31. Mai 2005

Niedersachsen: 2004 wurden 5,17 Mio. Tonnen Milch produziert

Themen: Archiv — info @ 16:05

Hannover (agrar.de) – Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik auf Grundlage der Statistik für Milcherzeugung und -verwendung mitteilt, lieferten die niedersächsischen Milchkuhhalter im Jahr 2004 5,07 Mio. Tonnen Milch an Molkereien und Händler. Das waren 97,9 Prozent der insgesamt erzeugten Milchmenge von 5,17 Mio. Tonnen. 93.000 Tonnen Milch (1,8 Prozent) wurden an Kälber und sonstige Tiere verfüttert und die restlichen 15.500 Tonnen Milch (0,3 Prozent) wurden im Haushalt der Kuhhalter verbraucht oder direkt vermarktet.

Rein rechnerisch haben die niedersächsischen Kühe im Jahr rund 650 Liter Milch pro Bürger erzeugt. Jeder Bürger, vom Kleinkind bis zum Rentner, könnte pro Tag etwa 1,8 Liter Milch trinken.

Im Jahr 2004 wurden in Niedersachsen durchschnittlich 742.745 Milchkühe gehalten. 631.482 davon standen unter der Milchleistungsprüfung durch die Milchkontrollvereine.

Während sich der Milchkuhbestand im Vergleich zum Vorjahr um weitere 7.567 Tiere verringerte, stieg die errechnete durchschnittliche Milchleistung je Kuh und Jahr um 0,9 Prozent auf 6.966,6 kg. Der Bundesdurchschnitt lag im Jahr 2003 bei 6.537 kg. Für 2004 liegen noch keine Vergleichsdaten vor.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Germanwatch und AbL veröffentlichen Studie zur EU-Milchmarktreform

Themen: Archiv — info @ 14:05

EU-Überschussproduktion bedroht Milchbauern in Nord und Süd

Berlin/Hamm (agrar.de) – Die Reformumsetzung der EU-Milchmarktordnung wird die Milchpreise in der EU unter Druck setzen und damit die bereits schwierige Lage der einheimischen Milchbauern weiter verschärfen. Denn durch die Reform werden noch mehr Milch-Überschüsse in der EU produziert. Diese gelangen durch Exportsubventionen verbilligt auf den Weltmarkt, wodurch Kleinbauern in Entwicklungsländern der Absatz ihrer Milchprodukte auf heimischen und internationalen Märkten erschwert wird.

Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch und die Bauernorganisation Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zum internationalen Tag der Milch am 1. Juni vorgestellt haben. Die Studie hat den Titel ‚Anforderungen an eine Reform der EU-Milchmarktordnung aus der Sicht bäuerlicher Organisationen in Nord und Süd‘.

Germanwatch und AbL kritisieren auf der Basis der Studie die Reform der EU-Milchmarktordnung. Sie schade den Bauern in der EU ebenso wie den Kleinbauern im Süden. Erforderlich sei stattdessen eine Milchmarktpolitik, die Bauern in Nord und Süd stärkt. Dafür wird insbesondere eine Reduzierung der Milchquote in Richtung des Inlandsverbrauchs der EU sowie die Einstellung aller subventionierten Ausfuhren gefordert.

‚Politik, Lebensmitteleinzelhandel und Milchverarbeiter wollen den schon jetzt zu niedrigen Preis von 26 Cent pro Liter in Deutschland auf 22 Cent drücken. Und das, obwohl die Produktionskosten in der EU zwischen 35 und 40 Cent liegen‘, sagt Bernd Voß, aktiver Milchbauer und Mitglied des AbL-Bundesvorstands. ‚Für die Milchbauern in der EU wäre es viel besser, die in der EU produzierte Milchmenge zu reduzieren, dafür aber einen fairen Preis für die Milch zu erhalten. So könnte auch eine sozial- und umweltgerechte Milcherzeugung wirtschaftlich tragbar sein‘. Dafür biete die 2003 beschlossene Entkopplung immerhin eine erste Grundlage – damals wurden die Direktzahlungen an Bauern von der Produktionsmenge gelöst. Um aber die grünlandbetonte und artgerechte Milcherzeugung in der EU weiter zu stärken, müssten die entkoppelten Direktzahlungen an ökologische und soziale Kriterien gebunden werden.

‚Dass die EU durch die Reform noch mehr subventionierte Überschüsse auf den Weltmarkt werfen wird, ist skandalös‘, betont Michael Windfuhr, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch. ‚So wurde die kleinbäuerliche Milchproduktion in einigen Entwicklungsländern – nachweislich auf Jamaika – durch die verbilligte EU-Milch bereits schwer geschädigt. Auch in anderen Ländern und auf dem Weltmarkt konkurriert die subventionierte Milch aus der EU mit den Milchprodukten der Kleinbauern aus Entwicklungsländern.‘ Deshalb sollten die von der EU künstlich verbilligten Milch-Exporte endlich gestoppt werden, statt sie weiter auszubauen.

Die Studie legt dar, dass schon jetzt in der EU mehr Milch produziert als konsumiert wird, obwohl die Erzeugung über eine Quote reglementiert wird. Dennoch soll diese Milch-Quote durch die Reform erhöht werden. Gleichzeitig wird der Staat weniger Überschüsse als bisher zu niedrigeren Preisen aufkaufen. So wird insgesamt der Druck auf den Milchpreis in der EU erhöht. Und die Überschüsse sollen nach wie vor mit Hilfe von Exportsubventionen auf dem Weltmarkt für Milchprodukte abgesetzt werden.

Milch ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und deshalb weltweit von großer Bedeutung für die Ernährung. Darüber hinaus hat Milch aber auch eine hohe Einkommenswirksamkeit. In Europa beispielsweise gibt es in Grünlandregionen oft keine wirtschaftliche Alternative zur Milchproduktion, die hier mit relativ viel Aufwand in überwiegend bäuerlichen Strukturen betrieben wird. Immerhin sind in Deutschland 50 Prozent der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft davon abhängig. Auch in Entwicklungsländern, wie z.B. Indien, ist die Milcherzeugung von großer Bedeutung. Hier steigt die Binnennachfrage nach Milchprodukten an und bietet vielen Kleinbauern gute Chancen, ihr Einkommen zu sichern. Lokale Märkte können sich entwickeln, ländliche Gebiete werden gestärkt. In Zukunft könnten diese Länder durch die kostengünstige Milcherzeugung auch für den Weltmarkt produzieren. Subventionierte EU-Exporte stehen dieser Entwicklung jedoch entgegen.

Links zum Thema %url5%Landwirtschaft international%/%, Links zum Thema %url2%Verbände%/%.

RLV: Decker als Präsident im Amt bestätigt

Themen: Archiv — info @ 14:05

Agrarwende zu Gunsten der Bauern gefordert

Bonn (agrar.de) – Friedhelm Decker ist im Amt als Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) eindrucksvoll bestätigt worden. Einstimmig wählte der Verbandsausschuss des RLV am heutigen Dienstag in Bonn den 58-jährige Landwirt aus Köln-Widdersdorf an die Spitze des Verbandes. Decker bedankte sich für das entgegengebrachte große Vertrauen und versicherte, sich auch künftig mit aller Kraft für die Belange der Mitglieder einzusetzen. In seiner Antrittsrede forderte Decker ein Umsteuern der Agrarpolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Unternehmen zu sichern und zu stärken. Der Berufsstand brauche dringend einen Politikwechsel, um wieder mehr Perspektiven zu bekommen.

Die neu zu bildende Landesregierung in NRW müsse, so Decker, alles daran setzen, die Fehlentwicklungen der letzten Jahre für den Sektor Landwirtschaft zu korrigieren. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung von EU-Recht sowie auf die Schaffung des nötigen Freiraumes für die landwirtschaftlichen Betriebe. Decker verwies jedoch auf die eingeschränkten Möglichkeiten der Landespolitik und betonte, dass bei der Gestaltung der Agrarpolitik ganz entscheidend der Bund gefragt sei. Der RLV-Präsident macht keinen Hehl daraus, dass es dringend einer Korrektur auf Bundesebene bedürfe. Mit aller Kraft solle sich der Berufsstand dafür einsetzen, dass es in Berlin zu einer Politikwende im Allgemeinen und auf dem Agrarsektor zu einer Agrarwende zugunsten der Bauern komme. Mit den vorgezogenen Neuwahlen des Bundestages in diesem Herbst verbindet Decker die unverhoffte Chance diese Wende im Bund herbeizuführen.

Der RLV-Präsident zeichnete ein klares Bild von seinen Vorstellungen, wie die Perspektiven der Landwirtschaft zu verbessern seien: Die Landwirte bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen wie etwa bei der Finanzierung der EU-Agrarpolitik und für die Neuordnung des Zuckermarktes. Eine Beschränkung auf eine 1:1-Umsetzung aller EU-Vorgaben müsse auf Bundes- wie auf Landesebene gelten. Hierzu sei in gleicher Weise etwa die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wie die Nitratrichtlinie – in Deutschland in Form der Düngeverordnung – zu nennen. Decker erwartet eine strenge Sachorientierung bei allen politischen Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit hätten. Die Weigerung der Bundesregierung, einer sachlich fundierten Lösung zur Änderung der Hennenhaltungsverordnung zuzustimmen, belaste einen bedeutenden Wirtschaftssektor in seiner Entwicklung. Große Marktanteile wanderten ins europäische Ausland ab. Solche Fehler müssten bei der dringend erforderlichen Verabschiedung der Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung für die Haltung von Schweinen unbedingt vermieden werden. Vor allem verlangt Decker eindringlich ein Ende der Übermaßregelungen bei den Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten. ‚Hört auf, über Bürokratieabbau zu reden – handelt!‘ rief der RLV-Präsident der Politik zu. Um bessere Zukunftsperspektiven zu gewährleisten, müssten wieder ausreichende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse durchgesetzt werden, unterstreicht Decker. Lebensmittel seien mehr wert, als durch den gnadenlosen Preiskrieg der Discounter auf dem Markt nur noch verramscht zu werden.

Die Amtszeit des wiedergewählten Präsidenten währt drei Jahre. Die Mitglieder des Verbandsausschusses wählten für diese Wahlperiode außerdem erneut Harald Benninghoven aus Ratingen als ersten Vizepräsidenten und Heinz Deselaers aus Geldern als zweiten Vizepräsidenten.

Links zum Thema Verbände.

NRW: 2.800 landwirtschaftliche Grundstücke wurden 2004 verkauft

Themen: Archiv — info @ 13:05

Düsseldorf (agrar.de). 2004 wurden in Nordrhein-Westfalen 2.800 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von insgesamt 5.600 Hektar verkauft; die Gesamtkaufsumme lag bei über 147 Millionen Euro. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, ergibt sich daraus rein rechnerisch ein durchschnittlicher Kaufwert von 26.100 Euro je Hektar (oder 2,61 Euro je Quadratmeter) landwirtschaftlich genutzter Fläche. Gegenüber dem Jahr 2003 stieg die Zahl Veräußerungsfälle um 4,3 Prozent, die insgesamt veräußerte Fläche erhöhte sich um 9,6 Prozent und der Gesamtwert um 10,1 Prozent. Der durchschnittliche Kaufwert je Hektar war um 110 Euro oder 0,4 Prozent höher als im Vorjahr.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf stiegen die Veräußerungsfälle von 370 (im Jahr 2003) auf 443 (+19,1 Prozent), während im Regierungsbezirk Detmold ein Rückgang um 1,6 Prozent auf 542 Fälle verzeichnet wurde. Bei den durchschnittlichen Kaufwerten je Hektar war der Regierungsbezirk Düsseldorf mit 34.100 Euro Spitzenreiter; der niedrigste durchschnittliche Kaufwert mit 18.600 Euro wurde im Regierungsbezirk Detmold erzielt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

30. Mai 2005

Österreich: Anzahl der Betriebe und Flächen im Gartenbau rückläufig

Themen: Österreich,Statistik — info @ 11:05

Wien (agrar.de) – Laut der mit Stichtag 1. Juli 2004 von der Statistik Austria durchgeführten Gartenbauerhebung reduzierte sich die gärtnerisch genutzte Fläche gegenüber der zuletzt im Jahr 1998 durchgeführten Erhebung um 20 Prozent von 2.727 ha auf 2.171 ha. Gleichzeitig kam es auch bei der Anzahl der Betriebe zu einem Rückgang um 24 Prozent auf aktuell 1.444 Betriebe (1998: 1.897) und auch die Anzahl der Arbeitskräfte in den Gärtnereien sank um 13 Prozent auf nunmehr 9.742 Beschäftigte (1998: 11.141).

Fläche, Betriebe und Produktionsrichtung

Betrachtet man die Verteilung der gärtnerisch genutzten Fläche in den einzelnen Bundesländern, so findet man die größten Flächenanteile in Wien mit 569 ha (26 Prozent), knapp gefolgt von Niederösterreich mit 546 ha (25 Prozent) und Oberösterreich mit 500 ha (23 Prozent). Während im Burgenland die gärtnerische Fläche (+23 ha) zunahm, gingen die Flächen in allen anderen Bundesländern zurück.

Dem allgemeinen Trend folgend, reduzierte sich auch die Fläche unter Glas, Folie, u.a. von 442 ha im Jahr 1998 auf 418 ha (-5 Prozent). Trotz des allgemeinen Rückganges konnten in einzelnen Bundesländern, wie dem Burgenland und Wien, Zunahmen von 5 ha bzw. 4 ha verzeichnet werden.

Starke Rückgänge mussten bei den Freilandflächen hingenommen werden; -23 Prozent gegenüber 1998, wobei für diesen Rückgang vor allem die Bundesländer Oberösterreich und Wien mit einem Minus von jeweils rund 24 Prozent an Flächen verantwortlich zeichneten.

Nach wie vor eher klein strukturiert präsentiert sich der Gartenbau auch 2004. So bewirtschafteten rund 1.052 Betriebe eine Fläche unter 1 ha während es im Jahr 1998 noch 1.365 Betriebe waren. Prozentuell waren mit -13 Prozent bzw. -17 Prozent die geringsten Rückgänge an Betrieben in den Größenstufen nach der gärtnerischen Nutzfläche von 0,25 bis unter 0,5 ha bzw. mehr als 5 ha zu verzeichnen, während die stärkste Abnahme in der Größenstufe von 3 bis unter 5 ha (-41 Prozent) festgestellt wurde.

Wie auch schon bei der Erhebung im Jahr 1998 betrug bei den meisten Betrieben (855) die überwiegende Produktionsrichtung ‚Blumen- und Zierpflanzen‘, mit einem Flächenanteil von 431 ha (rund 20 Prozent an der Gesamtfläche), gefolgt von der Produktionsrichtung Gemüse (364 Betriebe; mit einem Anteil von rund 29 Prozent an der Gesamtfläche) und Baumschulen (225 Betriebe; mit einem Anteil von rund 51 Prozent an der Gesamtfläche). Der stärkste Rückgang an Fläche wurde bei den Baumschulen (-23 Prozent) verzeichnet, während die Anzahl der Betriebe vor allem bei den Blumen und Zierpflanzen (-19 Prozent) verzeichnet wurde.

Familieneigene und Familienfremde Arbeitskräfte

Die Reduzierung der Arbeitskräfte (insgesamt) im Vergleich zu 1998 (-13 Prozent) ist unter Anderem auch auf die Schließung vieler Gärtnereien zurückzuführen, wobei mit -25 Prozent die familieneigenen Arbeitskräfte stärker betroffen waren als die familienfremden Arbeitskräfte (-7 Prozent). Der geringere Verlust an familienfremden Arbeitskräften kann auch darauf zurückgeführt werden, dass z.B. arbeitsintensivere Kulturen angepflanzt wurden und dadurch vermehrt familienfremde Arbeitskräfte zum Einsatz kamen.

Der Durchschnitt der in einem Gartenbaubetrieb beschäftigten familienfremden Arbeitskräfte erhöhte sich somit von 3,9 (1998) auf 4,8 Arbeitskräfte im Jahr 2004.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

27. Mai 2005

Anbaufläche von Weizen und Raps steigt

Themen: Archiv — info @ 09:05

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden die Anbauflächen von Weizen und Raps gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet. So wurde im Frühjahr 2005 in Deutschland auf 3,15 Mill. ha Anbaufläche Winterweizen eingesät. Damit ist die Anbaufläche von Winterweizen gegenüber der Bodennutzungshaupterhebung 2004 um gut 95.800 ha (+ 3,1 Prozent) weiter gestiegen. Beim Sommerweizen ist mit 12.600 ha bzw. 23,2 Prozent der größte Zuwachs zu beobachten. Beim Winterraps wurden 47.200 ha (+ 3,7 Prozent) mehr eingesät, beim Sommerraps 700 ha (+ 4,3 Prozent).

Dagegen nahmen die Flächen der übrigen Wintergetreidearten ab. Der stärkste Rückgang erfolgte mit rund 61.700 ha bzw. 9,9 Prozent bei Roggen, bei Triticale wurde eine um etwa 20.200 ha bzw. 4,0 Prozent kleinere Fläche bestellt.

Den Wachstumsstand der Wintersaaten beurteilten die Ernteberichterstatter Mitte April ähnlich wie im Vorjahr als mittel bis gut. Auswinterungsverluste oder andere Schäden der im Herbst ausgesäten Flächen waren nur in geringem Maße zu verzeichnen. Bundesweit lag der Anteil der erneut zu bestellenden Flächen unter 1 Prozent der Herbstaussaatflächen. Lediglich regional (in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen) kam es bei einzelnen Fruchtarten zu Nachsaaten über 1 Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

26. Mai 2005

Landvolk: Weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt

Themen: Archiv — info @ 15:05

Reduktionsprogramm für Bauern ‚ein alter Hut‘ – Zahlen belegen gezielten Einsatz

Hannover (agrar.de) – Verbraucherministerin Künasts Reduktionsprogramm für den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist nach Ansicht des niedersächsischen Landvolk-Verbandes für die Bauern ein ‚alter Hut‘. Schon seit Jahren geht nämlich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland zurück – im Gegensatz zur weltweiten Entwicklung.

So hat die Pflanzenschutzindustrie im Jahr 1998 in Deutschland insgesamt 30.886 Tonnen Wirkstoff abgesetzt. Im Jahr 2000 waren es nur noch 28.480 Tonnen und zwei Jahre später 26.480 Tonnen, im vergangenen Jahr verminderte sich der Absatz auf 26.579 Tonnen. Allerdings handelt es sich dabei um den Absatz an den Großhandel, der im Jahr 2004 in erheblichem Maße Lagerbestände abbaute, nachdem im Trockensommer 2003 witterungsbedingt weniger Präparate von der Landwirtschaft abgerufen worden waren. So dürfte der tatsächliche Verbrauch in der Landwirtschaft im Jahr 2004 sogar wieder etwas angestiegen sein, weil im nassen Sommer des vergangenen Jahres vermehrt Schadpilze in allen Kulturen auftraten.

Dennoch spiegeln die Zahlen beim Absatz von Pflanzenschutzmitteln wider, dass die Landwirte sehr gezielt und verantwortungsvoll beim Pflanzenschutz vorgehen. So ist die Anwendung der Mittel nach dem so genannten Schadschwellenprinzip längst Standard, d.h. geringere Schäden an den Kulturen unterhalb der Bekämpfungskosten bleiben unbehandelt. Ebenso trachten die Bauern danach, mit geringeren Wirkstoffmengen als zugelassen auszukommen.

Größter Einzelposten unter den Wirkstoffen sind nach wie vor die Herbizide zur Unkrautbekämpfung. Sie machten im vergangenen Jahr mit 15.113 Tonnen mehr als die Hälfte der gesamten Wirkstoffmenge aus. An zweiter Stelle folgen die Fungizide zur Bekämpfung von Schadpilzen, beispielsweise Mehltau. Sie stellten ebenfalls mit 7.547 Tonnen einen erheblichen Teil des gesamten Absatzes. Insektizide waren dagegen nur mit 1.183 Tonnen an der Gesamtmenge beteiligt. Auf die übrigen Wirkstoffe wie Wachstumsregulatoren für Getreide oder Mäusegift entfielen im vergangenen Jahr 2.736 Tonnen. Der Absatz an den Großhandel sank zwar, dennoch wurden diese Mittel in der Landwirtschaft 2004 stärker eingesetzt als im Trockensommer zuvor, als sie wenig wirksam gewesen wären bzw. weniger Mäuse auftraten. Dadurch waren 2003 große Lagerbestände aufgebaut worden.

Wichtigster Einsatzbereich für Pflanzenschutzmittel ist nach wie vor das Getreide. Hier wurden 2004 von den Bauern 498 Millionen Euro für den Pflanzenschutz ausgegeben, davon am meisten für Fungizide (267 Mio. Euro) und Herbizide (208 Mio. Euro). An zweiter Stelle folgt der Raps mit 158 Mio. Euro, davon allein 90 Mio. Euro für die Unkrautbekämpfung. Mais und Zuckerüben lagen mit einem Gesamtaufwand von 90,5 bzw. 87 Mio. Euro annähernd gleichauf. Beim Mais entfiel mit allein 85 Mio. Euro der weitaus größte Anteil auf die Unkrautbekämpfung, aber auch bei Rüben war der Anteil mit 64 Mio. Euro hoch.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Pflanzenschutz.

Thüringen: Milchanlieferung im ersten Quartal über Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 11:05

Erfurt (agrar.de) – In den ersten drei Monaten 2005 lieferten Thüringer Milcherzeuger 230.794 Tonnen Rohmilch zur weiteren Verarbeitung zu Konsummilch, Käse, Quark, Joghurt und anderen Milchprodukten an Molkereien und Milchsammelstellen. Das waren 4.216 Tonnen bzw. 1,9 Prozent mehr als im 1. Quartal 2004.

112.972 Tonnen Rohmilch lieferten die Betriebe nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik an Molkereien in Thüringen. 117.822 Tonnen nahmen Molkereien in neun weiteren Bundesländern ab. Ein Viertel (58.229 Tonnen) der in Thüringen erzeugten Milch ging dabei an Molkereien in Bayern. Nach Rheinland-Pfalz wurden 17.624 Tonnen und nach Sachsen-Anhalt 13.441 Tonnen geliefert. Molkereien in Sachsen kauften 11.920 Tonnen Rohmilch auf. Weitere Milch wurde nach Nordrhein-Westfalen (6 850 Tonnen), Hessen (5.639 Tonnen); Mecklenburg-Vorpommern (2.548 Tonnen); Niedersachsen (1.288 Tonnen) und Brandenburg (283 Tonnen) geliefert.

Thüringer Molkereien bezogen auch 12.591 Tonnen Rohmilch von Milchbauern aus den Bundesländern Hessen (7.587 t), Niedersachsen (3.715 t), Sachsen-Anhalt (888 t) und Sachsen (401 t).

In den Thüringer Molkereien wurden von Januar bis März 2005 insgesamt 125.563 Tonnen Rohmilch verarbeitet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 112.087 Tonnen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

25. Mai 2005

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 14:05

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 360 angebotenen Schweinen 360 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,49 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,48 Euro bis 1,49 Euro. Es wurden 2 Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

BUND: Im Falle eines Wahlsiegs von CDU, CSU und FDP droht ökologisches Rollback

Themen: Archiv — info @ 10:05

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor Rückschritten in der Umweltpolitik, wenn CDU, CSU und FDP ihre bisherigen Vorstellungen in diesem Bereich umsetzen.

Eine Reihe von positiven Entwicklungen im Umwelt- und Naturschutz sowie in der Energie- und Agrarpolitik drohten entsprechend den Äußerungen von Spitzenpolitikern dieser Parteien im Falle eines Wahlsieg zurückgenommen zu werden. Beispielsweise hätten die CDU- Parteivorsitzende Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber eine Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke und der FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle Einschränkungen bei der Förderung erneuerbarer Energien angekündigt. Außerdem drohe die Forcierung des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft und ein Zurückstellen von Naturschutzbelangen gegenüber Bauprojekten.

Der BUND forderte, in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung der nächsten Monate den Zusammenhang von Arbeit und Umwelt zu stellen. Das eine dürfe nicht gegen das andere ausgespielt werden. In wenigen Jahren könnten in Deutschland über zwei Millionen Menschen in Umwelt- und Naturschutzbranchen arbeiten. Dies sei bei einer konsequent ökologischen Ausrichtung der Wirtschafts- und Energiepolitik erreichbar. Möglich seien dreistellige Zuwachsraten in den Bereichen erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Bio-Landwirtschaft. Zweistellige prozentuale Zuwächse seien im Öko-Tourismus und im Naturschutz erreichbar.

Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: ‚Schon heute gibt Umwelt- und Naturschutz eineinhalb Millionen Menschen Arbeit. Über eine halbe Million könnten hinzu kommen, wenn die Bundesregierung – in welcher politischen Konstellation auch immer – sich dazu durchringt, die Themen Arbeit und Umwelt stärker zu verknüpfen. Die größten Potentiale liegen im Energie- und Verkehrsbereich. Auch im Ökolandbau arbeiten immer mehr Menschen. Tausende neue Jobs können außerdem im Naturschutz und naturnahen Tourismus entstehen.‘

Die politischen Parteien, vor allem aber die CDU/CSU und die FDP hätten hier längst nicht alle Möglichkeiten erkannt. Es sei bewiesen, dass Umweltschutz weder die Arbeitslosigkeit erhöhe noch zu Produktionsverlagerungen ins Ausland führe. Für Handwerker gebe es in Deutschland viel Arbeit bei der wärmetechnischen Gebäudesanierung, Landwirte könnten zunehmend Biogasstrom erzeugen und naturnahen Urlaub anbieten.

Aufgabe jeder Bundesregierung sei es, optimale Rahmenbedingungen für mehr Arbeit im Umwelt- und Naturschutz zu schaffen. Dazu gehöre eine entsprechende Gesetzgebung im Energie-, Verkehrs- und Agrarbereich. Wichtig sei außerdem die Fortführung ökologischer Finanzreformen und der Abbau umweltschädlicher Subventionen.

BUND-Broschüre ‚Umwelt und Beschäftigung – Arbeitsplatzpotentiale im Umwelt- und Naturschutz, Ökolandbau und nachhaltigen Tourismus

Links zum Thema Verbände.

Seiten: 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de