02. Juni 2005

NABU fordert rasche Modernisierung des Jagdrechts

Themen: Archiv — info @ 16:06

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat anlässlich des Bundesjägertages in Neubrandenburg und der geplanten Bundestagsneuwahl seine Forderung nach einer raschen Modernisierung des Jagdrechtes erneuert. ‚Das Jagdgesetz wird neuen ökologischen Erkenntnissen, den Anforderungen des naturnahen Waldbaus, dem Tierschutz sowie internationalem und EU-Recht nicht gerecht‘, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Im Gegensatz zum Bundesnaturschutzgesetz, das in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach überarbeitet, modernen ökologischen Anforderungen und internationalen Verpflichtungen Deutschlands angepasst worden sei, gehe das Bundesjagdgesetz bis heute in seinen wesentlichen Bestandteilen auf das bereits 1935 verabschiedete Reichsjagdgesetz zurück.

Die Bundesregierung hatte sich 2002 in ihrer Koalitionsvereinbarung verpflichtet, das Bundesjagd- und das Bundeswaldgesetz in dieser Legislaturperiode zu novellieren. Beide Gesetzesvorhaben konnten durch die Föderalismusdebatte bis heute nicht umgesetzt werden. Erst vor wenigen Wochen wurde der Entwurf zur Änderung des Bundeswaldgesetzes auf den Weg gebracht, beim Jagdrecht ist bislang nichts geschehen. Waldwirtschaft ist nach Ansicht des NABU erst wieder wirtschaftlich, wenn das Schalenwild effektiver bejagt wird, keine teuren Zäune mehr notwendig sind und statt Fütterung und Medikamenten wieder die Natur ‚reguliert‘. ‚Fünf Millionen Naturschützer und zahlreiche Tierfreunde erwarten von der Politik, dass nun die Änderung des Jagdgesetzes folgt oder nach den Neuwahlen im Herbst zügig angepackt wird‘, so Tschimpke.

Vor diesem Hintergrund appellierte der NABU-Präsident an den Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV), sich nicht in ‚ideologischen Schützengräben zu verschanzen‘, sondern sich den gesellschaftspolitischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen. Die Diskussionen über das vom NABU geforderte Verbot bleihaltiger Munition zeigten, dass eine Novelle des Jagdgesetzes überfällig und umsetzbar sei, wie das zunehmende Angebot bleifreier Munition deutlich belege. ‚Wir begrüßen die Sensibilisierung in Teilen der Jägerschaft für diese Themen, erwarten aber gleichzeitig eine sachorientierte, ideologiefreie Mitarbeit bei der Modernisierung des Jagdrechtes‘, so Tschimpke.

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