09. Dezember 2004

CDU/CSU: Moderne Landwirtschaft braucht klare Perspektiven

Themen: Archiv — info @ 12:12

Union erwartet klares und eindeutiges Ja zum Landwirtschaftsstandort Deutschland

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Vorstellung des Situationsberichtes 2005 des Deutschen Bauernverbandes erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Der heute vorgestellte Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes weist in aller Deutlichkeit auf die weiterhin schwierige wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft hin. Insbesondere in der Tierhaltung sind die Einkommen nach zwei harten Verlustjahren nochmals um 10 und mehr Prozent zurückgegangen. Es ist ein unerträglicher Zustand, dass viele Landwirte trotz einer 60 oder 70 Stundenwoche vom Einkommen her unter dem Sozialhilfesatz liegen! Die niedrigen Einkommen sind auch Ursache für die seit Jahren zurückgehenden Investitionen des Sektors. Gift für den Landwirtschaftsstandort Deutschland sind hierbei die gerade von der Bundesregierung beschlossenen neuen Steuererhöhungen beim Agrardiesel sowie die ebenfalls von Rot-Grün zu verantwortenden Steigerungen bei den Beiträgen zur landwirtschaftlichen Sozialversicherung!

Der Situationsbericht macht eines aber vor allem deutlich: Unsere Landwirte schauen trotz aller Schwierigkeiten nach vorn und stellen sich beispielsweise bei Nachwachsenden Rohstoffen mutig neuen Herausforderungen! Für zukunftsorientierte Unternehmensentscheidungen spielen vor allem die agrarpolitischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Hier versagt Rot-Grün vollends: Fehlanzeige bei der Bundesregierung, wenn es um eine verantwortungsvolle und nach vorn gerichtete Landwirtschaftspolitik geht. Mehr denn je brauchen wir jetzt ein klares und eindeutiges Ja zum Landwirtschaftsstandort Deutschland und zu einer modernen Landbewirtschaftung. Denn gerade leistungsstarke und innovative Betriebe liefern qualitativ hochwertige Lebensmittel, die der Verbraucher erwartet! Endlich Schluss muss hingegen sein mit den zahlreichen nationalen Alleingängen von Frau Künast, die unseren Betrieben nur Wettbewerbsnachteile, immer mehr Bürokratie und keine Vorteile für Umwelt und Verbraucher bringen!‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Baden-Württemberg: Rückgang der Rinderbestände deutlich schwächer

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 11:12

Milchviehbestände bleiben nahezu konstant

Stuttgart (agrar.de) – Nach den aktuellen Ergebnissen der repräsentativen Viehbestandserhebung in Baden-Württemberg vom 3. November 2004 folgen die Rinderbestände weiterhin dem langjährigen Trend zur Bestandsverringerung. Der Rückgang der Tierzahlen ist jedoch im Vergleich zur Vorperiode erkennbar schwächer verlaufen. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes standen noch knapp 1.077.000 Rinder in den Ställen der heimischen Landwirte. Damit ging der Rinderbestand im Vergleich zum Vorjahr um 23.000 Tiere (-2,1 Prozent) zurück. Zum Vergleich: Im November 2003 lag die Abnahmerate des Rinderbestandes noch deutlich höher (-5,4 Prozent). Ob diese Ergebnisse, vor allem im Bereich des Milchviehs, ein allmähliches Ende des seit Jahren anhaltenden Bestandsabbaus in der Rinderhaltung im Südwesten andeuten, oder ob in diesen Zahlen eher eine abwartende Haltung der Landwirte gegenüber der am 1. Januar 2005 in Kraft tretenden EU-Agrarreform zum Ausdruck kommt, lässt sich noch nicht absehen.

Einen Bestandsrückgang weisen nahezu alle Nutzungskategorien auf. Bemerkenswert moderat zeigt sich dabei die Entwicklung des Milchviehbestandes im Südwesten. Die Milchkühe, die mehr als ein Drittel des Rinderbestandes ausmachen, blieben mit einem Minus von 0,5 Prozent weitgehend stabil. Ein vergleichbar geringer Rückgang war zuletzt 1995 zu verzeichnen. Der Milchkuhbestand ist innerhalb des letzten Jahres lediglich um knapp 2.000 Tiere auf 382.800 Tiere gesunken

Bei den Kälbern, die mit 155.200 Tieren 14 Prozent des Gesamtbestandes ausmachen, hat sich die Abnahmerate mehr als halbiert (-1,9 Prozent). Ähnliches ist in der Kategorie der Jungrinder im Alter zwischen 6 Monaten und unter einem Jahr zu erkennen (-3,9 Prozent): Hier ist der Bestand gegenüber dem Vorjahr um knapp 6.800 Tiere auf 167.100 Jungtiere gesunken. In der Kategorie der Rinder im Alter von einem bis unter zwei Jahren bilden die weiblichen Nutz- und Zuchttiere mehr als die Hälfte des 233.000 Tiere zählenden Bestandes; mit lediglich -0,6 Prozent war deren Rückgang nur gering. Die zum Schlachten vorgesehenen männlichen und weiblichen Rinder dieser Altersklasse wiesen im Gegensatz hierzu mit -6,3 bzw. -11,2 Prozent deutlich rückläufige Entwicklungen auf. Diese erkennbare Tendenz des verstärkten Abbaus des Schlachtviehs hat sich schon in den beiden Vorjahren abgezeichnet.

Fast die Hälfte des Rinderbestandes in Baden-Württemberg ist der Kategorie der Rinder im Alter von zwei Jahren und älter zuzuordnen. Mit einem Minus von 0,8 Prozent lag die Bestandsverringerung dieser Kategorie deutlich unter dem Durchschnitt der Rinderbestände insgesamt. Die einzelnen Nutzungskategorien lassen hier jedoch merkliche Unterschiede in den Entwicklungen erkennen. So konnten die 66.300 Schlacht-, Nutz- und Zuchtfärsen und Kalbinnen entgegen dem Trend sogar positive Entwicklungsraten aufweisen. Gleiches gilt für die zahlenmäßig kleine Gruppe der Schlacht- und Mastkühe (5.900 Tiere). Bei den Ammen- und Mutterkühen, die in den vergangenen Jahren dem rückläufigen Trend stetig mit Bestandszuwächsen trotzen konnten, ist der Bestand im Vorjahresvergleich erstmals seit 1999 wieder zurückgegangen. Mit -5,8 Prozent sanken die Tierzahlen hier deutlich um gut 3.600 Tiere auf 58.600 Ammen- und Mutterkühe.

Die Halterzahlen zeigen keine Anzeichen von einer Abschwächung des Strukturwandels. Binnen Jahresfrist sank die Zahl der Rinder haltenden Betriebe um 4,1 Prozent auf 24.100 Rinderhalter. Bei den meist spezialisierten Milchviehbetrieben war der Rückgang sogar noch deutlich höher (-6,5 Prozent). Gut 14.600 Betriebe sind in Baden-Württemberg noch im Bereich Milchwirtschaft tätig.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Sonnleitner fordert Trendwende in nationaler Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 11:12

Landwirtschaft zieht ernüchternde Bilanz 2003/2004

Berlin (agrar.de) – Eine Trendwende in der nationalen Agrarpolitik forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich der Vorstellung des Situationsberichtes 2005. Vor der Bundespressekonferenz in Berlin kritisierte Sonnleitner die latente Schwächung der landwirtschaftlichen Betriebe durch bürokratische Auflagen sowie entmutigende Steuererhöhungen und steigende Sozialabgaben. Trotzdem habe sich die deutsche Landwirtschaft im Markt gut behauptet und damit die Grundlage für mehr als 4 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland gelegt. Das wirtschaftliche Ergebnis des abgelaufenen Wirtschaftsjahres 2003/2004 sei aber für die Bauernfamilien abermals ernüchternd.

Auf ausgesprochen sehr niedrigem Vorjahresniveau stieg das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe erstmals wieder geringfügig um 3 Prozent auf durchschnittlich 24.800 Euro pro Jahr an. Aus diesem Unternehmensergebnis müssen Investitionen und die Entlohnung der Familie getragen werden. Umgerechnet auf eine Arbeitskraft bedeutet dies ein monatliches Brutto-Einkommen in der Landwirtschaft von durchschnittlich 1.470 Euro, erklärte der DBV-Präsident. Dieses völlig unbefriedigende Einkommen beinhalte alle Zahlungen aus Brüssel und aus dem Agrarhaushalt des Bundes. Der Einkommensabstand zur gewerblichen Wirtschaft liege damit bei 34 Prozent. Gleichwertige Lebensverhältnisse in der Landwirtschaft – so der Auftrag des Landwirtschaftsgesetzes – seien damit nicht erfüllt.

Je nach Produktionsschwerpunkt entwickelte sich die deutsche Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2003/2004 sehr unterschiedlich. Ein regelrechtes ‚Katastrophenjahr‘ erlebten angesichts der gesunkenen Produktpreise und der gestiegenen Futtermittelpreise die Futterbaubetriebe mit Milchvieh- und Rinderhaltung sowie die Veredlungsbetriebe (Schweine- und Hühnerhaltung), stellte Sonnleitner fest. Die auf Milchvieh spezialisierten Futterbaubetriebe blieben mit durchschnittlich 21.400 Euro Unternehmensgewinn (minus 9,9 Prozent) nochmals deutlich hinter dem schlechten Vorjahr zurück. Ähnlich entwickelten sich die Einkommen bei den auf Rindermast spezialisierten Betrieben (19.700 Euro, minus 10,4 Prozent). Die Schweinemäster unterschritten das Vorjahresergebnis sogar um 12,8 Prozent auf nur noch 17.400 Euro.

Dagegen profitierten die Ackerbaubetriebe von den hohen Getreide-, Raps- und Kartoffel- und Rübenpreisen als Folge der erheblichen Ertragseinbußen durch die Sommerdürre 2003. Unter den Ackerbaubetrieben gibt es regional Licht und Schatten. Während die Dürre 2003 in einigen Teilen Ost- und Süddeutschlands zu teilweise existenzbedrohlichen Ertragsausfällen geführt habe, konnten andernorts die Landwirte von den anziehenden Erzeugerpreisen profitieren. Auch die Weinbaubetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2003/2004 einen Gewinnrückgang (minus 9,0 Prozent auf 36.600 Euro). Die in der Regel auf Ackerbau und Sonderkulturen spezialisierten Öko-Betriebe hatten eine vergleichbare Entwicklung. Unter dem Strich haben die Ökobetriebe ebenfalls von der Preishausse bei Ackerbauprodukten, vor allem im Kartoffelanbau, profitiert. Sie verbesserten ihr Unternehmensergebnis auf 35.800 Euro (+ 19,6 Prozent). Die Öko-Betriebe mit Milchviehhaltung mussten wie ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen wesentlich schlechtere Unternehmensergebnisse hinnehmen. Öko-Biobetriebe haben durch höhere staatliche Zahlungen eine etwas stabilere Situation. Durchschnittlich erhält ein Öko-Betrieb zum Beispiel 14.040 Euro Ausgleich für Agrarumweltmaßnahmen im Vergleich zu 2.500 Euro im konventionellen Betrieb.

Ein Vergleich nach Bundesländern zeigt im Unternehmensergebnis erhebliche Unterschiede. Mit durchschnittlich 46.200 Euro erwirtschaften die Haupterwerbsbetriebe in Schleswig-Holstein das höchste Jahresergebnis. Über dem Bundesdurchschnitt lagen auch Rheinland-Pfalz (32.500 Euro) und Niedersachsen (26.400 Euro) und die neuen Bundesländer (38.000 Euro). Der positive Einfluss des Ackerbaus und der Sonderkulturen war dafür verantwortlich. Dagegen bleiben die Unternehmensergebnisse in Baden-Württemberg und Bayern deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Die schlechten Ergebnisse im Futterbau (Milch) und in der Schweinemast waren dafür maßgeblich.

Angesichts der ‚ernüchternden‘ Einkommensentwicklung seien die Proteste der Bauern verständlich, wenn wie im Haushaltsbegleitgesetz 2005 die Beiträge zur landwirtschaftlichen Sozialversicherung drastisch angehoben würden. Eine enorme Wettbewerbsverschlechterung sei auch die drastische Steuererhöhung beim Agrardiesel von durchschnittlich 56 Prozent. Daher gelte es, bei Bund und Ländern für eine rasche Verbesserung der Wettbewerbsverhältnisse innerhalb Deutschlands und der EU zu werben. Land- und Ernährungswirtschaft bräuchten als typisch standortgebundener Wirtschaftsbereich eine innovative und kreative Agrar- und Wirtschaftspolitik, um im weltmarktbestimmten Wettbewerb zu bestehen.

Innovative Entwicklungen mit starken Impulsen für Investitionen und neue Arbeitsplätze seien der Landwirtschaft in diesem Jahr besonders durch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbaren Energien gelungen. Dies zeige, dass der Landwirt als Energiewirt seine unternehmerischen Chancen nutzt. Immerhin könnten Land- und Fortwirtschaft einen beachtlichen Teil der Energie- und Rohstoffmärkte Deutschlands umweltfreundlich und wettbewerbsorientiert beliefern.

Für den Situationsbericht wurden die Buchführungsergebnisse von rund 21.000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie Agrargenossenschaften für das Wirtschaftsjahr 2003/2004 ausgewertet, die repräsentativ die wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland dokumentieren.

Links zum Thema Verbände.

Niedersachsen: Pferde sind beliebtes Hobby

Themen: Archiv,Pferde — info @ 10:12

Hannover (agrar.de) – Niedersachsen ist ein Land der Pferde. So bestätigen es die aktuellen Zahlen der gemeldeten Pferde bei der Tierseuchenkasse Niedersachsen. Reitvereine, Pensionspferdehalter, Landwirte, Züchter, Profis und Hobbyreiter beherbergen in Niedersachsen über 108.000 Pferde, teilt der Landvolk Pressedienst mit.

Mit insgesamt 19.585 Pferdehaltern, darunter etwa 900 Reitvereine, werden im Durchschnitt 5,5 Pferde gehalten. Im vergangenen Jahr waren es nur 5,3 Pferde bei 20.041 Haltern und rund 106.000 Pferden. Allerdings bemängelt die Tierseuchenkasse, dass längst nicht alle Pferde gemeldet werden. Gerade Hobbyhalter meinen, die Versicherung sei nur für Landwirte zuständig. Dabei besteht für alle Pferdehalter eine Meldepflicht bei der Tierseuchenkasse. Weil ein Seuchenfall selten bis nie vorkommt, werden zur Zeit keine Beiträge für Pferde erhoben. Erst im Jahr 2006 wird voraussichtlich wieder ein einmaliger Beitrag von zehn Euro pro Pferd erhoben. Tollwut und Botulismus kommen in seltenen Fällen vor. Der Wert gemeldeter Pferde wird dann im Verlustfall geschätzt und bis zu einer Höchstsumme von 5.113 Euro an den Halter ausgezahlt. Für Pferde, die nicht gemeldet sind, gibt es natürlich diese Entschädigung nicht.

Links zum Thema Pferde, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Mecklenburg-Vorpommern: Steigerung der Geflügelfleischerzeugung hält an

Themen: Archiv — info @ 09:12

Schwerin (agrar.de) – Im dritten Quartal 2004 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 48.656 Tonnen Fleisch gewerblich erzeugt, darunter 25.963 Tonnen Geflügelfleisch. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes erhöhte sich damit die Produktion von Geflügelfleisch gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um fast 10 Prozent. Die Erzeugung von Rind- und Schweinefleisch hingegen verringerte sich um 2,1 bzw. 4,1 Prozent. Während 10,3 Prozent des deutschen Geflügelfleischs in Mecklenburg-Vorpommern produziert werden, hat das Land bei Rindfleisch einen Anteil von 3,5 Prozent und bei Schweinefleisch von 1,2 Prozent (Anteil Landwirtschaftsfläche: 7,9 Prozent).

In den Monaten Juli, August und September wurden aus 34.772 gewerblichen Rinderschlachtungen (ohne Kälber) 9.921 Tonnen Rindfleisch erzeugt, aus 143.401 gewerblichen Schweineschlachtungen 12.685 Tonnen Schweinefleisch. Sowohl die Anzahl der Schlachtungen als auch die Schlachtmengen waren gegenüber dem dritten Quartal 2003 leicht rückläufig.

Die Fleischproduktion aus allen gewerblichen Schlachtungen (einschließlich Kälbern, Schafen, Pferden, Ziegen, ohne Geflügel) betrug 22.693 Tonnen, das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil am Deutschlandergebnis lag bei 1,7 Prozent.

Die Erzeugung von Geflügelfleisch stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent auf 25.963 Tonnen. Davon entfielen auf Jungmasthühner bei einer Steigerung von 4,8 Prozent 14.226 Tonnen, auf Truthühner bei einer Steigerung von 16,4 Prozent 11.737 Tonnen. Damit hält die Erhöhung der Geflügelfleischproduktion in Mecklenburg-Vorpommern seit vielen Jahren unvermindert an, sodass inzwischen mehr als die Hälfte des Fleisches (3. Quartal: 53,4 Prozent) aus Geflügelschlachtereien kommt (zum Vergleich Deutschland insgesamt: 15,9 Prozent). Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Inanspruchnahme von Bauernland für Siedlung und Verkehr gesunken

Themen: Archiv — info @ 09:12

Hannover (agrar.de) – An jedem Tag des Jahres 2003 mussten gut drei Bauernhöfe mit der durchschnittlichen Größe der Höfe in den alten Bundesländern für Siedlungs- und Verkehrszwecke weichen. Täglich wurden zusätzlich 93 Hektar (ha) für diese Zwecke in Anspruch genommen – der Durchschnittshof in den alten Bundesländern verfügte im vergangenen Jahr über eine Fläche von 29,4 ha, so der niedersächsische Landvolk-Pressedienst.

Allerdings ist der Flächenverbrauch bereits zum dritten Mal in Folge rückläufig gewesen, während er im Zeitraum 1993 bis 2000 sogar von 120 auf 133 ha angestiegen war. Im Jahr 2001 erfolgte dann die Trendwende mit einem täglichen Flächenverbrauch von 117 ha. 2002 ging die Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen zu Siedlungs- und Verkehrsflächen weiter auf 105 ha pro Tag zurück. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es sogar, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf nur noch 30 ha zu reduzieren. Der aktuelle Rückgang ist jedoch nicht nur ein Ergebnis dieser Politik, sondern dürfte nach Expertenmeinung vornehmlich auf die schwache Baukonjunktur zurückzuführen sein.

Die Inanspruchnahme der Flächen heißt jedoch nicht unbedingt eine Bebauung und Versiegelung dieser Flächen. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche umfasst einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Fläche. Dazu gehören auch solche Flächen, die als Ausgleichsfläche für Eingriffe in Natur und Landschaft etwa durch Bebauung bereit gestellt wurden. Insgesamt hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent oder 34.100 ha auf 4,509 Millionen ha erhöht. Das waren 12,6 Prozent der gesamten Fläche Deutschlands, die 35,703 Millionen ha umfasst, das sind 357.031 Quadratkilometer. Dabei hat die Siedlungsfläche um ein Prozent oder 26.800 ha zugenommen, der Zuwachs bei der Verkehrsfläche betrug dagegen nur 0,4 Prozent oder 7.300 ha. Auf Siedlungsfläche entfielen damit Ende vergangenen Jahres 7,8 Prozent der gesamten Landesfläche, das waren 2,774 Millionen ha; die Verkehrsfläche betrug 1,735 Millionen ha oder 4,9 Prozent der Landesfläche.

Die Landwirtschaft beanspruchte mit 19,103 Millionen ha nur gut die Hälfte der gesamten Fläche Deutschlands. Zehn Jahre zuvor umfasste die landwirtschaftlich genutzte Fläche noch 19,511 Millionen ha. Weitere 10,531 Millionen ha entfielen auf Waldflächen, dies entsprach knapp 30 Prozent der Fläche Deutschlands. Während jedoch die Waldflächen weit gehend unangetastet bleiben und in erheblichem Umfang Schutz genießen, wird das der Landwirtschaft vorbehaltene Areal weiter schrumpfen, wenn auch vielleicht mit kleineren Raten. Dabei sind es nicht nur die ertragsschwächsten Böden, auf denen Landwirtschaft und Siedlung um die Nutzung konkurrieren. Allerdings ist die Ausweisung von Bauland – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten für die Landwirtschaft – immer wieder auch ein Rettungsanker für die Höfe.

Links zum Thema Boden, Links zum Thema Verbände.

08. Dezember 2004

Zustand des Waldes ist alarmierend

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:12

Künast stellt Waldzustandsbericht 2004 des Bundes vor

Berlin (agrar.de) – ‚Der Zustand unserer Wälder ist alarmierend. Ursache dafür sind vor allem die Spätfolgen des extremen Sommers 2003. Die lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte trafen auf Wälder, die durch anhaltende Säure- und Stoffeinträge aus der Luft geschwächt sind. Wir werden daher unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Waldökosysteme konsequent fortführen‘, erklärte Bundes­verbraucherministerin Renate Künast bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2004 heute in Berlin.

Der Anteil der Bäume ohne sichtbare Schäden läge mit nur noch 28 Prozent so gering wie nie zuvor. Knapp ein Drittel der Bäume zeigten deutliche Nadel- bzw. Blattverluste. Damit habe die Zahl der stark geschädigten Bäume gegenüber 2003 um acht Prozentpunkte zugenommen. Dies sei die größte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr und gleichzeitig würde damit der höchste Stand seit Beginn der Zeitreiche 1984 erreicht. Besonders betroffen seien die Laubbäume. So wiesen mehr als die Hälfte der Buchen deutliche Blattverluste auf. Bei den älteren Buchen fielen sogar 65 Prozent in diese Schadstufen. Dabei gebe es erhebliche regionale Unterschiede.

‚Wir müssen alle Möglichkeiten ergreifen, um die Belastungen für die Waldökosysteme weiter zu verringern und die Stabilität der Wälder zu stärken,‘ so Künast. Sie wies darauf hin, dass die Bundesregierung ein Bündel von Maßnahmen ergriffen habe, um schädliche Einflüsse auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt und auch auf die Waldökosysteme zu verringern: Dazu gehöre neben Maßnahmen zu Klima- und Emissionsschutz auch die Förderung erneuerbarer Energien. So sei es durch den Einsatz regenerativer Energieträger gelungen, die Emissionen von Kohlendioxid um rund 53 Mio. Tonnen, und Schwefeldioxid um rund 30 Mio Tonnen, von Stickstoffoxiden um rund 32 Mio Tonnen und von Kohlenmonoxid um rund 26 Mio Tonnen zu verringern. Mit dem Programm zur Verringerung der Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft, der EU-Agrarreform und der Förderung des ökologischen Landbaus seien auch in der Agrarpolitik weitere Schritte zur Verringerung der Stoffeinträge in die Waldböden getan worden. Künftig wolle sie die naturnahe Waldwirtschaft weiter stärken und die Schalenwildbestände den regionalen ökologischen Rahmenbedingungen anpassen, damit ein großflächiger Aufbau naturnaher Mischwälder möglich werde.

Da sich in den Waldböden allerdings die Stoffeinträge von Jahrzehnten angesammelt hätten und der Ausstoß von Luftverunreinigungen gemessen an der Belastbarkeit der Ökosysteme immer noch zu hoch sei, halte die Bundesregierung eine konsequente Luftreinhaltepolitik auch weiterhin für dringend geboten.

Künast appellierte an die Verbraucherinnen und Verbraucher, Energie zu sparen und nachwachsende Rohstoffe verstärkt zu nutzen, um die Schadstoffbelastungen zu senken. Dazu gehöre auch die stärkere Nutzung von Holz. ‚Wer Holz nutzt, hilft dem Wald und trägt zum Klimaschutz bei‘, so Künast. Außerdem leiste eine stärkere Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern einen Beitrag dazu, den illegalen Holz in anderen Teilen der Welt zu verringern. Deshalb habe die Bundesregierung die Charta für Holz aufgelegt, mit dem Ziel, den Holzverbrauch in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent zu steigern.

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Thema Politik.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 13:12

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 350 angebotenen Schweinen 350 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,52 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,52 Euro bis 1,52 Euro. Es wurden zwei Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

Waldschäden 2004 stark angestiegen

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 13:12

BUND: Wald-Verjüngung kein Allheilmittel

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der deutlichen Zunahme der Waldschäden eine Folge jahrzehntelanger Belastungen der Bäume und des Bodens mit Säuren, Stickstoff, Schwermetallen und Abgasen. Der durchschnittliche Anstieg der Baumschäden von 69 auf 72 Prozent innerhalb eines Jahres sei erschreckend. Die Schäden bei Buchen und Eichen mit 86 bzw. 83 Prozent und mit 74 Prozent bei Fichten seien nur die Spitzen des Eisbergs. Die große Zahl abgestorbener Bäume werde nicht einmal mitgezählt, da sie aus der Statistik herausgerechnet würden.

Die Wirkungen von Trockenheit, Hitze und starker Sonnenstrahlung im zurückliegenden Jahr hätten sich mit denen verschiedener Schadstoffe überlagert. Auch die hohen sommerlichen Ozonbelastungen zwischen 100 und 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft hätten 2003/2004 nicht unwesentlich zu den Schäden beigetragen. Insekten und verschiedene Pilzarten seien in diesem Zeitraum durch extreme Wetterlagen ebenfalls besonders begünstigt gewesen. Borkenkäfer, Prachtkäfer, Maikäfer, Schwammspinner, Frostspanner und Pflanzenläuse hätten großen Schaden angerichtet. Eine der Ursachen dafür sei der menschengemachte Treibhauseffekt, der für die Erderwärmung und daraus resultierende Wetterkapriolen verantwortlich sei. Wälder und Waldböden in Deutschland und Europa stünden seit Jahrzehnten unter Stress.

Hauptquellen für die hohen Schadstoffeinträge seien Verkehr und Landwirtschaft. Der Flottenverbrauch der Pkws müsse künftig stark gesenkt, die Abgase aus dem LKW-Verkehr und aus Kraftwerksschloten reduziert werden. Auch Ammoniak-Emissionen aus der Intensivlandwirtschaft seien im Vergleich zu den Vorjahren kaum gesunken. Deshalb müsse die Agrarpolitik der Bundesregierung energischer auf art- und umweltgerechte Tierhaltung und Ökolandbau ausgerichtet werden.

Große Hoffnung setze der BUND auf das neue Wald- und das neue Jagdgesetz. Die Zukunft der Waldwirtschaft liege nicht allein in der in letzter Zeit häufig propagierten Verjüngung des Waldes, sondern vor allem in seiner naturnahen Nutzung.

Helmut Klein, BUND-Waldexperte: ‚Der Waldschadensbericht ist leider inzwischen ein jährliches Ritual ohne große Folgen. Die erneute Zunahme der Schäden zeigt, dass Bund und Länder dringend Gegenmaßnahmen einleiten müssen. Leitbild der Landwirtschaft muss der Ökolandbau werden, die Verkehrspolitik gehört generalüberholt. Der Patient Wald kann mit einer richtigen Therapie auch wieder gesunden.‘

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Thema Verbände.

Weniger Gartenbaubetriebe mit Zierpflanzenanbau in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 10:12

Kammenz (agrar.de) – Die 600 sächsischen Gartenbaubetriebe bewirtschaften 2004 nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 265 Hektar Grundfläche für Zierpflanzenanbau zum Verkauf. Vor vier Jahren waren es noch 707 Betriebe (-107 bzw. -15,1 Prozent), die auf einer Grundfläche von 286 Hektar (-20 bzw. -7,1 Prozent) Zierpflanzen anbauten.

Dieses Jahr wurden Zierpflanzen auf einer Grundfläche von 112 Hektar in Anlagen unter Glas bei 577 Betrieben und auf 154 Hektar Freiland in 439 Betriebe produziert. Die Freilandfläche blieb im Vergleich zum Jahr 2000 fast konstant (+zwei Hektar). Demgegenüber verringerte sich die Fläche unter Glas um 22 Hektar bzw. 16,5 Prozent.

Anbau- und Aufstellflächen für Zierpflanzen und Stauden meldeten 592 Betriebe mit einer Fläche von 296 Hektar. 287 Betriebe bewirtschafteten 17 Hektar Vermehrungsfläche und Flächen zur Erzeugung von Jungpflanzen. Bei diesen Flächen wird die Mehrfachnutzung berücksichtigt.

Bei den Anbau- und Aufstellflächen unter Glas werden unter anderem auf 97 Hektar Beet- und Balkonpflanzen, auf 47 Hektar blühende Topfpflanzen und auf 18 Hektar Schnittblumen und Zier­pflanzen zum Schnitt herangezogen bzw. zum Verkauf angeboten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Seiten: << 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de