25. Februar 2005

Bio-Landbau in Nordrhein-Westfalen

Themen: Archiv — info @ 09:02

Düsseldorf (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen produzieren rund 1.400 landwirtschaftliche Betriebe nach der EG-Öko-Verordnung. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat sich mit gut 50.000 Hektar gegenüber dem Jahr 2001 (24.500 Hektar) verdoppelt. Das geht aus der Broschüre Biomarkt in Nordrhein-Westfalen hervor.

Die Erzeugnisse der Betriebe werden in knapp 600 Betrieben weiter verarbeitet, dazu gehören Bäcker, Metzger, Mühlen und Molkereien, aber auch Brauereien oder Süßwarenhersteller. Die Produkte mit viel Geschmack und hohem Genusswert können in insgesamt rund 550 Naturkostläden und 330 Hofläden gekauft werden, dabei sind Brot, Eier, Käse und Kartoffeln die beliebtesten Bioprodukte. Immer häufiger bieten Supermärkte und selbst die Lebensmittel-Discounter ein stetig ausgeweitetes Sortiment an Biolebensmitteln an.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

23. Februar 2005

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 16:02

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 530 angebotenen Schweinen 530 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,49 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,48 Euro bis 1,49 Euro. Es wurden 3 Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

22. Februar 2005

CDU/CSU dringt auf Nachbesserung beim deutschen Bio-Siegel

Themen: Archiv — info @ 16:02

Berlin (agrar.de) – Das deutsche Biosiegel soll nach dem Willen der CDU/CSU-Fraktion nachgebessert werden. Das berichtet die Pressestelle des Deutschen Bundestages. Die Fraktion kritisiert in einem Antrag, dass weltweit erzeugte Bioprodukte mit einem ‚undifferenzierten‘ deutschen Bio-Siegel gekennzeichnet werden dürften; dieses gäbe aber deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern wenig Auskunft über die Produktionsstandards und Herkunft der Produkte.

Die Union dringt deshalb darauf, Herkunftsangaben als eigenständige Produktinformation in Kombination mit dem Öko-Kennzeichen verpflichtend vorzuschreiben. Sie regt an, dass die Landesfarbe des Herkunftsgebietes dem Bio-Siegel unterlegt werden könnte.

Sicherzustellen ist ihrer Ansicht nach auch die Rückverfolgbarkeit, wie sie eine entsprechende EU-Verordnung vorschreibe und somit das Führen des Ursprungsnachweises. Die Rückverfolgbarkeit bei Produkten sei so zu definieren, dass pflanzliche Erzeugnisse auf einer Agrarfläche ihres Herkunftsgebietes angebaut werden müssten.

Auch soll die Bundesregierung das Öko-Kennzeichengesetz derart nachbessern, dass bei Fleisch die Tiere im jeweiligen Herkunftsgebiet geboren und in einem landwirtschaftlichen Betrieb dieses Herkunftsgebietes gehalten worden sein müssen.

Darüber hinaus sehen die Abgeordneten den Änderungsbedarf, beim Bio-Siegel weitere Produktionskriterien zu verankern. Diese sollen – so der Antrag weiter – Gesamtbetriebsumstellungen, den Ausschluss konventioneller Wirtschaftsdünger sowie die Verpflichtung der Fütterung von Grünfutter an Pflanzenfresser im Sommer und damit das Verbot der Ganzjahressilagefütterung beinhalten.

Zur Begründung führt die Union an, dass nur durch diese zusätzlichen Anforderungen dem Grundgedanken des ökologischen Landbaus Rechnung getragen werden könne.

Das Öko-Kennzeichengesetz ist seit 15. Dezember 2001 in Kraft und soll Verbraucherinnen und Verbrauchern Sicherheit beim Erkennen von Bio-Produkten geben. Es richtet sich nach EU-Recht und verlangt, dass zumindest 95 Prozent der Zutaten eines Produktes mit Bio-Siegel aus ökologischem Landbau stammen müssen.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Agrarpolitik.

Der Apfel stellte im Jahr 2004 80 Prozent der Baumobsternte

Themen: Archiv — info @ 09:02

Wiesbaden (agrar.de) – Äpfel, das klassische Winterobst, zählen zu den beliebtesten in Deutschland produzierten Baumobstarten. Im Jahr 2004 machten sie 80 Prozent der deutschen Baumobsternte aus, das waren 945.000 Tonnen.

Die deutsche Apfelernte reicht laut Statistischem Bundesamt bei weitem nicht, um den Inlandsverbrauch zu decken, obwohl sie im Vergleich zu den Vorjahren sehr gut ausfiel.

Der Ertrag bei Äpfeln stieg gegenüber 2003 um 15,5 Prozent auf 30,3 Tonnen je Hektar Anbaufläche. Die wichtigsten deutschen Apfel-Anbaugebiete liegen in Baden-Württemberg (Bodenseeregion) und in Niedersachsen (‚Altes Land‘) sowie in Sachsen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

21. Februar 2005

Niedersachsen: Zahl der Rinder rückläufig

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 13:02

Hannover (agrar.de) – Im November 2004 standen in niedersächsischen Ställen 2,5 Mio. Rinder. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik auf Grundlage der endgültigen Ergebnisse der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände vom 3. November 2004 mitteilte, sank damit der Rinderbestand gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent.

Der Bestand an männlichen Rindern aller Altersklassen verringerte sich um 12,0 Prozent auf 537.000 Tiere. Es stehen jedoch auch immer weniger weibliche Schlachtrinder, die 2 Jahre und älter sind, in niedersächsischen Ställen. Im Vergleich zum November 2003 sank ihre Anzahl um 22,8 Prozent auf 29.000 Tiere.

Die Bestandsrückgänge sind über die gesamte Bandbreite der Rinderhaltung mit Ausnahme der Kälber und der Ammen- und Mutterkühe festzustellen.

Der Bestand an Kälbern, der im Vorjahr noch zurückgegangen war, verzeichnete 2004 einen deutlichen Zuwachs von 8,2 Prozent. Auch die Zahl der Ammen- und Mutterkühe stieg erstmals seit Jahren wieder um 1,6 Prozent auf 71.600 Tiere.

Stark zurückgegangen ist die Zahl der zur Zucht vorgesehenen weiblichen Tiere. Am 03. November wurden mit 455.000 Tieren 5,3 Prozent weniger als am Vorjahresstichtag gezählt.

Weniger deutlich, aber dennoch erneut gesunken ist die Zahl der Milchkühe in Niedersachsen. Mit 744.000 Tieren nahm der Bestand gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent ab.

Die niedrigen Milchpreise führten dazu, dass nochmals 5,7 Prozent der milchkuhhaltenden Betriebe die Milchproduktion aufgaben.

Die Zahl der Milchkuhhalter Niedersachsens verringert sich damit auf 16.000. Die Zahl der Rinderhalter insgesamt sank um 3 Prozent auf 27.100 Betriebe.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Bioland fordert erste Priorität für den Biolandbau auf allen Politikebenen und die Rücknahme des Förderstopps in drei Bundesländern

Themen: Archiv — info @ 09:02

Mainz (agrar.de) – Während die EU-Kommission und die Bundesregierung die Bedeutung des Biolandbaus erkannt haben und entsprechend weiter fördern wollen, blockieren die Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen die Weiterentwicklung des Biolandbaus durch einen Förderstopp für Neuumsteller. ‚Die Öko-Förderung muss in Zeiten knapper Kassen auch in den Agrar-Umwelt-Programmen mit erster Priorität verankert werden, dies zeigt die derzeitige Entwicklung‘, fordert Thomas Dosch, Vorsitzender des Bioland Bundesverbandes. Denn es geht nicht an, dass dem Bio-Landbau, dem auf europäischer und auf Bundesebene eine immer höhere Bedeutung zugemessen wird, in den Bundesländern die Beine weggeschlagen werden. Vor diesem Hintergrund fordert Bioland die Länder Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg auf, den Förderstopp rückgängig zu machen. Es sollte in 2005 die Chance genutzt werden, bei den aufzustellenden Strategieplänen der EU und des Bundes den Biolandbau als höchste Priorität bei Agrarumweltmaßnahmen zu verankern.

Jüngstes Beispiel agrarpolitischer Länderwillkür ist der für 2005 geplante Förderstopp für Neueinsteiger in den Bio-Anbau in den Ländern Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen. Während Baden-Württemberg bereits im vergangenen Jahr die Förderung eingestellt hatte und auch in diesem und im nächsten Jahr keine neuen Verträge mehr abschließen will, ziehen nun Brandenburg und Sachsen nach. Lediglich bestehende Betriebe, deren 5-Jahres-Verträge in diesem oder dem nächsten Jahr auslaufen, erhalten eine Verlängerung bis Ende 2006. Baden-Württemberg als das ehemalige Musterländle in Sachen Agrar-Umwelt würde damit drei Jahre lang, Brandenburg und Sachsen für zwei Jahre mögliche Zuwächse von Biobetrieben ausbremsen. Die Ministerien argumentieren, angesichts der neuen Förderperiode der EU ab 2007 und der ab dann geltenden neuen Förderprogramme für den ländlichen Raum könnten sie heute keine Fünfjahresverpflichtungen mehr eingehen. Nach Bioland-Informationen gibt es für dieses Argument keine rechtlichen Grundlagen, denn die EU bietet für 2005 und 2006 jedem Land wie bisher die Möglichkeit, sowohl mit Altbetrieben (Beibehalter) als auch Neueinsteigern 5-Jahres-Verträge abzuschließen.

So setzen andere Landesregierungen wie Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt oder Bayern auf Kontinuität und Vertrauensschutz gegenüber den Landwirten und werden auch 2005 die bewährte Umstellungsförderung für Ökobetriebe für 5 Jahre anbieten. Der wahre Hintergrund des Förderstopps sind wohl eher knappe Haushaltmittel und eine falsche Prioritätensetzung in den Agrar-Umwelt-Maßnahmen, wo die Öko-Förderung anscheinend ganz hinten steht.

‚Wir fordern einen klaren Vertrauensschutz für die Betriebe‘, kommentierte Thomas Dosch das Vorgehen der Bundesländer. ‚Der Biolandbau wird in vielen Bundesländern bereits seit 15 Jahren mit Flächenprämien für seine besonderen gesellschaftlichen Leistungen honoriert. Er schützt die Gesundheit, den Boden, das Wasser und das Klima und trägt zur Artenvielfalt bei. Ein willkürlicher Förderstopp ist umweltpolitisch kontraproduktiv. Zudem werden durch den Förderstopp umstellungsbereiten Landwirten in Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg die vorgesehenen Fördermittel des Bundes und der EU vorenthalten, die zusammen 90 Prozent bzw. 80 Prozent der Fördersumme ergeben. Die positiven Ansätze zur Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in den Regionen werden ausgebremst. Neben den drohenden Wettbewerbsverzerrungen zu benachbarten Bundesländern verpassen Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg auch Zukunftsmärkte, denn der Absatz von Bioprodukten bietet das größte Wachstumspotential im Lebensmittelmarkt.

Der ökologische Landbau behält nach Aussage der neuen EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel auch nach dem Wechsel der Brüsseler Kommission eine herausgehobene Stellung in der EU-Agrarpolitik. Die Bio-Landwirtschaft und der Bio-Lebensmittelsektor stellten einen Bereich dar, ‚in dem höchste Qualitätsansprüche an Lebensmittel, eine artgerechte Tierhaltung, der Schutz der biologischen Vielfalt und der Aspekt der Nachhaltigkeit oberste Priorität haben‘, so die Kommissarin im Rahmen einer Fachtagung im vergangenen Dezember in Berlin. Man müsse die Förderung der ländlichen Entwicklung bestmöglich für den Ökosektor nutzen. Ein ‚Europäischer Aktionsplan für ökologisch erzeugte Lebensmittel und den ökologischen Landbau‚ wurde aufgestellt.

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18. Februar 2005

Legehennenhaltung in Sachsen: Erhebliche Ausweitung der Boden- und Freilandhaltung

Themen: Archiv — info @ 16:02

Kamenz (agrar.de) – Die 40 sächsischen Legehennenbetriebe mit 3.000 und mehr Haltungsplätzen verfügten zum 1. Dezember 2004 über 4,0 Millionen Legehennenplätze. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, waren diese mit 3,2 Millionen Legehennen belegt und damit zu 80 Prozent ausgelastet.

Die Legehennenhaltungen werden drei Haltungsformen zugeordnet, der Käfig-, Boden- und Freilandhaltung. In 30 sächsischen Betrieben wird lediglich nur eine Haltungsform angewendet, zehn Betriebe nutzen zwei Formen.

Seit Beginn dieser Statistik im Jahre 1991 hat es bei der Boden- und Freilandhaltung von Legehennen erhebliche Veränderungen gegeben. Die Anzahl der Legehennenplätze in der Bodenhaltung erhöhte sich in diesem Zeitraum auf das 25fache von 6.325 auf 159.165, die der Freilandhaltung auf das 17fache von 20.100 auf 340.524.

Das kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die dominierende Haltungsform auch weiterhin die Käfighaltung ist. 1991 wurden knapp 3,6 Millionen Käfigplätze ausgewiesen, 2004 waren es rund 3,5 Millionen. Der Anteil der Plätze in der Käfighaltung ging allerdings von 99 Prozent im Jahr 1991 auf 88 Prozent im letzten Jahr zurück. Nach den derzeitigen gesetzlichen Regelungen soll die Käfighaltung von Legehennen Ende 2006 auslaufen.

Die Legehennenhaltung erfolgt in Sachsen überwiegend in großen spezialisierten Betrieben. Die sieben größten sächsischen Legehennenhaltungen mit 100.000 und mehr Plätzen besitzen mit knapp 3,4 Millionen Legehennenplätzen rund 84 Prozent der vorhandenen Kapazität. Weniger als 10.000 Legehennenplätze weisen zwölf Betriebe mit insgesamt 66.800 Plätzen (knapp zwei Prozent) aus. Mit gut 1,7 Millionen Plätzen verfügt der Regierungsbezirk Chemnitz über 43 Prozent der vorhandenen Kapazität. 1,2 Millionen Legehennenplätze befinden sich im Regierungsbezirk Leipzig und knapp 1,1 Millionen Plätze werden für den Regierungsbezirk Dresden ausgewiesen.

Zum 1. Dezember 2003 wurden in Deutschland in 1.208 Betrieben mit 3.000 und mehr Legehennenplätzen 38 Millionen Plätze gezählt. Sachsen wies zu diesem Zeitpunkt nach Niedersachsen die zweithöchste Haltungskapazität auf. Deutschlandweit wurden knapp 81 Prozent aller Legehennen in Käfigen gehalten. Der Freilandhaltung wurden zehn und der Bodenhaltung neun Prozent der vorhandenen Plätze zugeordnet.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Grüne zum Gentechnikgesetz: positiv für Forschung und Verbraucher

Themen: Gentechnik,Haftung — info @ 16:02

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Debatte des von den Koalitionsfraktionen eingebrachten Entwurfs eines zweiten Gesetzes zur Neuordnung des Gentechnikrechts erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Mit dem nun vorliegenden Gesetz müssen noch weitere EU-rechtliche Vorgaben, denen der Bundesrat zustimmen muss, umgesetzt werden. Dazu gehören: Vorgaben zur Unterrichtung der Öffentlichkeit oder Vorschriften darüber, welche Angaben zur Risikobewertung oder zum Monitoringplan ein Gentechnik-Betreiber in seinem Zulassungsantrag angeben muss.

Es ist zu befürchten, dass diese EU-rechtlich notwendige Veränderung des Gentechnik-Gesetzes die Debatte um die bereits in Kraft getretenen Regelungen wie zur Haftung oder zur angeblichen Forschungsbehinderung neu aufflammen lassen.

Die Haftungsregelungen in der bisher erfolgten Gesetzgebung sind keine Verschärfung, sondern folgen dem Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Verursacher-Prinzip, dass, wer durch Tätigkeit Anderer einen Schaden erleidet, auch Ansprüche auf Entschädigung haben muss. Das muss auch für die übergroße Mehrheit von Landwirten gelten, die keine genveränderten Pflanzen einsetzen.

Dieser verschuldensunabhängige Ansatz ist bereits im Nachbarschaftsrecht verankert.

Keine Regelung im neuen Gentechnikgesetz behindert ein mit der üblichen Sorgfalt geplantes Forschungsvorhaben. Im Gegenteil: Das hier vorliegende Gesetz sieht sogar Erleichterungen für die Forschung im geschlossenen System vor.

Und wenn bei Freilandversuchen die schon seit mehreren Jahren nach geltendem Recht vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen eingehalten werden, können Auskreuzungen auf benachbarte und landwirtschaftlich genutzte Felder vermieden werden. Die Wirtschaft hatte immer zugesichert, dass sie dazu in der Lage sei. Ein Haftungsfall tritt gar nicht erst ein.

Selbstverständlich bleibt aber, dass Forschungsfreiheit nicht bedeuten kann, dass Wissenschaftler die Freiheit haben, das Eigentum oder die Gesundheit anderer zu beschädigen.

In vielen Debatten um den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft wird gern der Eindruck geweckt, im weltweiten Agrogentechnikgeschäft wehrt sich nur eine kleine uneinsichtige Minderheit gegen den Durchmarsch der Gentechnik. Gleichzeitig wird damit gedroht, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen „weltweit“ auf dem Vormarsch sei und nur Deutschland zurückliegt. Dabei gilt:

Rund 85 Prozent der Anbaufläche liegen in nur zwei Ländern: in den USA und Argentinien. Und nur ein einziges US-amerikanisches Unternehmen – Monsanto – verfügt über rund 90 prozent Marktanteil an den kommerziell angebauten gentechnisch veränderten Sorten.

Auf über 95 Prozent der Anbaufläche wachsen weltweit keine gentechnisch veränderten Pflanzen. Was weltweit ansteigt, ist der Widerstand gegen eine Technik und industrielle Partikularinteressen, die sich aggressiv gegen die Interessen der Landwirte und Verbraucher durchsetzen will.

Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Praxis in den USA und Argentinien zeigen darüber hinaus, dass die Versprechungen von weniger Umweltgiften und höheren Erträgen nicht haltbar sind.

Nach zahlreiche Studien in den USA mussten bei GVO-Mais und Raps nicht etwa weniger Pestizide, sondern in einigen Fällen sogar mehr Pestizide eingesetzt werden als bei konventionellen Sorten.

Höhere Erträge konnten langfristig im Schnitt mit keiner der oben genannten gentechnisch veränderten Pflanzen erreicht werden. Dies, obwohl das Saatgut gentechnisch veränderter Sorten deutlich teurer ist als konventionelles. Obendrein hat Monsanto wegen Patentverletzungen bereits rund 90 Klagen gegen Landwirte und kleine Wirtschaftsunternehmen erhoben. Beliebt macht sich Monsanto mit seiner aggressiven Strategie nicht – weder bei Verbrauchern noch bei Landwirten, aber auch nicht bei Investoren. Schon warnen Investmentgruppen, Monsanto wäre an der Börse zu hoch notiert. Begründung: eine Marktstrategie entgegen den Interessen der Verbraucher und die Gefahr von möglichen Regressforderungen durch eine ungewollte Kontamination von gentechnisch veränderten Produkten.

Der Einsatz von Gentechnik bei freigesetzten Pflanzen widerspricht dem Ziel einer zukunftsfähigen, umweltgerechten und sozial nachhaltigen Landwirtschaft.

Verbraucher wollen mit ihren Steuergeldern nicht mehr Überproduktion und deren Beseitigung finanzieren, sondern sichere gesunde Lebensmittel und eine Landwirtschaft, die schonend mit den natürlichen Ressourcen umgeht sowie Umwelt, Natur und Artenvielfalt schützt – gewiss keine Subventionierung des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen.

Akzeptanz und Vertrauen in die Landwirtschaft und ihre Produkte kann nicht gegen Verbraucherinteressen erreicht werden. Nicht das Gentechnikgesetz muss wettbewerbsfähig werden – wie die Opposition in ihrem Antrag fordert – sondern die Landwirtschaft in Deutschland. Eine Entwicklung wie in Argentinien oder in den USA kann nicht im Interesse von Wirtschaft und Verbrauchern in Deutschland sein.

Wer wie CDU/CSU und FDP die großflächige Verunreinigung von Flächen und Lebensmitteln durch gentechnisch veränderte Pflanzen aktiv betreibt, handelt nicht nur gegen die Verbraucherinteressen, sondern behindert massiv die Wahlfreiheit der Menschen. Das ist Freiheitsberaubung.

Links zum Thema Agrarpolitik.

17. Februar 2005

BWV fordert gerechtere Versteuerung von Energie

Themen: Archiv — info @ 15:02

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) Leo Blum kritisiert die ungerechte Besteuerung von Energie für verschiedene Wirtschaftszweige. Durch die Erhöhung der Agrardieselsteuer müssten die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland insgesamt 287 Mio. Euro zusätzliche Ausgaben verkraften, während beispielsweise die Besteuerung von Kerosin (Flugbenzin) kaum mehr diskutiert werde. Dies sei unfair und eine einseitige Belastung einzelner Wirtschaftszweige. In Deutschland würden über den Luftverkehr jährlich ca. 75 Mio. Personen befördert. Eine Kerosinbesteuerung, die die durchschnittlichen Flugkosten pro Person nur um 10 Euro verteuern würde, hätte somit Mehreinnahmen von über 700 Mio. Euro zur Folge.

Das Argument, dass eine Besteuerung von Kerosin zu Wettbewerbsverzerrungen führen werde, sei zwar richtig und einleuchtend, so Blum, aber gerade die Landwirtschaft müsse mit ihrer Nahrungsmittel- und Energieproduktion ebenfalls im internationalen Wettbewerb bestehen. Ein 200 Hektar großer Ackerbaubetrieb müsse alleine beim Agrardiesel bereits 7.000 Euro an Dieselmehrkosten gegenüber den französischen Kollegen pro Jahr bezahlen. „Gerade die Berufsgruppe, die zur Zeit unter sehr starkem wirtschaftlichen Druck steht, wird durch die Bundesregeierung zusätzlich gegeißelt und auch nach objektiven Gesichtspunkten ins wirtschaftliche Abseits getrieben. Bereits eine Einführung der Kerosinsteuer in Höhe von umgerechnet fünf Euro pro Flug und Person könnte eine weitere Anhebung der ohnehin schon höchsten Agrardieselkosten in Europa verhindern“, erklärte Präsident Blum.

Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Bundesregierung sich vor unliebsamen Entscheidungen scheue und statt dessen lieber die Gesellschaftsgruppen mit geringerem Wählerpotential gängele. Solch ein Verhalten sei absolut undemokratisch, da jede Bundesregierung schließlich das gesamte Volk zu vertreten habe und nicht nur einzelne gesellschaftliche Gruppen.

Links zum Thema Verbände.

NABU kritisiert Anbau von Genmais in Europäischem Vogelschutzgebiet

Themen: Archiv — info @ 14:02

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat den angekündigten Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte Mon810 des Saatgut-Konzerns Monsanto auf 10 ha in der Märkischen Schweiz scharf kritisiert. ‚Die gezielte Aussaat von Mon810 in einem Europäischen Vogelschutzgebiet ist so überflüssig wie ein Kropf und eine bewusste Provokation‘, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Es sei zu vermuten, dass Monsanto in einer nicht als Maisanbaugebiet geeigneten Region einen gezielten Tabubruch vornehme, um die angebliche Harmlosigkeit der genmanipulierten Maissorte gerade in einem Europäischen Vogelschutzgebiet zu demonstrieren. Die 17 Sorten von Mon810 wurden für Spanien und Frankreich konzipiert und benötigen neben umfangreicher Düngung noch zusätzliche Herbizide. ‚Dieser Mais hat in einem Natura 2000-Gebiet nichts zu suchen‘, sagte Tschimpke.

Nach Ansicht des NABU werde durch solche Aktionen das Vorsorgeprinzip als Leitlinie des Gentechnikgesetzes missachtet, da bisher keinerlei konkrete rechtliche Bestimmungen vor Ort zum Schutz ökologisch sensibler Gebiete vor gentechnisch veränderten Pflanzen existierten. Diese müssen erst noch durch den Bundesrat und auf Landesebene umgesetzt werden. ‚Dieser Vorfall zeigt deutlich, dass es keine Aussaaten vor einer eindeutigen rechtlichen Klärung geben darf‘, so der NABU-Präsident. Die Opposition und die bislang widerspenstigen Bundesländer seien daher aufgefordert, den morgen in den Bundestag eingebrachten Gesetzesentwurf zur Umsetzung des Gentechnikgesetzes genauso wie alle weiteren Verordnungen im Bundesrat nicht weiter zu blockieren, sondern zügig umzusetzen.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

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