15. März 2005

DBV stellt Strategiekonzept „Milchproduktion hat Zukunft“ vor

Themen: Archiv — info @ 13:03

Berlin (agrar.de) – ‚Die Milchpreise müssen steigen‘. Dies forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, nachdrücklich gegenüber den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel auf der heutigen Sitzung des DBV-Präsidiums. Die derzeit ausgezahlten 26 bis 28 Cent pro Liter seien für viele Milchbauern nicht mehr kostendeckend. Die wirtschaftliche Situation vieler Milcherzeuger in Deutschland habe sich in den vergangenen drei Jahren deutlich verschlechtert. So sei das Einkommen der Milchbauern in 2004 noch einmal um fast 8 Prozent gesunken.

Für kurz- und mittelfristige Lösungsmaßnahmen zur Verbesserung der Marktsituation und zur Wettbewerbsfähigkeit des für die deutsche Landwirtschaft wichtigsten Wirtschaftszweiges hat das DBV-Präsidium das Strategiepapier mit dem Titel ‚Milchproduktion hat Zukunft‘ verabschiedet. Diese Konzeption zeigt die Chancen im Milchmarkt auf, die zu nutzen sind. Weltweit wird eine steigende Nachfrage nach Milch und Milchprodukten erwartet. Umso wichtiger sei es, die Marktposition der Molkereien gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel strukturell weiter zu verbessern. Hier findet seit Jahren ein Preiskrieg statt.

Zudem muss der Milchpreis von den Molkereien aktiv gestaltet werden, um dem Automatismus von Interventionspreissenkungen entgegen zu treten. Für temporäre Überproduktion seien alternative Verwertungskonzepte zu entwickeln. Alle verbliebenen EU-Marktsteuerungselemente seien jetzt auf ihre Effizienz zu überprüfen. Da die WTO-Verhandlungen für den Milchsektor von größter Bedeutung seien, werde die Zusammenarbeit zwischen den Bauernverbänden auf europäischer Ebene zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit intensiviert, stellt das DBV-Präsidium fest.

Wichtige politische Forderung des DBV ist die Veränderung der Saldierungsmöglichkeiten in Deutschland. Die einzelbetrieblichen Saldierungsmöglichkeiten auf Molkereiebene soll auf max. 10 Prozent begrenzt werden, womit ein klares Signal an Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel gesetzt werde und Möglichkeiten der Verringerung an der Überproduktion der Milchmenge geschaffen werde.

Eine aktive Preispolitik sei bei Mengendruck im Markt nicht möglich, weshalb die ab 2006 beschlossene Erhöhung der Milchquote in der EU um insgesamt 1,5 Prozent nicht realisiert werden dürfte. Der Bauernverband forderte deshalb die EU und die Bundesregierung auf, die Quotenerhöhung zu verhindern und statt dessen eine flexible Anpassung der Milchquote an die Marktverhältnisse zu erlauben. Hierzu habe der DBV in Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen bereits Vorschläge erarbeitet. Neben diesen kurzfristig umzusetzenden Maßnahmen werde es entscheidend sein, inwieweit Verwertungsalternativen für die temporär vorhandene Überschussmilch entwickelt werden können. Dazu seien nach Vorstellung des DBV gemeinsame Anstrengungen von Milch- erzeugern und Molkereien notwendig, um tragfähige und nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die bei einer sich verändernden Agrarpolitik zwingend sind.

Das Strategiepapier des DBV zeigt auch die Gründe des Preisverfalls für die Milchbauern auf. Diese sind unter anderem der ungleiche Wettbewerb der sechs bis acht Lebensmittelhändler und der rund 120 Molkereien sowie die große Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Binnenmarkt und ungenutzte Chancen im Export. Auch zieht sich die EU-Agrarpolitik aus einer aktiven Einkommens- und Preispolitik immer mehr zurück und geht zu einer Budgetverwaltung über. Die weitere Liberalisierung des Milchmarktes im Rahmen der WTO- Vereinbarungen sorgt zudem für Preisdruck im Markt. Dieser Preisverfall trifft die deutsche Landwirtschaft im Mark, ist die Milcherzeugung doch mit 9 Milliarden Euro Produktionswert der bedeutendste Einkommenszweig. Fast ein Viertel der Einkommen der Landwirte wird in der Milchproduktion erwirtschaftet. Die deutsche Milchindustrie und Molkereiwirtschaft ist mit einem Jahresumsatz von über 20 Milliarden Euro und mehr als 36.000 Beschäftigten die stärkste Branche innerhalb der Ernährungsindustrie.

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Über 7.600 Kilogramm Milchleistung je Kuh in Brandenburg

Themen: Archiv — info @ 12:03

Potsdam (agrar.de) – Nach Informationen des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik belief sich im Jahr 2004 in Brandenburg die durchschnittliche Milchleistung auf 7.602 Kilogramm je Kuh. Das bedeutet ein leichtes Plus von 0,3 Prozent gegenüber 2003. Damit ergab sich im Landesdurchschnitt erstmals ein Wert von über 7.600 Kilogramm Milch je Kuh.

Insgesamt wurden aber mit 1.349.874 Tonnen 1,1 Prozent weniger Rohmilch erzeugt als im Jahr 2003. Die Ursache für diese Entwicklung liegt in den rückläufigen Milchkuhbeständen. Das praktizierte Quotenrecht hat zur Folge, dass aufgrund der steigenden Leistung die Milchkuhbestände kontinuierlich abnehmen. Wurden 2003 noch durchschnittlich 180.074 Milchkühe im Land gehalten, so reduzierte sich ihre Zahl auf 177.573 Tiere im Jahr 2004.

Die durchschnittlich leistungsstärksten Brandenburger Tiere wurden 2004 im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gehalten. Sie erreichten eine Milchjahresleistung von 8.054 Kilogramm je Kuh. Dahinter folgten der Landkreis Uckermark mit 7.903 Kilogramm und der Landkreis Oder-Spree mit 7.849 Kilogramm je Kuh.

Förderlich für die stetig wachsende Leistung ist das Wohlbefinden der Tiere. Dieses basiert unter anderem auf gutem Futter und einer tiergerechten Haltungsform. So konnten sich zum Beispiel im November 2004 in Brandenburg rund 94 Prozent aller Milchkühe in Laufställen frei bewegen.

Von der gesamten produzierten Rohmilch lieferten die Brandenburger Milcherzeuger 2004 95,8 Prozent an Molkereien zur Weiterverarbeitung zu Trinkmilch, Käse, Butter, Sahne und anderen Milchprodukten. Die übrige Milch wurde für die Direktvermarktung und die Jungviehaufzucht verwendet. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Direktvermarktung ist in Brandenburg als gering einzuschätzen.

58,6 Prozent der insgesamt abgelieferten Milchmenge ging an die Molkereien des Landes Brandenburg. 559.245 Tonnen Milch gaben die Landwirte an Molkereien in die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt Sachsen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ab. Die Brandenburger Molkereien erhielten zusätzlich 182.234 Tonnen Milch aus anderen Bundesländern wie zum Beispiel Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandeburg.

11. März 2005

Sachsen-Anhalt: Milchleistung erreicht neuen Spitzenwert

Themen: Archiv — info @ 15:03

Halle (agrar.de) – Die durchschnittliche Milchleistung je Kuh wurde im Jahr 2004 gegenüber dem Vorjahr um weitere 108 Kilogramm (1,4 Prozent) gesteigert. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurde die etwa gleiche Gesamtmenge von 1,1 Mill. Tonnen Kuhmilch (+ 0,3 Prozent) von durchschnittlich 1,1 Prozent weniger Milchkühen als im Jahr 2003 ermolken.

Die Steigerung des Milchaufkommens resultiert somit ausschließlich aus der Leistungssteigerung der Milchkühe. In den vergangenen 10 Jahren stieg die Milchproduktion um 17 Prozent, die Milchproduktion je Kuh aber um fast 40 Prozent. Der durchschnittliche Milchkuhbestand ging in diesem Zeitraum um 27.100 Tiere (- 16 Prozent) auf 140.100 im Jahr 2004 zurück.

An Molkereien und Händler wurden 98 Prozent der im Jahr 2004 erzeugten Milchmenge verkauft. Der Rest wird hauptsächlich in den Agrarbetrieben in der Kälberaufzucht verfüttert.

Zwei Drittel der insgesamt verkauften Milchmenge wurde an Molkereien des Landes geliefert. Abnehmer darüber hinaus waren Molkereien in Niedersachsen, Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Thüringen und Hessen. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

DBV: Wachstum geht häufig an heimischen Bauern vorbei

Themen: Archiv — info @ 13:03

Sonnleitner: Ausländische Ware darf nicht unter erleichterten Bedingungen herein

Berlin (agrar.de) – Mit der Erweiterung der EU am 1. Mai 2004 habe der Warenaustausch mit den neuen Mitgliedstaaten, insbesondere bei Nahrungsmitteln, enorm zugenommen. Hiervon könne Deutschland aufgrund seiner Nähe zu den neuen Ländern besonders profitieren. Gleich¬zeitig seien jedoch mit der nun größeren EU auch stärkere Marktschwankungen und zunehmende Konkurrenz verbunden. Darauf wies der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in der März-Ausgabe der Bauern Korrespondenz hin. Es gehe das Wachstum an den Märkten mitunter an den heimischen Bauernfamilien vorbei. Nahrungsmittelindustrie und Handel bevorzugen auf den globalen Märkten – verstärkt auch auf Biomärkten – anonyme billigere Rohwaren.

Durch die massiven Billigimporte sei letztlich der deutsche Ökomarkt unter enormen Preisdruck geraten. Um die Zukunft der inländischen landwirtschaftlichen Betriebe abzusichern, müsse daher nach Auffassung des DBV-Ökoausschusses das deutsche staatliche Ökosiegel weiterentwickelt werden. Es sei nicht zu akzeptieren, wenn ‚ausländische Ware unter erleichterten Bedingungen nach Deutschland kommt und mit dem staatlichen Bio-Siegel geadelt wird‘.

Insgesamt gehe es letztendlich darum, die Zukunft der gesamten inländischen Landwirtschaft zu stärken und abzusichern, erklärte Sonnleitner. Daher habe der DBV strikt eine weitere einseitige Schwächung der Beitragszahler beim Absatzfonds abgelehnt und auf der Einhaltung der auch verfassungsrechtlich gebotenen Gruppennützigkeit bestanden. Die Argumentation der Entflechtung – früher habe der Gesetzgeber ausdrücklich die Verflechtung gewünscht – sei zwar in der heutigen Zeit durchaus nachvollziehbar, erklärte der DBV-Präsident. Es sei aber bereits bei der letzten Gesetzesänderung mit der Hinzunahme je eines Vertreters des Tierschutzes und Verbraucherschutzes in den Verwaltungsrat des Absatzfonds das Gewicht der beitragszahlenden Wirtschaft verringert worden. Daher sei es überaus wichtig, dass der Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft, in dem die ganze Breite der Landwirtschaft abgebildet ist, die drei Sitze erhalte, die bisher der CMA zur Entsendung in den Absatzfonds-Verwaltungsrat zustanden.

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Verbände fordern Klarstellung im Futtermittelrecht

Themen: Archiv — info @ 13:03

Nulltoleranz nicht praxisgerecht

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband, der Deutsche Verband Tiernahrung und der Verein der Zuckerindustrie fordern die Bundesregierung in einem gemeinsamen Brief auf, die Null-Toleranz für tierisches Eiweiß in pflanzlichen Futtermitteln auf europäischer Ebene zu überprüfen. Dieses sei nicht praxisgerecht. Bei voller Wahrung des Verbraucherschutzes müssten tragbare Lösungen gefunden werden, damit nicht große Mengen an Futtermitteln, wie Getreide und andere Nutzpflanzen, entsorgt werden müssten.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung hervorhebt, gehe von den natürlicherweise vorkommenden tierischen Bestandteilen im Boden keinerlei Gesundheitsrisiko aus. Rein rechtlich gesehen dürfe jedoch solches Erntegut weder verfüttert noch zu Futtermitteln weiterverarbeitet werden. Die Verbände weisen darauf hin, dass die Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland alle Maßnahmen zur Sicherung des Verbraucherschutzes in der Produktionskette bei Nahrungsmitteln voll und ganz mitträgt. Das betreffe auch den strikten Ausschluss von tierischen Proteinen und Fetten aus allen Futtermitteln für Nutztiere. Diesem Ausschluss werde bei der Futtermittelkontrolle dadurch Rechnung getragen, dass auch nur geringste Spuren nicht toleriert würden.

Gleichzeitig erachten die Verbände eine kritische Überprüfung der Liste der zugelassenen Düngemittel für geboten. Es gelte sicherzustellen, dass die Verwendung bestimmter Düngemittel kein Risiko im Zusammenhang mit der Fütterung oder letztlich dem gesundheitlichen Verbraucherschutz darstellt. Die beteiligte Wirtschaft sei auch dazu bereit, gemeinsam mit der Politik an tragfähigen Lösungen zu arbeiten und stehe für entsprechende Gespräche zur Verfügung.

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ISN zur Schweinedatenbank: keine Prämienkürzungen riskieren

Themen: Archiv — info @ 09:03

Damme (agrar.de) – Alle Schweine haltenden Betriebe müssen seit dem 1. Januar 2003 ihre Schweinebestände sowie alle Zukäufe von Schweinen in eine zentrale Datenbank melden. Nach derzeitigem Stand ist noch offen, ob Schweinehalter im Rahmen von Cross-Compliance Prämienabzüge riskieren, wenn sie ihrer Meldepflicht an die Schweinedatenbank nicht nachkommen. Nach Ansicht der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sollten Schweinehalter kein Risiko eingehen, da die Prämienkürzungen ggf. immens sein können.

Zum 1. Januar eines jeden Jahres muss der komplette Schweinebestand gemeldet werden. Weiterhin muss jeder Zukauf von Schweinen (in der Regel Systemferkel, Ferkel, Jungsauen, Zuchtläufer und Eber) innerhalb von sieben Tagen an die Datenbank gemeldet werden. Am einfachsten geht dies über das Internet direkt an die HIT-Datenbank.

Während alle Bundesländer inzwischen Regionalstellen beauftragt haben, Schweinedatenbanken einzurichten, hat die Regierung in Nordrhein-Westfalen dies immer noch nicht getan. Somit können auch die dortigen Schweinehalter ihrer Meldepflicht noch nicht nachkommen, so die ISN.

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10. März 2005

Grüne: EU-Zuckerreform muss ländliche Entwicklung fördern

Themen: Archiv — info @ 15:03

Straßburg (agrar.de) – Heute wurde im Europäischen Parlament eine Resolution zur bevorstehenden Reform der Zuckermarktordnung der EU verabschiedet. Die Vorlage eines legislativen Vorschlags der Europäischen Kommission wird in den kommenden Monaten erwartet. Die Grünen im Europäischen Parlament haben bereits wesentliche Forderungen für eine nachhaltige Zuckerproduktion und fairen Handel mit Zucker durchgesetzt.

‚Als Einstieg in einen faireren Weltmarkt für Zucker muss die EU aus jeglicher Form des Dumpings aussteigen, Exportsubventionen und die mit Bauerngeldern subventionierten Exporte des so genannten C-Zuckers müssen verschwinden,‘ erläutert Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vizepräsident des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, heute im Europäischen Parlament. ‚Mit der vom Parlament angenommenen Forderung, einen Fonds für die ländliche Wirtschaftsentwicklung in Entwicklungsländern zu schaffen und die Zucker-Exportrechte in die EU mit der Einhaltung von Produktionsstandards zu verknüpfen, haben wir einen neuen Mechanismus ins Licht gerückt: Den qualifizierten Außenschutz. Damit kann dem Preisdumping und der Überschussproduktion ein Ende gesetzt und für ein neues Marktgleichgewicht und ländliche Entwicklung gesorgt werden.‘

‚Die neue Zuckermarktordnung muss wie alle Bereiche der Agrarpolitik soziale und ökologische Förderkriterien (cross-compliance) enthalten. Diese dürfen auch nicht durch sozial-ökologisches Dumping in Entwicklungsländern unterlaufen werden,‘ erklärt Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen. ‚Alle Importe in die EU, die EU-Standards nicht erfüllen, sollen mit einer Abgabe belegt werden. Auf diese Weise abgeschöpfte Mittel werden den Entwicklungsländern in Form eines ländlichen Entwicklungsfonds zur Diversifizierung der Produktion und zur Anhebung der ökologischen und sozialen Standards bereitgestellt. Wenn die EU die Preise nicht senkt, können auch vorgesehene Ausgleichsprämien in Höhe von 1,3 Mrd. Euro eingespart werden, die dann in diesen Fonds fließen könnten.‘

‚Das Parlament hält an dem Quotensystem fest, das ist richtig; aber wir dürfen uns nicht auf Preissenkungspolitik und Kompensationslogik einlassen. Es wäre unverantwortlich, die Märkte einfach zu öffnen, ohne einen Verteilungsmechanismus zu haben, der den Entwicklungsländern nachhaltige Wirtschaftswicklung ermöglicht,‘ so Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf. ‚Wir schlagen 25 Prozent Quotenreduzierung zugunsten der Entwicklungsländer vor. Die Kontingente müssen nach Entwicklungskriterien so verteilt werden, dass möglichst viele Entwicklungsländer vom relativ hohen Zuckerpreis der EU profitieren können. Mit stabilen Preisen und Quoten müssen wir den ärmsten Ländern ermöglichen, mit Rohrzucker mehr Einkommen zu erwirtschaften. Eine Liberalisierung des Marktes würde hingegen nur der zuckerverarbeitenden Industrie niedrigere Preise bescheren und die Zuckerproduktion wettbewerbsstarker Großgrundbesitzer in wenigen Ländern fördern.‘

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In Deutschland boomt der Gemüseanbau

Themen: Archiv — info @ 12:03

Starke Expansion auch in Niedersachsen – Spargel- und Möhrenanbau führen

Hannover (agrar.de) – Deutschlands Gemüsebauern haben auf den steigenden Gemüseverzehr reagiert und ihre Anbauflächen in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Nach Informationen des Landvolks Niedersachsen ist die Anbaufläche von Gemüse zwischen 2000 und 2004 auf knapp 111.000 Hektar gestiegen. Im Jahr 2000 waren es rund 99.000 Hektar. Gleichzeitig ging die Zahl der Gemüsebauern um 17,5 Prozent auf knapp 12.000 zurück. In Deutschland findet Gemüseanbau fast ausschließlich im Freiland statt. Nur 1.370 Hektar oder gut ein Prozent der Gesamtfläche befinden sich nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen der Gemüseanbauerhebung unter Glas.

Niedersachsen hat seine Anbaufläche im Bundesvergleich am stärksten ausgeweitet und ist vom dritten auf den zweiten Platz in der Rangfolge der bedeutendsten Gemüseanbauregionen vorgerückt. In 2004 waren es 18.380 Hektar Freilandfläche gegenüber 11.724 Hektar im Jahr 2000. Platz eins belegt Nordrhein-Westfalen mit 20.460 Hektar. Rheinland-Pfalz liegt auf Platz drei mit 15.330 Hektar vor Bayern mit 12.640 Hektar. Auf diese fünf Länder entfielen 68 Prozent der gesamten Gemüseanbauflächen. Immer häufiger wird Gemüse im Vertragsanbau bewirtschaftet. Gegenüber 2000 wuchs die Vertragsfläche um 5,7 Prozent auf rund 24.000 Hektar.

Flächenmäßig waren im vergangenen Jahr in Deutschland Spargel, Möhren und Speisezwiebeln die wichtigsten Gemüsearten. Spargel wurde auf knapp 17.000 Hektar, Möhren und Karotten auf 10.500 Hektar und Speisezwiebeln auf über 9.000 Hektar angebaut. Große Bedeutung haben aber auch Weißkohl mit 7.000 Hektar, Blumenkohl mit 5.600 Hektar, Frischerbsen mit 5.500 Hektar, Eissalat mit knapp 5.000 Hektar und grüne Bohnen mit 4.400 Hektar. Zwischen 2000 und 2004 nahm die Spargelanbaufläche in Deutschland um 28 Prozent zu. Die „Gemüsekönigin“ wurde damit auf rund 18 Prozent der gesamten Frischgemüseanbaufläche erzeugt. Deutliche Zuwächse erzielten aber auch die Flächen mit Frischerbsen um 25 Prozent und Speisezwiebeln um 21 Prozent. Ebenfalls zugenommen hat der Anbau von Salaten sowie Möhren und Karotten, während Gurken, Spinat, Kopfsalat und Brokkoli rückläufige Anbauflächen verzeichneten.

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Niedersachsen: Bio-Betriebe auf neuem Höchststand

Themen: Archiv — info @ 10:03

1.090 niedersächsische Bauern wirtschaften ökologisch – Konkurrenz durch Importe

Hannover (agrar.de) – Nach ein paar Jahren mit stürmischer Entwicklung seit der ‚Agrarwende‘ wächst der Bereich der ökologischen Landwirtschaft jetzt langsamer, aber beständig. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen hat das Interesse der Bauern an einer Umstellungsberatung in letzter Zeit etwas nachgelassen. Dennoch war mit 1.090 Betrieben in Niedersachsen, die nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft arbeiten, zum Jahresende 2004 der bisherige Höchststand erreicht. Gegenüber 2003 war das eine Zunahme um 3,5 Prozent. Gleichzeitig wachsen die Betriebe stark und sind im Durchschnitt mittlerweile sogar größer als die konventionell wirtschaftenden. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs 2004 um immerhin acht Prozent von 55.959 Hektar (ha) auf 60.518 ha. Allerdings waren das lediglich 2,1 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Hier liegt Niedersachsen deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt zurück. In Deutschland wurden Ende 2003 insgesamt 4,1 Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet, das waren 734.027 ha von ungefähr 16.000 Betrieben.

Stetig hat sich insgesamt der Markt für Öko-Lebensmittel entwickelt mit Umsatzzuwächsen von bis zu zehn Prozent. Vielfach gehen diese Zuwächse jedoch an den Öko-Bauern vorbei. Zunehmend werden ihre Erzeugnisse durch billigere Importe verdrängt, die lediglich nach den Vorschriften des EU-Biosiegels und nicht nach den strengeren Anforderungen der hiesigen Anbauerverbände erzeugt werden. Aber auch der zunehmende Verarbeitungsgrad der Lebensmittel durch die steigende Vermarktung in Supermärkten statt im Hofladen lässt immer weniger von den Umsatzsteigerungen bei den Bauern ankommen, hier unterscheidet sich ihre Situation in keiner Weise von der konventionellen Landwirtschaft. Recht zufrieden stellend hat sich im vergangenen Jahr der Markt für Biokartoffeln entwickelt, der längst nicht so unter Preisdruck durch die große Ernte stand wie der konventionelle Markt. Ein ausgesprochener Wachstumsmarkt ist ebenso das Feldgemüse, und auch der Milchmarkt, noch vor kurzer Zeit krisengeschüttelt, konnte parallel zur Entwicklung bei konventionell erzeugter Milch einen leichten Aufschwung verzeichnen. Als kleiner Markt mit ansehnlichen Zuwachsraten präsentiert sich gegenwärtig die Erzeugung von Bioschweinen, die allerdings mit hohen Kosten belastet ist und entsprechend hohe Erlöse erfordert. Nach wie vor kritisch wird von Fachleuten jedoch der Markt für Bio-Rindfleisch gesehen. Größtes Sorgenkind ist der Getreidemarkt, der zuletzt durch Importe stark unter Druck geraten ist und unter sinkenden Erzeugerpreisen leidet.

Schwerpunkte der ökologischen Landwirtschaft in Niedersachsen sind der Raum Lüchow-Dannenberg, der sich vor der Wiedervereinigung stark auf den Berliner Markt konzentriert hatte, sowie die Gebiete um Bremen und Hameln. Vor allem die Hildesheimer Börde, aber auch die veredelungsstarken Regionen im westlichen Niedersachsen, sind dagegen weit gehend ‚weiße Flecken‘ auf der Landkarte der Öko-Landwirtschaft.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Nahrungsmittel in Deutschland besonders preiswert

Themen: Archiv — info @ 09:03

Mehr Geld für Autos und Handys

Hannover (agrar.de) – Die Preise für Nahrungsmittel sind in Deutschland und Spanien so niedrig wie kaum woanders. Dies geht nach Informationen des %ur1%Landvolks Niedersachsen%/% aus dem Binnenmarktanzeiger der Europäischen Kommission von 2004 hervor. Danach müssen die deutschen und spanischen Verbraucher innerhalb der EU am wenigsten für einen Korb mit 24 Lebensmitteln zahlen. Dieser Lebensmittelkorb kostet in Deutschland und Spanien nur etwa 80 Prozent von dem, was im Durchschnitt der übrigen EU-Mitgliedsstaaten und in den Vereinigten Staaten dafür verlangt wird. Am höchsten sind die Nahrungsmittelpreise in Irland. Aber auch Griechen, Briten, Franzosen und Italiener müssen für Nahrungsmittel vergleichsweise tief in die Tasche greifen.

Dagegen ist in Deutschland der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben seit Jahren durch eine rückläufige Tendenz gekennzeichnet. Im Jahr 2003 gaben die privaten Haushalte hierzulande nur noch 12,2 Prozent ihrer Konsumausgaben für Nahrungsmittel aus. 1980 lag dieser Anteil noch bei 16,7 Prozent. Gestiegen sind dagegen die Ausgaben für Mieten, Heizung und Strom. Mit 25,2 Prozent ’schluckte‘ dieser Posten den höchsten Anteil an den Konsumausgaben der privaten Haushalte. 1980 lag der Anteil nur bei 20,7 Prozent. Gestiegen sind ebenfalls die Ausgaben für den Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Für Autos und Handys geben die Verbraucher inzwischen mehr Geld aus als für Nahrungsmittel. 2003 lag der Anteil bei 17,2 Prozent, Tendenz steigend. 1980 waren es nur 13,9 Prozent.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Lebensmittel.

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