23. November 2004

AbL: Sparziele bei der EU bedrohen Ländliche Entwicklung

Themen: Archiv — info @ 13:11

Altenkirchen/Berlin (agrar.de) – Mit der deutlichen Aufforderung an die Bundesregierung, ihre Haltung zur Finanzplanung der EU für die Jahre 2007 bis 2013 ‚gründliche zu überdenken‘, hat sich am Wochenende die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) an Berlin und an die Öffentlichkeit gewandt.

In einer Entschließung äußert die AbL die große Sorge, dass die Nettozahler-Diskussion auf dem Rücken der ländlichen Räume geführt wird. Die derzeitige Meinungsbildung innerhalb der Bundesregierung beinhaltet nach Informationen der AbL eine Variante, bei der die EU-Mittel zur Förderung einer umweltverträglichen ländlichen Wirtschaftsentwicklung um bis zu 50 Prozent gekürzt würden.

‚Wir betonen die Notwendigkeit, öffentliche Mitteln sparsam und effizient einzusetzen, und fordern daher dazu auf, den Mitteleinsatz stärker als bisher an qualitative Kriterien zu binden‘, heißt es in der Erklärung. Unverständlich sei deshalb, dass ‚ausgerechnet bei der 2. Säule mit ihrer zielgerichteten anteiligen Förderung für eine umweltverträgliche ländliche Wirtschaftsentwicklung‘ gestrichen werden solle, aber weit weniger qualifizierte Ausgaben unberührt lassen oder sogar noch auszuweiten zu wollen, so die AbL.

Die Mitgliederversammlung der AbL akzeptiert nicht, ‚dass die so genannte 1. Säule der EU-Agrarpolitik (Marktordnungen, Direktzahlungen) nach einem für 2007 angestrebten Beitritt von Rumänien und Bulgarien nochmals erhöht wird, während die 2. Säule um bis zu 50 Prozent gekürzt werden soll. Im Gegensatz zur 1. Säule werden in der 2. Säule gezielt Leistungen der Bauern für die Gesellschaft entlohnt, wie etwa Landschaftspflege, Agrarumweltmaßnahmen, Investitionen für Tierschutz, Qualitätserzeugung und regionale Vermarktung‘, stellt die AbL fest.

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Fleischerzeugung im dritten Quartal 2004

Themen: Archiv — info @ 09:11

Wiesbaden (agrar.de) – Im 3. Quartal 2004 wurden in Deutschland knapp 1,6 Mill. Tonnen Fleisch gewerblich produziert, darunter rund 252.000 Tonnen Geflügelfleisch. An der gesamten Fleischerzeugung hatte das Geflügelfleisch damit einen Anteil von 15,9 Prozent.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, wurden insgesamt rund 11,3 Mill. Schweine, 868.000 Rinder (ohne Kälber), 88.000 Kälber sowie 212.000 Schafe geschlachtet. Damit lagen die Schweineschlachtungen um 1,4 Prozent oder 159.600 Tiere über den Werten des 3. Quartals 2003, während sich die Zahl der Rinderschlachtungen (ohne Kälber) um 1,8 Prozent bzw. 16.200 Tiere verringerte.

Die Fleischerzeugung aus den gewerblichen Schlachtungen (ohne Geflügel) betrug im 3. Quartal 2004 insgesamt gut 1,3 Mill. Tonnen und setzte sich aus 1,0 Mill. Tonnen Schweinefleisch, gut 279.700 Tonnen Rindfleisch, 10.700 Tonnen Kalbfleisch, 4.700 Tonnen Schaffleisch sowie 685 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch zusammen. Die Erzeugung von Schweinefleisch stieg um 1,1 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahresquartals, die Erzeugung von Rindfleisch sank dagegen um 2,8 Prozent. Die nachgewiesene Gesamtschlachtmenge hat sich gegenüber dem 3. Quartal 2003 um 0,4 Prozent erhöht.

Die Erzeugung von Geflügelfleisch ist im 3. Quartal 2004 gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um 9,2 Prozent auf 252.100 Tonnen gestiegen. Darunter sind 140.500 Tonnen Jungmasthühnerfleisch, 6.400 Tonnen Entenfleisch und 94.800 Tonnen Truthühnerfleisch.

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22. November 2004

NABU und DNR gegen Entscheidungsmacht der Länder beim Naturschutzrecht

Themen: Archiv — info @ 15:11

Föderalismusreform darf nicht zum Dumpingwettbewerb auf Kosten der Natur führen

Bonn (agrar.de) – – Der Naturschutzbund NABU und der Deutsche Naturschutzring (DNR) haben die Kommission zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung davor gewarnt, den Ländern die Entscheidungsmacht über die Standards im Naturschutz zu überlassen. Der Bund müsse die Gesetzgebungskompetenz für alle naturschutzrelevanten Bereiche erhalten, insbesondere damit endlich ein einheitliches Umweltgesetzbuch realisiert werden könne. Bundeseinheitliche Konzepte und Standards seien notwendig, da die Natur nicht an den Landesgrenzen ende. ‚Würden den Ländern Zugriffsrechte auf die Naturschutzgesetzgebung und verwandte Bereiche zugestanden, könnte jedes Land mit seinen eigenen Vorstellungen vom Bundesgesetz abweichen‘, sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Es drohe ein Wettbewerb zulasten der Natur; Deutschland würde ein juristischer Flickenteppich.

‚Die Länder haben die ihnen in der Vergangenheit anvertrauten gesetzlichen Möglichkeiten schon nicht genutzt, um den Schutz der Natur mit der Einführung geeigneter Standards sicherzustellen‘, erklärte NABU-Rechtsexpertin Susanne Creutzig. Im Gegenteil sei bereits unter der geltenden Rechtslage ein drastischer Abbau von Naturschutzleistungen zu verzeichnen. Dieser reiche von einschneidenden Kürzungen beim Vertragsnaturschutz bis zum Abbau von Fachbehörden. Die Rückschritte offenbarten sich besonders in den jüngsten Gesetzesnovellen der Landesnaturschutzgesetze. Und die Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission wegen Säumigkeit der Länder beim EU-Recht zeigten, dass mit einer solchen Entwicklung die Europatauglichkeit Deutschlands aufs Spiel gesetzt würde.

Das Argument der Länder, Deutschland könne sich hohe Standards im Naturschutz aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage nicht leisten, sei nicht überzeugend. ‚Eine Länderzuständigkeit für die Naturschutzstandards kommt vielmehr einem Dolchstoß für den Wirtschaftsstandort Deutschland gleich‘, so die Verbände. Die Investoren würden in diesem Falle abgeschreckt, da sie mit 16 Ländern und ebenso vielen verschiedenen gesetzlichen Regelungen konfrontiert wären und keine Rechtssicherheit hätten. Deutschland brauche dringend einheitliche Mindeststandards, etwa für die gute fachliche Praxis in Land- und Forstwirtschaft, die Eingriffs- und Ausgleichsregelung, die Landschaftsplanung und die Beteiligungsrechte für Bürger und Naturschutzverbände.

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20. November 2004

Mecklenburg-Vorpommern: Rekordernte bei Kartoffeln

Themen: Archiv — info @ 09:11

Schwerin (agrar.de) – Im Jahr 2004 erzielten die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern mit 441 Dezitonnen pro Hektar den bisher höchsten Ertrag bei Kartoffeln. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes wurde damit die Hektarleistung des Vorjahres um ein Drittel überboten. Da sich auch die Anbaufläche um 7 Prozent auf 17.470 Hektar vergrößerte, ergibt sich eine Erntemenge von 770.500 Tonnen, 42 Prozent mehr als 2003. Geschmälert wird der wirtschaftliche Wert dieser Rekordernte allerdings durch niedrige Preise.

Mit dem diesjährigen Ertrag wurden in Mecklenburg-Vorpommern erstmals mehr als 400 Dezitonnen Kartoffeln pro Hektar im Landesmittel geerntet. Der bisherige Höchstertrag von 390 Dezitonnen im Jahr 2000 wurde um 13 Prozent übertroffen. Zugleich gelang es, mit 441 Dezitonnen die durchschnittliche Ertragsleistung aller Bundesländer (431 Dezitonnen pro Hektar, vorläufiges Ergebnis) zu überbieten.

Die Anbaufläche von 17.470 Hektar war die größte seit 1996 (19.330 Hektar). Aus dem Ertrag und der Anbaufläche resultiert die Erntemenge von 770.500 Tonnen. Sie ist die mit Abstand höchste seit 1993 (853.000 Tonnen bei allerdings 23.000 Hektar Anbaufläche).

Mecklenburg-Vorpommern hat nach Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen die viertgrößte Anbaufläche von Kartoffeln in Deutschland. Jedoch konzentrieren sich allein in Niedersachsen 43 Prozent der Fläche, in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 6 Prozent.

Da in diesem Jahr in fast allen Bundesländern überdurchschnittlich hohe Kartoffelerträge erreicht wurden, zeichneten sich schon frühzeitig sehr niedrige Erzeugerpreise ab. Zudem führten Höchsterträge auch in anderen Ländern der Europäischen Union zu Absatzproblemen, nicht nur auf dem Binnenmarkt. Somit wird die Rekordernte des Jahres 2004 durch extrem niedrige Preise, die mitunter nicht einmal die Erntekosten decken, erheblich beeinträchtigt.

Kartoffeln 1991 bis 2004:

Jahr; Anbaufläche (ha); Ertrag (dt/ha); Erntemenge (t) 1991; 27.427; 245,5; 673.385 1992; 29.146; 185,8; 541.620 1993; 23.078; 369,7; 853.213 1994; 17.046; 222,1; 378.548 1995; 18.332; 284,2; 520.895 1996; 19.332; 310,1; 599.461 1997; 16.775; 302,4; 507.350 1998; 15.994; 362,9; 580.354 1999; 16.315; 302,4; 493.299 2000; 16.416; 390,0; 640.199 2001; 15.875; 365,9; 580.908 2002; 15.352; 361,6; 555.080 2003; 16.319; 333,1; 543.600 2004; 17.470; 441,0; 770.486 Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

19. November 2004

Buchführungsergebnisse bestätigen massive Rentabilitätsverluste

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Auf der Basis der ersten Buchführungsergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2003/2004 informiert der Verband der Landwirtschaftskammern über die ökonomische Lage der landwirtschaftlichen Betriebe. Hitze und Trockenheit in der Vegetationsperiode 2003 sowie unbefriedigende Erzeugerpreise für tierische Produkte setzten die Landwirtschaft deutlich unter Druck. Positive Preisentwicklungen im Ackerbau sorgten für eine deutliche Entlastung in der Pflanzenproduktion. Insgesamt schnitten die verschiedenen Sparten und die einzelnen Regionen sehr unterschiedlich ab.

Unterschiede im Pflanzenbau

Die extreme Trockenheit traf den Südwesten und vor allem den Osten und Nordosten besonders stark. Sie führte auf bundesweit zu einem Rückgang des Getreideaufkommens. Bei guter Getreidequalität stiegen die Preise innerhalb aller Kammerbezirke um durchschnittlich 2 Euro je dt an. Von diesem regional bis zu 20-prozentigem Anstieg konnten insbesondere Betriebe mit Lagerhaltung profitieren. Ausgehend von einem außerordentlich schlechten Vorjahresniveau – geprägt durch Hochwasser und Dauerregen – hat sich die Ertragslage bei Körnermais und Raps 2003/04 leicht gebessert. Aufgrund des vergleichsweise knappen Angebots zogen bei diesen Feldfrüchten die Preise leicht an. Bei den Zuckerrüben führte die reichliche Sonne zu außergewöhnlichen Zuckergehalten. Vor allem an Beregnungsstandorten konnten Mehrerträge eingefahren werden. Ansonsten blieben die erzeugten Mengen hinter den Erwartungen zurück. Besonders in Rheinland-Pfalz war der Einbruch mit fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr markant.

Tierproduktion unter schlechten Bedingungen

Auch im Wirtschaftsjahr 03/04 stieg die Milchleistung der Kühe wieder um rund 100 kg je Kuh. Da das Vermarktungspotential über die Referenzmenge limitiert ist, konzentrierten sich die zukunftsorientierten Betriebe auf den Zukauf von Quoten. Wachstumswillige Betriebe waren somit finanziell doppelt belastet, zumal die Milchpreise um 1 bis 2 Cent je kg sanken.

Die Krise am Markt für Schweinefleisch schlug 2003/2004 zunehmend auf die Zulieferer durch. Der Preisverfall für Ferkel setzte sich weiter fort. Ferkelerzeuger erhielten durchschnittlich 3 bis 4 Euro weniger pro Tier. Die Preise für Mastschweine verharrten auf niedrigem Stand. Ähnlich erging es den Rindermästern. Die Stückpreise rutschten um 2 bis 6 Prozent leicht ab. Altkühe tendierten hingegen auf dem Vorjahresniveau.

Gegenläufige Tendenzen bei Betriebsmitteln

Im Bereich der Bodenproduktion mussten für Düngemittel um bis zu 11 Prozent mehr aufgewendet werden. Kostensenkung von 3 bis 5 Prozent ergaben sich in erster Linie bei Treib- und Schmierstoffen durch Einsparung von Arbeitsgängen. Bei der tierischen Produktion schlugen als Folge der Dürre rund 7 Prozent teurere Futtermittel zu Buche. Tierzukäufe waren hingegen günstiger, in erster Linie dank der niedrigen Ferkelpreise.

Den Betrieben gelang es, die Festkosten weiter zu reduzieren. Bei angespannter Ertragslage versuchten sie, Sparmaßnahmen vor allem bei Abschreibungen und Unterhaltung zu realisieren. Kritisch ist der ansteigende Investitionsstau zu sehen. Günstiger wurde die Lohnarbeit aufgrund optimaler Erntebedingungen.

Getreidebau mit deutlichem Plus

Entgegen der gesamtdeutschen Situation konnten die Bauern in den Kammerbezirken des Nordens geringfügig höhere Getreideernten einfahren. In den Kammerbezirken des Südens fielen die Naturalerträge gegenüber 02/03 moderat ab. Die komfortablen Marktpreise haben diesen regionalen Nachteil jedoch deutlich überkompensiert. Vor allem durch günstige Aufkauferlöse, die zwischen 12 und 13 Euro je dt schwankten, holten die Ackerbauern hier gegenüber dem Vorjahr auf. Spezialisierte Ackerbauern im Rheinland erreichten eine überdurchschnittliche Faktorentlohnung von 98%. Hingegen in Weser-Ems erreichten trotz eines absoluten Anstiegs des Einkommens um knapp 30 Prozent die entsprechenden Testbetriebe nicht einmal 10.000 Euro im ordentlichen Ergebnis bzw. nur eine Faktorentlohnung von 21 Prozent. Das macht einmal mehr deutlich, welche katastrophale Situation im Vorjahr herrschte. Insofern ist die Schere innerhalb des Ackerbaus weit gespreizt.

Futterbau im Mittelfeld

Im Wirtschaftsjahr 03/04 litten die Milcherzeuger unter nachgebenden Milch- und steigenden Futterpreisen. Verbesserte Milchleistungen je Kuh und Jahr konnten den Rückgang im Einkommen nicht stoppen. Da auch die Bullenmast schlecht lief, gingen in den Futterbaubetrieben die monetären Ergebnisse um weitere 10 bis 20 Prozent zurück. Die Faktorentlohnungen rangierten im Bereich von 50 bis 60 Prozent. Schwarze Zahlen schrieben nur noch wenige Betriebe.

Schweineproduktion wieder mit Verlusten

Neben niedrigen Preisen für Schlachtschweine und für Ferkel setzen den Veredlern auch die höheren Futterkosten zu. Demgemäss erzielten spezialisierte und durchschnittliche Schweinehalter nur noch ein ordentliches Ergebnis von rund 20.000 Euro. In Westfalen-Lippe mussten die Bauern finanzielle Einbußen von 24 Prozent und in Weser-Ems gar um 45 Prozent hinnehmen. Damit befinden sich die Veredler im dritten kritischen Jahr in Folge. Betriebliche Reserven aus den guten Jahren 1999 bis 2001 dürften für die meisten Betriebe im Wirtschaftsjahr 03/04 ausgeschöpft gewesen sein.

Bessere Stimmung bei den Winzern

Die Stagnation im Marktsegment Rotwein lässt vermuten, dass der Höhepunkt der Nachfrage überschritten ist. Zurzeit sind nur noch geringe Zuwächse bei der Vermarktung von Flaschenwein zu verzeichnen. Die Preise für Fasswein haben sich zum Vorjahr durchschnittlich verbessert. Das trifft vor allem auf den Weißwein zu, der in der erzeugten Menge deutlich überwiegt. So konnten die Winzer ihr durchschnittliches Unternehmensergebnis um rund 13 Prozent auf 36.000 Euro verbessern. Das Unternehmensergebnis spezialisierter Winzer, die überwiegend den Wein direkt vermarkten, stieg um gut 8 Prozent.

Rentabilitätsverluste verhindern Investitionen in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

Über alle Produktionssparten hinweg bewegte sich die Rentabilität der Landwirtschaft in Nord- und Westdeutschland zwischen 30 und 60 Prozent. Die meisten Höfe – vor allem jedoch die Schweinhalter – lebten von der Substanz und verzehrten Eigenkapital. Schweinehaltung und Milchproduktion waren 03/04 stark negativ betroffen und sind Ursache für das überdurchschnittlich schlechte Ergebnis in der Region Weser-Ems. Regional stach nach oben allein das Rheinland mit 80 Prozent Rentabilität ab. Hier wurden die leichten Rückgänge im Futterbau durch die positiven Effekte im Ackerbau kompensiert.

Vor dem Hintergrund einer anhaltend schlechten Wirtschaftslage kam die Investitionstätigkeit fast vollständig zum Erliegen. Zusätzlich wurde die Investitionsneigung durch die Verunsicherung bezüglich der Auswirkungen der anstehenden Agrarreform geschwächt. Sofern Betriebe überhaupt Gewinn machten, wurde das Kapital nicht in die Landwirtschaft reinvestiert, sondern in anderen Branchen angelegt.

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DBV: Nein zur Steuererhöhung beim Agrardiesel und Abgabensteigerung bei der Krankenkasse

Themen: Archiv — info @ 15:11

Verband ruft zu Aktionen gegen Steuer-Ungerechtigkeit auf

Berlin (agrar.de) – Die deutschen Bauern geben die Hoffnung nicht auf, dass sich die drohenden drastischen Belastungen durch das Haushaltsbegleitgesetz 2005 doch noch verhindern lassen. Deshalb hat der Deutsche Bauernverband (DBV) mit seinen Landesbauernverbänden für dieses Wochenende (20./21.11.) zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen. Die Landwirte werden die Bundestagsabgeordneten der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen in ihren Wahlkreisen aufsuchen und ihnen einen Fünf-Liter-Agrardiesel-Kanister mit dieser Rechnung übergeben: Durch das Haushaltsbegleitgesetz 2005 erhöht sich die Steuer für Agrardiesel derart, dass ein deutscher Landwirt künftig durchschnittlich 2 Euro Steuern für 5 Liter Diesel bezahlt, während sein französischer Kollege nur 8 Cent an Steuern trägt. Der Bundesrat hat dieses Gesetz zwar abgelehnt, doch kann die rot-grüne Koalition im Bundestag mit der so genannten Kanzlermehrheit das Gesetz voraussichtlich am 26. November dennoch beschließen. Das Haushaltsbegleitgesetz sieht vor, den bisherigen Steuersatz für Agrardiesel umgerechnet auf 40 Cent, also um 56 Prozent, zu erhöhen und auch die Beiträge bei der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung durch Kürzungen zugesagter Bundeszuschüsse für die aktiven Landwirte anzuheben.

Die Gegenargumente der Landwirtschaft: Für sie ist der Agrardiesel ein entscheidender Kostenfaktor. Die Landwirtschaft nutzt Agrardiesel für Maschinen, die mit Ausnahme von Transporten kaum am Straßenverkehr teilnehmen. Deshalb erlaubt eine europäische Richtlinie der Land- und Forstwirtschaft, aber auch anderen nicht straßengebundenen Treibstoffverwendern wie der Schifffahrt und dem Luftverkehr, die Besteuerung des Treibstoffes gesondert zu behandeln bzw. ganz auszunehmen. In Deutschland ist die gewerbliche Luft- und Schifffahrt aus diesem Grund von der Mineralölsteuer völlig befreit. Dagegen hat der Gesetzgeber für die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren den Agrardieselsteuersatz in Höhe von 10,7 Cent auf derzeit 25,5 Cent je Liter erhöht. Seitdem zahlte die deutsche Landwirtschaft zusätzlich 1,5 Milliarden Euro Mineralölsteuer. Im offenen EU-Binnenmarkt werden dadurch die deutschen Bauern vor ein äußerst schwieriges Wettbewerbsproblem gestellt, da in den anderen Staaten deutlich niedrigere Steuersätze für Landwirte gelten.

Angesichts der gestiegenen Energiekosten hat die französische Regierung sogar jüngst den Steuersatz für Agrardiesel von 5,66 Cent auf 1,6 Cent Liter rückwirkend vom Juli 2004 bis vorläufig Dezember 2004 gesenkt. Österreich wird ab 2005 dauerhaft den Steuersatz von Agrardiesel von 30 Cent auf 9,8 Cent je Liter senken. Auch Schweden verringert die Steuer für die Landwirtschaft von derzeit 36 Cent auf 17,7 Cent je Liter Agrardiesel ab dem 1. Januar 2005.

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Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung — info @ 15:11

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer Sonderkredite gesenkt. Die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘ sowie ‚Dorferneuerung und ländliche Entwicklung‘ verbilligen sich mit sofortiger Wirkung um bis zu 0,15 Prozentpunkte (nominal). Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv 3,84 Prozent, bei 5 jähriger Zinsbindung effektiv 3,48 Prozent.

Die Sonderkredite des zentralen Refinanzierungsinstituts dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zinszuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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Die deutsche Landwirtschaft zahlt mit die meiste Ökosteuer

Themen: Archiv — info @ 14:11

Viele Wirtschaftsbereiche gewinnen – die Land- und Forstwirtschaft verliert kräftig

Berlin (agrar.de) – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat in einer Studie zur Wirkung der Ökosteuer festgestellt, dass die deutsche Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei im Jahr 2003 nach dem Verkehr am zweitstärksten belastet werden. Bei vielen anderen Wirtschaftsbranchen dagegen hat die Ökosteuer im vergangenen Jahr zu einer effektiven finanziellen Entlastung geführt. Die Ökosteuer belastet vor allem Branchen mit kleinen Betrieben, die viel Energie verbrauchen, daher nicht unter die Ausnahmeregelungen fallen und nur wenig von der Entlastung bei den Lohnnebenkosten profitieren. Die Studie ist vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben worden, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte.

Die Nettobelastung für die Landwirtschaft betrug nach den Berechnungen des Institutes 412 Millionen Euro im Jahre 2003. Dies entspricht rund 1 Prozent des Produktionswertes. Nach den Berechnungen des DBV lag die Belastung durch die Ökosteuer mit rund 470 Millionen Euro in 2003 sogar noch höher. Da viele landwirtschaftliche Unternehmen bereits Maßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen haben, ist kaum noch Einsparpotenzial bei Diesel, Strom oder Heizöl sowie Erdgas vorhanden bzw. nur durch größere Investitionen zu erreichen. Immer mehr Bauern wollen die Energieversorgung auf Biomasse umstellen, was aber durch die schwierige Finanzlage der Betriebe vielfach begrenzt wird. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn haben die deutschen Land- und Forstwirte mit den enorm hohen Energiesteuern also einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil, kommentierte der DBV die Ergebnisse der Studie.

Die Berechnungen des Institutes beruhen auf dem bisher gültigen Steuersatz von 25,56 Cent pro Liter Agrardiesel. Sollte das Haushaltsbegleitgesetz 2005 vom Bundestag am 26.11.2004 endgültig beschlossen werden, steigt der Agrardiesel-Steuersatz in Deutschland ab Januar 2005 umgerechnet auf durchschnittlich 40 Cent pro Liter. Dagegen fahren die französischen Bauern derzeit mit einer Steuer von 1,66 Cent pro Liter. Solche einseitigen Steuererhöhungen für die deutsche Landwirtschaft vernichten Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum und wirken dem wirtschaftlichen Wachstum entgegen. Diese Politik der Bundesregierung ist Gift für die Wirtschaft, kritisierte der DBV das Vorhaben der Regierung.

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Happach-Kasan: Regierung will Anbau von Bt-Mais verhindern

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Zur Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage ‚Gute fachliche Praxis beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais‘ erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Die Bundesregierung verfolgt mit ihrem Entwurf der Verordnung zur guten fachlichen Praxis beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen das Ziel, deren Anbau unattraktiv zu machen. Lücken, die das Gentechnikgesetz lassen muss, sollen mit der Verordnung geschlossen werden. Dies wird besonders deutlich am Beispiel von Mais. Die Bundesregierung fordert einen Abstandsrichtwert von 1.000 Metern, obwohl nach Ansicht von Experten eine Mantelsaat von wenigen Reihen ausreicht, um auf dem Nachbaracker die Einhaltung des Schwellenwertes von 0,9 Prozent zu gewährleisten. Es gibt zahlreiche neuere Untersuchungen zum Auskreuzungsverhalten von Mais, dennoch zieht die Bundesregierung eine Arbeit aus dem Jahr 1940 heran. Diese Arbeit liegt nicht vor, dennoch antwortet die Bundesregierung, die Studie solle auf ihre Aussagekraft geprüft werden. Das ist ohne die Arbeit zu kennen nicht möglich und angesichts neuerer Erkenntnisse auch völlig überflüssig. Damit wird deutlich, dass die Bundesregierung mit der Verordnung versucht, den Anbau von gentechnisch verändertem Mais, den sie nicht verhindern kann, durch eine völlig absurde Verordnung möglichst unattraktiv zu machen.

Das richtet sich gegen die Interessen der Landwirte, wie auch der Verbraucherinnen und Verbraucher. Mais ist eine in der Viehhaltung wichtige Futterpflanze. Deren Befall durch den Maiszünsler lässt sich mit Bacillus thuringiensis (Bt)-Mais am besten bekämpfen. Dieser Mais ist außerdem frei von Mykotoxinen und damit qualitativ besonders hochwertig. Es gibt in der EU zugelassene Bt-Mais-Sorten, die sofort für den Anbau zur Verfügung stehen.

Der Streit um die Verordnung könnte vermieden werden, wenn die Bundesregierung die Saatgutfirmen zur Aufstellung der Regeln zur guten fachlichen Praxis verpflichten würde. Diese haben die Kenntnisse, die erforderlich sind und ein Interesse, praktikable und wirksame Regeln aufzustellen. Im übrigen muss Auskreuzung nur vermieden werden, um auf eine Kennzeichnung verzichten zu können. Gesundheit und Umwelt werden durch die Auskreuzung zugelassener Sorten egal, wie sie gezüchtet wurden, nicht gefährdet.

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Monitoring-Projekt „Völkerverluste“ bei Bienen

Themen: Archiv,Bienen — info @ 12:11

Zweiter Runder Tisch Imker-Landwirtschaft-Industrie

Berlin (agrar.de) – Der Runde Tisch Imker-Landwirtschaft-Industrie hat am 11. November 2004 ein über mehrere Jahre angelegtes Monitoring-Projekt ‚Völkerverluste‘ bei Bienen vereinbart. Dieses Monitoring-Projekt ist das erste Projekt, das im gesamten Bundesgebiet nach einem einheitlichen Schema die Entwicklung der Bienenvölker erfasst. Bei auftretenden Bienenschäden oder Völkerverlusten wird dadurch eine gezielte Ursachenanalyse möglich sein, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Weitere Themen der Plattform zum Meinungsaustausch zwischen Imker, Landwirtschaft und Industrie waren eine Vorstellung von neuen Pflanzenschutzmitteln, die Diskussion über die Auflagen zum Bienenschutz bei Pflanzenschutzmitteln, ein Bericht zum Feuerbrand sowie die Aus- und Fortbildung bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln am Beispiel Baden-Württembergs und ein Austausch über die Grüne Gentechnik.

Unter Leitung von DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born sprachen Vertreter des Deutschen Imkerbundes, des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes, der Bieneninstitute, der Zulassungsbehörden für Pflanzenschutzmittel, der Pflanzenschutzdienste des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und der chemischen Industrie über eine engere Abstimmung der Positionen zwischen Imkern, Industrie und Landwirtschaft. Getragen wird das Monitoring-Projekt von allen deutschen Bieneninstituten, denen auch die Projektdurchführung obliegt, dem Deutschen Imkerbund, dem Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund, dem Verein Mellifera, der Bayer Crop Science, der BASF, der Syngenta, dem Industrieverband Agrar und dem DBV. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft unterstützt das Monitoringprojekt. Es wird den ebenfalls anlässlich dieser Sitzung gegründeten Projektrat zu seinen Sitzungen einladen.

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