächenerträge bewirkten bei Getreide (ohne Mais) einen Rückgang der Erntemenge um 4,2 Prozent auf 6,8 Mio. Tonnen. Der Speisekartoffelanbau wurde nach den sehr niedrigen Erzeugerpreisen im letzten Jahr um 10,6 Prozent reduziert. Auch die Rekorderträge des letzten Jahres werden dieses Jahr nicht gerodet. Die Erntemenge aller Kartoffelarten (Speisekartoffeln und Industriekartoffeln) wird voraussichtlich um 14,5 Prozent hinter den Mengen von 2004 zurückbleiben.

Dem Rückgang der Getreide- und Kartoffelflächen (-30.701 ha) steht ein ungewöhnlicher Anstieg der Flächen gegenüber, die teilweise als ’nachwachsende Rohstoffe‘ genutzt werden (z.B. Silomais und Raps +39.390 ha). Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen ist nicht neu. Bis vor 50 Jahren war z.B. noch jeder Kälberstrick aus Faser-Hanf, Leinen wurde aus heimischem Flachs gewonnen und schließlich brauchte man große Flächen für die Versorgung der damals wichtigsten Kraftquelle auf dem Land, der Zugtiere.

Die Förderung der ‚Bioenergie‘ schlägt sich in der Anbaustatistik nieder. Der Rapsanbau verdankt einen Großteil seines Flächenzuwachses dem Biodiesel. Ca. 40 Prozent der Rapsfläche in Niedersachsen wird heute dafür genutzt. Einfallsreiche Pioniere haben demonstriert, dass Biogasanlagen technisch beherrschbar sind. Das zum 1. August 2004 novellierte ‚Erneuerbare-Energien-Gesetz‘ bot ca. 200 innovationsfreudigen Landwirten den letzten Anreiz, in diese Form der Strom- und Wärmeerzeugung neu einzusteigen. Es gibt nun ca. 500 Biogasanlagen im Land. Neue Anlagen entstehen inzwischen oft außerhalb der viehstarken Veredelungsregionen und werden teilweise schon ganz ohne Gülle betrieben. Der ungewöhnliche Anstieg der Silomaisfläche (+23.000 ha) dürfte zum Großteil auf den Bedarf der Biogasanlagen zurückzuführen sein, aber auch ‚Energieroggen‘ (Spezialzüchtungen), anderes Getreide und andere Pflanzen können dafür genutzt werden. Mit genau abgestimmten ‚Futterrationen‘ produzieren die Bakterienkulturen in den luftdichten Fermentern Biogas (Methangasanteil 50 bis 55 Prozent; Erdgas enthält 80 bis 99 Prozent Methan) und wertvollen, geruchsarmen Dünger. Das Gas treibt stationäre Motoren mit Stromgeneratoren an und gibt Wärme ab. Das sind neue Produkte der landwirtschaftlichen Betriebe, die in der herkömmlichen Landwirtschaftsstatistik nicht erfasst werden. Die Rapserträge blieben dieses Jahr etwas hinter den hohen Erwartungen zurück, aber der Mais steht sehr gut.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Baden-Württemberg: Getreideernte auf durchschnittlichem Niveau

Themen: Archiv — info @ 12:10

Durchschnittsernte auch im Kartoffelbau

Stuttgart (agrar.de) – Rechtzeitig vor dem traditionellen Erntedankfest am 2. Oktober 2005 konnte die Getreideernte auch in den baden-württembergischen Spätdruschgebieten abgeschlossen werden. Nachdem im Statistischen Landesamt nahezu alle für die ‚Besondere Ernteermittlung‘ vorgesehenen Probeschnitte und Volldrusche ausgewertet wurden, wird die Getreideernte (ohne Körnermais) im Südwesten auf 28,6 Millionen Dezitonnen (1 dt = 100 kg = 0,1 Tonnen) veranschlagt. Im Vorjahr konnten die Landwirte eine Rekordernte von 33,1 Mill. dt einbringen; die langjährige Durchschnittsernte 1999/2004 beläuft sich auf 29,5 Mill. dt. Damit werden die vorläufigen Ergebnisse der ‚Besonderen Ernteermittlung‘ des Statistischen Landesamtes voll bestätigt.

Bei allen Getreidearten liegen die Erträge deutlich – zwischen 10 Prozent bei Winterweizen und etwas weniger als 17 Prozent bei Sommergerste – unter den Rekordergebnissen des Vorjahres. Winterweizen übertrifft mit 70,1 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) das durchschnittliche Ertragsniveau (68,4 dt/ha), während Sommergerste (47,6 dt/ha), Hafer (48,8 dt/ha) und Wintergerste (55,1 dt/ha) um zwei, vier bzw. sechs Prozent hinter dem Mittel der Jahre 1999/2004 zurückbleiben. Berücksichtigt werden muss hierbei eine insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um 7.700 ha (-1,6 Prozent) kleinere Getreideanbaufläche (ohne Körnermais 476.500 ha), wobei die ertragsstärkste Getreideart Winterweizen die größten Einbußen zu verkraften hatte.

Spät geerntetes Getreide mit Qualitätsproblemen

Das Erntegeschehen selbst war geprägt durch die lang anhaltende Regenperiode von Mitte bis Ende August. Vor den Regenfällen geerntetes Getreide – schätzungsweise drei Viertel der Anbaufläche im Land – konnte zumeist mit Feuchtigkeitsgehalten von unter 14 Prozent eingebracht werden. Eine Nachtrocknung war deshalb in diesen Fällen kaum erforderlich. Späterntiges Getreide wies dagegen höhere Feuchtigkeitsgehalte auf. Teilweise kam es zu Qualitätseinbußen infolge Auswuchses. Wie beispielsweise die Qualitätsuntersuchungen bei Weizen gezeigt haben, weisen einige dieser Partien nur Futterqualität auf. Jede achte der untersuchten Proben erreicht bei der Fallzahl (diese beschreibt die Backqualität der Getreidestärke) nicht die Interventionsgrenze von 220 Sekunden. Bundesweit dürfte rund ein Viertel der Winterweizenernte nicht interventionsfähig (Absatz zu einem garantierten Preis an die Öffentliche Hand) sein. Angesichts der starken regionalen Schwankungen ist die Belieferung der Mühlen mit Getreide zwar mitunter auf überregionale Herkünfte angewiesen, insgesamt aber nicht in Frage gestellt. Der durchschnittliche Proteingehalt liegt für hiesige Verhältnisse bei ordentlichen 12,5 Prozent (1999/2004 12,8 Prozent). Der Sedimentationswert, ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Eiweißqualität, ist mit 48 Einheiten als überdurchschnittlich einzustufen.

Leicht unterdurchschnittliche Erträge im heimischen Kartoffelanbau

Mitte September ist die diesjährige Kartoffelernte bei den für das Einkellerungsgeschäft maßgeblichen Sorten noch in vollem Gange. Bei den mittelfrühen und späten Kartoffeln zeichnet sich demnach für Baden-Württemberg im Landesmittel mit voraussichtlich 330 dt/ha ein leicht unterdurchschnittlicher Ertrag ab. Das langjährige Mittel 1999/2004 beziffert sich auf 343 dt/ha; im Vorjahr konnte mit 366 dt/ha sogar ein Spitzenergebnis erzielt werden. Bei einer Anbaufläche von knapp 5.500 ha wird mit 1,8 Mill. dt Spätkartoffeln (einschließlich mittelfrühe) eine Erntemenge erwartet, die das Vorjahresergebnis um ein Zehntel, den Sechsjahresdurchschnitt um 16 Prozent verfehlt.

Die Frühkartoffeln erzielten im heimischen Anbau mit rund 270 dt/ha eine Flächenleistung, vergleichbar dem Mittel 1999/2004 (275 dt/ha). Auf einer Anbaufläche von 980 ha – dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Ausweitung um 200 ha oder ein Viertel – wurde im Südwesten somit eine Erntemenge von über 260.000 dt Frühkartoffeln erzeugt. Das Vorjahresergebnis wurde damit um ein Zehntel übertroffen, das langjährige Mittel (270 000 dt) aber um 3 Prozent verfehlt.

Die gesamte Kartoffelernte der marktorientierten Betriebe des Landes ist damit auf voraussichtlich knapp 2,1 Mill. dt zu beziffern. Ergänzend zur Kartoffelernte in den landwirtschaftlichen Betrieben dürfte bei den Eigenerzeugern und Kleinstflächenbewirtschaftern noch eine nennenswerte Produktion zusätzlich anfallen, so dass die Gesamtversorgung an Kartoffeln im Land auf schätzungsweise 2,8 Mill. dt zu veranschlagen ist.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

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