17. Februar 2005

BWV fordert gerechtere Versteuerung von Energie

Themen: Archiv — info @ 15:02

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) Leo Blum kritisiert die ungerechte Besteuerung von Energie für verschiedene Wirtschaftszweige. Durch die Erhöhung der Agrardieselsteuer müssten die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland insgesamt 287 Mio. Euro zusätzliche Ausgaben verkraften, während beispielsweise die Besteuerung von Kerosin (Flugbenzin) kaum mehr diskutiert werde. Dies sei unfair und eine einseitige Belastung einzelner Wirtschaftszweige. In Deutschland würden über den Luftverkehr jährlich ca. 75 Mio. Personen befördert. Eine Kerosinbesteuerung, die die durchschnittlichen Flugkosten pro Person nur um 10 Euro verteuern würde, hätte somit Mehreinnahmen von über 700 Mio. Euro zur Folge.

Das Argument, dass eine Besteuerung von Kerosin zu Wettbewerbsverzerrungen führen werde, sei zwar richtig und einleuchtend, so Blum, aber gerade die Landwirtschaft müsse mit ihrer Nahrungsmittel- und Energieproduktion ebenfalls im internationalen Wettbewerb bestehen. Ein 200 Hektar großer Ackerbaubetrieb müsse alleine beim Agrardiesel bereits 7.000 Euro an Dieselmehrkosten gegenüber den französischen Kollegen pro Jahr bezahlen. „Gerade die Berufsgruppe, die zur Zeit unter sehr starkem wirtschaftlichen Druck steht, wird durch die Bundesregeierung zusätzlich gegeißelt und auch nach objektiven Gesichtspunkten ins wirtschaftliche Abseits getrieben. Bereits eine Einführung der Kerosinsteuer in Höhe von umgerechnet fünf Euro pro Flug und Person könnte eine weitere Anhebung der ohnehin schon höchsten Agrardieselkosten in Europa verhindern“, erklärte Präsident Blum.

Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Bundesregierung sich vor unliebsamen Entscheidungen scheue und statt dessen lieber die Gesellschaftsgruppen mit geringerem Wählerpotential gängele. Solch ein Verhalten sei absolut undemokratisch, da jede Bundesregierung schließlich das gesamte Volk zu vertreten habe und nicht nur einzelne gesellschaftliche Gruppen.

Links zum Thema Verbände.




   (c)1997-2017 @grar.de