06. Juni 2005

Anbauflächen in Sachsen-Anhalt 2005

Themen: Archiv — info @ 12:06

Zuwachs bei Winterweizen und Winterraps

Halle (agrar.de) – Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalts mitteilt, wurden die Anbauflächen von Winterweizen und Winterraps gegenüber dem Vorjahr erheblich ausgedehnt.

Nach den Meldungen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung wächst derzeit auf über 365.000 Hektar Ackerland Winterweizen, das entspricht einem Plus von 9 Prozent. Der Anbau von Wintergerste bleibt mit knapp 98.000 Hektar annährend auf Vorjahresniveau. Dagegen nahmen die Flächen der übrigen Getreidearten ab. So ist der Roggenanbau in Sachsen-Anhalt um 9 Prozent zurückgegangen, so dass zur Ernte 2005 knapp 68.000 Hektar anstehen. Die mit Triticale bestellte Fläche liegt mit rd. 35.000 Hektar um 6 Prozent unter dem Anbau von 2004.

Beim Winterraps wird eine Anbauerweiterung um 8 Prozent ausgewiesen. Damit blühte in diesem Jahr auf über 148.000 Hektar Winterraps.

Der Maisanbau 2005 entspricht mit rd. 79.000 Hektar etwa dem Vorjahresanbau. Bei Kartoffeln dagegen zeichnet sich mit unter 13.000 Hektar eine Anbaueinschränkung ab.

Nach Aussagen der Landwirte sind die Winterfeldfrüchte in einem guten Zustand über den Winter gekommen, so dass Auswinterungsschäden nur in geringem Umfang auftraten. Den Wachstumsstand der Wintersaaten schätzten die Ernteberichterstatter im April ähnlich wie im Vorjahr als mittel bis gut ein.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

03. Juni 2005

Rückgang der Fleischerzeugung im ersten Quartal 2005

Themen: Archiv — info @ 13:06

Wiesbaden (agrar.de) – Im ersten Quartal 2005 wurden in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,6 Mill. Tonnen (t) Fleisch gewerblich erzeugt. Das waren 3,2 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal.

Die Schlachtungen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Pferden hatten zusammen einen Anteil von 84,1 Prozent (gut 1,3 Mill. Tonnen) an der Gesamterzeugung, auf die Geflügelschlachtungen entfielen 15,9 Prozent (knapp 0,3 Mill. Tonnen).

Die Fleischerzeugung aus gewerblichen Schlachtungen (ohne Geflügel) setzte sich im ersten Quartal 2005 aus 1,1 Mill. t Schweinefleisch, 263.000 t Rindfleisch, 9.900 t Kalbfleisch, 5.600 t Schaffleisch sowie rund 700 t Ziegen- und Pferdefleisch zusammen. Damit ist die nachgewiesene Schlachtmenge aus gewerblichen Schlachtungen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 4,0 Prozent zurückgegangen.

Ausschlaggebend für den Rückgang der Fleischerzeugung gegenüber dem ersten Quartal 2004 war die starke Verringerung der Zahl der Rinderschlachtungen (– 15,0 Prozent), Kuhschlachtungen sanken um 18 Prozent und Schlachtungen von Färsen um 21,7 Prozent. Die Schlachtungen von Bullen und Ochsen gingen dagegen nur um 9,8 Prozent zurück.

Leicht rückläufig ist die Entwicklung der Schweineschlachtungen (– 1,1 Prozent). Dabei verlief die Entwicklung uneinheitlich: Während die Schlachtungen von Schweinen inländischer Herkunft gegenüber dem ersten Quartal 2004 um 357.500 Tiere oder 3,3 Prozent zurückgingen, nahmen die Schlachtungen von importierten Tieren um 233.000 oder 6,8 Prozent zu.

Die Erzeugung von Geflügelfleisch ist im ersten Quartal 2005 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozent auf 254.000 t gestiegen. Darunter sind 134.000 t Jungmasthühnerfleisch, gut 11.000 t Entenfleisch und 98.000 t Truthuhnfleisch. Im Vergleich zum ersten Quartal 2004 ging die Erzeugung von Jungmasthühner- (– 0,2 Prozent) und Entenfleisch (– 4,0 Prozent) zurück; dagegen stieg die Produktion von Truthuhnfleisch um 4,1 Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Brandenburg: 2.963 Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke im Jahr 2004

Themen: Archiv — info @ 12:06

Potsdam (agrar.de) – Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, wurden im Jahr 2004 insgesamt 2.963 Veräußerungsfälle für landwirtschaftliche Grundstücke mit einer umgesetzten Fläche von 14.255 Hektar registriert. Es wurde ein durchschnittlicher Kaufwert von 2.470 Euro je Hektar ermittelt.

Über 96 Prozent der umgesetzten Gesamtfläche war landwirtschaftliche Nutzfläche, für die ein Kaufwert von 2.554 Euro je Hektar ermittelt wurde. Im Durchschnitt wurden 4,7 Hektar landwirtschaftlicher Fläche je Verkaufsfall veräußert. Wie in den Vorjahren wechselten überwiegend Grundstücke ohne Gebäude und Inventar den Eigentümer.

In der territorialen Betrachtung nach Landkreisen zeichnet sich weiterhin eine differenzierte Entwicklung der erzielten Kaufwerte ab. Überdurchschnittliche Veräußerungswerte wurden insbesondere in den Landkreisen Oberhavel, Uckermark und Märkisch-Oderland ermittelt. Weit unter dem Landesdurchschnitt lagen die erzielten Kaufwerte in den südlichen Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz sowie Elbe-Elster. Die umgesetzte landwirtschaftliche Fläche je Veräußerungsfall war in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Uckermark und Prignitz am höchsten.

Durch die Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG) wurden 166 begünstigte Verkäufe von landwirtschaftlichen Flächen ohne Gebäude und Inventar im Jahr 2004 getätigt. 8.613 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden veräußert und ein Kaufwert von 1.453 Euro je Hektar erzielt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

02. Juni 2005

NABU fordert rasche Modernisierung des Jagdrechts

Themen: Archiv — info @ 16:06

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat anlässlich des Bundesjägertages in Neubrandenburg und der geplanten Bundestagsneuwahl seine Forderung nach einer raschen Modernisierung des Jagdrechtes erneuert. ‚Das Jagdgesetz wird neuen ökologischen Erkenntnissen, den Anforderungen des naturnahen Waldbaus, dem Tierschutz sowie internationalem und EU-Recht nicht gerecht‘, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Im Gegensatz zum Bundesnaturschutzgesetz, das in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach überarbeitet, modernen ökologischen Anforderungen und internationalen Verpflichtungen Deutschlands angepasst worden sei, gehe das Bundesjagdgesetz bis heute in seinen wesentlichen Bestandteilen auf das bereits 1935 verabschiedete Reichsjagdgesetz zurück.

Die Bundesregierung hatte sich 2002 in ihrer Koalitionsvereinbarung verpflichtet, das Bundesjagd- und das Bundeswaldgesetz in dieser Legislaturperiode zu novellieren. Beide Gesetzesvorhaben konnten durch die Föderalismusdebatte bis heute nicht umgesetzt werden. Erst vor wenigen Wochen wurde der Entwurf zur Änderung des Bundeswaldgesetzes auf den Weg gebracht, beim Jagdrecht ist bislang nichts geschehen. Waldwirtschaft ist nach Ansicht des NABU erst wieder wirtschaftlich, wenn das Schalenwild effektiver bejagt wird, keine teuren Zäune mehr notwendig sind und statt Fütterung und Medikamenten wieder die Natur ‚reguliert‘. ‚Fünf Millionen Naturschützer und zahlreiche Tierfreunde erwarten von der Politik, dass nun die Änderung des Jagdgesetzes folgt oder nach den Neuwahlen im Herbst zügig angepackt wird‘, so Tschimpke.

Vor diesem Hintergrund appellierte der NABU-Präsident an den Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV), sich nicht in ‚ideologischen Schützengräben zu verschanzen‘, sondern sich den gesellschaftspolitischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen. Die Diskussionen über das vom NABU geforderte Verbot bleihaltiger Munition zeigten, dass eine Novelle des Jagdgesetzes überfällig und umsetzbar sei, wie das zunehmende Angebot bleifreier Munition deutlich belege. ‚Wir begrüßen die Sensibilisierung in Teilen der Jägerschaft für diese Themen, erwarten aber gleichzeitig eine sachorientierte, ideologiefreie Mitarbeit bei der Modernisierung des Jagdrechtes‘, so Tschimpke.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Thema Verbände.

01. Juni 2005

Bioland befürchtet massive Einschnitte für Biobauern bei Regierungswechsel

Themen: Archiv — info @ 16:06

CDU-CSU kündigt Wechsel der Agrarpolitik zu Lasten von Biobauern und ökologischer Lebensmittelwirtschaft an

Mainz/Berlin (agrar.de) – Laut gestriger n-tv-Meldung kündigte die Vize-Chefin der CDU/CSU-Fraktion, Gerda Hasselfeld (CSU), einen direkten Politikwechsel für die Bio-Branche an – und damit, so Bioland Bundesvorsitzender Thomas Dosch, ’negative Folgen für Verbraucher, Umwelt und Biobetriebe im Falle eines Regierungswechsels‘.

Bioland mahnt als größter Zusammenschluss von Biobäuerinnen und Biobauern in Deutschland die CDU/CSU an, den Wahlkampf nicht auf dem Rücken der Biobauern auszutragen. Die Biobauernhöfe seien Teil einer ökologischen Lebensmittelwirtschaft, die sich durch Wachstumsraten im zweistelligen Bereich auszeichne. Deutschland gilt europaweit als attraktivster und umsatzstärkster Markt für Bioerzeugnisse. Das angedrohte Ende des ökologischen Umbaus in Deutschland würde zwar zu Wachstumsimpulsen bei Biobetrieben im Ausland führen, die bereits heute gerne nach Deutschland exportieren. Für zahllose Biobetriebe in unseren Regionen führe diese Politik jedoch zum Aus.

Biolandwirtschaft dürfe auch von CDU/CSU-Vertretern nicht als Gegensatz einer ‚modernen‘ Landwirtschaft kommuniziert werden. Eine Kommunikationsstrategie, die auf eine Spaltung der Bauernschaft setze, verurteile Bioland aufs Schärfste und arbeite selbst stattdessen für ein faires Miteinander aller Bäuerinnen und Bauern. Gleichzeitig habe kein Volksvertreter das Recht, wissenschaftlich belegte ökologische, betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Vorteile einer ökologischen Landwirtschaft zugunsten einer ’schwarzen‘ Klientelpolitik zu ignorieren. Investitionen in eine ökologische Lebensmittelwirtschaft schafften überproportional viele Arbeitsplätze und ersparten der Gesellschaft Umweltkosten.

Beim Regierungswechsel wolle die CDU/CSU darüber hinaus das Gentechnikgesetz und die Legehennenverordnung kippen. Damit drohe nach Einschätzung von Bioland ein Freifahrtschein für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen und gravierende Rückschritte im Tierschutz.

Links zum Thema Verbände.

CDU/CSU: Gentechnik-Gesetz grundlegend überarbeiten

Themen: Gentechnik,Haftung — info @ 16:06

Künast hat das Gentechnikgesetz ihren eigenen ideologischen Vorstellungen angepasst

Berlin (agrar.de) – Zum Vermittlungsverfahren zum Gentechnikgesetz erklärt der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bio- und Gentechnologie, Helmut Heiderich:

‚Mit der inhaltlichen Aufspaltung des Gentechnikgesetzes, mit überfallartigen Änderungsbeschlüssen und mit parlamentarischen Schnellverfahren hat Ministerin Künast das Gentechnikgesetz ihren eigenen ideologischen Vorstellungen angepasst.

Wissenschaft, Wirtschaft, Fachwelt, Gewerkschaften und Anwender haben unisono die von Rot-Grün beschlossenen Regelungen abgelehnt. Weil sie zu Recht befürchten, dass Deutschland dadurch in Europa und im internationalen Wettbewerb benachteiligt würde.

In einer 6-Punkte-Erklärung vor dem Bundesrat hat Ministerin Künast selbst wesentliche Mängel des Gentechnikgesetzes zugegeben. Dies zeigt, dass es mit kleinen Korrekturen nicht getan ist.

Die erkennbaren Zukunftschancen für diese neue Leit- Technologie müssen, wie in Paragraph 1 des Gesetzes bereits formuliert, auch materiell ermöglicht werden.

– Entbürokratisierung der industriellen Biotechnik und der Forschungsarbeit; – Wahlfreiheit für Landwirte und Verbraucher durch strenge Zulassungs-, Sicherheits- und Kennzeichnungsvorschriften; – Eindeutige Definitionen für Forschung und kommerzielle Anwendung; – Haftungsregelungen, die zwischen dem Eintreten für eigenes Verschulden und Vorgängen, für die es keinen schuldhaften Verursacher gibt, unterscheiden.

Nur durch eine grundlegende Neuausrichtung des Gentechnikrechts – beispielsweise mit einer gesamtgesellschaftlichen Lösung wie im Nachbarland Holland – werden wir dieser Hochtechnologie in Deutschland eine Zukunft geben. Dafür werden sich CDU/CSU nach der Bundestagswahl unverzüglich einsetzen.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

AbL begrüßt Nichtzulassung von Genmais-Sorten des Konzerns Monsanto

Themen: Archiv,Gentechnik — info @ 15:06

Bauern werden vor teuren Folgekosten geschützt

Hamm (agrar.de) – Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat keine Zulassung für seine gentechnischen Maissorten in Deutschland bekommen. Er konnte offenbar rechtliche Bedenken des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezüglich seines insektengiftigen Mais Mon810 nicht widerlegen. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt die Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das sich mit seinen Bedenken gegen den Mais Mon810 den Ländern Österreich, Ungarn, Polen und Griechenland anschließt.

Die bestehende prinzipielle EU-Zulassung als gentechnisches Konstrukt läuft bereits nächstes Jahr aus und vor einer Neuzulassung muss der Konzern Monsanto eine neue Sicherheitsüberprüfung des Mais durchlaufen. Aktuelle Forschungsergebnisse aus Ungarn zeigen, dass Schmetterlinge empfindlich auf das im Mais Mon810 produzierte Gift Bacillus thuringiensis reagieren. Trotz mehrfacher Aufforderung hat Monsanto bis heute keinen gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungsplan für den gentechnischen Mais Mon810 vorgelegt.

Bereits Mitte April demonstrierten Bauern und Verbraucher vor dem zuständigen Bundessortenamt in Hannover gegen die anstehende erste Zulassung einer gentechnischen Sorte in Deutschland. Zwar versucht die Gentechnik-Industrie mit viel Druck endlich einen Fuß auf die europäischen Äcker zu bekommen, aber es fehlt jedes Konzept wie die gesetzlich vorgeschriebene Verhinderung jeglicher Verunreinigung von Nachbarfelder durch Pollenflug, bei gemeinsamer Maschinennutzung oder dem Transport organisiert werden kann und vor allem welche Kosten dadurch entstehen, kritisiert die AbL. Erfahrungen aus den Anbauländern USA und Kanada führen den einheimischen Bauern erschreckend vor Augen, wie schnell und großflächig andere Felder und Ernten mit gentechnischen Bestandteilen verunreinigt werden. ‚Das nimmt den Bauern die Möglichkeit, die Märkte in Europa, Asien und teilweise selbst der USA mit gentechnikfreien Lebensmitteln zu beliefern‘, berichtet die AbL über Folgen für die nordamerikanischen Kollegen.

Die Vertagung der Zulassung sei ‚eine Niederlage für Monsanto und ein Erfolg für die Mehrheit der Bauern und Verbraucher, die keinen Nutzen von gentechnischem Sorten haben und diese weder anbauen noch in irgendeiner weiterverarbeitenden Form auf ihren Tellern liegen haben wollen‘, kommentiert der Bundesgeschäftsführer der AbL, Georg Janßen.

Links zum Thema Verbände.

GRÜNE zum Tag der Milch: Marktorientierung ist bester Weg für Milchbauern

Themen: Archiv — info @ 13:06

Berlin (agrar.de) – Zum heutigen internationalen Tag der Milch erklärt Friedrich Ostendorff, Obmann im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Die Nachfrage nach Milch am Markt ist da. Das muss sich endlich in angemessenen Preisen für die Erzeuger widerspiegeln. Insbesondere am Käsemarkt ist seit Monaten die Nachfrage kaum zu befriedigen. Leider zeigen sich die Verantwortlichen in den Molkereien nach wie vor unfähig, die hohe Nachfrage bei den Preisverhandlungen in bessere Erzeugerpreise umzusetzen.

Wir setzen uns dafür ein, in der Landwirtschaft mehr Markt möglich zu machen. Am Beispiel des Rindfleischmarktes ist deutlich zu erkennen, dass dies der richtige Weg ist. Hier sind die Erlöse der Erzeuger seit der von uns gegen den heftigen Widerstand der CDU/CSU durchgesetzten Marktorientierung im Rahmen der Agrarreform deutlich gestiegen. Die Produktion orientiert sich nicht mehr an irgendwelchen Prämien, sondern an der Nachfrage durch den Markt.

Allein die CDU/CSU ignoriert diese Entwicklungen und forderte in der heutigen Sitzung des Agrarausschusses neue staatliche Preisstützungsmaßnahmen. Mit dem marktfeindlichen und unzeitgemäßen Ruf nach neuer staatlicher Marktreglementierung und Subventionierung wird die CDU/CSU den deutschen Milcherzeugern nicht weiterhelfen, sondern stört den notwendigen Übergang zu einer stärkeren Marktorientierung in der Landwirtschaft. Die CDU/CSU verharrt institutionell, personell und konzeptionell immer noch in den Zeiten der Butterberge. Das hat die heutige Ausschusssitzung erneut deutlich gemacht.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

GRÜNE: Agroforstsysteme für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:06

Berlin (agrar.de) – Zum Unesco-Welt-Bauerntag am 1. Juni erklärt Cornelia Behm, Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Um dem weltweiten Höfesterben zu begegnen, müssen überall die Agrarstrukturen an die veränderten Weltmarktbedingungen angepasst werden. Wichtige Aspekte sind dabei die Diversifizierung der Landwirtschaft sowie veränderte Landnutzungssysteme. Eine in Deutschland heute kaum mehr anzutreffende Landnutzungsform sind Agroforstsysteme. Dabei werden Ackerkulturen und Gehölze auf landwirtschaftlicher Nutzfläche gemeinsam angebaut.

Das EU-Forschungsprojekt ‚Agroforstwirtschaft für Europa‘ (Silvoarable Agroforestry For Europe, SAFE) hat gezeigt, dass solche Agroforstsysteme nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern meist auch wirtschaftlich interessant sind. Die Gesamterträge bei der Mischung von Acker- und Baumkulturen sind oftmals nicht nur gleichwertig, sondern können zum Teil sogar gesteigert werden. Es lohnt sich daher, diese Form der Landbewirtschaftung, ihre Praxis, politische Handhabung und Forschung in Deutschland und Europa voranzubringen.

Ein bekanntes Beispiel für traditionelle Agroforstsysteme sind Streuobstwiesen oder Hecken, die seit jeher zur Agrarkulturlandschaft gehören. Seit Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft im letzten Jahrhundert sind allerdings immer mehr Bäume aus unserer Agrarlandschaft verschwunden. Sie standen der Mechanisierung mit immer größeren Landmaschinen im Wege. Moderne Agroforstsysteme sind so angelegt, dass die Arbeitsbreite gebräuchlicher Landmaschinen die Flächenstruktur bestimmt. Die Gehölze sind zumeist für eine Nutzung als Energie- oder Wertholz vorgesehen, zum Teil auch, um Früchte wie Holunder, Hasel- oder Walnüsse zu liefern. Dazwischen werden verschiedene landwirtschaftliche Kulturen angebaut.

Der ökologische Nutzen der Agroforstwirtschaft liegt auf der Hand: Wind- und Erosionsschutz, Schutz vor Nährstoffverlusten, Senke für Kohlendioxid, Lebensraum für Pflanzen und Tiere und Schaffung einer unvergleichlichen Landschaftsästhetik. Die Entwicklung moderner Agroforstsysteme in Frankreich und England zeigt, dass sich Bäume auf landwirtschaftlichen Nutzflächen produktiv in die heutige europäische Landwirtschaft integrieren lassen und dass sie durchaus das heute übliche hohe Ertragsniveau erreichen können. Der Grund liegt darin, dass Bäume und Ackerkulturen unterschiedliche Wasser- und Nährstoffressourcen aus unterschiedlichen Bodenhorizonten nutzen. Wenn eine entsprechende Pflanzenkombination gewählt wird, konkurrieren sie also kaum miteinander.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sollten die Anlage von Agroforstsystemen prüfen. Bisher ist allerdings den wenigsten Landwirten bekannt, unter welchen Bedingungen diese Form der Landbewirtschaftung zukunftsweisend und eine Alternative zur konventionellen Landnutzung ist. Hier besteht Informationsbedarf. Daher brauchen wir die Einrichtung einer Informations- und Koordinationsstelle.

Es besteht aber auch weiterer Forschungsbedarf, um den Landwirten Optionen mit einer sicheren wirtschaftlichen Perspektive bieten zu können. Die Agrarfakultäten und die außeruniversitären Agrarforschungseinrichtungen sollten dieses Forschungsthema zukünftig verstärkt bearbeiten. Auch hier kann eine Koordinationsstelle wichtige Arbeit leisten.

Notwendig ist eine klare Abgrenzung von Agroforstsystemen gegenüber Wald im Bundeswaldgesetz. Damit wird ausgeschlossen, dass Äcker, die zu Agroforstsystemen aufgewertet werden, zukünftig den Vorgaben des Bundeswaldgesetzes unterliegen. Außerdem ist dann ausgeschlossen, dass Wälder in Agroforstsysteme umgewandelt werden können, denn das wäre ökologisch kontraproduktiv.

Die Agrarförderung muss an diese Landnutzungsform angepasst werden. Der Entwurf für die EU-Verordnung zur Förderung der Entwicklung ländlicher Räume ab dem Jahr 2007 (ELER) sieht Beihilfen für die Ersteinrichtung von Agroforstsystemen vor. Diese Förderung muss auch die Pflege der Baumkulturen bis zu den ersten Erträgen umfassen. Für diejenigen Agroforstsysteme, für die die Bauern anders als bei Ackerland keine Flächenprämie erhalten, muss in Anlehnung an die Erstaufforstungsprämie eine Prämie eingeführt werden. Diese muss bis zu den ersten Erträgen aus der Baumkultur gezahlt werden.

Unter den genannten Bedingungen haben Agroforstsysteme eine große Zukunft in der deutschen Landwirtschaft, da sie ein Weg sind, die Wertschöpfung im ländlichen Raum zu erhöhen.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Uran in Mineraldüngern

Themen: Archiv — info @ 10:06

Hamburg (agrar.de) – Die globale Abrüstung und der Ausstieg vieler Länder aus der Kernenergie hat eine ungewollte und bisher kaum beachtete Nebenwirkung: Der Kernbrennstoff Uran gelangt zunehmend mit Mineraldünger auf die Felder und dort in Wurzelfrüchte wie beispielsweise Kartoffeln.

Wie die ZEIT berichtet, war bis Ende der neunziger Jahre Uran Nebenprodukt der Phosphordüngerherstellung. Im Zuge der Umwidmung militärischen Nuklearmaterials zu zivilen Zwecken verfielen die Uranpreise. Die Uranextraktion aus Mineraldüngern lohnte sich nicht mehr, das giftige Schwermetall wandert auf die Felder. Dies bestätigen Jürgen Hahn vom Umweltbundesamt und Ewald Schnug von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft. Niemand weiß genau, wie sich der Anteil von Uran im Mineraldünger in den vergangenen Jahren erhöht hat, da in der Vergangenheit nur Stichproben gezogen wurden – Uran wird in der Düngemittelverordnung nicht berücksichtigt. Der Dünger- und Schwermetallexperte Ewald Schnug kritisiert dies als ‚ein Unding‘. Mit der üblichen Phosphormineraldüngung kämen ‚etwa 10 bis 22 Gramm Uran auf den Hektar Acker‘. Das Schwermetall gelange vorwiegend in Wurzelfrüchte. Schnug und Hahn fordern ‚als Allermindestes eine Deklarationspflicht für Uran im Dünger‘.

Nach Einschätzung von Broder Merkel, Geologe an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, hat in den neuen Bundesländern der Urangehalt in Phosphatdüngern zugenommen. Zu DDR-Zeiten sei ein großer Teil des Düngers aus dem russischen Kola-Gebiet gekommen. Der besonders reine und schwermetallarme Kola-Dünger wurde inzwischen ersetzt aus anderen Quellen, etwa Marokko, die meist erhöhte Urangehalte aufweisen.

Links zum Thema Düngung.




   (c)1997-2017 @grar.de