01. Juni 2005

AbL begrüßt Nichtzulassung von Genmais-Sorten des Konzerns Monsanto

Themen: Archiv,Gentechnik — info @ 15:06

Bauern werden vor teuren Folgekosten geschützt

Hamm (agrar.de) – Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat keine Zulassung für seine gentechnischen Maissorten in Deutschland bekommen. Er konnte offenbar rechtliche Bedenken des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezüglich seines insektengiftigen Mais Mon810 nicht widerlegen. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt die Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das sich mit seinen Bedenken gegen den Mais Mon810 den Ländern Österreich, Ungarn, Polen und Griechenland anschließt.

Die bestehende prinzipielle EU-Zulassung als gentechnisches Konstrukt läuft bereits nächstes Jahr aus und vor einer Neuzulassung muss der Konzern Monsanto eine neue Sicherheitsüberprüfung des Mais durchlaufen. Aktuelle Forschungsergebnisse aus Ungarn zeigen, dass Schmetterlinge empfindlich auf das im Mais Mon810 produzierte Gift Bacillus thuringiensis reagieren. Trotz mehrfacher Aufforderung hat Monsanto bis heute keinen gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungsplan für den gentechnischen Mais Mon810 vorgelegt.

Bereits Mitte April demonstrierten Bauern und Verbraucher vor dem zuständigen Bundessortenamt in Hannover gegen die anstehende erste Zulassung einer gentechnischen Sorte in Deutschland. Zwar versucht die Gentechnik-Industrie mit viel Druck endlich einen Fuß auf die europäischen Äcker zu bekommen, aber es fehlt jedes Konzept wie die gesetzlich vorgeschriebene Verhinderung jeglicher Verunreinigung von Nachbarfelder durch Pollenflug, bei gemeinsamer Maschinennutzung oder dem Transport organisiert werden kann und vor allem welche Kosten dadurch entstehen, kritisiert die AbL. Erfahrungen aus den Anbauländern USA und Kanada führen den einheimischen Bauern erschreckend vor Augen, wie schnell und großflächig andere Felder und Ernten mit gentechnischen Bestandteilen verunreinigt werden. ‚Das nimmt den Bauern die Möglichkeit, die Märkte in Europa, Asien und teilweise selbst der USA mit gentechnikfreien Lebensmitteln zu beliefern‘, berichtet die AbL über Folgen für die nordamerikanischen Kollegen.

Die Vertagung der Zulassung sei ‚eine Niederlage für Monsanto und ein Erfolg für die Mehrheit der Bauern und Verbraucher, die keinen Nutzen von gentechnischem Sorten haben und diese weder anbauen noch in irgendeiner weiterverarbeitenden Form auf ihren Tellern liegen haben wollen‘, kommentiert der Bundesgeschäftsführer der AbL, Georg Janßen.

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