08. November 2004

Mecklenburg-Vorpommern: 32 Baumschulen bewirtschaften durchschnittlich 13 Hektar

Themen: Archiv — info @ 09:11

Schwerin (agrar.de) – In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 32 Baumschulen, die zusammen über eine Fläche von 421 Hektar verfügen. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes hat sich in den vergangenen vier Jahren sowohl die Anzahl der Betriebe als auch die Fläche um ein Viertel verringert (2000: 43 Baumschulen mit 563 Hektar). Nach wie vor ist jedoch die durchschnittliche Flächenausstattung mit 13 Hektar die größte in Deutschland. Bei den Baumschulerzeugnissen dominieren Ziergehölze und Forstpflanzen.

Alle vier Jahre erhebt die amtliche Agrarstatistik Daten über Baumschulbetriebe, ihre Flächen und Pflanzenbestände. Demnach produzieren im Jahr 2004 in Mecklenburg-Vorpommern 32 Baumschulen auf zusammen 421 Hektar Erzeugnisse für den Verkauf oder die eigene Verschulung.

Den größten Anteil an der Fläche haben mit 30 Prozent Ziergehölze und Bäume für Straßen, Parks, Gärten sowie Landschaftsgehölze (ohne Forstpflanzen). Auf 23 Prozent der Fläche werden Forstpflanzen herangezogen, zu zwei Dritteln Laubgehölze und zu einem Drittel Nadelgehölze. 5 Prozent der Fläche dienen der Anzucht von Weihnachtsbaumkulturen und der Gewinnung von Schnittgrün. Flächenmäßig nur eine geringe Rolle in den einheimischen Baumschulen spielen Beerenobst, Obstgehölze, Rosen und die dazugehörigen Unterlagen.

Bei den Laubgehölzen entfallen allein 36 Prozent des Pflanzenbestandes auf Rotbuche, weitere 20 Prozent auf Stieleiche, 18 Prozent auf Traubeneiche und 11 Prozent auf Erle.

Bei den Nadelgehölzen ist die Waldkiefer (Gemeine Kiefer) mit 45 Prozent am häufigsten vertreten, gefolgt von der Fichte (Gemeine Fichte) mit 18 Prozent und der Douglasie mit 9 Prozent.

Im Vergleich mit den benachbarten norddeutschen Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist die Baumschulerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern von relativ geringer Bedeutung. So hatte im Jahr 2000 Mecklenburg-Vorpommern an den Baumschulen der drei nördlichen Flächenländer bei den Betrieben einen Anteil von lediglich 2,9 Prozent und an der Fläche von 5,2 Prozent. Nach der Erhebung des Jahres 2004 dürften die Relationen ähnlich sein.

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06. November 2004

Grüne: EU-weite Positivliste für Futtermittel muss her

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Dioxinfunde in Futtermitteln in den Niederlanden, verursacht durch rheinland-pfälzische Tonminerale, erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Der jüngste Futtermittelskandal in Holland zeigt deutlich: EU-weit muss es eine Posi-tivliste für Rohstoffe geben, die für Futtermittel verwendet werden dürfen.

Die Futtermittelindustrie in Holland hat nach wie vor offenbar keine Hemmung, jede Art von Rohstoffen in die Futtermitteltröge zu kippen: Hauptsache Mast- oder Milch-leistungssteigerung. Positiv ist, dass sich die deutsche Futtermittelwirtschaft bereits nach den Diskussionen zu BSE mit Ministerin Künast in einer Selbstverpflichtung zu einer Positivliste verpflichtet hat und daher in Deutschland eine bessere Kontrolle der Stoffströme stattfindet. Angesichts offener Grenzen bitten wir die Bundesregierung darum, sich bald mög-lichst weiter verstärkt in Brüssel für eine EU-weite Positivliste einzusetzen

Es ist gleichzeitig ein besonderer Skandal, dass das Kaolinit (Tonmergel) wieder aus der Tongrube in Ransbach in Rheinland-Pfalz stammt. Vor einiger Zeit gab es bereits dioxinbelastete Futtermittelfunde mit dem gleichen Ursprung. Futtermittelhersteller und Kartoffelverarbeiter in Holland wussten also von dem Problem und der Nichteig-nung dieses Rohstoffs für den Lebensmittel- und Futtermittelbereich.

‚Wir werden die Landesregierung fragen, was sie zur Lösung dieses Problems tun kann und unternehmen wird‘ erklärt Elke Kiltz, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz.

Allerdings ist auch zu kritisieren, dass dieser rheinland-pfälzische Tonmergel als ‚technischer Rohstoff‘ weiterhin auf den Markt kommt und in Porzellan oder anderen technischen Verwendungen landet. Die rheinland-pfälzische Landesregierung und die zuständigen Behörden sind aufgefordert, den Abbau und den Rohstoff im Hinblick auf die Umweltwirkungen und den Arbeitsschutz zu überprüfen und auch Maßnahmen zur Einschränkung der Verwend-barkeit zu ergreifen‘, fordert Höfken.

Hintergrund:

Ein holländischer Pommes-Hersteller hat seit August 2004 Dioxin-belasteten rheinland-pfälzischen Tonmergel beim Sortieren von Kartoffelschalen eingesetzt. 162 land-wirtschaftliche Betriebe sind betroffen, die meisten in Holland, 8 davon in Belgien, 3 in Nord-rhein-Westfalen. Bei einem Betrieb wurde in einer von 70 Proben ein Überschreiten des Grenzwertes in der Milch festgestellt. Die Ergebnisse der Schweinefleischuntersuchungen werden morgen erwartet. Eine Belastung der Verbraucher in Deutschland ist eher gering und nun gestoppt.

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Spargel dominiert im Freilandgemüseanbau Brandenburgs

Themen: Archiv — info @ 10:11

Potsdam (agrar.de) – Nach Informationen des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik erfolgte der Freilandgemüseanbau in Brandenburg im Jahr 2004 auf 6.286 Hektar, was in etwa der Vorjahresfläche entspricht. Bei einigen Gemüsearten gab es eine Verschiebung von den frühen zu den späten Sorten.

Im Land Brandenburg hat der Spargelanbau weiterhin eine große Bedeutung. Mit 2.143 Hektar hatte der im Ertrag stehende Spargel den höchsten Anteil an der Gemüsefläche (34 Prozent). Noch nie stand so viel von diesem Stängelgemüse auf Brandenburgs Flächen. Im Vergleich zum Vorjahr vergrößerte sich der Spargelanbau um 5 Prozent. Der Wurzel- und Zwiebelgemüseanbau war zum größten Teil durch Möhren und Karotten mit einem Flächenanteil von 15 Prozent am Freiland (944 Hektar) gekennzeichnet. Der Anbau von Roter Bete erfolgte auf 237 Hektar.

Beim Frucht-, Hülsen- und Schotengemüse dominierten die Frischerbsen mit 13 Prozent (814 Hektar) und die Gurken mit fast 10 Prozent (614 Hektar) an der Anbaufläche im Freiland. Die Frischerbsenanbaufläche vergrößerte sich dabei um fast 4 Prozent gegenüber 2003. Buschbohnen standen in diesem Jahr auf mehr als 378 Hektar.

Eine eher untergeordnete Rolle spielten Kohl- und Blattgemüse. Deren Anteile beliefen sich auf gut 5 bzw. fast 4 Prozent der Freilandgemüsefläche. Spinat war die wichtigste Blattgemüseart mit 190 Hektar. Bei mehreren Kohlgemüsearten wurden 2004 die späten Varianten bevorzugt angebaut. So reduzierte sich die Anbaufläche des Frühkohlrabis in diesem Jahr um 33 Prozent auf rund 26 Hektar, während sich die des Spätkohlrabis mehr als verdoppelte (2004: 68 Hektar).

Der Gemüseanbau in Unterglasanlagen erfolgte in diesem Jahr auf 35,5 Hektar. Die Anbaustruktur hat sich hier nur leicht geändert. Mit 16,7 Hektar waren die Tomaten wiederum die bestimmende Gemüsekultur (47 Prozent), gefolgt von den Gurken mit 6,8 Hektar (19 Prozent). Der Tomatenanbau unter Glas dehnte sich gegenüber 2003 um mehr als 1,1 Hektar aus. Kohlrabi stand auf einer Unterglasfläche von 1,9 Hektar (5 Prozent). Auf der restlichen Fläche wurden unter anderem Feldsalat, Kopfsalat und Blumenkohl angebaut.

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05. November 2004

FDP: Rot-Grün peitscht höhere Steuern für Agrardiesel durch

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Zur Beratung des Haushaltsbegleitgesetzes im Bundesrat erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Der neue Bundesratspräsident handelt treu dem Motto: Was schert mich mein Geschwätz von Gestern. Der brandenburgische Ministerpräsident Platzeck und die gesamte SPD wollen nichts mehr von ihren gegebenen Versprechen wissen. Damit ist die Bahn für das Haushaltsbegleitgesetz frei. Weitere drastische Belastungen für die heimischen Landwirte werden folgen:

Der Steuersatz für Agrardiesel wird von rund 25 auf 40 Cent je Liter erhöht und die Beiträge für die Landwirtschaftliche Krankenversicherung werden steigen. Während die Landwirte in benachbarten Mitgliedstaaten wie z.B. Frankreich und Österreich bei den Energiekosten entlastet werden, treibt Rot-Grün die Treibstoffkosten durch höhere Steuern noch weiter in die Höhe. Der deutsche Steuersatz liegt gegenüber Frankreich dann mehr als 20-mal höher. Diese Wettbewerbsverzerrungen in der EU werden weitere Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Rot-Grün erhöht die Steuern für die Landwirte und hätschelt das eigene Klientel mit milliardenschweren Subventionen. Das hat mit solider Haushaltspolitik nichts zu tun.‘

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Bundesrat: Keine Zweidrittelmehrheit gegen Haushaltsbegleitgesetz

Themen: Archiv — info @ 16:11

Harte Kritik des Deutschen Bauernverbandes

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisierte hart das Votum des Bundesrates zum Haushaltsbegleitgesetz 2005. Der Bundesrat hätte das Gesetz, das nach einer Analyse des DBV im Hinblick auf die Landwirtschaft gegen jedweden wirtschaftlichen Sachverstand von der rot-grünen Bundesregierung entwickelt wurde, mit Zweidrittelmehrheit stoppen können. Dies ist jedoch nicht geschehen. Während die unionsregierten Länder das Gesetz ablehnten, stimmten die SPD geführten Länder zu, obwohl sich einige im Vorfeld der Entscheidung gegen die mit dem Gesetz verbundenen einseitigen Belastungen und gegen eine Wettbewerbsschwächung der deutschen Landwirtschaft ausgesprochen hatten.

Das Haushaltsbegleitgesetz sieht drastische Steuererhöhungen für den Agrardiesel von 56 Prozent und Abgabensteigerungen für die landwirtschaftlichen Krankenkassen vor. Damit kommen auf die deutschen Bauern in den kommenden Jahren erhebliche Kostensteigerungen und Wettbewerbsverzerrungen zu. Während die Steuersätze für Agrardiesel aus Gründen des Wettbewerbs in der EU und der hohen Energiekosten in Frankreich beispielsweise von 5,66 Cent pro Liter auf 1,66 Cent und auch in Schweden und Österreich stark gesenkt werden, erfolgt für die deutschen Bauern eine enorme Steuererhöhung. Der momentane Steuersatz in Deutschland in Höhe von 25,6 Cent ist im EU-Vergleich bereits sehr hoch. Er wird ab 2005 für die deutschen Bauern umgerechnet auf 40 Cent je Liter Agrardiesel steigen.

Auch durch die landwirtschaftliche Krankenkasse werden die Landwirte einseitig mit höheren Kosten belastet. Denn die landwirtschaftliche Krankenkasse wird aufgrund des Haushaltsbegleitgesetzes ihre Beiträge erhöhen müssen, wogegen die anderen gesetzlichen Krankenkassen ihre Beitragessätze durch die Weitergabe von Einsparungen senken können. Zudem entzieht die rot-grüne Regierungskoalition den landwirtschaftlichen Sozialversicherungen zunehmend die Finanzierungsgrundlage, da sie die Bundesmittel zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung reduziert, kritisierte der DBV.

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Bundesrat legt wichtige Details bei der Umsetzung der EU-Agrarreform fest

Themen: Archiv — info @ 15:11

Bauernverbände bieten Beratung bei Härtefallregelung

Berlin (agrar.de) – Der heutige Beschluss des Bundesrates über die beiden nationalen Durchführungsverordnungen zur EU-Agrarreform bringt den Landwirten in vielen Punkten rechtliche Klarheit. Der Deutsche Bauernverband (DBV) erkennt an, dass bei der Ausgestaltung der Härtefälle für die Betriebsinhaber in besonderer Lage und die Neueinsteiger in weiten Teilen ausgewogene Regelungen gefunden wurden. Die vom Bundesrat bestätigte flexible Ausgestaltung des Zehnmonatszeitraumes für die ‚Aktivierung‘ der Prämienrechte findet ebenfalls die Unterstützung des DBV. Andererseits werden viele Vorgaben der EU in Deutschland komplizierte Detailregelungen, etwa bei der Abgrenzung zwischen Ackerland und Dauergrünland, bei der Angabe der Landschaftselemente oder beim Anbau von Obst, Gemüse und Speisekartoffeln.

Der DBV legt Wert darauf, dass die Landwirte bei der 2005 ebenfalls anstehenden Umstellung auf das digitale Flächenkataster nicht überfordert werden. Derzeit erfolgt in den meisten Bundesländern die Ersterfassung dieser Flächen noch auf Basis der Nettoflächen, das heißt ohne Landschaftselemente. Der DBV warnt davor, zu einem späteren Zeitpunkt binnen weniger Monate eine vollständige Meldung der Millionen von Landschaftselementen bzw. eine Korrektur aller Flächenangaben zu verlangen. Dies sei schlechterdings unmöglich. Es sollte daher die Möglichkeit bestehen, auch in den Anträgen nach dem Jahr 2006 noch Landschaftselemente ’nachzumelden‘ bzw. Ungenauigkeiten zu korrigieren.

Der DBV teilt die Forderungen des Bundesrates an Bund und EU zu notwendigen Erleichterungen der Betriebsprämienregelung. Darüber hinaus hält der DBV Möglichkeiten für Vorschuss- bzw. Abschlagszahlungen und Vereinfachungen der Regelungen für Genehmigungen bei für Obst, Gemüse und Speisekartoffeln für dringend erforderlich. Auch Cross Compliance, also die Verknüpfung der Betriebsprämie an die Einhaltung von Produktions- und Bewirtschaftungsstandards, darf sich nicht zum bürokratischen Alptraum für die Landwirte entwickeln, erklärte der DBV.

Ausdrücklich weist der DBV auf den enormen Informations- und Beratungsbedarf bei den Landwirten über die Details der Umsetzung der EU-Agrarreform in den kommenden Monaten hin. Hierzu werden die Landes- und Kreisbauernverbände ihren Mitgliedern eine umfassende und sachkundige Beratung anbieten, kündigte der DBV an. Dies betreffe sowohl das reguläre Antragsverfahren als auch die Härtefallregelung. Aber auch Bund und Länder stehen in der Pflicht, die Landwirte umfassend zu informieren.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Verbände.

CDU/CSU: Schröder muss „Gentechnik-Verhinderungs-Gesetz“ stoppen

Themen: Archiv,Gentechnik — info @ 13:11

Heiderich: Gesetz ist nicht EU-konform – Haftungsvorschriften sind unbrauchbar

Berlin (agrar.de) – Zur Vorlage der 6-Punkte-Mängelliste zum Gentechnikgesetz durch Ministerin Künast erklärt der Bio- und Gentechnik-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Mit einem Kuriosum hat das Vermittlungsverfahren zum Gentechnikgesetz geendet. Ministerin Künast selbst hat eine 6-Punkte-Mängelliste zu ihrem Gesetz vorgelegt, welche die wesentlichen Kritikpunkte der Union enthält:

Die Union kritisiert:

– Das Gesetz ist nicht EU-konform.

– Freilandforschung mit Gentechnik ist in Deutschland nur mit staatlichem Haftungsausgleich möglich.

– Das Monitoringverfahren ist nicht ausreichend geregelt.

– Künast’s Haftungsvorschriften sind unbrauchbar und sollen durch einen Ausgleichsfonds oder eine Versicherung, für die sich das Ministerium selbst einsetzen will, ersetzt werden.

– Nach 2 Jahren Erfahrungszeit soll das Gesetz komplett überarbeitet werden.

– Wegen fehlender Erfahrungen aus Erprobungsanbauten (wie dem 2000 angekündigten, aber nie umgesetzten ‚Kanzler-Programm‘) wird der diesjährige Erprobungsanbau der Bundesländer als Bundes-Programm ausgewertet.

Zur gleichen Zeit erklärt Schröder öffentlich, die ständige Risikobetonung bei der Gentechnik bringe Deutschland in eine Situation, die Forschung und Entwicklung in unserem Land nicht befördert.

Diese Lage kann Schröder am Kabinettstisch ändern. Ich fordere ihn auf, ein Gesetz zu stoppen, dem die Fachministerin selbst schon vor der Verabschiedung deutliche Mängel bescheinigt.‘

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Schleswig-Holstein fordert im Bundesrat: Gebt den Tieren eine Stimme

Themen: Archiv — info @ 13:11

Kiel/Berlin (agrar.de) – Tierrechte stehen heute auf der Agenda des Bundesrates: Schleswig-Holstein beantragt ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen.

Tiernutzer können gegen behördliche Anordnungen und verweigerte Genehmigungen rechtlich vorgehen. Die Belange der Tiere sind in Deutschland nicht einklagbar. Hier besteht ein Ungleichgewicht. Diese Schieflage soll mit dem Gesetzesentwurf aus dem Weg geräumt werden.

‚Tiere werden durch das Staatsziel ‚Tierschutz‘ zwar von der moralischen Seite her geschützt, doch ihnen wird bisher kein gesetzlicher Vertreter zugestanden. Mit dem Verbandsklagerechts für Tierschutzvereine wird es einen Vertreter geben, der zu ihren Gunsten klagen könnte und die Interessen der Tiere geltend machen kann.‘ so Müller.

Konkret bedeutet ein solcher Rechtsanspruch zum Beispiel für die Forschung: Gegen verweigerte Tierexperimente können betroffene Wissenschaftler klagen, um eine Überprüfung der Behördenentscheidung zu erreichen und so die Genehmigung des Tierversuchs zu erzwingen. Die Genehmigung eines Tierversuches unterliegt dagegen nicht der Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung durch Verbände, die die Interessen der Tiere vertreten. Das will das Gesetz ändern. ‚Wir dürfen uns nicht mehr damit begnügen, Tieren unverbindliche moralische Rechte zuzugestehen. Tierschutz darf nicht länger als ein Akt von Gnade und Barmherzigkeit gesehen werden, sondern muss als Erfordernis von Recht und Gerechtigkeit begriffen werden.‘ so der Minister.

Links zum Thema Tierschutz, Links zum Thema Agrarpolitik.

Baringdorf: Auch Futtermittel wie Lebensmittel behandeln

Themen: Archiv — info @ 13:11

Brüssel (agrar.de) – ‚Erneute Funde von Dioxin im Tierfutter sorgen für Aufregung in den Niederlanden und ihren Nachbarländern. Wieder werden landwirtschaftliche Betriebe gesperrt, die VerbraucherInnen sind verunsichert. Wieder wurde das Gift erst im Endprodukt entdeckt. Und wieder wurde das Tierfutter über Abfälle aus der Lebensmittelindustrie verseucht.

Die Futtermittelindustrie muss endlich Konsequenzen ziehen und ihre Ausgangsprodukte überprüfen, bevor sie verfüttert werden. Wenn ein Pommes-Fabrikant seine Kartoffelschalen an die Futtermittelindustrie liefert, muss er deren Unbedenklichkeit nachweisen. Wenn das Dioxin erst in der Milch gefunden wird, ist es zu spät,‘ erklärt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vize-Präsident des Agrarausschusses im Europäischen Parlament.

Nach jetzigem Wissensstand ist das Dioxin über Kaolinit-Tonerde, die in einer holländischen Kartoffelfabrik zum Waschen und Sortieren der Kartoffeln eingesetzt wird, in die Lebensmittelkette gelangt. Durch das Schnellwarnsystem der EU wurden 173 landwirtschaftliche Betriebe, die Futtermittel des niederländischen Lieferanten gekauft hatten, gesperrt, um die Dioxinbelastung der Tiere zu ermitteln.

‚Das Europäische Parlament fordert seit Jahren eine Positiv-Liste, die klar festlegt, was als Futtermittel genutzt werden darf. Kaolinit-Tonerde wäre aufgrund ihrer natürlichen Dioxinbelastung auf dieser Liste mit Sicherheit nicht zu finden,‘ sagte der grüne Europaabgeordnete Graefe zu Baringdorf. ‚Die bäuerliche Kreislaufwirtschaft, bei der das Futter für die Tierhaltung auf dem Hof selbst erzeugt wird, bietet Gewissheit über die Qualität des Futters. Wenn Futtermittel eingekauft werden, muss die Futtermittelindustrie Reinheitsgarantien liefern und für schlechte Qualität haften. Wenn erst am Ende der Kette kontrolliert wird, stehen die Futtermittel auch in Zukunft immer wieder im Zentrum von Lebensmittelkrisen.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

DBV: Landwirte zeigen hohe Bereitschaft zum effektiven Pflanzenschutzeinsatz

Themen: Archiv — info @ 12:11

Bauernverband zur Vorstellung des Pflanzenschutz-Reduktionsprogramms

Berlin (agrar.de) – Der landwirtschaftliche Berufsstand hat im Rahmen des umfangreichen Diskussionsprozesses über den Pflanzenschutz in der Landwirtschaft Maßnahmen unterstützt, die die positiven Eigenschaften des Pflanzenschutzes für den Verbraucher- und Umweltschutz sichern und gleichzeitig die Effizienz des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln steigert. Dies erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich der Vorstellung des Pflanzenschutz-Reduktionsprogramms durch Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast. Ziel muss es sein, eine Risikominimierung für Umwelt, Verbraucher und Anwender zu erreichen, ohne dabei die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln zur Sicherung der Ernten und qualitativ hochwertiger Produkte zu gefährden.

Die Landwirte haben ein eigenes Interesse und eine hohe Bereitschaft, über neue Techniken, wissenschaftliche Erkenntnisse und Beratung den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglichst effektiv zu gestalten, bekräftigte der DBV. So hat die Landwirtschaft bereits in der Vergangenheit bewirkt, dass Verluste vermieden und damit chemische Pflanzenschutzmaßnahmen über das notwendige Maß hinaus gesenkt wurden. Laut Wasserwirtschaftsbericht der Bundesregierung treten Pflanzenschutzmittelfunde im Grundwasser nur noch punktuell auf und gehen tendenziell zurück. Das Umweltbundesamt führt noch vorhandene Funde häufig auf Alteinträge zurück.

Zur Umsetzung des Programms ist die Beratung eine entscheidende Schnittstelle. Hier sind die Länder gefordert, ihrer staatlichen Beratungsaufgabe nach dem Pflanzenschutzgesetz verstärkt nachzukommen. Alle gesellschaftlichen Gruppen, die an der Diskussion im Rahmen des Programms beteiligt waren, haben gemeinsam ein hohes Interesse daran, neue Erkenntnisse über den gezielten und effektiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln über Weiterbildungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis an die Praxis zu bringen und sind gerne bereit, diese Aktivitäten gemeinsam zu intensivieren. Rein quantitative Reduktionsziele sind nicht zielführend und können sogar schädlich für die Umwelt sein, wenn etwa die Wirkung eines Pflanzenschutzmittels nicht mehr gewährleistet ist, erklärte der DBV.

Links zum Thema Pflanzenschutz, Links zum Thema Verbände.

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