05. November 2004

Landfrauen-Verband kritisiert mangelhafte Agrarstatistik

Themen: Archiv — info @ 09:11

Unzureichende statistische Datenerhebung und überholte Rollenmuster unterschlagen Arbeitsleistung der Frauen auf den Höfen – Das Gesicht der Innovation im ländlichen Raum ist weiblich

Berlin (agrar.de) – Nun haben wir LandFrauen es amtlich: ‚Agrarstatistik weist LandFrauen eine Nebenrolle zu‘ (Agra-Europe 44/2004). Diese Aussage stützt sich auf den Artikel von Hannelore Pöschl (Statistisches Bundesamt, Wiesbaden) ‚Frauen in der Landwirtschaft – Ein nachrangiges Thema in den Agrarstatistiken‘. Der Untertitel des Beitrags macht das eigentliche Problem deutlich: Der Arbeitseinsatz von Frauen in der Landwirtschaft wird von der Agrarstatistik nicht angemessen erfasst.

Damit wird die Absicht der Autorin deutlich, mit ihrem Beitrag die Schwächen der amtlichen Agrarstatistik, in der geschlechtsspezifische Daten nur im Rahmen von Arbeitskräfteerhebungen in größeren Abständen erhoben werden, herauszuarbeiten. Das Engagement von Frauen für die Entwicklung der ländlichen Räume wird in dem Artikel durchaus hervorgehoben und die Schlussfolgerung gezogen: ‚Die statistische Erfassung derartiger Aktivitäten steckt noch in den Kinderschuhen.‘ Die statistischen Methoden hinken nach Ansicht des Deutschen LandFrauen-Verbandes (dlv) der Veränderung der Lebens- und Arbeitswirklichkeit von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben hinterher.

Es liegen aktuelle Studien vor, die deutlich machen, welche wichtige wirtschaftliche Bedeutung die Frauen auf den Höfen einnehmen. Die niedersächsische Studie ‚Frauen sind ein Gewinn‘ von Ines Fahning (Agrarsoziale Gesellschaft, Göttingen 2001) zeigt auf, dass Frauen auf Haupterwerbsbetrieben 63 Wochenstunden arbeiten. Die Arbeitszeit von Frauen verteilt sich auf vielfältige Aufgabengebiete, während Männer 90 Prozent ihrer Arbeitszeit auf landwirtschaftliche Tätigkeiten, die in die amtliche Statistik eingehen, konzentrieren. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass trotz der Tatsache, dass unbezahlte reproduktive Arbeiten in Haushalt, Familie und Hof vorwiegend von Frauen geleistet wird, Frauen 33 Prozent des Gesamteinkommens landwirtschaftlicher Betriebsleiterpaare erwirtschaften. Die Rheinische LandFrauenvereinigung und die Landwirtschaftskammer Rheinland haben 2003 eine Studie über die Bedeutung von Einkommenskombinationen vorgelegt. Im Rheinland betreiben 33 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe eine Einkommenskombination, die meist von den Frauen auf den Höfen aufgebaut werden. Für 19 Prozent dieser Betriebe ist die Einkommenskombination die Haupteinkommensquelle der Familie, für weitere 26 Prozent ein wesentliches Standbein ihrer wirtschaftlichen Existenz. Diese Zahlen zeichnen ein anderes Bild von der Rolle der Frauen in der deutschen Landwirtschaft als die amtliche Statistik.

In der deutschen Landwirtschaft sind traditionelle Rollenmuster der Geschlechter immer noch wirksam: Hannelore Pöschl zeigt auf, dass Betriebsleiterinnen zu 61 Prozent im Haushalt arbeiten, während das nur 17 Prozent der männlichen Betriebsleiter tun. Die wenigen Frauen, die einen landwirtschaftlichen Betrieb leiten, sind also noch zusätzlich durch Arbeiten im Haushalt belastet. Weiterhin wird der wirtschaftliche Wert unbezahlter Arbeit in Haushalt, Familie und Hof statistisch nicht erfasst und gesellschaftlich nicht als ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor anerkannt. Das Bundesverfassungsgericht ist da schon weiter: In ihrem Urteil vom 09.12.2003 stellen die Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter fest, dass der landwirtschaftliche Haushalt in einem engen Verhältnis zum Betrieb steht und in der Arbeitspraxis auf den Höfen nicht von diesem zu trennen ist. Die Studie von Ruth Rossier (Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik, Tänikon/Schweiz 2003) ‚Rollenmodelle in der Landwirtschaft: Flexibilität in der Rollenverteilung verbessert Zukunftsperspektive des bäuerlichen Familienbetriebs‘ macht deutlich, dass die Überwindung traditioneller Rollenmuster die Innovationsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg von Familienbetrieben in der Landwirtschaft entscheidend erhöht. Und immer wieder sind es die Frauen auf den Höfen, die nach vorn blicken und neue Betriebszweige entwickeln.

Vielfach sind es die Frauen selbst, die ihre Arbeitsleistung durch falsche Bescheidenheit herunterspielen. Diese Zeiten sollten vorbei sein, denn das Gesicht der Innovation im ländlichen Raum ist weiblich. Die amtliche Statistik muss dem endlich Rechnung tragen.

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Gemüseanbau in Hamburg und Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 09:11

Gemüse in Schleswig-Holstein auf 6 353 ha, in Hamburg auf 539 ha angebaut

Kiel (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der diesjährigen Gemüseanbauerhebung wurden in Hamburg auf insgesamt 539 Hektar (ha) – darunter 63 ha unter Glas – Gemüse angebaut. Wie das Statistikamt Nord mitteilt, dominiert mit 188 ha wie in den Vorjahren auf dem Freiland der Anbau von Salaten; davon entfallen auf den Lollosalat 67 ha und auf den Kopfsalat 31 ha. Unter Glas waren 17 ha mit Tomaten, 14 ha mit Gurken sowie sieben Hektar mit Feldsalat bestellt.

In Schleswig-Holstein wurden auf einer gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderten Fläche von 6.353 ha – darunter 16 ha unter Glas – Gemüse angebaut. Der Kopfkohl (Weiß-, Rot- und Wirsingkohl) ist mit einer Fläche von 3.482 ha die Hauptkultur unter den angebauten Gemüsearten; in Dithmarschen – dem bundesweit größten geschlossenen Kohlanbaugebiet – betrug die Fläche 3.090 ha. Landesweit wurden in diesem Jahr auf einer Fläche von 1.239 ha Möhren angebaut; der Anbauschwerpunkt lag mit 1.062 ha ebenfalls in Dithmarschen.

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Österreich: Weinjahr 2004

Themen: Österreich,Statistik — info @ 09:11

Späte Lese bringt 2,6 Millionen Hektoliter Wein – Wechselnde Witterungsbedingungen führen zu Weinen unterschiedlichster Qualität

Wien (agrar.de) – In ihrer aktuellen Prognose der Weinernte 2004 erwartet die Statistik Austria ein Volumen von 2,64 Millionen hl (+4 Prozent), womit die Vorschätzungen der letzten Monate leicht nach oben revidiert werden konnten.

Insbesondere die wechselnden Witterungsbedingungen dieses Weinjahres stellten für die heimischen Weinbauern eine hohe Herausforderung dar. Einem milden Frühjahr folgte ein vielerorts feuchter Sommer mit relativ wenig Sonnenstunden, wodurch das Wachstum der Rebstöcke enorm forciert wurde. Gleichzeitig stellten sich aber Probleme mit Pilzerkrankungen – wie Peronospora und Botrytis – ein. Auch war zu diesem Zeitpunkt bereits ein starker Entwicklungsrückstand der Weintrauben festzustellen, der auch durch den sonnigen und regional (nördliches Weinviertel) zu trockenen Spätsommer nicht mehr wettgemacht werden konnte, sodass eine recht späte Hauptlese im Oktober resultierte. Die Niederschläge des letzten Monats erhöhten zwar die Erträge, erschwerten aber in manchen Fällen zusätzlich das Erreichen der notwendigen Mostgrade.

Folglich war diesjährig bei der Qualität der Trauben eine beachtliche Bandbreite festzustellen. Qualitätsbewusste Winzer, die in guten Lagen eine konsequente Ausdünnung der Reben und Laubarbeit betrieben, erwarten sehr gut strukturierte Weiß- und Rotweine. Andere, weniger qualitätsorientiert produzierende Betriebe, werden heuer oft keine befriedigende Traubengüte erzielen können, was sich auch in niedrigen Verkaufspreisen niederschlägt.

Aus Sicht der Bundesländer werden aus der Steiermark mit 180.300 hl (+20 Prozent) und Niederösterreich mit 1,7 Mio. hl (+15 Prozent) – verglichen mit dem Erntedurchschnitt der letzten 10 Jahre – zweistellige Zuwachsraten erwartet. Auch im Burgenland könnte der Erntedurchschnitt um 4 Prozent übertroffen werden, was einer Weinproduktion von 742.200 hl entspricht. Wien dürfte nach den aktuell vorliegenden Zahlen mit 18.500 hl 10 Prozent hinter den Ernten der letzten 10 Jahre zurückbleiben, was auch auf einen konsequenten Qualitätsschnitt in den dortigen Weingärten hindeutet.

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04. November 2004

Nordrhein-Westfalen: Drei Bauernhöfe wegen Verdacht auf dioxinhaltige Futtermittel vorsorglich gesperrt

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Fleisch der betroffenen Tiere wird untersucht

Düsseldorf (agrar.de) – Drei Bauernhöfe in Nordrhein-Westfalen sind am Mittwochabend vorsorglich gesperrt worden. Anlass waren Erkenntnisse der niederländischen Behörden, dass diese Betriebe aus den Niederlanden dioxinbelastetes Futtermittel bezogen haben. Es handelt sich bei den drei Betrieben um Bullenmastbetriebe mit insgesamt 2.000 Tieren. Bis zum Abschluss der Untersuchungen durch die nordrhein-westfälischen Behörden dürfen keine Rinder von diesen Betriebe verbracht und vermarktet werden.

Dem nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium ist gestern am frühen Abend über das EU-Schnellwarnsystem mitgeteilt worden, dass die niederländischen Behörden gestern in den Niederlanden selbst 140 Bauernhöfe vorsorglich gesperrt haben, die aus Kartoffelresten hergestelltes Tierfutter bezogen haben. Diese Kartoffelreste stammen von einer Produktionsstätte eines Pommes-Frites-Herstellers. Dieser Betrieb setzte seit Anfang August 2004 für die Kartoffelsortierung als Trennhilfe Kaolinit-Tonerde ein, die aus einem rheinland-pfälzischen Betrieb stammt. Die niederländischen Kontrolleure ermittelten eine Dioxinbelastung von 910 Nanogramm pro Kilogramm Kleie. Der zugelassene Grenzwert liegt für Kaolinit-Tonerde bei 0,75 Nanogramm pro Kilogramm. Auf die Spur der Futtermittelkontamination waren die niederländischen Behörden gestoßen, als sie in der Milch eines Erzeugerbetriebes unzulässig hohe Dioxinwerte gefunden hatten.

Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: ‚Wir haben noch sofort am selben Abend , als wir die Nachricht erhalten haben, gehandelt und die drei Betriebe aus Nordrhein-Westfalen vorsorglich sperren lassen, die die Niederlande auf den Lieferlisten gefunden haben. Das Fleisch der mit dioxinbelastetem Futter gefütterten Tiere muss nun untersucht werden, um festzustellen, wie stark das Rindfleisch möglicherweise belastet ist. Wir werden möglichst eng mit den Niederlanden zusammenarbeiten und unsere Maßnahmen gemeinsam abstimmen. Ich habe sofort veranlasst zu klären, wie es möglich ist, dass wieder Kaolinit-Tonerde aus Rheinland-Pfalz in Futtermittel auftaucht, obwohl die rheinland-pfälzischen Behörden nach einem ähnlichen Skandal vor einigen Jahren Kaolinit-Tonerde im Futtermittel verboten haben.‘

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Kräftige Preisaufschläge bei Düngemitteln

Themen: Archiv — info @ 15:11

Hannover (agrar.de) – Bei der Düngeplanung für das kommende Jahr müssen die Bauern nach Angaben des Landvolks Niedersachsen mit erheblich höheren Kosten rechnen. Kräftig gestiegene Energiepreise schlagen sich nun auch bei den Stickstoff haltigen Düngemitteln in Form einer deutlichen Verteuerung nieder. Bei diesen Düngern machen die Energiepreise den wesentlichen Anteil der Herstellungskosten aus. So hat sich der Preis für Ammoniak, dem wichtigsten Vorprodukt für Stickstoffdünger, in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht.

Weil hier zu Lande die Nachfrage gegenwärtig größer ist als das Angebot, können die Hersteller von Stickstoffdünger problemlos kräftige Aufschläge durchsetzen. Trotz des zurzeit hohen Preisniveaus sind aber noch keine gravierenden Veränderungen beim Einkaufsverhalten der Bauern erkennbar. Weil auch für das Frühjahr keine Preissenkungen zu erwarten sind, decken sie sich wie in jedem Jahr mit einem Teil ihres Düngerbedarfs bereits jetzt ein. Gegenüber dem vergangenen Jahr müssen sie allerdings bis zu zehn Prozent mehr für den Dünger zahlen, und gegenüber dem September dieses Jahres wurde Kalkammonsalpeter (KAS), trotz rückläufiger Bedeutung immer noch der mengenmäßig wichtigste Stickstoffdünger, um ungefähr sechs Euro je Tonne (t) teurer. Auch für November erwarten Marktexperten noch einmal einen Aufschlag in dieser Größenordnung. Derzeit kostet KAS je nach Region um 155 Euro je t.

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Thüringen: Gemüseanbaufläche 2004 zurückgegangen

Themen: Archiv — info @ 15:11

Erfurt (agrar.de) – Die Thüringer Gemüsebauern bestellten in diesem Jahr 1.670 Hektar mit Freilandgemüse. Das waren 220 Hektar bzw. 11,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Fläche entspricht dem Niveau der Jahre 2000 bis 2002. Auf jedem fünften Hektar (345 Hektar) wurde Blumenkohl angebaut. Gegenüber dem Vorjahr ging die Fläche um 80 Hektar zurück. Damit bleibt Blumenkohl wie auch in den vergangenen Jahren die dominierende Gemüseart in Thüringen. Zwei Drittel der Blumenkohlflächen liegen in der Stadt Erfurt.

Knapp 15 Prozent der Freilandfläche (246 Hektar) wurden für den Anbau von Weißkohl genutzt. Das waren 43 Hektar weniger als im Vorjahr. Regional konzentriert sich der Anbau auf den Unstrut-Hainich-Kreis und den Saale-Holzland-Kreis.

Ebenfalls rückläufig war der Anbau von grünen Pflückbohnen. Die Anbaufläche sank von 383 Hektar im Vorjahr auf 291 Hektar im Jahr 2004. Drei Viertel der Flächen liegen im Altenburger Land.

Mit einer Fläche von 170 Hektar ist der Anbau von Speisezwiebeln seit 2001 konstant, die fast ausschließlich (95 Prozent) im Unstrut-Hainich-Kreis heranwachsen.

Geringfügig um 6 Hektar gestiegen ist die Spargelfläche, die zu 70 Prozent im Unstrut-Hainich-Kreis liegt. Von 298 Hektar wurde in diesem Jahr Spargel gestochen. Weitere 47 Hektar Spargelbeete stehen noch nicht im Ertrag.

An Bedeutung gewonnen hat der Anbau von Rosenkohl, dessen Anbaufläche von 2 Hektar im Jahr 2002 auf 43 Hektar im Jahr 2003 und in diesem Jahr auf 62 Hektar ausgedehnt wurde. In dieser Größenordnung wurde der Spinatanbau reduziert. Die Anbaufläche sank von 80 Hektar im Jahr 2003 auf 18 Hektar in diesem Jahr.

Die Unterglasfläche ging von 38,0 auf 35,5 Hektar zurück. 16,5 Hektar wurden für den Anbau von Gurken genutzt (2003: 18 Hektar) und auf 15,5 Hektar (2003: 18 Hektar) reifen Tomaten heran. Gesteigert wurde der Anbau von Feldsalat, dessen Fläche von 0,2 Hektar im Jahr 2003 auf 1,4 Hektar in diesem Jahr ausgedehnt wurde. Der Unterglasanbau konzentriert sich auf den Saale-Holzland-Kreis und den Landkreis Sömmerda.

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Aktualisierte Broschüre zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 12:11

Zahlreiche Informationen zur EU-Agrarreform auf der EuroTier 2004

Berlin/Hannover (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seinen Ausstellungsstand auf der EuroTier 2004 unter das Motto ‚EU-Agrarreform‘ gestellt und bietet Information und Beratung zur Reform. Präsentiert wird unter anderem auch der DBV-Prämienrechner. Mit Hilfe des Prämienrechners können interessierte Landwirte nach Eingabe ihrer Betriebsdaten ihre betrieblichen Prämien bis 2013 berechnen lassen. Dabei werden alle wichtigen nationalen Richtlinien und europäischen Rechtsvorschriften berücksichtigt.

Mit der aktualisierten Broschüre ‚Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik‘ bietet der DBV darüber hinaus auf der EuroTier 2004 allen interessierten Landwirten und Beratern einen umfassenden Überblick über den Sachstand bei der Umsetzung der EU-Agrarreform an. Denn für den einzelnen Landwirt ist jetzt entscheidend, sich mit den Besonderheiten der neuen Prämienrechte vertraut zu machen. Für ihn gilt es, sich rechtzeitig auf die Neuerungen im Antragsverfahren 2005 für die Betriebsprämie vorzubereiten. Rechtzeitig zur EuroTier 2004 hat der DBV seine Informationsbroschüre zur Umsetzung der EU-Agrarreform auf den neuesten Stand vom Oktober 2004 gebracht.

Die Broschüre ist auf der EuroTier, Halle 23/Stand 03, kostenlos erhältlich. Ansonsten kann sie über die Landesbauernverbände bezogen werden. Einzelexemplare können auch direkt beim DBV (Preis 3 Euro zzgl. Versand) erworben werden. Bestellungen an: Deutscher Bauernverband Referat 3.3, Godesberger Allee 142-148, 53174 Bonn, Fax: 0228-8198-231, E-Mail.

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Goldmann: Dioxin-Tierfutter sofort und vollständig sicherstellen

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – Zur Verseuchung von Tierfutter mit Dioxin erklärt der agrar- und ernährungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Jetzt müssen alle notwendigen Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen schnellstens greifen. Die Verbraucher und Verbraucherinnen müssen vor einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch das krebserregende Gift Dioxin geschützt werden. Die Landwirte dürfen nicht mit noch mehr Schadstoff belastetem Futter beliefert werden.

Möglicherweise ist die Verunreinigung beim Sortieren von Kartoffeln zur Herstellung von Pommes frites erfolgt. Dabei wurde Mergelklei, der für die Dioxin-Verseuchung verantwortlich sein könnte, zum Sortieren der Kartoffeln verwendet. Laut Medienberichten soll das betreffende Unternehmen in den Niederlanden den Mergelklei bereits aus dem Produktionsprozess entfernt haben. Das wäre ein erster und notwendiger Schritt.

Gleichzeitig muss gewährleistet werden, dass kein weiteres mit Dioxin belastetes Material in Umlauf gelangt. Das bereits im Handel befindliche dioxinhaltige Tierfutter darf unter keinen Umständen weiter verfüttert werden und damit in die Nahrungskette gelangen. Das im Umlauf befindliche Tierfutter muss sofort sichergestellt werden. Sofern das verseuchte Material bereits verfüttert worden ist, dürfen die betroffenen Tiere nicht geschlachtet werden.

Zunächst muss Klarheit über das tatsächliche Ausmaß einer möglichen Dioxingefährdung für die Menschen geschaffen werden. Schließlich ist zu klären, ob fahrlässig oder ganz gezielt gegen bestehende gesetzliche Bestimmungen verstoßen wurde.‘

Lesen Sie auch: Dioxin: Bauernhöfe in den Niederlande, Deutschland und Belgien gesperrt [04.11.2004]

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DBV: GVO-Beimischung in Rapssaatgut entpuppte sich als Blinder Alarm

Themen: Archiv — info @ 11:11

Praktikable Schwellenwerte und systematische Untersuchungsmethoden notwendig

Berlin (agrar.de) – Die Verabschiedung von praktikablen Schwellenwerten auf europäischer Ebene bei der Beimischung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist dringlich erforderlich. Darüber hinaus ist die Festlegung verbindlicher systematischer Vorschriften für die Probenahme- und Untersuchungsmethoden hinsichtlich der Überprüfung auf GVO-Beimischungen unverzichtbar. Dies betonte die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Vor dem Hintergrund verstärkter Beprobungen im Saatgutbereich sei dies wichtig, um das Risiko von ‚falsch positiven‘ GVO-Besatzwerten aufgrund von methodischen Fehlern oder Kontaminationen im Untersuchungsverfahren zu minimieren. Nur durch solche Maßnahmen könne man in Zukunft das Risiko eines ‚blinden Alarms‘ minimieren, was im Hinblick auf einen vorbeugenden Verbraucherschutz eine große Rolle spiele, äußerte sich dazu der Deutsche Bauernverband (DBV).

Alle Vermehrungs- und Vermarktungspartien bei Winter- und Sommerraps werden in den Saatgutunternehmen im Rahmen von Qualitätssicherungssystemen auf etwaige GVO-Beimischungen untersucht. So waren bei Routinebeprobungen im Saarland und in Sachsen-Anhalt, die von den Behörden im Zusammenhang mit der Winterrapsaussaat 2004 durchgeführt wurden, in zwei Saatgutpartien vermeintliche geringfügige Beimischungen mit gentechnisch veränderten Organismen festgestellt worden. Diese behördlicherseits beobachteten Spuren von GVO, die noch weit unterhalb des derzeit europaweit für Rapssaatgut diskutierten Schwellenwertes von 0,3 Prozent lag, konnte aber weder in den routinemäßigen noch in den zusätzlich veranlassten weiteren Untersuchungen bestätigt werden. Der Verdacht einer GVO-Beimischung in Rapssaatgut stellte sich als unbegründet heraus. Die aktuellen Vorgänge machen aber erneut deutlich, dass es verbindlicher Schwellenwerte bedarf, um Rechtssicherheit beim Auftreten unbeabsichtigter Ver unreinigungen von konventionellem Saatgut mit GVO zu schaffen, betonte der DBV.

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Futterbaubetriebe dominieren in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 11:11

Dresden (agrar.de) – Wie das Statistische Landesamt mitteilt, gehörten die meisten (41 Prozent) der Landwirtschaftsbetriebe Sachsens den Futterbaubetrieben an. Das sind solche Unternehmen, deren Schwerpunkt insbesondere auf der Produktion von Rindern und Schafen bzw. dem Futterbau liegt. 26 Prozent der Unternehmen waren Ackerbaubetriebe, die überwiegend Getreide, Eiweißpflanzen, Hack- oder Ölfrüchte anbauten. Einen Anteil von 16 Prozent besaßen Pflanzenbau-Viehhaltungsbe­triebe. Die anderen betriebswirtschaft­lichen Ausrichtungen hatten nur Anteile zwischen einem und neun Prozent.

Der größte Teil der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) des Freistaates wird von den Pflanzenbau-Viehhaltungsbetrieben und den Ackerbaubetrieben bewirtschaftet (37 bzw. 36 Prozent), 19 Prozent der LF nutzten die Futterbaubetriebe. Mit 270 bzw. 206 ha LF je Betrieb waren Pflanzenbau-Viehhaltungsbetriebe und Pflanzenbauverbundbetriebe flächenmäßig am größten. Gartenbaubetriebe hingegen um­fassten im Durchschnitt jeweils nur gut drei Hektar.

Zwischen den drei Regierungsbezirken sind bezüglich der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung deutliche Unterschiede erkennbar. Während im Regierungsbezirk Chemnitz mehr als die Hälfte der Unternehmen den Futterbaubetrieben ange­hörte, war es im Bezirk Dresden nur gut ein Drittel, im Bezirk Leipzig sogar nur etwas mehr als 20 Prozent. Im Regie­rungsbezirk Leipzig hingegen dominierten recht deutlich (45 Prozent) die Ackerbaubetriebe.

Der Regierungsbezirk Chemnitz ist stark durch die Landwirtschaft geprägt: die mit Abstand meisten Agrarbetriebe (723) wirtschaften im Vogtlandkreis, aber auch in den Landkreisen Mittweida (502) und Freiberg (422) gibt es eine hohe Konzentration landwirtschaftlicher Betriebe. Die größte Zahl an Acker­baubetrieben wurde in den Kreisen Torgau-Oschatz und Riesa-Großenhain ermittelt, hier gibt es auch die meisten Veredlungsbetriebe. Futterbaubetriebe (Weideviehbetriebe) wirtschaften vor allem in Vorgebirgs­regionen, weshalb diese z. B. im Vogtlandkreis, im Landkreis Freiberg oder im Kreis Sächsische Schweiz gehäuft zu finden sind. Die meisten Dauerkulturbetriebe weist der Landkreis Meißen auf, während in der Landeshauptstadt Dresden die größte Zahl an Gartenbaubetrieben ansässig ist.

Die Ergebnisse stammen aus der Agrarstrukturerhebung 2003. Im Rahmen dieser Erhebung wurden die landwirtschaftlichen Betriebe ent­sprechend ihrer betriebswirtschaftlichen Ausrichtung, d. h. nach ihrem Produktionsschwer­punkt, klassifiziert. Dabei wurde erstmals das gemeinschaftliche Klassifizierungs­system der Europäischen Gemeinschaft auch national eingeführt. Die bisherigen Unterschiede zwischen den beiden Klassifizierungsmodellen entfielen damit. Der Standarddeckungsbeitrag eines Betriebes bildet die Bezugs- und Ausgangsgröße für die Ableitung der einzelnen be­triebswirtschaftlichen Ausrich­tungen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

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