03. März 2005

CDU/CSU: Unangekündigte Feldbeobachtung über Pflanzenschutzmittel endgültig stoppen

Themen: Archiv — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Das Projekt des Umweltbundesamtes zur so genannten unangekündigten Feldbeobachtung soll endgültig gestoppt werden. Dies fordert die CDU/CSU in einem Antrag.

Die Fraktion erklärt, das Amt habe in öffentlicher Ausschreibung im Oktober 2003 ein Projekt eingeleitet, bei dem durch die Entnahme von Boden- und Pflanzenproben landwirtschaftlich genutzter Flächen in der Nähe von Gewässern ein Fehlverhalten von Landwirten bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfasst werden sollte.

Mit dieser ‚verdeckten Feldbeobachtung‘ werde ein ganzer Berufsstand diskreditiert, heißt es. Die Union erklärt, das Vorgehen stelle die Einhaltung guter fachlicher Praxis der Land- und Forstwirte generell in Frage. Zudem sei die Existenz des Projektes zunächst vom Umweltbundesamt und den zuständigen Bundesministerien geleugnet worden. Erst auf Druck der Unionsfraktion seien nach und nach Informationen über das Vorhaben des Umweltbundesamtes bekannt geworden.

Damit habe die Behörde einen realistischen Überblick über die Anwendungspraxis im Pflanzenschutz und über den Umgang mit Abstandsregelungen gewinnen wollen. Die Notwendigkeit sei mit dem Fehlen gesicherter Zahlen und Daten begründet worden.

Die Fraktion hält diese Feststellung jedoch für unzutreffend, da das Material bei den jeweiligen Landesbehörden mit zuständigen und dafür ausgebildeten Mitarbeitern vorhanden sei. Auch das Verbraucherschutzministerium habe das Vorgehen als kontraproduktiv für das ‚Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz‘ vom Oktober 2004 bezeichnet.

Bei dem Reduktionsprogramm soll mit allen Beteiligten – Landwirten, Behörden auf Landes- und Bundesebene sowie Pflanzenschutzmittelherstellern – ein transparentes und offenes Verfahren über mögliche Probleme bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln herausgearbeitet werden. Die Regierung wird nun aufgefordert, das Projekt der unangekündigten Feldbeobachtung einzustellen und mit dem Programm ‚Integrierter Pflanzenschutz‘ ein Konzept zu entwickeln, um dazu beizutragen, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit möglichst geringem Bürokratieaufwand verbessert wird.

Links zum Thema Agrarpolitik.

02. März 2005

Bayern: Aktionsprogramm soll Flächenverbrauch weiter verringern

Themen: Archiv — info @ 15:03

München (agrar.de) – Die bayerische Staatsregierung ist auf einem guten Weg, den Flächenverbrauch zu reduzieren und dabei von Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme zu entkoppeln. Dies betonten Umweltminister Werner Schnappauf und Innenminister Günther Beckstein heute in München bei der Vorstellung des neuen bayernweiten Aktionsprogramms zum Flächensparen. Schnappauf: ‚Die Verringerung des Flächenverbrauchs ist eine der schwierigsten umweltpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Mit dem neuen Maßnahmenkatalog wird Bayern sein Tempo bei der Bekämpfung des Flächenverbrauchs weiter erhöhen.‘

Stieg der Flächenverbrauch seit den 80er Jahren kontinuierlich auf 28,4 Hektar pro Tag im Jahr 2000, so konnte in 2001 erstmalig ein spürbarer Rückgang des Flächenverbrauchs auf rund 21 Hektar, in 2002 auf 18 und 2003 schon auf 17,2 Hektar verzeichnet werden. Mit dem neuen Aktionsprogramm soll der positive Trend aufgenommen und weiter verstärkt werden. Aus dem Trend müsse eine nachhaltige, dauerhafte Entwicklung werden. ‚Denn in der Wachstumsregion Europa spielt das Thema Flächeninanspruchnahme eine immer wichtigere Rolle‘, so die Minister.

Um den Flächenverbrauch in Bayern einzudämmen, hat die Staatsregierung zusammen mit den Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände sowie weiteren 25 Bündnispartnern im Juli 2003 ein ‚Bündnis zum Flächensparen‘ geschlossen. Das Aktionsprogramm ist das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit der Bündnispartner. Es listet 39 Einzelmaßnahmen auf, die nach und nach durch die Bündnispartner umgesetzt werden. Ziel ist, partnerschaftlich mit allen am Bau und Planungsprozess Beteiligten zusammenzuarbeiten. ‚Eine besondere Verantwortung kommt dabei den Kommunen als Träger der Planungshoheit zu‘, betonte Beckstein. Nach den Worten Schnappaufs haben Untersuchungen gezeigt, dass zwischen 13 und 36 Prozent der innerörtlich vorhandenen ungenutzten Flächen für eine Bebauung geeignet sind. ‚Diese Lücken gilt es vorrangig zu schließen anstatt auf die grüne Wiese zu bauen,‘ so Schnappauf weiter.

Das Aktionsprogramm beinhaltet zum einen verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten wie beispielsweise im Rahmen der Städtebauförderung und Dorferneuerung. Darüber hinaus werden den Kommunen Tipps an die Hand gegeben, wie flächensparend gebaut werden kann. Hierzu wurde heute unter eine Best-Practice-Sammlung ins Internet eingestellt, die beispielhafte Maßnahmen zu flächensparendem Bauen, Brachflächenrecycling oder maßvoller Nachverdichtung zeigt. Außerdem soll das Bewusstsein für den schonenden Umgang mit der Ressource Boden gestärkt werden, sei es im Rahmen der schulischen Ausbildung, über das Architekturstudium oder durch Ausstellungen und Lehrvorträge.

Links zum Thema Boden, Links zum Bundesland Bayern.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 12:03

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 555 angebotenen Schweinen 555 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,47 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,47 Euro bis 1,48 Euro. Es wurden 3 Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

Brandenburg: Rindfleischproduktion gestiegen

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 10:03

Potsdam (agrar.de) – Nach vorläufigen Informationen des Landesbetriebs für Datenverarbeitung und Statistik wurden im Jahr 2004 in Brandenburg insgesamt 65.757 Rinder gewerblich geschlachtet. Das sind 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Einen deutlichen Zuwachs gab es bei den Schlachtzahlen der Kälber. Diese erhöhten sich im Vergleich zu 2003 um 26,9 Prozent (2004: 5.650 Kälber).

Die gewerblichen Schlachtungen von Schweinen sind 2004 deutlich zurückgegangen (- 3,8 Prozent). Es wurden 41.885 Schweine weniger geschlachtet als im Jahr zuvor (2004: 1.059.937 Tiere).

Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich bei den Schafen. Hier sanken die Schlachtungszahlen um 6,5 Prozent von 50.378 Tieren im Jahr 2003 auf 47.100 Schafe im Jahr 2004.

Aufgrund der gestiegenen Zahl an gewerblich geschlachteten Rindern ergab sich bei dieser Tierart gegenüber dem Vorjahr eine Schlachtmenge von 20.537 Tonnen Rindfleisch insgesamt (+ 4,6 Prozent). Beim Schweinefleisch insgesamt war dagegen ein Rückgang um 4,5 Prozent auf 95.500 Tonnen zu verzeichnen.

Der produzierte Schweinefleischanteil an der gewerblichen Gesamtfleischproduktion (ohne Geflügelfleisch) beläuft sich auf über 81 Prozent. Der Rindfleischanteil liegt bei rund 17 Prozent.

Die Bedeutung der Schaffleischproduktion war auch im Jahr 2004 mit 823 Tonnen erneut verschwindend gering.

Bei der Geflügelfleischproduktion kam es zu einem deutlichen Einbruch. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fast 20 Prozent weniger Geflügelfleisch erzeugt. Wurden 2003 noch 53.169 Tonnen Geflügelfleisch produziert, so sank diese Menge im Jahr 2004 auf 42.734 Tonnen. Bei den Jungmasthühnern verringerte sich die Schlachtmenge um 6,8 Prozent und bei den Enten sogar um 57,2 Prozent.

Die Zahl der Hausschlachtungen war im Erfassungszeitraum bei Rindern und Schweinen rückläufig und bei den Schafen steigend. 2004 wurden dem vorläufigen Ergebnis zufolge 2.630 Rinder (- 8,8 Prozent), 18.535 Schweine (- 7,6 Prozent) und 1.018 Schafe (+ 20,3 Prozent) hausgeschlachtet.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

01. März 2005

Amtliche Studie relativiert Ökotest-Aussage

Themen: Archiv — info @ 16:03

DBV warnt vor Panikmache

Berlin (agrar.de) – Die heutige Aussage der Zeitschrift ‚Ökotest‘, dass Schweinefleisch ‚mit Antibiotika und Keimen verseucht‘ sei, weist der Deutsche Bauernverband (DBV als wenig authentisch zurück.

Die Gefahr, dass sich über eine intensive landwirtschaftliche Nutztierhaltung antibiotikaresistente Bakterienstämme aufbauen, wird von wissenschaftlicher Seite als gering eingestuft. Auch lässt sich ein höheres Resistenzniveau für Regionen mit überwiegend großen Tierhaltungen im Vergleich zu Regionen mit kleineren Betriebsstrukturen nicht ableiten. Eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), ein dem Bundeslandwirtschaftsministerium zugeordnetes Bundesinstitut, hat zudem aufgezeigt, dass in Deutschland erheblich niedrigere Resistenzraten vorliegen, als sie bisher angenommen wurden. Der Hauptanteil der festgestellten Resistenzquoten ist mit weniger als 10 Prozent ermittelt worden. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium hat in der heutigen Pressemeld ung festgestellt, dass zur Eingrenzung der Antibiotikaresistenz Fortschritte erzielt wurden.

Die Schweinehalter werden das Risiko jedoch nicht verharmlosen, betonte der DBV. Doch so lange es keine wirklichen Alternativen zur Therapie bei Erkrankungen gebe, könne auf den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung aus Tierschutzgründen nicht verzichtet werden. Antibiotika dürfen in der Schweinehaltung nur noch dann eingesetzt werden, wenn sie vom Tierarzt zur Therapie von Krankheiten verschrieben wurden, stellte der DBV klar. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sei jedoch keine Alternative zu sinnvollen Management- und Hygienesystemen in den Betrieben. Viel effektiver sei es, nach den Ursachen und Wirkungen häufig auftretender Krankheiten zu suchen und gezielt diese Einflussfaktoren auszuschalten. Von wissenschaftlicher Seite werde immer wieder betont, dass viele Probleme in der Humanmedizin nicht mit dem Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung in Verbindung gebracht werden können. Deshalb sei vor Panikmache zu warnen, betonte der DBV.

Links zum Thema Verbände.

Deutscher Weinbestand 2004 um knapp 12 Prozent gesunken

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 12:03

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt zur Internationalen Fachmesse für Wein und Spirituosen ‚ProWein‘ in Düsseldorf mitteilt, lagerten zum Stichtag 31.07.2004 in den Kellern und Lagerräumen der Erzeugerbetriebe und des Großhandels insgesamt 12,6 Mill. Hektoliter (hl) Wein. Dies waren 1,6 Mill. hl oder 11,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Bestand setzte sich zu zwei Dritteln aus Weißweinen und einem Drittel aus Rotweinen zusammen. Im Vorjahr hatte der Anteil der Weißweine mit 68 Prozent noch etwas höher gelegen.

53 Prozent der Weine lagerten bei den Weinbaubetrieben und Winzergenossenschaften, 47 Prozent waren bei den weiterverarbeitenden Betrieben und im Großhandel vorrätig.

73 Prozent des Weines stammten aus Deutschland, 22 Prozent aus anderen EU-Ländern und 5 Prozent aus Drittländern. Die Weine deutscher Herkunft waren vorwiegend weiße Qualitätsweine (57 Prozent), bei den Weinen aus anderen EU-Ländern handelte es sich in 60 Prozent der Fälle um weiße Schaumweine, während bei Weinen aus Drittländern der rote Trinkwein mit 75 Prozent dominierte.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Weinbestände lagerte in Rheinland-Pfalz (7,0 Mill. hl), gefolgt von Baden-Württemberg (2,5 Mill. hl oder 20 Prozent) und Hessen (1,5 Mill. hl oder 12 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Wein.

NABU sieht Licht und Schatten beim Hochwasserschutz

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Licht und Schatten sieht der NABU im Ergebnis der Verhandlungen zum Hochwasserschutzgesetz im Vermittlungsausschuss. Eine Einigung mit den Ländern Brandenburg und Rheinland-Pfalz konnte nur dadurch erreicht werden, dass das Gesetz deutlich abgeschwächt wurde.

‚Es ist versäumt worden, eine zukunftsfähige Lösung auszuhandeln‘, kritisiert Leif Miller, Politischer Bundesgeschäftsführer des NABU, das Verhandlungsergebnis. Der NABU begrüße es, dass es künftig nur noch in Ausnahmefällen Baugebiete in Überschwemmungsgebieten geben wird. ‚Jede andere Lösung wäre ein Verstoß gegen das Gebot der Vernunft.‘ Auch die stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Enttäuscht äußert sich der NABU dazu, dass in den Überschwemmungsgebieten weiterhin Ackerbau betrieben werden darf. Hochwässer würden damit weiterhin zum Verlust von Oberboden und zum Eintrag von Düngern und Pestiziden in unsere Gewässer führen. ‚Diese Lösung ist nicht zukunftsfähig‘, so Miller. Mit der jetzt vorgeschlagenen Regelung dürften die Bäche und Flüsse weiter durch falsch betriebene Landwirtschaft belastet werden.

‚Das kann so nicht stehen bleiben, denn die Kosten für das Erreichen der Gewässerqualität werden dann wieder dem Steuerzahler aufgebürdet‘, betonte der Bundesgeschäftsführer. Ziel müsse es sein, Ackerflächen aus den Überschwemmungsgebieten zu entfernen.

Der NABU ruft die Bundesländer dazu auf, ihrer im Vermittlungsausschuss übernommenen Verantwortung gerecht zu werden und den Ackeranteil in den Auen weiterhin zumindest durch finanzielle Förderung zu reduzieren.

Links zum Thema Hochwasser, Links zum Thema Verbände.

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