21. April 2005

Stukturwandel: Kleinere Bauernhöfe wurden weniger

Themen: Archiv — info @ 13:04

Wachstumsschwelle bei 75 ha – Kleine aber zahlenmäßig weiter dominierend

Hannover (agrar.de) – Um vier Prozent hat die Zahl der Bauernhöfe in Deutschland im vergangenen Jahr abgenommen, berichtet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst. Damit hat der Strukturwandel gegenüber dem langjährigen Durchschnitt an Tempo zugelegt. Insgesamt schrumpfte die Zahl der Betriebe ab zwei Hektar (ha)gegenüber 2003 von 388.100 auf 372.400. Abgenommen hat aber nur die Zahl der kleineren Betriebe mit einer Flächenausstattung unter 75 ha, wie bereits in den Vorjahren. Oberhalb der so genannten Wachstumsschwelle von 75 ha konnten die Statistiker dagegen eine Zunahme in beträchtlicher Größenordnung feststellen. Zahlenmäßig überwiegen aber nach wie vor die Betriebe unterhalb der Wachstumsschwelle. Auf die Höfe mit einer Flächenausstattung von mehr als 100 ha entfielen 2004 gerade 29.600 Betriebe. Gegenüber 28.500 Betrieben im Jahr 2003 ist das jedoch immerhin ein Plus von 4,1 Prozent. Sie bewirtschafteten ungefähr die Hälfte der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands. Auf einer Fläche von 75 bis 100 ha wirtschafteten 19.100 Betriebe, das sind 2,2 Prozent mehr als die 18.700 Betriebe im Jahr zuvor.

Das stärkste Wachstum fand in der Gruppe der Betriebe zwischen 200 und 500 ha statt, deren Zahl um 4,9 Prozent von 5.700 auf 6.000 stieg. Um 4,4 Prozent erhöhte sich die Zahl der Betriebe zwischen 100 und 200 ha von 19.500 auf 20.300. Die Großbetriebe von 500 bis 1.000 ha nahmen um 4,4 Prozent zu. Absolut war das allerdings nur ein Zuwachs um 100 Betriebe von 1.700 auf 1.800, vornehmlich in den neuen Bundesländern. In den Betriebsgrößenklassen unterhalb von 75 ha gab es dagegen eine mehr oder weniger ausgeprägte Abnahme. Am stärksten reduzierte sich die Zahl der – insgesamt nach wie vor dominierenden – Kleinbetriebe mit einer Flächenausstattung von zwei bis zehn ha, und zwar um 7,0 Prozent von 132.800 auf 123.500. Ebenfalls sehr stark mit einem Minus von 5,3 Prozent nahm die Zahl der Betriebe zwischen 10 und 20 ha Fläche von 77.500 auf 73.400 ab. Auch in der Größenklasse von 20 bis 30 ha war mit einer Abnahmerate von 3,8 Prozent ein verhältnismäßig starker Strukturwandel zu verzeichnen. Absolut verminderte sich die Zahl von 39.800 auf 38.300.

Einigermaßen stabil behauptete sich dagegen die Betriebsgrößenklasse 30 bis 40 ha, die ehemals ‚bäuerliche Mittelklasse‘, mit einem Minus um 2,7 Prozent von 31.200 auf 30.400. Mit minus 4,0 Prozent auffallend stark nahm die Zahl der Betriebe zwischen 40 und 50 ha von 23.300 auf 22.400 ab, diese Betriebe galten noch vor wenigen Jahren mit ihrer Flächenausstattung als zukunftsträchtig. Selbst bei den Betrieben von 50 bis 75 ha gaben 1,3 Prozent im vergangenen Jahr auf, ihre Zahl reduzierte sich von 36.300 auf 35.800.

An der Gesamtzahl der Betriebe war Niedersachsen 2003 mit insgesamt 55.132 beteiligt. Mit 11.504 Höfen lag eine im Bundesvergleich recht große Zahl oberhalb von 75 ha. Auf die Großbetriebe mit mehr als 500 ha entfielen jedoch nur 65 Betriebe. Zahlenmäßig stark war auch hier die Gruppe der Kleinbetriebe bis zehn ha mit insgesamt 14.191, weitere 12.331 wirtschafteten auf zehn bis 30 ha und 17.106 hatten eine Flächenausstattung von 30 bis 75 ha.

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