01. September 2005

Thüringen: Getreideernte 2005 im langjährigem Mittel

Themen: Archiv — info @ 13:09

Erfurt (agrar.de) – Der diesjährige Ernteverlauf stellt die Thüringer Landwirte vor eine hohe Geduldsprobe. Trockenheit im Herbst führte regional bereits zu Problemen beim Auflaufen des Getreides. Es folgte ein verspätetes und nasskaltes Frühjahr, was sich insbesondere negativ auf die Bestockung der Sommergerste auswirkte. Vorsommertrockenheit verursachte Trockenstress bei Getreide und ab August erfolgte die Ernte unter ungünstigen Witterungsbedingungen. Immer wiederkehrende punktuelle Niederschläge, hohe Luftfeuchtigkeit und zum Teil trübes Wetter verhinderten eine schnelle Abtrocknung der erntefähigen Felder und ließen nur begrenzt einen Mähdrusch zu, so dass bis Ende August erst zwei Drittel der Getreidefläche abgeerntet wurden.

Für die Ernte 2005 rechnen die Thüringer Bauern mit einer Getreideernte (ohne Corn-Cob-Mix und Körnermais) von 2,4 Millionen Tonnen. Die Erntemenge wird nach ersten Berechnungen durch das Thüringer Landesamt für Statistik über ein Zehntel (- 12,3 Prozent) geringer ausfallen als im Vorjahr. Mit einem Flächenertrag von 64,9 dt/ha wird das sechsjährige Mittel der Jahre 1999 bis 2004 mit 65,5 dt/ha annähernd erreicht, der Spitzenertrag des Vorjahres aber um 8,7 dt/ha verfehlt.

Bei Winterweizen, der mit 221 Tausend Hektar auf knapp 60 Prozent der Getreidefläche insgesamt steht, wird ein Flächenertrag von 69,0 dt/ha erwartet. Die Ertragsleistung entspricht annähernd dem langjährigen Mittel der Jahre 1999/2004 von 70,2 dt/ha (- 1,6 Prozent), liegt aber um 10,1 dt/ha bzw. um 12,8 Prozent unter dem hohen Vorjahresniveau.

Bei Roggen wird mit einem Ertrag von 62,0 dt/ha gerechnet. Das wären 13,8 dt/ha (- 18,2 Prozent) weniger als im Jahr 2004 und 6,0 dt/ha (- 8,8 Prozent) weniger als im sechsjährigem Durchschnitt 1999/2004.

Wintergerste liegt mit 66,2 dt/ha im langjährigen Mittel, das Vorjahresergebnis wird jedoch um 4,3 dt/ha (- 6,1 Prozent) unterschritten.

Gleiches trifft für die Sommergerste zu. Die erwartete Ertragsleistung bei Sommergerste von 52,0 dt/ha kann ebenfalls als durchschnittlich eingestuft werden. Das Spitzenergebnis von 2004 von 59,0 dt/ha wird um 11,9 Prozent unterschritten.

Hafer, der in Thüringen mit einem Anbau von 5,6 Tausend Hektar eine untergeordnete Rolle spielt, bringt mit 49,7 dt/ha 2,8 dt/ha (- 5,3 Prozent) weniger als im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2004 und 9,0 dt/ha (-15,4 Prozent) weniger als im Jahr 2004.

Mit einem voraussichtlichen Flächenertrag von 60,0 dt/ha wird für Triticale, einer Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, das durchschnittliche Ertragspotential der Jahre 1999 bis 2004 um 1,4 dt/ha (- 2,3 Prozent) und der bisher höchste Ertrag des Vorjahres um 10,8 dt/ha (- 15,3 Prozent) unterschritten.

Für Deutschland wird nach den vorläufigen Ergebnissen mit einer Getreideernte von 42,0 Millionen Tonnen gerechnet. Die diesjährige Ernte liegt damit im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2004.

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