17. Februar 2005

CDU zur Pflanzenschutz-Politik von Rot-Grün: Fakten ignorieren und polemisieren

Themen: Archiv — info @ 13:02

Berlin (agrar.de) – Angesichts der Ankündigung des UBA, die verdeckte Feldbeobachtung nun doch zu starten und der abstrusen Maßnahmen beim ‚Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz‘ erklärt der Vorsitzende des Bundesfachausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz der CDU Deutschlands, Peter Bleser:

‚Die deutschen Landwirte führen ihre Pflanzenschutzmaßnahmen mit höchster Fachkenntnis und Präzisions-Technik durch und optimieren dadurch die ausgebrachte Wirkstoffmenge.

Der Ernährungsbericht 2004 weist aus: Bei Lebensmitteln mit pflanzlicher Herkunft aus einheimischer Produktion gibt es keine nennenswerten Rückstandsprobleme, bei tierischen Lebensmitteln spielen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln ‚eine unbedeutende Rolle‘. Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist deren Umweltverträglichkeit ein entscheidender Faktor. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat frühzeitig seine Bereitschaft erklärt, beim Reduktionsprogramm mitzuarbeiten, obwohl in den letzten Jahren der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aufgrund modernster Ausbringungstechniken erheblich zurückgegangen ist. Auch unter dem Gesichtspunkt der Kostenminimierung sind alle Landwirte daran interessiert, so wenig wie möglich an Pflanzenschutzmitteln auszubringen.

Statt diese Fakten anzuerkennen und mit der Landwirtschaft zusammen zu arbeiten, hat sich offensichtlich eine unheilvolle Allianz von Rot-Grün mit bestimmten Umweltverbänden gebildet, die nach der Direktive vorgeht: Erst in der Bevölkerung mit Falschaussagen Ängste verbreiten, um sich dann als Retter vor dem Übel, wohl wählerwirksam (denn auch diese Verbände wollen Rot-Grün weiter am Ruder haben) in der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Anders ist nicht zu erklären, dass nun plötzlich der Präsident des UBA, der von der verdeckten Feldbeobachtung Abstand genommen hatte, es doch noch notwendig findet, diese zwielichtige Aktion zu starten. Wenn in der Vergangenheit Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Gewässern gefunden wurden, hat man dies mit der Landwirtschaft diskutiert und abgestellt. Jetzt sollen an 300 statistisch ausgewählten Beobachtungspunkten Personen, die weit weniger über Pflanzenschutz bescheid wissen, als die Landwirte, darüber urteilen, was korrekt ist – verkehrte Welt!

Der Katalog der Einzelmaßnahmen beim „Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz“ ist sicher nicht bei den allseits anerkannten Experten im Pflanzenschutz-Referat des BMVEL entstanden. Hier wird die Handschrift der unheilvollen Allianz nur allzu deutlich. Abgesehen von hanebüchenen fachlichen Fehlern soll die deutsche Landwirtschaft mit einer bisher beispiellosen Pflanzenschutz-Bürokratie überzogen werden, die in einer ‚Bundesstelle Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz‘ gipfelt. Ich fordere die Bundesregierung auf: Stoppt diesen Unsinn und zwar sofort.‘

Links zum Thema Pflanzenschutz, Links zum Thema Agrarpolitik.

Bruttomonatsverdienst in der Landwirtschaft bei 1.542 Euro

Themen: Archiv — info @ 12:02

Wiesbaden (agrar.de) – Die vollzeitbeschäftigten Arbeiter verdienten in der Landwirtschaft (ohne Gartenbau) in Deutschland im September 2004 brutto durchschnittlich 1.542 Euro, das waren bei einer bezahlten Arbeitszeit von 202 Stunden (Vorjahr 200 Std.) 2,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken im früheren Bundesgebiet die Bruttomonatsverdienste gegenüber September 2003 um 1,8 Prozent auf 1.937 Euro, während sie in den neuen Ländern um 3,2 Prozent auf 1.501 Euro stiegen.

Im Gartenbau verdienten die Arbeiter in Deutschland mit durchschnittlich 1.741 Euro im September 2004 bei einer bezahlten Arbeitszeit von 180 Stunden (Vorjahr 178 Std.) 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im früheren Bundesgebiet lagen die Verdienste der Arbeiter im September 2004 bei brutto 1.902 Euro (+ 1,6 Prozent) und in den neuen Ländern bei 1.164 Euro (+ 1,4 Prozent).

Der leichte Rückgang im Gartenbau auf gesamtdeutscher Ebene trotz Zuwächsen in Ost- und Westdeutschland ergibt sich daraus, dass sich von 2003 auf 2004 neben den Durchschnittslöhnen auch die Zahl der Beschäftigten verändert hat. Entsprechend wurden die regionalen Ergebnisse neu gewichtet, was den auf ganz Deutschland bezogenen Durchschnittswert leicht sinken ließ.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Weiterhin weniger Schweine in Niedersachsen

Themen: Archiv — info @ 10:02

Hannover (agrar.de) – Im November 2004 hielten die niedersächsischen Schweinehalter 7,8 Mio. Tiere. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik auf Grundlage der endgültigen Ergebnisse der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände vom 3. November 2004 mitteilte, sank die Zahl der Schweine gegenüber dem Stichtag des Vorjahres um 1,8 Prozent.

Der Bestand an Ferkeln und Jungschweinen zusammen sank um 1,2 Prozent auf insgesamt 3,8 Mio. Tiere. Allerdings steht der Zunahme bei der Zahl der Ferkel um 13,3 Prozent eine Abnahme bei der Zahl der Jungschweine unter 50 kg Lebendgewicht um 10,6 Prozent gegenüber.

Die Zahl der in den Ställen stehenden Mastschweine sank um 1,8 Prozent auf 3,4 Mio. Tiere. Die Zahl der Mastschweine über 80 kg Lebendgewicht verringerte sich um 5,8 Prozent auf 1,6 Mio. Tiere. Da der Schweinepreis im September 2004 im Vergleich zu den Vormonaten ein Hoch erreichte, ist von einem verstärkten Verkauf auszugehen.

Auch der Rückgang der Zuchtsauenhaltung setzt sich weiter fort, im Vergleich zum November des Vorjahres wurden die Bestände um 6,0 Prozent auf 623.000 Tiere abgebaut.

Parallel dazu ging auch die Zahl der Zuchtschweinebetriebe gegenüber November 2003 nochmals deutlich um 7,5 Prozent zurück, so dass derzeit noch 7.300 Betriebe in Niedersachsen Schweinezucht betreiben.

Die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung insgesamt verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent. Die durchschnittliche Bestandsgröße in niedersächsischen Ställen stieg jedoch weiter auf 457 Schweine pro Schweinehaltungsbetrieb.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Immer mehr Landwirte wirtschaften auf Pachtland

Hannover (agrar.de) – Die Zahl der Landwirte, die neben ihrem Eigentum auf gepachtetem Land wirtschaften, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Nach Ermittlungen des niedersächsischen Landvolk-Verbandes lag der Pachtlandanteil bei 63,9 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. 1990 waren es erst 42,5 Prozent.

Am höchsten ist der Pachtlandanteil in den neuen Bundesländern. In Thüringen sind es sogar 92,5 Prozent, etwas niedriger ist der Anteil in Sachsen-Anhalt mit 89,7 Prozent, in Sachsen mit 87,7 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 83,7 Prozent. Den niedrigsten Pachtanteil hat Bayern mit nur 41,9 Prozent, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 48,6 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 53,8 Prozent. Geringfügig höher ist der Anteil in Niedersachsen mit 54 Prozent.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Boden.

BÖLW: Ökologische Lebensmittel im Aufwind

Themen: Archiv — info @ 09:02

Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft zieht Bilanz

Berlin (agrar.de) – Der Markt für ökologische Lebensmittel in Deutschland ist im Jahr 2004 zwischen 10 und 12 Prozent gewachsen, berichtete der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Biofach, der weltgrößten Messe für Naturkost und Naturwaren, die am kommenden Donnerstag in Nürnberg eröffnet wird.

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln lag im Jahr 2004 bei knapp 3,5 Mrd. Euro. ‚Der Umsatzzuwachs wurde vor allem durch deutliche Zuwächse bei Frische-Produkten des Naturkostfachhandels, durch zahlreiche neue Bio-Supermärkte und eine Ausweitung des Sortiments im Lebensmitteleinzelhandel erreicht‘, so Wolfgang Gutberlet, Vorstandsmitglied des BÖLW, der Inhaber einer Einzelhandelskette und von Bio-Verarbeitungsbetrieben ist. ‚Die Entwicklung zeigt, dass es gelingt, den Verbraucherbedürfnissen nach Bio-Lebensmitteln immer besser zu entsprechen. Wenn wir qualitativ hochwertigste Produkte in entsprechender Aufmachung und am richtigen Ort anbieten, können wir den Absatz weiter ausbauen‘, prognostiziert Wolfgang Gutberlet.

Auch in der landwirtschaftlichen Erzeugung habe es Zuwächse gegeben, vermeldete der Vorstandsvorsitzende des BÖLW, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, der einen Bio-Betrieb in Hessen bewirtschaftet. Diese Zuwächse bezögen sich jedoch ausschließlich auf die Anbaufläche, die bei den Mitgliedsverbänden des BÖLW 2004 um 10.826 ha auf 526.269 ha und damit um 2,1 Prozent zugenommen habe. Erstmals habe die Zahl der Betriebe, die aus der ökologischen Landbewirtschaftung ausscheiden, die Zahl der Neu-Umsteller leicht übertroffen, so dass es hier zu einer Stagnation gekommen sei. 2004 waren 9.559 Betriebe Mitglied eines Ökologischen Erzeugerverbandes, das sind 7 Betriebe (0,1 Prozent) weniger als im Vorjahr.

‚Auch vor den Öko-Höfen macht der Strukturwandel nicht Halt# erklärte Löwenstein diese Zahlen. #Betriebe mit zu geringer Wirtschaftskraft und Größe geben auf oder – was noch häufiger ist – werden beim Generationswechsel nicht mehr fortgeführt. Ihre Flächen werden von größeren Betrieben übernommen, die bessere Entwicklungsperspektiven aufweisen.‘

Man müsse diese Zahlen jedoch in Relation zur Gesamtentwicklung der deutschen Landwirtschaft sehen. Angesichts von 15.700 Bauernhöfen, die im Jahr 2004 aufgegeben hätten – was einer Abnahme von ca. 4% entspricht – und einem Flächenverlust von 8.100 ha, werde deutlich, dass sich die ökologische Landwirtschaft deutlich und positiv gegen den Trend entwickelt. ‚Damit wird der ökologische Landbau zu einem Faktor der Stabilisierung von Arbeitsplätzen und Zukunftschancen im ländlichen Raum‘ betonte der BÖLW-Vorsitzende. Er wies darauf hin, dass in Erzeugung, Verarbeitung und Handel Ökologischer Lebensmittel im letzten Jahrzehnt ca. 75.000 neue Arbeitsplätze entstanden seien.

‚Die Entwicklung des Bio-Marktes zeigt, dass sich eine Politik für den Ökologischen Landbau als Leitbild für eine nachhaltige Landwirtschaft rentiert‘ formulierte Löwenstein an die Adresse der Bundesregierung. ‚Deshalb könne es nicht sein, dass Bio-Betriebe im Durchschnitt weniger Förderung erhielten als konventionelle. Ebenso fordert der BÖLW durch eine entsprechende Ausgestaltung der zweiten Säule der Agrarpolitik die Rahmenbedingungen für die Ausdehnung des Ökologischen Landbaus zu verbessern. Nur so kann das Wachstum des Bio-Marktes in eine Vermehrung der Umweltleistungen durch die heimische Landwirtschaft umgesetzt werden.‘

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema %url2%Verbände%/%.

16. Februar 2005

Fisch in Sachsen-Anhalt

Themen: Archiv — info @ 15:02

Magdeburg (agrar.de) – Im Abstand von zehn Jahren wird eine Binnenfischereierhebung durchgeführt (letztmalig 1994). Im Jahr 2004 wurden vom Statistischen Landesamt für das Jahr 2003 dabei 23 erwerbsmäßige Binnenfischereibetriebe, darunter 19 im Haupterwerb, in Sachsen-Anhalt ermittelt. In ihnen waren 118 Arbeitskräfte beschäftigt.

3.453 Dezitonnen Speisefisch wurden in 81 Teichen (48 Forellenteiche und 33 Karpfenteiche) und Behälteranlagen erzeugt. 10 Betriebe bewirtschafteten dazu Teiche mit einer Wasserfläche von 210 Hektar und 5 Betriebe nutzten zur Fischproduktion Behälteranlagen mit einem Wasservolumen von 3.456 m³.

In der Seen- und Flussfischerei befischten 13 Betriebe eine Gewässerfläche von 4.727 Hektar, davon ein Drittel in stehenden und zwei Drittel in fließenden Gewässern. Die Fangmenge betrug 1.295 Dezitonnen, darunter 431 Dezitonnen Speisefische (überwiegend Weißfische, Karpfen und Coregonen) und 120 Dezitonnen Satzfische.

Von 3 Betrieben mit Netzgehegehaltung wurden 112 Netzgehege mit einem Wasservolumen von 4.528 m³. bewirtschaftet. Sie erzeugten 302 Dezitonnen Speise- und Satzfische. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

CDU/CSU: Künast steht vor Scherbenhaufen ihrer Politik

Themen: Archiv — info @ 13:02

Union fordert abgestimmte, kohärente und verlässliche Landwirtschaftspolitik

Berlin (agrar.de) – Zur Aussage des Bundesfinanzministeriums, die Finanzierung von EU-Agrarumweltprogrammen sei künftig erheblich zu kürzen, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt%/%:

‚Dass Ankündigungen von Bundesministerin Künast regelmäßig keine Taten folgen und in der Bundesregierung oftmals nicht abgestimmt sind, ist nichts Neues. Jüngstes Beispiel: Die Ankündigungsministerin plant eine ‚zweite Stufe der Agrarwende‘. Sie will – so wörtlich – ‚die gesamte Landwirtschaft ökologisieren‘.

Dabei ist Frau Künast bereits mit der ersten Stufe ihrer Reform kläglich gescheitert. Trotz aller Versuche, den Verbraucher zu bevormunden und zu steuern, ist die Ministerin von dem hochgesteckten Ziel von 20 Prozent Ökoanteil weiter denn je entfernt.

Der neuesten Ankündigung von Frau Künast widersprechen aktuelle Aussagen des Bundesfinanzministeriums, das sich für deutliche Einschnitte bei der Förderung von Agrarumweltmaßnahmen ausspricht. In einem internen Papier bezweifelt das Finanzministerium den Sinn der Förderung von genau den Bereichen, die Frau Künast lieb und teuer sind. Das BMF macht anscheinend mächtig Druck: Kann das Bundesverbraucherministerium in Brüssel keine Kürzungen bei den Agrarumweltgeldern durchsetzen, so das BMF, müssten dann eben Einschnitte im nationalen Agrarhaushalt vorgenommen werden.

Dieses heillose Durcheinander in der rot-grünen Bundesregierung zeigt vor allem eines deutlich: Es wird Zeit, dass für die Land- und Ernährungswirtschaft endlich wieder eine abgestimmte, kohärente und verlässliche Politik gemacht wird. Auch dem Ökolandbau, zu dem sich die Union als einem wertvollen Teil unserer Landwirtschaft ausdrücklich bekennt, helfen keine Parolen, Halbwahrheiten und Versprechungen, sondern nur ein klares Bekenntnis zu zukunftsfähigen, modernen und innovativen Betrieben. Deutschland braucht keine ‚zweite‘ Stufe der Agrarwende, sondern endlich wieder eine ‚erst’klassige Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Österreich: Landw. Einkommen um 1,4 Prozent gestiegen

Themen: Österreich,Statistik — info @ 12:02

Wien (agrar.de) – Ersten vorläufigen Berechnungen der Statistik Austria zufolge stieg das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in Österreich im Jahr 2004 um 1,4 Prozent.

Nominell betrug der Einkommenszuwachs je Arbeitskraft 3,1 Prozent. Diese Einkommensverbesserung resultiert aus einem Anstieg des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens um 2,1 Prozent bei gleichzeitiger Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes um 0,9 Prozent.

Die für die Einkommensentwicklung maßgeblichen Faktoren entwickelten sich folgendermaßen:

Der Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs stieg nominell um 2,2 Prozent. Die Vorleistungen nahmen lt. den vorläufigen Berechnungen um 2,8 Prozent, die Abschreibungen um 1,2 Prozent zu. Die als ’sonstige Subventionen‘ verbuchten, nicht produktspezifischen Direktzahlungen stiegen um 2,3 Prozent.

Der Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes setzte sich weiter fort (-0,9 Prozent). Wertmäßige Zuwächse in der tierischen Erzeugung; deutlich höheres Erzeugungsvolumen in der pflanzlichen Produktion

Der Anstieg des Produktionswerts des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs (+2,2 Prozent) ist primär auf die Zuwächse in der tierischen Erzeugung (+4,0 Prozent) zurückzuführen. Der Wert der pflanzlichen Produktion lag hingegen trotz der guten Ernte infolge niedrigerer Erzeugerpreise nur geringfügig über dem Vorjahresniveau (+0,8 Prozent). Bei den nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten, auf die 2004 rd. 7 Prozent des landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswerts entfielen, geht die gegenständliche Vorschätzung von einem Rückgang um 0,6 Prozent aus. Einen geringen Einfluss auf die Einkommensentwicklung nahmen mit einem Anteil von unter 3 Prozent des Gesamtproduktionswerts die landwirtschaftlichen Dienstleistungen.

Im pflanzlichen Bereich konnte nach den hitze- und trockenheitsbedingten Einbußen des Jahres 2003 eine deutliche Ausweitung des Produktionsvolumens verzeichnet werden. Das Erzeugungsvolumen von Getreide (inkl. Körnermais) stieg um 25,4 Prozent, wobei bei allen Getreidearten Volumensteigerungen, die stärksten Zuwächse jedoch bei Roggen (+62,3 Prozent), Hartweizen (+53,3 Prozent) und Weichweizen (+48,5 Prozent), festzustellen waren.

Auch die übrigen Feldfrüchte profitierten – mit einzelnen Ausnahmen wie Ölkürbis – ebenso wie der Futter-, Gemüse- und Obstbau von der ohne nennenswerte Witterungsextreme abgelaufenen Anbau- und Erntesaison. So wurden deutlich mehr Raps (+54,9 Prozent), Sojabohnen (+13,6 Prozent) und Sonnenblumen (+9,5 Prozent) produziert als 2003. Höhere Erzeugungsvolumina waren auch im Hackfruchtbau (Kartoffeln: +25,3 Prozent, Zuckerrüben: +16,8 Prozent), bei den Eiweiß- (+28,5 Prozent) und Futterpflanzen (+10,0 Prozent) sowie bei Gemüse (+7,0 Prozent) zu verzeichnen. Das Produktionsvolumen von Obst lag geringfügig (+0,8 Prozent) über dem bereits guten Vorjahresergebnis, wobei u. a. bei den Tafeläpfeln eine überdurchschnittlich hohe Ernte eingebracht werden konnte. Bezüglich der Weinernte flossen in die gegenständliche Vorschätzung die Ergebnisse der dritten Vorschau der ehrenamtlichen Ernteberichterstatter der Statistik Austria ein, die von einer Erntemenge von rd. 2,6 Mio. hl (+4,3 Prozent gegenüber 2003) ausgehen.

Infolge der guten Ernten waren die Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte – nach einem Anstieg im Vorjahr – fast durchwegs rückläufig. Speziell bei Getreide führten die europaweiten Rekordernten zu einem scharfen Preisrückgang (-23,4 Prozent). Bei den Zuckerrüben betrug der Rückgang der Erzeugerpreise 10,0 Prozent, bei den Ölsaaten im Mittel 7,8 Prozent, bei den Eiweißpflanzen 8,6 Prozent und im Kartoffelbau 27,8 Prozent. Die Erzeugerpreise für Frischgemüse gaben durchschnittlich um 6,8 Prozent, jene für Obst um 6,6 Prozent (Tafeläpfel: -18,6 Prozent) nach. Im Durchschnitt fielen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse um 7,8 Prozent. Der Wert der pflanzlichen Produktion stieg damit trotz der guten Erträge gegenüber 2003 lediglich um 0,8 Prozent an.

Ein wesentlicher Faktor für die Einkommensentwicklung im Jahr 2004 war der wertmäßige Zuwachs in der tierischen Erzeugung (+4,0 Prozent). Dieser war primär durch höhere Erlöse in der Schweinehaltung sowie den Anstieg des Produktionswerts von Milch bedingt.

Die Schweinepreise zogen nach dem massiven Einbruch im Jahr 2002, welcher sich in abgeschwächter Form bis ins Jahr 2003 hin fortsetzte, 2004 wieder an (+12,2 Prozent). Das Produktionsvolumen fiel um 1,4 Prozent. Der Produktionswert von Schweinen stieg damit um 10,7 Prozent.

Das Erzeugungsvolumen von Rindern fiel etwas geringer aus als 2003 (-0,6 Prozent), die Preise stiegen um 0,7 Prozent. Unter Berücksichtigung der Rinderprämien nahm der Produktionswert um 0,9 Prozent zu.

In der Milcherzeugung konnten sich die Erzeugerpreise 2004 nach den deutlichen Rückgängen in den Jahren 2002 und 2003 weitgehend behaupten (-0,3 Prozent). Das Produktionsvolumen von Milch lag lt. vorläufigen Berechnungen um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Infolge der Einführung der Milchprämie und der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zusatzabgabe ergibt sich ein wertmäßiger Anstieg der Milcherzeugung um 3,3 Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

DBV: Grüne Gentechnik braucht dringend praxisgerechte Regeln

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 11:02

Verband fordert Bund und Länder zum Handeln auf

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Ablehnung des jetzt in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung des Gentechnikrechts in Deutschland erneut unterstrichen und dringenden Lösungsbedarf für Problembereiche angemahnt. Vor allem die im Gesetz verankerte verschuldensunabhängige und gesamtschuldnerische Haftung mache selbst den dringend notwendigen Versuchsanbau in Deutschland zu einem hohen Risiko für teilnehmende Landwirte, heißt es in einer Erklärung. Damit fehlen auf absehbare Zeit praxistaugliche Erfahrungswerte zur Regelung der Koexistenz verschiedener Anbauverfahren. Die Bundesregierung ihrerseits habe bis heute keinen Entwurf zur guten fachlichen Praxis für die Koexistenz vorgelegt.

Angesichts dieser völlig unbefriedigenden Situation und erster Anbaumeldungen für die Vegetationsperiode 2005 fordert der DBV Bund und Länder dringend zum Handeln auf. Insbesondere auf drei Problemgebieten sieht der DBV dringenden Handlungsbedarf. So sei ein völlig transparenter Erprobungsanbau unter Einbeziehung aller Beteiligten erforderlich, um auf dieser Grundlage die gute fachliche Praxis zu regeln. Sowohl der GVO-anbauende Landwirt als auch der benachbarte konventionelle oder ökologisch wirtschaftende Landwirt benötigten dringend Vorgaben, um notwendige Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung der Koexistenz zielgerecht durchführen zu können, stellt der DBV fest.

Auf europäischer Ebene sei es notwendig, nach langer Diskussion endlich Schwellenwerte für zufällige oder technisch unvermeidbare gentechnisch veränderte Bestandteile beim Saatgut festzulegen, die auch zwingend Inhalt der Beschaffenheit eines mangelfreien Saatguts sein müssten. Die Bundesregierung müsse dafür Sorge tragen, dass diese Schwellenwerte die Grenzwerte bei Lebens- und Futtermitteln sicherstellten.

Für die Beprobung von Saatgut ebenso wie bei Lebens- und Futtermitteln auf gentechnisch-veränderte Bestandteile fordert der DBV verbindliche und einheitliche Vorgaben für die Beprobungs- und Analysemethoden. Bund und Länder müssten sich auf eine einheitliche Vorgehensweise auch bei der Interpretation von Analyseergebnissen und den daraus resultierenden Maßnahmen verständigen. Untersuchungen seien bereits bei der Saatgutanerkennung durchzuführen, deren Ergebnisse müssten vor der Aussaat durch die Landwirte verfügbar sein. Umbruchsverfügungen bei ungeklärter Sach- und Rechtsfrage seien für die deutschen Bauern nicht hinnehmbar, erklärte der DBV.

Links zum Thema Verbände.

Agrarbericht: Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe rückläufig

Themen: Archiv — info @ 09:02

Berlin (agrar.de) – Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist im vergangenen Jahr um rund vier Prozent zurückgegangen. Dies geht aus dem agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung für das Jahr 2005 (15/4801) hervor. Im letzten Jahr habe es rund 372.400 Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Fläche von zwei Hektar und mehr gegeben. Die durchschnittliche Flächenausstattung der Betriebe habe bei über 45 Hektar gelegen und sei somit weiter gestiegen.

Im Jahr 2003 seien rund 175.600 Betriebe von Einzelunternehmen im Haupterwerb bewirtschaftet worden. Diese hätten rund 77 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen der Einzelunternehmen bewirtschaftet und im Schnitt über eine Fläche von 51 Hektar verfügt.

Die Zahl der Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft gibt die Regierung mit geschätzten 1,27 Millionen an, was gegenüber 2003 einen Rückgang um 2,4 Prozent bedeutet. Familienarbeitskräfte hätten mit 62 Prozent den nach wie vor größten, aber einen sinkenden Anteil. Rund 15 Prozent der Beschäftigten seien als ständige familienfremde Arbeitskräfte und rund 23 Prozent als Saisonarbeitskräfte beschäftigt gewesen.

Die Ertragslage der Haupterwerbsbetriebe hat sich nach den Angaben im Wirtschaftsjahr 2003/04 nach deutlichen Rückgängen in den Vorjahren verbessert. Der Gewinn der Unternehmen sei um 4,8 Prozent auf durchschnittlich 28.254 Euro gestiegen.

Der Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft dieser Betriebe habe im Schnitt um 3,2 Prozent auf 19.134 Euro gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Zur Verbesserung der Ertragslage hätten vor allem die deutlichen höheren Preise für Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben beigetragen.

Einkommensmindernd hätten sich hauptsächlich der weitere Rückgang der Milchpreise, die trockenheitsbedingten geringeren Hektarerträge sowie die gestiegenen Aufwendungen ausgewirkt. Die ökologischen Agrarbetriebe hätten Gewinne je Unternehmen in Höhe von 37.090 Euro erwirtschaftet.

Dies seien 34 Prozent mehr als die konventionell arbeitenden Betriebe. Die Regierung erwartet, dass sich die Lage im laufenden Wirtschaftsjahr 2004/05 deutlich verbessern wird. Sie begründet dies besonders mit höheren Erlösen aus dem Ackerbau und aus der Schweinehaltung.

Bei Milch hätten sich die Einnahmen stabilisiert. Einkommensmindernd könnten sich höhere betriebliche Aufwendungen für Düngemittel, Heizmaterial und Treibstoffe auswirken. Für die landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe rechnet die Regierung mit einer Zunahme der Einkommen um mehr als zehn Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Deutschland.

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